Wie man den Abgasanschluss für einen Brennwertkessel wählt
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Wie man die Abgasführung für einen Brennwertkessel wählt: Der umfassende Leitfaden
Die Wahl der Abgasführung ist beim Brennwertkessel eine Entscheidung, die die Sicherheit, Effizienz und Lebensdauer des gesamten Systems beeinflusst. Trotzdem widmen die meisten Menschen dieser Frage nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit, die sie dem Kessel selbst widmen. Das ist ein Fehler – und in der Praxis zahlt man dafür entweder sofort (die Installation entspricht nicht den Vorschriften, der Prüftechniker erteilt kein Prüfzeugnis) oder allmählich (Kondensat tropft durch Undichtigkeiten, Korrosion zerstört das Abgasrohr, die Leistung des Kessels sinkt). Dieser Artikel gibt Ihnen eine feste technische Grundlage, um die richtige Entscheidung zu treffen – egal ob Sie eine Neubau, Sanierung oder den Austausch eines alten Kessels gegen einen Brennwertkessel planen.
Warum hat ein Brennwertkessel ganz andere Anforderungen an die Abgasführung als ein Standardkessel
Ein Brennwertkessel arbeitet nach dem Prinzip der Nutzung von latentem Wärme, die bei der Kondensation von Wasserdampf aus den Abgasen freigesetzt wird. Das ist hervorragend in Bezug auf die Effizienz – der Kessel kann bis zu 90–109 % der chemischen Energie des Brennstoffs nutzen (ausgedrückt an der unteren Heizwertgrenze). Doch es hat auch seine Schattenseite: Die Abgase verlassen den Kessel bei einer Temperatur von nur 40–60 °C, manchmal sogar darunter. Für das Abgasrohr bedeutet das mehrere grundlegende Punkte.
Erstens sind die Abgase kalt – sie steigen nicht durch natürlichen Schornsteinsog wie bei einem klassischen Kessel mit Abgasen von 180–250 °C. Deshalb arbeiten Brennwertkessel fast immer als Kessel mit gezwungenem Abgasabzug (Ventilatorkessel, sogenannte „Turbo“), bei denen ein Ventilator im Kessel die Abgase aktiv nach außen drückt. Das gesamte System arbeitet entweder im Überdruck- oder im geringen Unterdruckbetrieb, was erhöhte Anforderungen an die Dichtheit der Verbindungen stellt.
Zweitens entsteht im Schornsteinsystem Kondensat – saure Flüssigkeit (pH 3,5–5) mit Kohlensäure, Salpetersäure und Schwefelsäure. Ein gewöhnlicher Stahl- oder Tonkamin kann dieses Kondensat nicht bewältigen – er korrodiert. Deshalb bestehen die Abgasrohre von Brennwertkesseln ausschließlich aus Kunststoff (PP – Polypropylen) oder aus rostfreiem Stahl mit der entsprechenden Klasse der Kondensatbeständigkeit.
Drittens muss das System den Abfluss des Kondensats ermöglichen. Das bedeutet eine richtige Neigung der Rohre, die Anwesenheit von Kondensatfängern und eine Anschlussmöglichkeit an die Kanalisation (direkt oder über einen Kondensatneutralisator).
Falls Sie sich an nichts anderes aus diesem Artikel erinnern, erinnern Sie sich zumindest an folgendes: Das Abgasrohr für einen Brennwertkessel muss aus Kunststoff oder Edelstahl bestehen, luftdicht sein und das Abfließen des Kondensats ermöglichen. Alles andere ist eine Konstruktion auf dieser Grundlage.
Typen der Abgasführung: Koaxial und Zweiröhren
Brennwertkessel können mit zwei grundlegenden Systemen für die Luftzufuhr und den Abgasabzug arbeiten. Dieses Thema ist so umfangreich, dass ihm ein eigener Artikel im Wissenszentrum gewidmet ist (Koaxial vs. Zweiröhren-Abgasführung – welches ist besser), doch hier fassen wir das Wesentliche zusammen.
Koaxial-System (Turbo, 60/100 oder 80/125 mm)
Das Koaxial-System verwendet ein doppeltes Rohr – ein Rohr im Rohr. Das äußere Rohr führt Luft zum Brennen aus dem Außenbereich, das innere Rohr leitet die Abgase nach außen. Dabei strömt die Luft um die heißen Abgase herum und erwärmt sich, was positiv auf die Gesamteffizienz einwirkt. Dieses System ist kompakt, vergleichsweise einfach in der Montage und ideal für Kessel, die in die Wand eingebaut sind oder bei kürzeren Leitungen. Die häufigsten Durchmesser sind 60/100 mm (für Kessel bis ca. 28–34 kW) und 80/125 mm (für leistungsstärkere Kessel oder längere Leitungen).
Ein typisches Praxisbeispiel: Ein Kunde ersetzt in seiner Wohnung 3+1 den alten Kessel durch einen Brennwertkessel Protherm Panther. Der Kessel steht an der Außenwand, die Entfernung zum Abluftausgang beträgt 60 cm. Genau für diesen Zweck ist das Koaxial-System geschaffen – Protherm horizontale Komplettlösung 60/100 mm - 0,8 m, S1KP ist in dieser Situation eine vollständige, vorbereitete Lösung, die die gesamte Leitung vom Kessel bis zur Wand einschließlich der Durchführung abdeckt.
Zweiröhren-System (LAS, getrennte Zufuhr und Ablauf)
Das Zweiröhren-System besteht aus zwei getrennten Rohren gleichen Durchmessers – eines für die Abgase, das andere für die Luft. Jedes kann eine andere Route nehmen. Dieses System ist bei langen Leitungen flexibler, erlaubt beispielsweise die Zufuhr der Luft durch eine Dachdurchführung und den Ablauf der Abgase durch die Wand oder Kombinationen verschiedener Richtungen. Es ist auch hydraulisch weniger anspruchsvoll bei langen Leitungen. Ein üblicher Durchmesser beträgt 80 mm für jedes Rohr.
Ein Praxisbeispiel: Ein Einfamilienhaus mit Heizraum in der Mitte der Grundfläche, ohne direkten Zugang zur Außenwand. Das Zweiröhren-System ermöglicht es, die Abgase beispielsweise 4 Meter zur nächsten Wand zu führen und die Luft separat vom Dach zu beziehen. Ohne Zweiröhren-System wäre diese Installation innerhalb der erlaubten äquivalenten Längen nicht möglich.
Rohrdurchmesser: 60/100 mm oder 80/125 mm?
Die Wahl des Durchmessers ist keine ästhetische Entscheidung – es ist eine technische Berechnung. Die Kesselhersteller legen die maximale äquivalente Länge des Abgasrohres (in Metern) für jeden Durchmesser fest, wobei jedes Bogenrohr oder anderes Formstück eine bestimmte Anzahl von Metern von diesem Limit abzieht. Wenn Sie dieses Limit überschreiten, wird der Kessel nicht ordnungsgemäß funktionieren oder sich störanfällig abschalten.
Dieses Thema wird im Artikel „Welcher Rohrdurchmesser ist notwendig: 60/100 oder 80/125 mm“ detailliert behandelt, doch für eine praktische Orientierung gilt Folgendes:
- 60/100 mm: geeignet für Kessel bis 28 kW bei direkter oder kurzer Leitung (bis ca. 3–5 m äquivalenter Länge). Typische Wohnungsinstallationen an der Außenwand.
- 80/125 mm: geeignet für leistungsstärkere Kessel (28–42 kW) oder längere Leitungen (bis zu 10–12 m äquivalenter Länge). Einfamilienhäuser, Leitungen mit mehreren Bögen.
- Wechsel zwischen Durchmessern: Wenn Sie einen Kessel mit Ausgang 60/100 mm haben, aber eine längere Leitung benötigen, können Sie einen Adapter verwenden – beispielsweise Protherm Adapter für Abgasrohre 60/100 mm A1KP oder für höhere Leistung Protherm Adapter für Abgasrohre 80/125 mm A25KP.
Wichtige Praxis-Empfehlung: Einige Monteure übersehen Knicke und vergessen, diese von der äquivalenten Länge abzuziehen. Ein 90°-Knick entspricht in der Regel 1–1,5 m gerader Strecke (je nach Hersteller und Durchmesser). Bei zwei Knicke und einer Strecke von 5 m kann das effektiv 7–8 m ergeben – was bei einem 60/100 mm System mit einem 28 kW Heizkessel vor der Grenze lag. Rechnen Sie das immer nach dem technischen Datenblatt des Kessels.
Material des Abgasrohrs: Kunststoff, Edelstahl oder kombiniert?
Für Brennwertkessel sind nur Materialien erlaubt, die korrosionsbeständig gegen Kondensat und Niedertemperatur-Abgase sind. Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen den einzelnen Optionen zu kennen, da jede ihre Vorzüge hat.
Polypropylen (PP)
PP-Rohre sind bei Brennwertkesseln am weitesten verbreitet und preislich am günstigsten. Sie sind chemisch beständig gegen saures Kondensat, leicht, einfach zu montieren und langlebig (bei richtiger Installation über 20 Jahre). Nachteil: Sie eignen sich nicht für Hochtemperaturanwendungen, also bei Abgasen über ca. 120 °C (was bei Brennwertkesseln normalerweise nicht vorkommt) reichen sie nicht aus. Im Außenbereich muss PP vor UV-Licht geschützt werden – bei langen Außenstrecken wird PP nicht kombiniert oder isoliert.
Edelstahl (Klasse II. – Brennwert)
Edelstahl-Abgasrohre sind teurer, eignen sich aber für anspruchsvollere Umgebungen – lange Außenstrecken, gemeinsame Schornsteinschächte oder Systeme, in denen Brennwertkessel mit anderen Geräten kombiniert werden. Sie müssen aus der Widerstandsklasse W (wet – feuchte Abgase), also Brennwertklasse, sein. Edelstahlsysteme werden auch bevorzugt, wenn eine bestehende Schornsteinschale genutzt wird – eine Kunststoffeinlage in den Schornstein ist die Standardlösung für die Sanierung alter Schornsteine.
Kombiniert (koaxial mit PP innen und Kunststoff außen)
Die meisten koaxialen Abgasrohre für Brennwertkessel bestehen aus PP oder harter ABS/PP mit Metallverstärkung. Handeln Sie immer nach den Empfehlungen des Kessels – Protherm, Vaillant, Viessmann und andere haben zertifizierte Systeme, auf die die Garantie zutrifft, und kombinieren Sie diese nicht willkürlich mit generischen Komponenten anderer Systeme.
Richtungen des Abgasrohrs: waagerecht, senkrecht oder Kombination?
Diese Wahl hängt von der Bebauung des Objekts und davon ab, wo die Abgasöffnung installiert werden kann. Der Thema widmet sich ausführlich ein eigener Artikel Horizontal vs. vertikal – was bei der Sanierung wählen, kurz gesagt:
Waagerechter Abzug durch die Wand
Die einfachste und günstigste Variante – der Kessel steht an der Außenwand, das Abgasrohr führt direkt zur Fassade. Die Installation ist schnell, die Strecke kurz. Nachteil: Die Abluft muss laut Norm platziert sein (mindestens 30 cm vom Fenster, 60 cm vom Gebäudeeck, 200 cm vom Boden oder außerhalb der Reichweite der Fußgänger usw.). Bei Sanierungen in Mehrfamilienhäusern kann das ein Problem sein – Nachbarn reklamieren, wenn die Abluft in Richtung ihres Fensters weht.
Neigung der waagerechten Strecke: Das Abgasrohr muss eine Neigung von mindestens 3° (ca. 5 cm/m) in Richtung Kondensatabfluss haben – meistens zurück zum Kessel, wo die Kondensatwanne in die Kanalisation abfließt.
Senkrechter Abzug über das Dach
Klassische Strecke für Einfamilienhäuser – das Abgasrohr führt nach oben durch Dach und Dach. Gut bei Kesseln weit von der Fassade, bei größeren Leistungen oder wenn ein waagerechter Abzug nicht möglich ist. Vorteil: Die Abluft über dem Dach ist unauffällig und ohne Nachbarschaftskonflikte. Nachteil: Längere, aufwendigere Strecke, Dachdurchgang erforderlich (siehe auch Artikel Dachdurchgang oder Wanddurchgang: Unterschied, Typen und Montage).
Kombination: waagerechte Teil + senkrechte Teil
In der Praxis ist das am häufigsten vorkommende Szenario bei Sanierungen – Kessel in der Heizungskammer oder im Badezimmer, das Abgasrohr führt kurz waagerecht, dann biegt es nach oben. Jeder Bogen ist ein Knicke, jedes Knicke zählt zur maximalen äquivalenten Länge. Bei der Planung zeichnen Sie immer die Strecke auf Papier und berechnen Sie die Äquivalente.
Kaskadenanordnung und Trenneinheit: Wenn ein Schornstein für zwei Kessel nicht reicht
In Einfamilienhäusern mit höherem Wärmebedarf oder in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten werden manchmal zwei Brennwertkessel in Kaskade installiert – sie arbeiten gemeinsam in einem gemeinsamen Kreislauf. In diesem Fall reicht ein Abgasausgang nicht aus, und auch zwei vollständig getrennte Wege sind nicht immer praktisch. Die Lösung ist eine Trenneinheit – beispielsweise Protherm Trenneinheit Ø 2 x 80 mm R2KP, die die Abgase aus zwei Kesseln in ein gemeinsames Rohr in Richtung Außenabzug oder Schornstein leitet.
Bei der Kaskadenanordnung ist es wichtig, dass die Trenneinheit zertifiziert und kompatibel mit den konkreten Kesseln ist. Nicht jeder Trenner verhindert Rückstau in den zweiten Kessel – minderwertige Lösungen können dazu führen, dass Abgase aus einem Kessel durch den ausgeschalteten zweiten Kessel in die Kesselraum zurückströmen. Eine richtige Trenneinheit ist konstruktiv so gestaltet, dass dies verhindert wird.
Bei der Kaskade steigen auch die Anforderungen an den Durchmesser des Abgasrohres – die Gesamtabgasmenge aus zwei Kesseln kann einen größeren Durchmesser des gemeinsamen Rohres erfordern. Ratschlag: Immer mit dem technischen Support des Herstellers oder einem zertifizierten Installateur Rücksprache halten, denn die Berechnung der äquivalenten Längen für eine Kaskade ist komplexer als bei einem Kessel.
Kondensatabführung: Pflichtbestandteil jeder Installation
Kondensat aus dem Abgasrohr ist kein normales Wasser aus dem Garten – es ist sauer (pH 3,5–5) und darf nicht direkt in den Boden abgeleitet werden. In vielen Städten gelten Vorschriften, dass Kondensat vor der Ableitung in die Kanalisation durch einen Neutralisator laufen muss. Ein Kondensatneutralisator enthält granulären Kalkstein, der das pH auf akzeptable Werte anhebt. Er muss regelmäßig nachgefüllt werden (1–2× im Jahr, abhängig von der Kesselleistung und der Wasserhärte).
Was die Installation des Abgasrohrs betrifft, bedeutet das:
- Horizontale Wege müssen den richtigen Neigungswinkel haben – Kondensat muss entweder zum Kessel (wo die Kondensatschale ist) oder zu einem speziellen Kondensatseparator in der Leitung abfließen.
- Vertikale Leitungen leiten Kondensat durch Schwerkraft nach unten – Kondensat läuft an den Rohrinnenwänden zurück zum Kessel.
- Keine „Welle“ in der Leitung (ein Bereich, in dem die Leitung in einer Biegung nach unten geht und dann wieder nach oben) – dort sammelt sich Kondensat an und kann den Abgasfluss blockieren.
Die Menge des Kondensats hängt von der Kesselleistung und der Rücklauftemperatur ab. Ein Brennwertkessel Protherm 25 kW kann bei intensiver Betriebszeit bis zu 1,5–2 Liter Kondensat pro Stunde erzeugen – an einem Heiztag können das 10–20 Liter sein. Das ist eine nicht zu vernachlässigende Menge.
Anschluss des Abgasrohrs an den Kessel: Adapter und Anschlussplatten
Der Abgasausgang des Brennwertkessels hat einen standardisierten Durchmesser, der aber nicht immer direkt zum Abgasrohr passt, das Sie installieren möchten. Hier kommen Adapter zum Einsatz. Beispielsweise verbindet Protherm Adapter für Abgasrohre 60/100 mm A1KP den Kesselausgang mit einem koaxialen Rohr 60/100 mm, während Protherm Adapter für Abgasrohre 80/125 mm A25KP für dickere Leitungen 80/125 mm dient.
Bei der Installation mit Kupferleitungen (z. B. bei älteren Installationspraxen oder speziellen Anschlüssen) kann eine Anschlussplatte für Kessel Protherm für Kupferrohre erforderlich sein – sie löst das Verbinden der Kesselleitungen mit Kupferleitungen für Heizung und Warmwasser, was bei Renovierungen wichtig ist, bei denen das ursprüngliche Rohrsystem erhalten bleibt.
Grundsatz gilt immer: Adapter und Verbindungselemente müssen vom gleichen Hersteller sein oder explizit als kompatibel zertifiziert. Verschiedene Systeme haben zwar ähnliche Maße, aber andere Dichtungen, andere Klemmsysteme und andere Toleranzen. Es geht nicht nur um die Garantiepolitik des Herstellers – undichte Verbindungen im Abgasrohr-System sind ein Sicherheitsrisiko (CO-Austritt).
Anforderungen der Normen und Vorschriften: Was nicht fehlen darf
Die Installation eines Abgasrohrs für einen Brennwertkessel muss mehrere gesetzliche und normative Anforderungen erfüllen. In der Slowakischen Republik sind vor allem folgende relevant:
- STN EN 1443 – allgemeine Anforderungen an Abgasrohre und Schornsteine
- STN EN 14471 – Kunststoffeinsätze in Schornsteinen
- Verordnung č. 401/2007 Z. z. über technische Bedingungen und Anforderungen an Zentralheizungsanlagen
- Gesetz č. 314/2012 Z. z. über Brandverhütung – bei der Installation von Brennstoffverbrauchern und Abgasabführung
- Empfehlungen des Kesselherstellers (Technical Installation Manual) – bei Nichtbeachtung verliert die Garantie ihre Gültigkeit
Nach Abschluss jeder Installation muss ein Prüftechniker eine fachliche Prüfung und eine Prüfung durchführen. Ohne diese ist der Kessel nicht garantiegültig in Betrieb zu nehmen und die Versicherung kann bei Schäden nicht leisten. Der Prüftechniker überprüft unter anderem die Dichtheit des Abgasrohrs, die Richtigkeit der Neigungen, die Anwesenheit der Kondensatabführung und die Einhaltung der minimalen Abstände des Abganges zu Fenstern, Türen und Nachbargebäuden.
Kompatibilität des Abgasrohres mit dem Kessel: Mischen Sie Systeme nicht ohne Prüfung
Jeder Hersteller von Brennwertkesseln bietet seine eigene Abgasrohrreihe an, die für bestimmte Modelle zertifiziert ist. Dies ist nicht nur ein Marketingtrick – es handelt sich um echte technische Gründe: Abmessungen der Dichtungsringe, Härte der Kunststoffe bei Betriebstemperaturen, Brandschutz-Zertifizierung. Ausführlich beschäftigt sich dieser Artikel mit dem Thema Kompatibilität des Abgasrohres mit dem Kessel: Protherm, Vaillant und andere Marken, kurz gesagt:
- Protherm-Kessel funktionieren meist mit Protherm-Abgasrohrsystemen (bzw. Vaillant Group, zu der Protherm gehört). Zwischen Protherm und Vaillant sind die meisten Komponenten gegenseitig kompatibel.
- Viessmann, Buderus, Bosch, Wolf – jeder hat sein eigenes System mit anderen Verbindungsgometrien.
- Generische PP-Rohre (sogenannte „Universalsysteme") können funktionieren, wenn der Kesselhersteller sie ausdrücklich genehmigt – andernfalls ist die Verwendung auf eigene Gefahr und die Garantie verfällt.
Häufige Fehler bei der Auswahl und Installation des Abgasrohres
In all den Jahren in diesem Bereich haben wir wiederkehrende Fehler gesehen, die leicht vermieden werden können:
- Verlängerte Leitung ohne Prüfung der äquivalenten Länge – der Kessel schaltet sich fehlerhaft ab, der Sekundärwärmetauscher wird mit Kondensat überflutet, der Kunde denkt, der Kessel sei defekt.
- Falscher Neigungswinkel des horizontalen Abgasrohres – Kondensat sammelt sich im Rohr, friert bei Frost, das Rohr bricht oder das Kondensat kehrt in die Brennkammer des Kessels zurück.
- Komponenten verschiedener Hersteller mischen – undichte Verbindungen, Abgaslecks, Garantie verfällt. Das kann sogar gefährlich sein.
- Ignorieren des Kondensatabflusses – Kondensat tropft an der Verbindung ab, beschädigt die Wand, den Boden oder die Säure beschädigt metallene Teile der Heizungskammer.
- Falsche Position des Abgases – Abgase werden über die Luftzufuhr wieder eingesaugt (z. B. bei Koaxialrohren, wenn das Abgas hinter einer Ecke des Gebäudes ist und die Luft von derselben Seite eingesaugt wird), oder das Abgas weist in Richtung Fenster des Nachbarn.
- Fehlende Inspektion – die Installation funktioniert einen Monat lang problemlos, aber bei einem Schadensfall (Brand, CO-Vergiftung) weigert sich die Versicherung, den Schaden zu regulieren.
Praktischer Ablauf der Auswahl des Abgasrohres Schritt für Schritt
Wenn man alles zusammenfasst, sollte die Auswahl des Abgasrohres in dieser Reihenfolge erfolgen:
- Ermitteln Sie die Leistung des Kessels und den Anschlusstyp – aus dem technischen Datenblatt des Kessels: koaxial oder Doppelrohr, Durchmesser des Ausgangs, maximale äquivalente Länge für jeden Durchmesser.
- Planen Sie die Route – messen Sie die tatsächliche Route vom Kessel zum Abgas, zählen Sie die Knicke und andere Formstücke, berechnen Sie die äquivalente Länge.
- Wählen Sie den Durchmesser – wenn die äquivalente Länge für 60/100 mm nicht ausreicht, wechseln Sie auf 80/125 mm (oder überlegen Sie sich eine andere Route).
- Wählen Sie den Systemtyp – koaxial für kurze Strecken, Doppelrohr für lange oder raumplanerisch anspruchsvolle.
- Überprüfen Sie die Richtung des Abgases – Ausrichtung an der Fassade oder durch das Dach, Einhaltung der minimalen Abstände gemäß Norm.
- Überprüfen Sie die Kompatibilität – alle Komponenten von einem Hersteller oder ausdrücklich als kompatibel zertifiziert.
- Überprüfen Sie den Kondensatabfluss – wo wird das Kondensat abgeführt, ist ein Neutralisator erforderlich?
- Sorgen Sie für eine Inspektion – planen Sie im Voraus einen Wartungstechniker, nicht erst nach der Montage.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich einen Brennwertkessel direkt in einen vorhandenen Ziegelkamin anschließen?
Nein – ein Ziegelkamin ist nicht widerstandsfähig gegen Kondensat und die niedrigtemperierten Abgase des Brennwertkessels. Er muss „verkleidet" werden – ein PP- oder Edelstahl-Brennwertrohr muss hineingelegt werden. Das Rohr muss korrekt dimensioniert sein und oben mit einem Brennwertauslauf ausgestattet sein. Dies ist eine gängige Lösung bei der Sanierung von Einfamilienhäusern.
Welche maximale Länge hat das Abgasrohr für einen durchschnittlichen Brennwertkessel im 24 kW-Bereich?
Für ein koaxiales System mit 60/100 mm beträgt die maximale äquivalente Länge typischerweise 4–8 m (je nach Hersteller und Kesselmodell). Bei einem 80/125 mm-System kann dies 10–15 m betragen. Immer prüfen Sie den konkreten Wert im technischen Datenblatt Ihres Kessels – verschiedene Modelle mit derselben Leistung können sich unterscheiden. Jeder 90°-Knick wird typischerweise als 1–1,5 m äquivalenter Länge berechnet.
Kann ich das Abgasrohr selbst montieren, ohne eine Fachfirma?
Technisch ja – einige koaxiale Sets sind so konstruiert, dass eine geschickte Hand sie montieren kann. Rechtlich und versicherungstechnisch ist dies jedoch problematisch: Ohne fachmännische Montage und Inspektion droht, dass die Versicherung bei Schäden nicht zahlt und der Kessel keine gültige Garantie hat. Die Montage einer Gasleitung und eines Gasgeräts (einschließlich des Abgasrohres des Gasheizkessels) muss von einer Firma mit entsprechender Berechtigung durchgeführt werden. Die Inspektion ist immer verpflichtend.
Was tun, wenn der Abgasauslass an der Fassade den Nachbarn stört oder falsch positioniert ist?
Dies ist ein reales Problem in Mehrfamilienhäusern. Lösungen sind: Richtung des Abgases ändern (wenn dies raumplanerisch möglich ist), den Auslass mit Rohr verlängern, um ihn nach oben und über den Balkon zu lenken, oder die gesamte Route vertikal – über das Dach – zu ändern. Jede Routeänderung muss hinsichtlich der äquivalenten Länge berechnet werden. Bei einem echten Konflikt mit dem Nachbarn empfehle ich, die Angelegenheit über den Hausverwalter und die Gemeinde zu klären, da die Position des Abgases unter bauliche Vorschriften fällt.
Wie erkenne ich, dass das Abgasrohr undicht ist und Abgase austreten?
Anzeichen: Geruch von Verbrennungsgasen in der Heizkammer, Kondensat tropft an der Verbindung ab, der Kessel schaltet sich fehlerhaft ab (Fehlercode des Drucksensors oder des Sicherheitsthermostats), oder CO-Detektoren in der Heizkammer schlagen Alarm. Ausführlich beschäftigt sich dieser Artikel mit dem Thema Häufige Fehler und Abgaslecks bei Brennwertkesseln. Präventiv: jährliche Wartung, bei der der Techniker alle Verbindungen und die Dichtheit visuell überprüft.
Muss ich das Abgasrohr austauschen, wenn ich einen alten Gasheizkessel gegen einen Brennwertkessel ersetze?
Fast immer ja. Der alte Kessel hatte ein Abgasrohr, das für höhere Abgastemperaturen, größere Durchmesser (für natürlichen Ansaug) und andere Materialien (Metalle, Keramik) dimensioniert war. Ein Brennwertkessel benötigt ein gasdichtes System mit PP- oder Edelstahl-Brennwertrohr, korrekter Neigung und Kondensatabfluss. Selbst wenn das alte Abgasrohr „physisch passt", erfüllt es nicht die Anforderungen der Normen für Brennwertkessel. Dies ist eine der gängigen Fehlerquellen bei Sanierungen – der Kunde investiert in einen Brennwertkessel, möchte aber das Abgasrohr nicht ersetzen, und danach funktioniert der Kessel nicht richtig oder erfüllt die Vorschriften nicht.
Fazit: Ein gutes Abgasrohr ist genauso wichtig wie ein guter Kessel
Ein Brennwertkessel ist eine Investition für 15–20 Jahre. Der Abgasabzug, den Sie wählen, wird genauso lange arbeiten – und wenn er falsch konzipiert ist, verkürzt er unnötig die Lebensdauer des Kessels, erhöht die Störungswahrscheinlichkeit und im schlimmsten Fall gefährdet er die Sicherheit der Haushaltung. Der gleiche Sorgfalt, die Sie dem Kessel selbst widmen, zu widmen, ist keine Überreaktion – es ist grundlegende Professionalität.
Sind Sie unsicher, ob Sie einen Schritt bei der Auswahl richtig durchgeführt haben, schauen Sie sich weitere Artikel im Wissenszentrum an – vom detaillierten Vergleich zwischen koaxialem und Doppelrohr-System, über den Schritt-für-Schritt-Montageprozess bis hin zum Thema Reinigung und Wartung des Brennwertkessel-Abgasrohres. Jeder davon gibt Ihnen einen weiteren Baustein für das Gesamtbild.
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
