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Häufige Fehler beim Pressen von PEX-Pressfittings und wie man ihnen ausweicht

Häufige Fehler beim Pressen von PEX-Befestigungselementen und wie man sie vermeidet

Das Pressen von PEX-Befestigungselementen scheint auf den ersten Blick einfach – man schiebt die Rohrleitung ein, legt die Zange an und drückt. Doch die Praxis sagt etwas anderes. Nach Jahren der Arbeit vor Ort habe ich hunderte Installationen gesehen, bei denen der Techniker einen Fehler begangen hat, der sich erst nach mehreren Wochen – oder direkt bei der Druckprüfung – zeigte. Manchmal war es eine Kleinigkeit: ein falsch eingeschobenes Rohr, die falsche Zangenspitze, ein vergessenes Pressrohr. Das Ergebnis war immer dasselbe: eine teure Demontage, Austausch der beschädigten Befestigungselemente, im schlimmsten Fall ein überflutetes Zimmer.

Dieser Artikel handelt nicht vom grundlegenden Vorgehen (dazu finden Sie den Artikel Montage von Pressfittings PEX Schritt für Schritt: Werkzeug und Vorgehen). Hier konzentrieren wir uns ausschließlich auf Fehler – auf das, was sich in der Praxis tatsächlich ereignet, warum es so kommt und wie man es vermeidet. Wir durchlaufen jede Phase der Installation und analysieren bei jeder die häufigsten Fehler, die zu Problemen führen.

1. Fehler bei der Auswahl der Befestigungselemente und Kompatibilität

Verwechslung von Befestigungselementen für verschiedene Rohrsysteme

Dies ist möglicherweise der wichtigste Fehler, den man machen kann. Pressfittings für PEX, PEX/AL/PEX und MLCP (Mehrschichtrohre) sehen von außen fast identisch aus – dieselbe Farbe der Messinglegierung, derselbe Profil des Pressrings, dieselben Abmessungen. Sie sind jedoch nicht austauschbar. Ein Befestigungselement für PEX/AL/PEX hat einen anderen inneren Durchmesser des Stiftes als ein Befestigungselement für Rohre aus reinem PEX, da die Wanddicke und Steifigkeit des Materials unterschiedlich sind.

Dieser Fehler tritt in der Praxis am häufigsten bei Einkäufen aus verschiedenen Quellen auf – der Techniker kauft Rohre eines Herstellers und Befestigungselemente eines anderen, ohne die gegenseitige Kompatibilität zu prüfen. Oder auf Lager vermischen sich alter und neuer Materialbestand, und niemand bemerkt, dass es sich um ein anderes System handelt.

Wie man dem vorbeugt: Vergleiche immer den Durchmesser des Stiftes des Befestigungselements mit dem inneren Durchmesser des Rohres. Bei PEX 16 mm muss der innere Durchmesser des Stiftes genau so angepasst sein, dass das Rohr mit Druck, aber manuell eingeschoben werden kann. Wenn man einen Hammer braucht oder das Rohr ohne Widerstand frei hineinpasst – etwas stimmt nicht. Mehr zur Auswahl der richtigen Befestigungselemente finden Sie im Artikel Wie man Pressfittings PEX/AL/PEX auswählt: Typ, Maße und Kompatibilität.

Falsche Größen verwendet

Ein weiterer häufiger Fehler: Der Techniker verwechselt die Maße bei der Bestellung oder verlässt sich auf eine visuelle Schätzung ohne Messung. Ein Rohr mit 20 mm und eines mit 16 mm unterscheiden sich auf den ersten Blick, doch in Situationen, in denen das Lager voll mit Material ist und die Arbeitsgeschwindigkeit hoch ist, greift man leicht nach dem falschen Teil.

Für Fußbodenheizungsleitungen werden standardmäßig Rohre mit 16 mm verwendet, für Hauptleitungen an Verteilern Rohre mit 20 mm oder 25 mm. Beim Verbinden unterschiedlicher Durchmesser muss man ein reduziertes Befestigungselement verwenden – beispielsweise Presswinkel 90° reduziert PEX/PEX (20x16), das einen reibungslosen Übergang zwischen zwei Größen ermöglicht, ohne unnötige Zwischenstücke. Die Verwendung von zwei Befestigungselementen und einem Rohrstück ist zwar funktionell, aber unnötig kompliziert und fügt zusätzliche potenzielle Schwachstellen hinzu.

Korrekte vs. falsche Einsetzung des Rohres in das Befestigungselement ✔ KORREKT Das Rohr reicht bis zum Anschlag Durch die Kontrollbohrung ist das Rohr sichtbar ✘ FALSCH Das Rohr reicht nicht bis zum Anschlag Durch die Kontrollbohrung ist das Rohr nicht sichtbar → Risiko von Undichtigkeit!

2. Fehler bei der Vorbereitung des Rohres vor dem Pressen

Keine oder falsche Entfernung des Rohrende

Das Rohr muss ausschließlich mit dafür vorgesehenen Schneidern geschnitten werden – nicht mit einer Säge, einer Schleifscheibe oder Zangen. Mit dem Schneidrad entsteht ein sauberer, lotrechter Schnitt ohne Verformung. Mit der Säge entstehen gezackte Kanten, die das Dichtungselement des Befestigungselements beim Einführen beschädigen. Mit Zangen wird das Rohr so stark flachgedrückt, dass es überhaupt nicht eingeführt werden kann.

Typische Situation aus der Praxis: Der Techniker arbeitet auf der Baustelle, wo viel Material herumliegt, findet keinen Schneidring für Rohre und greift zur Säge. Der Schnitt sieht gut aus, das Rohr passt in das Befestigungselement, das Pressen verläuft ohne Probleme. Doch bei der Druckprüfung tritt Wasser an der Verbindung aus – weil die unebenen Kanten den O-Ring beschädigt haben.

Ein ähnliches Problem entsteht, wenn der Techniker zwar den Schneidring verwendet, aber das Rohr schräg schneidet – die Lotrechte des Schnittes ist entscheidend. Ein Winkel größer als 2–3° führt dazu, dass das Rohr nicht gleichmäßig auf dem Stift aufliegt und der Pressring es nicht symmetrisch umschließt.

Vergessenes Kalibrieren und Entgraten

Nach dem Schneiden muss das Rohrende kalibriert werden – das bedeutet, dass der kreisförmige Querschnitt wiederhergestellt wird. Während des Schneidens und auch bei der Handhabung und Lagerung verformt sich das Rohrende (vor allem bei biegsameren Typen) leicht in eine ovale Form. Ein ovales Rohr passt nicht korrekt in den kreisförmigen Stift des Befestigungselements.

Zum Kalibrieren gehört auch das Entgraten – ein kleiner Messer oder Fräser, mit dem man innere und äußere Gratreste vom Schnitt entfernt. Wenn man diese nicht entfernt, beschädigt man beim Einführen das Dichtungselement oder innere Gratreste verursachen Turbulenzen und in der Langzeitperspektive Ablagerungen an der Verbindung.

In der Praxis überspringen Techniker das Kalibrieren vor allem, wenn sie unter Zeitdruck arbeiten und das Rohr auf den ersten Blick rund aussieht. Dabei reichen 5 Sekunden mit der Kalibrationshülse, um das Problem vorbeugend zu beheben.

Fettiges oder verschmutztes Rohr

PEX-Rohre werden manchmal mit einer dünnen Schicht von Produktionsöl oder Fett geliefert. Bei der Montage auf der Baustelle gelangen am Ende des Rohres Staub, Zement, Silikon von benachbarten Arbeiten oder einfach nur Schmutz von den Händen. Das Dichtungselement im Befestigungselement (EPDM-O-Ring) ist empfindlich gegenüber Verunreinigungen fettiger Substanzen – Fett macht die Gummierung weicher und verringert ihre Dichtungsfähigkeit auf lange Sicht.

Die Lösung ist einfach: Vor dem Einführen wischen Sie das Rohrende mit einem sauberen Tuch ab. Wenn Sie mit einem alten Rohr aus langfristiger Lagerung arbeiten, prüfen Sie auch das Innere – bei PEX-Rohren können sich dort Staub oder Insekten abgelagert haben (das klingt absurd, aber es kommt vor).

3. Fehler beim Ansetzen des Pressrings (Muffe)

Verlorene Muffe – der Klassiker Nummer eins

Dies ist vermutlich der häufigste und gleichzeitig dummste Fehler. Der Techniker konzentriert sich voll und ganz auf das korrekte Einführen der Rohrleitung in die Formteile, legt die Klemmzange an und drückt – doch vergisst, den Pressring aufzusetzen. Die Klemmzange presst direkt das Formteil (wenn überhaupt), und das Rohr verlässt den Anschluss bereits bei der ersten Druckerhöhung.

Warum passiert das? Weil der Techniker die Arbeit mechanisch und schnell durchführt, ohne einen systematischen Ablauf. Der richtige Ablauf ist: Erst setzt man die Muffe auf das Rohr, dann schiebt man das Rohr in das Formteil, danach legt man die Klemmzange an. Wenn man umgekehrt vorgeht – zuerst das Formteil einsetzt und danach nach der Muffe sucht – vergisst man viel leichter.

Richtige Reihenfolge – Muffe IMMER als Erstes auf das Rohr Rohr abschneiden kalibrieren + entgraten MUFFE AUFSETZEN auf das Rohr! Rohr einsetzen bis zum Anschlag Muffe verschieben in die richtige Position Pressen mit der richtigen Klemmzange Wenn du Schritt ② vergisst, ist die gesamte Arbeit wertlos – die Verbindung dichtet nicht und du musst sie komplett auseinandernehmen.

Falsche Position der Muffe vor dem Pressen

Die Muffe muss vor dem Pressen exakt auf das markierte Feld am Formteil verschoben werden – meist bis an den Rand (Flansch) des Formteils. Wenn die Muffe zu weit nach hinten (auf das Rohr, nicht auf das Formteil) verschoben ist, erzeugt das Pressen keinen ausreichenden Druck auf die Dichtung. Ist die Muffe hingegen zu weit nach vorne verschoben, kann das Pressen außerhalb der kritischen Dichtungszone erfolgen.

Einige Techniker „schätzen“ die Position der Muffe einfach mit dem Auge ab. Der richtige Ablauf ist: Rohr bis zum Anschlag einführen, die Muffe fest bis an den Flansch des Formteils schieben (es sollte ein physischer Widerstand spürbar sein – die Muffe stößt gegen den Flansch) und erst dann die Klemmzange ansetzen.

4. Fehler beim Pressen – richtige Klemmzange und richtige Zange

Falsche Zangengröße an der Klemmzange

Das Pressen von PEX-Formteilen erfordert einen spezifischen Zangengriff, der dem Außendurchmesser des Pressrings entspricht. Professionelle Presszangen (elektrohydraulisch oder manuell) werden mit austauschbaren Zangengrößen für verschiedene Maße geliefert – typischerweise 14, 16, 20, 25, 32 mm und weitere.

Ein Fehler entsteht, wenn der Techniker eine größere Zangengröße für ein kleineres Formteil verwendet (z. B. 20 mm Zange für ein 16 mm Formteil). Die Zange presst zwar die Muffe, aber nicht ausreichend – das Pressen ist unvollständig und die Verbindung dichtet nicht. Die umgekehrte Kombination (16 mm Zange für ein 20 mm Formteil) ist schlimmer – sie kann das Formteil oder die Zange beschädigen.

Wie erkennt man die richtige Zangengröße? Jede Zange trägt die Größe eingeritzt oder eingeprägt. Vor jeder Arbeit prüfst du, ob die Zangengröße an der Klemmzange mit dem Durchmesser des Rohrs/Verbindungsstücks übereinstimmt. Wenn du während der Arbeit die Größe wechselst, tauschst du auch die Zange aus – selbst wenn du dir sicher bist, dass die vorherige nur etwas kleiner war.

Unvollständiger Hub der Presszange

Elektrohydraulische Presszangen haben eine automatische Sicherung – wenn der Hub nicht vollständig durchgeführt wird (die Muffe schließt nicht in die richtige Form), können die Zangen nicht geöffnet werden. Das ist eine Schutzfunktion gegen unvollständiges Pressen. Bei günstigeren manuellen Presszangen ist diese Sicherung jedoch nicht vorhanden. Der Techniker kann nur bis zu 80 % des Hubs drücken, spürt Widerstand und gibt auf – das Ergebnis ist eine unvollständig gepresste Verbindung, die von außen in Ordnung aussieht, aber bei der Druckprüfung undicht wird.

Wichtig: Bei manuellen Presszangen musst du immer den vollen Hub bis zum Stillstand durchführen – die Zange muss vollständig geschlossen sein. Wenn das nicht reibungslos klappt, prüfst du, ob die Muffe richtig verschoben ist und ob die richtige Zange verwendet wird.

Wiederholung des Pressvorgangs an derselben Stelle

Dies ist ein Fehler aus übermäßiger Vorsicht – der Techniker presst die Verbindung, ist sich dann unsicher und versucht, sie erneut an derselben Stelle zu pressen. Der Pressring ist ein Einwegprodukt – er ist für einen einzigen Hub konzipiert. Ein zweites Pressen kann die Muffe unregelmäßig verformen und paradoxerweise die Verbindung, die ursprünglich korrekt ausgeführt wurde, schwächen. Wenn du Zweifel an der Qualität des Pressvorgangs hast, ist der einzige richtige Weg, die gesamte Verbindung zu demontieren und ein neues Formteil mit einer neuen Muffe zu verwenden.

Querschnitt der Muffe: korrekt vs. falsch gepresst ✔ Korrekt gepresste Muffe Symmetrischer, gleichmäßiger Druck ✘ Unvollständig / falsch gepresst Lücke! Unsymmetrie = Undichtigkeit

5. Fehler beim Arbeiten mit Pressfittings und Gewindefittings

Falsches Anziehen der Gewindeverbindung

Viele Pressfittings kombinieren auf einer Seite das PEX-Pressverfahren und auf der anderen Seite ein Gewinde (innen oder außen) – beispielsweise bei der Anschlussarmatur, Ventilen, Heizkesseln oder Verteilern. Die Gewindeverbindung wird mit Teflonband oder Hanf mit Dichtmasse abgedichtet.

Typischer Fehler: Der Techniker folgt der Logik „Je mehr, desto besser“ und übertreibt das Anziehen. Der Messingpressfitting ist zwar hart, aber bei zu starker Anzugskraft kann er im Gewindebereich reißen oder das Gewinde am Gegenfitting (z. B. an einem Gusseisenventil) beschädigen. Der Gegenfehler – zu locker angezogene Gewinde ohne ausreichende Dichtung – führt zu einem langsamen Leck, das sich erst nach mehreren Tagen Betrieb bemerkbar macht.

Für eine ordnungsgemäße Abdichtung gilt: Teflonband (3–5 Lagen im Gewindeverlauf) oder Hanf mit Dichtmasse auftragen, die Verbindung per Hand bis zum Anschlag drehen und anschließend mit dem Schraubenschlüssel um 1 bis 1,5 Umdrehungen anziehen. Mehr als 2 Umdrehungen mit dem Schraubenschlüssel nach Handdrehung sollten nicht erfolgen – die meisten Gewindeverbindungen in PEX-Installationen haben einen maximalen Drehmomentwert in der technischen Dokumentation des Herstellers angegeben.

Wenn Sie eine Wandverzweigung mit Presselbohrung Wandanschluss PEX/INNERES GEWINDEN (16x1/2") verlegen, beachten Sie, dass dieser Fitting vor der Putzarbeit in die Montagebox eingebaut wird – die Gewindeverbindung muss zugänglich und korrekt ausgerichtet sein, da danach kein Rückbau mehr möglich ist. Ein Fehler in der Ausrichtung zeigt sich darin, dass die Armatur oder der Wasseranschluss nicht lotrecht an der Wand steht.

Verwechslung von Innen- und Außengewinde

Eine scheinbar banale Sache, die aber unter Stress und Zeitdruck passiert. Ein Elbo mit Innen- (F – female) und ein Elbo mit Außengewinde (M – male) dienen unterschiedlichen Zwecken. Presselbohrung 90° PEX/INNERES GEWINDEN (16x1/2") wird dort eingesetzt, wo der Gegenfitting ein Außengewinde hat – beispielsweise bei direkter Anschluss an ein Ventil oder einen Verteiler. Umgekehrt setzt man Presselbohrung PEX/AUßENGEWINDEN (16x1/2") in ein Innengegendrehte ein – beispielsweise in eine Gewindeanschlussstelle einer Pumpe oder in den Körper eines Hahns.

Vor dem Bestellen oder dem Auswählen vom Lager immer physisch prüfen, was auf der anderen Seite der Verbindung ist. Das M-Gewinde hat herausragende Gewindezüge, das F-Gewinde hat das Gewinde innen. Lesen Sie auch den Artikel Presseverbindungen mit Innen- und Außengewinde: Wie man eine Verzweigung korrekt verbindet, in dem diese Problematik detaillierter erläutert wird.

6. Fehler beim Arbeiten in beengten Räumen und mit Elbow-Fittings

Falsche Ausrichtung des Elbows vor dem Pressen

Dieser Fehler zeigt sich erst nach Abschluss der Arbeit. Der Techniker installiert Presselbohrung 90° PEX/PEX (16), presst beide Verbindungen – und bemerkt erst danach, dass das Elbow in die falsche Richtung zeigt. Die Pressverbindung ist dauerhaft, sie lässt sich ohne Beschädigung des Fittings nicht lösen. Das Resultat ist, dass der gesamte Abschnitt ausgeschnitten und die Arbeit von vorne beginnen muss.

Die Lösung ist einfach, erfordert aber Disziplin: Vor dem Pressen immer die gesamte Rohrleitung mit Fittings in der späteren Montageposition halten und prüfen, ob alle Elbows und Abzweigungen korrekt ausgerichtet sind. Erst nach visueller Bestätigung, dass die Konfiguration stimmt, beginnt man mit dem eigentlichen Pressen.

Pressen in beengten Räumen ohne ausreichenden Zugang

Die Zange benötigt Platz für den vollen Hub – das gilt besonders für größere elektrohydraulische Presszangen. In Ecken, hinter Heizkörpern, unter dem Boden oder zwischen Rohren im Verteiler kann der Zugang so eingeschränkt sein, dass die Zange nicht ordnungsgemäß angelegt werden kann.

Die Lösung sind drehbare Kiefer (die meisten Profi-Presszangen haben diese) oder das Verlängern/Umleiten der Rohrleitung, um den Pressort in eine zugänglichere Position zu bringen. Niemals versuchen, in einem Bereich zu pressen, wo kein ausreichender Zugang besteht – das Resultat ist ein unvollständiges oder falsches Pressen. Besser ist es, einen Meter zusätzliche Rohrleitung hinzuzunehmen, als ein undichtes Verbindung unter Gipskarton zu riskieren.

7. Fehler bei der Druckprüfung und Kontrolle nach der Montage

Zu frühe Druckprüfung

Nach Abschluss der Installation ist es korrekt, das System vor der Druckprüfung einige Minuten abkühlen zu lassen – besonders wenn in einem Umfeld mit deutlichen Temperaturschwankungen gearbeitet wurde (z. B. kalte Rohre in einem warmen Raum). Einige Techniker starten die Druckprüfung direkt nach der letzten Pressverbindung, was zu falsch positiven oder falsch negativen Ergebnissen führen kann.

Die Standarddruckprüfung für PEX-Rohrleitungen erfolgt mit 1,5-fachem Betriebsdruck, mindestens jedoch 6 bar, über 30–60 Minuten. Wenn der Druck sinkt, wird systematisch jede Verbindung mit der Hand überprüft – leichter Druck auf die Manschette ausüben, ein feuchtes Stellen verrät die Undichtigkeit.

Keine Markierung der gepressten Verbindungen

Bei größeren Installationen (zehn oder hundert Verbindungen) kann es leicht passieren, dass eine Verbindung vergessen wird. Das System wird befüllt, die Prüfung gestartet – und man sucht nach der Leckage. Ein Profi markiert jede gepresste Verbindung – beispielsweise mit einem Strich in Farbstift. Vor der Druckprüfung wird visuell jede Verbindung überprüft, ob sie markiert ist.

Bei umfangreichen Installationen (Fußbodenheizung mit zehn oder mehr Kreisen) ist es sinnvoll, Abschnitte abzuschließen – einen Kreis pressen, testen, dann den nächsten. So lokalisieren Sie eventuelle Probleme viel schneller, als wenn die gesamte Installation erst nach Abschluss getestet wird.

Häufigste Ursachen von Störungen an gepressten PEX-Verbindungen (orientierende %) 0% 25% 50% 75% 30% Vergessene Manschette 25% Rohr nicht bis zum Anschlag 20% Falsche Kiefer 15% Falscher Schnitt / Kalibrierung 10% Andere Ursachen

8. Fehler bei der Arbeit unter spezifischen Bedingungen

Arbeit bei niedrigen Temperaturen

PEX-Rohre verhärten bei niedrigen Temperaturen (unter +5 °C) und verlieren ihre Elastizität. Das Einstecken in die Formteile ist aufwendiger und das Rohr kann sich leicht verformen. Wenn Sie auf einer unbeheizten Baustelle im Winter arbeiten, bringen Sie die Rohre mindestens einige Stunden vor der Montage in einen beheizten Raum. Ein kaltes Rohr in einem kalten Formteil kann sich bei der ersten Beheizung des Systems auf Betriebstemperatur in unerwünschter Weise verformen.

Zudem arbeitet die EPDM-Dichtung im Formteil im Temperaturbereich –40 °C bis +120 °C, ist aber bei extremer Kälte weniger elastisch. Empfohlene Umgebungstemperatur bei der Montage ist +5 °C bis +40 °C.

Montage in warme Leitungen ohne Systemabschaltung

Dieser Fehler gehört eher in die Kategorie gefährlicher Situationen. Legen Sie niemals Pressfittings in ein Rohrleitungssystem, in dem Überdruck oder heißes Wasser vorhanden ist. Das Pressen in ein Drucksystem unter Druck ist weder sicher noch physisch möglich (das Rohr lässt sich nicht in das Formteil schieben). Vor jeder Arbeit schalten Sie die Pumpe aus, entlasten Sie das System und warten Sie, bis das Wasser auf eine sichere Temperatur abgekühlt ist.

9. Systemfehler: Kauf und Lagerung des Materials

Mischen von Formteilen verschiedener Hersteller

Es gibt viele Hersteller von Pressformteilen für PEX – Viega, Uponor, Giacomini, Herz und andere. Jeder Hersteller hat leicht unterschiedliche Toleranzen, Profilformen der Pressringe und kompatible Zangen. Zangen des Herstellers A mit Kiefern für Formteile des Herstellers A pressen nicht korrekt Formteile des Herstellers B, auch wenn sie den gleichen Nennmaß haben.

Ideal ist ein konsistenter Systemhersteller. Wenn das nicht möglich ist, prüfen Sie immer die Kompatibilität von Zange und Formteil in der technischen Dokumentation des jeweiligen Herstellers.

Verletzung von Formteilen bei der Lagerung

Kupferformteile sind mechanisch robust, doch ihre Gummidichtungen (O-Ringe, EPDM) unterliegen dem Verschleiß durch unsachgemäße Lagerung. Lagern Sie Formteile nicht in direkter Sonneneinstrahlung, bei Temperaturen über 40 °C oder in der Nähe von Ölen, Fett und organischen Lösungsmitteln. Verletzte O-Ringe sind vor der Montage nicht sichtbar, doch die Verbindung dichtet nicht sofort nach dem Inbetriebnehmen des Systems.

Formteile, die länger als 2 Jahre auf Lager lagen, sollten vor der Montage visuell überprüft werden – ziehen Sie jeden O-Ring heraus und prüfen Sie, ob er nicht gerissen, spröde oder klebrig ist. Gerissene Dichtungen ersetzen – die meisten Hersteller haben originale Ersatz-O-Ringe im Sortiment.

10. Fehler bei der Arbeit mit reduzierten und speziellen Formteilen

Reduzierte Formteile (z. B. T-Stücke oder Knicke mit unterschiedlichen Durchmessern auf jeder Seite) erfordern besondere Aufmerksamkeit beim Pressen. Beim pressgeformten 90°-Knick mit Reduzierung PEX/PEX (20x16) müssen Sie unterschiedliche Kiefern für jede Seite verwenden – 20 mm für die größere Seite, 16 mm für die kleinere. Anfänger lassen manchmal beide Seiten mit der gleichen Zange pressen, was zu unzureichender Pressung an einer der Seiten führt.

Auch bei T-Stücken gilt: Jeder Ast wird einzeln gepresst und nach jedem Pressvorgang prüfen Sie, dass die anderen Rohre nicht verschoben wurden. Bei einem T-Stück, bei dem zwei Rohre direkt gegenüber voneinander liegen, kann das gewaltsame Einschieben eines Rohres das andere Rohr aus dem Formteil drücken. Mehr zur Logik des T-Stück- und Knickeauswahls in der Leitung finden Sie im Artikel Knick, T-Stück oder Reduzierung: Welches Formteil gehört wohin in der Installation.

11. Fehler bei der Dokumentation und Übergabe der Arbeit

Dieses Thema wird in Fachartikeln oft übersehen, ist in der Praxis aber sehr wichtig. Nach Abschluss der Installation sollte der Techniker (oder das Unternehmen) dem Kunden mindestens folgende Dokumente übergeben:

  • Leitungsplan mit eingezeichneter Rohrtrasse und Lage der Verbindungen (wenn diese verputzt oder im Boden liegen)
  • Protokoll der Druckprüfung (Datum, Druck, Dauer, Ergebnis)
  • Technische Datenblätter der verwendeten Formteile und Rohre
  • Information über den Typ und die Größe der Zangen, die bei der Pressung verwendet wurden

Warum ist das wichtig? Wenn sich nach einigen Jahren ein Problem zeigt und Boden oder Wand geöffnet werden müssen, spart der Plan eine enorme Menge an Arbeit und Kosten. Und bei einer Reklamation gegenüber dem Hersteller der Formteile ist das Druckprüfungsdokument ein entscheidender Nachweis.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich einen gepressten Formteil wieder demontieren und erneut verwenden?

Nein. Das Pressen ist ein irreversibler Prozess – die Muffe wird dauerhaft verformt und bildet eine mechanische Verbindung. Die Demontage erfordert das Schneiden des Rohres und den Austausch der gesamten Formteils, einschließlich einer neuen Muffe. Wenn Sie eine gepresste Verbindung auseinandernehmen müssen, schneiden Sie sie mit einer Rohrschere ab und installieren Sie ein neues Formteil. Die erneute Verwendung des gleichen Formteils ist weder sicher noch technisch möglich – das Profil des Pressrings ist unwiderruflich verändert.

Wie erkenne ich, dass ich vergessen habe, eine Verbindung zu pressen (die Muffe ist aufgesetzt, aber nicht gepresst)?

Ein nicht gepresste Muffe hat eine glatte, zylindrische Form – sie hält am Rohr, lässt sich aber leicht entlang des Rohres verschieben. Eine gepresste Muffe hat ein charakteristisches hexagonales (sechsseitiges) oder anderes Pressprofil auf der Oberfläche und hält fest an der Stelle. Vor der Druckprüfung prüfen Sie physisch jeden Anschluss mit Auge und Fingern – eine nicht gepresste Muffe gibt sich sofort zu erkennen, indem sie sich bewegt. Wenn Sie mit elektrohydraulischen Zangen arbeiten, geben diese in der Regel ein Signal (Klick, LED) nach Abschluss des Pressvorgangs aus.

Was tun, wenn bei der Druckprüfung ein Anschluss in schwer zugänglicher Stelle leckt?

Identifizieren Sie zunächst die genaue Stelle der Undichtigkeit – eine feuchte Stelle auf der Muffe oder dem Rohr zeigt die Position an. Entlasten Sie das System und leeren Sie das Wasser. Wenn der Anschluss zugänglich ist, schneiden Sie den gesamten Rohrabschnitt in der Nähe des problematischen Formteils ab und installieren Sie ein neues. Wenn der Anschluss verputzt oder im Boden liegt, konsultieren Sie mit dem Installateur und Planer – der Vorgang hängt von der Konstruktion ab. Versuchen Sie niemals, eine gepresste Verbindung mit Klebstoff, Silikon oder anderen Dichtungsmitteln nachzudichten – diese Stoffe sind nur vorübergehende Lösungen, die die Probleme nicht beheben und andere Systemteile beschädigen können. Weitere Informationen finden Sie auch im Artikel Überprüfung und Service gepresster Verbindungen: Was tun, wenn eine Undichtigkeit vermutet wird.

Können Handzangen anstelle elektrohydraulischer Zangen für jeden Durchmesser verwendet werden?

Handpresszangen sind für kleinere Durchmesser geeignet – typischerweise bis 25 mm. Für größere Durchmesser (32 mm und mehr) ist das Pressen mit elektrohydraulischen Zangen erforderlich, da die Kraft, die zum vollständigen Pressvorgang nötig ist, die physischen Möglichkeiten der Handwerkzeuge überschreitet. Zudem sind Handzangen in engen Räumen aufwendiger in der Bedienung und bei Ermüdung des Technikers besteht das Risiko unvollständiger Pressvorgänge. Für die professionelle Anwendung ist die Investition in elektrohydraulische Zangen sinnvoll – sie sparen Zeit, Kraft und minimieren das Risiko von Fehlern.

Muss ich vor dem Pressen den Stift des Formteils oder den O-Ring mit Fett bestreichen?

Nein – und das ist wichtig. PEX-Formteile sind für die Montage ohne Fett konzipiert. EPDM-O-Ringe sind auf Kontamination mit ölhaltigen Fettstoffen sensitiv. Wenn das Einstecken des Rohres in den Stift eine übermäßige Kraft erfordert, liegt das Problem nicht im Fehlen von Fett – das Problem liegt in der Kalibrierung des Rohres (ovaler Querschnitt), der niedrigen Materialtemperatur oder der falschen Kombination aus Formteil und Rohr. Lösung: Prüfen Sie die Kalibrierung, erwärmen Sie das Rohr und überprüfen Sie die Systemkompatibilität.

Was passiert, wenn ich das Pressen mit der falschen Zange (um eine Größe zu groß) durchführe?

Die Muffe wird unzureichend zusammengedrückt – geometrisch wird der erforderliche Druck auf das Rohr und die Dichtung nicht erreicht. Die Verbindung sieht optisch gut aus, aber bei der Druckprüfung oder im Betrieb undicht. Dieser Fehler ist gefährlich, da die nicht gepresste Muffe nicht unbedingt sofort leckt – bei niedrigem Druck während der Prüfung kann sie dicht sein, doch bei Betriebstemperaturen und Druckstößen (hydraulischer Schlag) öffnet sich die Verbindung. Wenn Sie den Verdacht haben, dass die falsche Zange verwendet wurde, ist die einzige verlässliche Lösung der Austausch der Verbindung – eine visuelle Kontrolle reicht nicht aus.

Fazit: System, nicht Zufall

Das Pressen von PEX-Formteilen ist keine technisch komplexe Arbeit – doch es ist eine Arbeit, bei der ein Fehler keine zweite Chance hat. Jede Verbindung ist entweder korrekt gepresst oder nicht. Es gibt weder „gut genug“ noch „fast richtig“. Und die Fehler, wie Sie aus dieser Übersicht sehen, sind nicht das Ergebnis von Unkenntnis der Technologie, sondern das Ergebnis von Routine, Eile und fehlendem System.

Ein professioneller Installateur hat eine mentale (oder physische) Checkliste: richtiger Fitting → richtige Maße → abschneiden und kalibrieren → Schlauchschelle → bis zum Anschlag einstecken → Position der Schlauchschelle prüfen → richtige Klemme → vollständiger Hub → markieren der gepressten Verbindung. Jeder Schritt, jede Verbindung, ohne Ausnahme.

Wenn Sie Anfänger sind, empfehle ich, die ersten hundert Verbindungen langsam und bewusst herzustellen – die Geschwindigkeit kommt von alleine, und mit ihr die Gewissheit, dass jede Verbindung korrekt ausgeführt wird. Wenn Sie erfahrener Installateur sind, erinnert Sie dieser Artikel daran, dass auch Routine Risiken birgt – und dass die teuerste Verbindung die ist, die nach der Tapezierung der Wand repariert werden muss. Eine vollständige Übersicht über alle verfügbaren Fittings, Bögen und T-Stücke finden Sie in der Kategorie Pressfittings PEX/AL/PEX.

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