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Welche Leistung benötige ich für meinen ORAVA-Heizkessel?

Welche Leistung hat der Elektroheizkessel ORAVA für Ihre Haushaltsbedürfnisse?

Dies ist wahrscheinlich die am häufigsten gestellte Frage, mit der Kunden sich vor dem Kauf eines Elektroheizkessels beschäftigen. Und das ist eine durchaus berechtigte Frage – ein zu schwacher Kessel erwärmt den Haushalt nicht einmal bei milder Kälte, ein zu starker Kessel nimmt unnötig viel Platz ein, kann die Elektroinstallation überlasten und arbeitet paradoxerweise nicht effizient, da er ständig in kurzen Intervallen ein- und ausschaltet. Die richtige Dimensionierung der Kesselleistung ist die Grundlage, von der sich der gesamte Komfort der Heizung und die Höhe der Stromrechnungen ableiten.

In diesem Artikel gehen wir den gesamten Berechnungsvorgang von Grund auf durch – von der groben Orientierung über Korraktionsfaktoren (Wärmedämmung des Hauses, Art der Bebauung, Klima, Ausrichtung des Gebäudes) bis hin zu konkreten Praxisbeispielen. Ich zeige Ihnen, wo bei der Dimensionierung häufig Fehler gemacht werden, und helfe Ihnen, das richtige Modell aus dem Sortiment der ORAVA Elektroheizkessel auszuwählen.

Warum ist eine richtige Dimensionierung so wichtig?

Aus der Praxis weiß ich, dass Kunden bei der Auswahl des Kessels zwei extreme Herangehensweisen verfolgen: Entweder denken sie, dass „mehr Leistung = besser“ sei und wählen einen Kessel mit großem Leistungsreservat, oder sie versuchen zu sparen und greifen nach einem schwächeren Modell, weil es günstiger ist. Beide Herangehensweisen haben ihre Risiken.

Ein überdimensionierter Kessel hat kürzere Einschalt- und Ausschaltzyklen. Das bedeutet höhere Temperaturschwankungen im System, erhöhten Verschleiß an Regelungselementen und Thermostaten und im Fall eines Elektroheizkessels mit mehreren Heizstäben – eine überflüssige Kapazität, die Sie nie nutzen. Zudem kann ein großer Kessel einen stärkeren elektrischen Anschluss erfordern, was die Installation verteuert.

Ein unterdimensionierter Kessel hingegen arbeitet dagegen dauerhaft im vollen Leistungsumfang an den kältesten Tagen des Jahres und erreicht nie die gewünschte Temperatur. In den Räumen ist es kalt, die Bewohner werden nicht ausreichend geheizt und der Kessel verschleißt vorzeitig, da er nie „atmen“ kann.

Eine richtige Dimensionierung bedeutet, dass der Kessel bei einer Außentemperatur von etwa –15 °C (die für den Großteil von Slowakei typische Planungstemperatur) zu 90–100 % seiner Leistung arbeitet und bei normalen Herbsttemperaturen um 0 °C reicht 50–60 % der Leistung aus. Das ist der ideale Zustand.

Grundrechnung: Wie viel kW pro Quadratmeter?

Die einfachste Orientierungsberechnung basiert auf dem spezifischen Wärmeverbrauch pro Quadratmeter Fläche, die Sie beheizen möchten. Dies ist keine genaue Methode – sie dient nur zur ersten groben Schätzung. Die reale Zahl hängt von vielen Faktoren ab, die ich weiter unten im Detail erläutere.

Orientierender spezifischer Wärmeverbrauch (W/m²) nach Dämmzustand 30–40 Passiv- haus 50–60 Neubau 70–90 Renovierter Altbau 100–150 Unrenovierter Altbau 0 40 70 130 W/m²

Aus dem Diagramm ergeben sich für die Praxis folgende Orientierungswerte:

  • Passivhaus oder Neubau mit sehr geringen Wärmeverlusten: 30–40 W/m²
  • Neubau, der aktuelle Normen erfüllt (seit 2012): 50–60 W/m²
  • Altbau nach umfassender Renovierung (Dämmung, Fenster, Dach): 70–90 W/m²
  • Altbau mit teilweiser Renovierung (neue Fenster, aber ungedämmte Wände): 90–110 W/m²
  • Altbau vor Renovierung ohne Dämmung: 110–150 W/m² und mehr

Beispiel für eine grobe Berechnung: Sie haben ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1985, ursprüngliche Konstruktion, vor 5 Jahren wurden die Fenster erneuert, die Wände sind aber noch nicht gedämmt. Die zu beheizende Fläche beträgt 120 m². Wir verwenden den Wert 100 W/m²:

120 m² × 100 W/m² = 12 000 W = 12 kW

Dies ist Ihre grob geschätzte erforderliche Kesselleistung. Wichtig ist nun jedoch, dass wir dieses Ergebnis überprüfen und mit Korraktionsfaktoren anpassen.

Korraktionsfaktoren, die den erforderlichen Leistungsbedarf stark beeinflussen

1. Deckenhöhe

Die Grundberechnung geht von einer Standarddeckenhöhe von 2,5–2,7 m aus. Wenn Sie ein älteres Haus mit höheren Decken (3,0–3,5 m sind typisch für Häuser aus den 50er–70er Jahren) haben, müssen Sie das Ergebnis erhöhen. Warme Luft steigt nach oben, daher müssen Sie bei höheren Decken einen größeren Volumenraum beheizen, nicht nur eine größere Fläche.

Korrektur: Bei einer Deckenhöhe von 3,0 m erhöhen Sie die berechnete Leistung um 15–20 %. Bei 3,5 m um 30–40 %.

2. Ausrichtung des Gebäudes und Klimazone

Slowakei ist klimatisch nicht homogen. Die Unterschiede zwischen der Niederen Tatra (mild, durchschnittliche Januartemperatur um –3 °C) und beispielsweise der Orava oder den Tatra Bergen (schwerer Winter, Planungstemperatur –18 °C bis –22 °C) sind grundlegend. Wenn Sie in einer tiefen Region oder in einer Mulde wohnen, in der sich der Frost dauerhaft hält, erhöhen Sie die Leistung um 20–30 % gegenüber der groben Berechnung.

Auch die Ausrichtung des Hauses anhand der Himmelsrichtungen spielt eine Rolle. Ein Haus mit nördlicher Fassade und kleinen Fenstern nach Süden ist thermisch ungünstiger als ein Haus mit großen Fenstern nach Süden ausgerichtet – im Winter bringt die Sonne durch die südlichen Fenster tatsächlich Wärme.

3. Art der Bebauung

Ein freistehendes Einfamilienhaus (Einzelhaus) hat alle Außenwände der äußeren Temperatur ausgesetzt. Ein Reihenhaus in einer Bebauung hat Nachbarn an den Seiten, was die Wärmeverluste erheblich reduziert – ein gleich großes Haus in einer Bebauung benötigt 15–25 % weniger Leistung als ein Einzelhaus gleicher Größe.

4. Zustand der Dämmung von Boden und Dach

Boden und Dach sind nach den Fenstern die größten Quellen von Wärmeverlusten in älteren Häusern. Wenn Sie einen unbeheizten Dachboden ohne Wärmedämmung des Bodens oder einen unbeheizten Keller unter dem Wohnbereich haben, rechnen Sie mit höheren Verlusten. Gegenüber hängt ein gut gedämmtes Flachdach oder ein bewohnter Dachboden mit Mineralfaserdämmung über 200 mm den Zustand erheblich verbessern.

5. Heizsystem – Heizkörper oder Fußbodenheizung

Elektroheizkessel ORAVA arbeitet genauso gut mit jedem System, doch davon, was Sie beheizen (Heizkörper vs. Fußbodenheizung), hängt die Leistung und Einstellung ab. Die Fußbodenheizung arbeitet mit niedrigeren Wassertemperaturen (35–45 °C anstelle von 70–80 °C bei Heizkörpern), was wirtschaftlicher ist, aber eine genauere Dimensionierung erfordert, da die Bodenfläche fest ist und nicht schnell „abgebremst“ werden kann.

Exakter Wärmeverlustberechnung – wenn die grobe Schätzung nicht reicht

Für Neubauten und umfassende Sanierungen wird die Wärmeverlustberechnung nach der Norm STN EN 12831 durchgeführt. Diese Berechnung berücksichtigt jede Konstruktion (Wand, Fenster, Boden, Dach) einzeln mit ihrer Fläche, dem U-Wert (Wärmeleitfähigkeit, W/m²K) und der Temperaturdifferenz. Das Ergebnis ist ein exakter Wert in Kilowatt für jeden Raum und für das gesamte Gebäude.

Diese Berechnung führt der Planer oder Energieberater durch. Bei Elektroheizkesseln ist das nicht immer zwingend – wenn Sie einen Kessel für ein bestehendes Haus kaufen, bei dem Sie die Heizgeschichte kennen, können Sie sich an der Praxis der vorangegangenen Wintersaisonen orientieren. Für Neubauten oder bei geplanten umfassenden Sanierungen lohnt sich die exakte Berechnung jedoch.

Wo entweicht die Wärme aus dem Einfamilienhaus (%) Dach 25% Wände 35% Fenster 15% Boden 15% Lüftung 10%

Aus dem Diagramm ist klar, dass die Außenwände (ca. 35 % der Verluste) und das Dach/Decke (25 %) die größte Rolle spielen. Fenster und Türen sind für ca. 15 % verantwortlich, der Boden für weitere 15 %, und die natürliche Belüftung (Luftinfiltration) für die restlichen 10 %. Aus diesem Grund kann eine umfassende Dämmung – Wände + Dach + Fenster – die Wärmeverluste um 60–70 % reduzieren und damit deutlich die erforderliche Kesselleistung verändert.

Übersicht der ORAVA-Modelle und für wen sie geeignet sind

Im aktuellen ORAVA-Angebot finden Sie mehrere Modelle, die sich in Leistung, Typ (Kessel vs. Konvektor), Steuerung und Funktionen unterscheiden. Schauen wir uns diese konkret aus Sicht der Dimensionierung an.

Elektroheizkessel ORAVA EK – für ganze Häuser mit Zentralheizung

Die Elektroheizkessel der Serie EK sind für klassische Heizsysteme mit Wasser gedacht – sei es mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung. Sie ersetzen Gas- oder Festbrennstoffkessel: Sie erwärmen das Wasser, das dann in die Heizkörper oder Fußbodenheizungsrohre zirkuliert.

ORAVA EK-2003 ist ein Drehstrom-Elektroheizkessel mit 9 kW Leistung, der für gut gedämmte Häuser mit einer Wohnfläche von bis zu 80–100 m² geeignet ist. Drei-phasige Versorgung (400 V) ist hier zwingend erforderlich – Sie müssen also im Haus eine Drehstromanschluss haben. Die Leistung von 9 kW reicht auch für die Warmwasserbereitung aus, wenn der Kessel einen eingebauten Boiler hat oder mit einem externen Warmwasserspeicher verbunden ist.

ORAVA EK-2004 ist ein leistungsfähigeres Modell mit höherer Wärmeleistung, das für größere Häuser oder Objekte mit schlechterer Dämmqualität geeignet ist. Dieses Modell kann Flächen über 100 m² bei normaler Dämmung oder kleinere Flächen mit älterer Bausubstanz und schlechterer Dämmung abdecken. Auch hier ist eine Drehstromanschluss und der entsprechende Sicherung erforderlich.

Beim Kauf zwischen diesen beiden Modellen gilt eine einfache Regel: Wenn Ihr grober Berechnungswert nahe an der Grenze liegt, wählen Sie immer das leistungsstärkere Modell. Ein Kessel mit höherer Leistung kann reguliert werden (moderne Elektroheizkessel haben schrittweise oder kontinuierliche Leistungsregelung), aber ein unterdimensionierter Kessel erwärmt das Haus einfach nicht.

Konvektoren ORAVA VL – für lokale und zonale Heizung

Die Konvektoren der Serie VL funktionieren nach einem anderen Prinzip – sie erwärmen die Luft direkt im Raum, ohne Wasser und ohne Leitungen. Jeder Konvektor ist eine eigenständige Heizungseinheit mit eigener Regelung.

ORAVA VL-201 ist ein kleineres Modell, das für Räume bis zu 15–20 m² geeignet ist. Typische Anwendung: Badezimmer, Flur, kleiner Schlafraum, Hütte oder Chalet, wo Sie den Raum saisonal oder gelegentlich erwärmen müssen.

ORAVA VL-202 ist ein leistungsfähigerer Konvektor für größere Räume – Wohnzimmer, größere Küche, Arbeitszimmer oder Werkstatt. Er eignet sich auch als zusätzliche Wärmequelle in Haushalten, bei denen die Grundheizung durch ein anderes System gewährleistet ist und der Konvektor zur Aufheizung von problematischen Räumen dient.

Grundsätzlicher Unterschied zu Kesseln: Konvektoren sind für einphasige Netze (230 V) geeignet, benötigen keine Heizungsinstallation und sind einfacher zu montieren. Wenn Sie zwischen diesen beiden Typen und nicht wissen, wie Sie sich entscheiden sollen, lesen Sie den Artikel Elektroheizkessel vs. Konvektor ORAVA – welcher Heiztyp sich mehr lohnt, in dem beide Ansätze detailliert verglichen werden.

Orientierende Kesselleistung für die Fläche (gut gedämmtes Haus) 50m²/3kW 80m²/5kW 110m²/7kW 140m²/9kW 170m²/12kW 0 9kW 5kW 0 110m² 170m² Heizfläche (m²) Kesselleistung (kW)

Praktische Beispiele aus der Praxis – wie viel kW in realen Haushalten

Beispiel 1: Wohnung in Plattenbau, 65 m²

Der Kunde fragte, ob ein Elektroheizkessel oder ein Heizlüfter für die Beheizung einer Wohnung in einem Plattenbau der 80er Jahre ausreicht, die eine Zentralheizung hat, die jedoch unterdimensioniert ist. Der Plattenbau hat zwar eine schlechtere Wärmedämmung der Wände, aber gleichzeitig stößt er an andere Wohnungen an, was die Wärmeverluste erheblich reduziert. Der reale Bedarf dieser Wohnung beträgt ca. 40–55 W/m². Bei 65 m² ergibt sich ein erforderlicher Leistungsbedarf von 2,6–3,6 kW. Hier ist entweder ein stärkerer Heizlüfter in dem kältesten Raum oder eine Kombination aus zwei kleineren Heizlüftern in problematischen Räumen die Lösung – ein Kessel ist hier weder notwendig noch sinnvoll.

Beispiel 2: Einfamilienhaus 150 m², Baujahr 1978, teilweise saniert

Das Haus hat neue Fenster (zweifach verglast, kein Dreifachverglasung), teilweise gedämmte Fassade (die Anbauten von 2010 sind gedämmt, die ursprüngliche Hälfte nicht), nicht beheizter Keller mit nicht beheiztem Kellerraum unter dem Wohnbereich. Der spezifische Leistungsbedarf wird auf 90–100 W/m² geschätzt. Bei 150 m² ergibt sich ein Bedarf von 13,5–15 kW. Hier ist eindeutig ein Kessel erforderlich, nicht Heizlüfter. Ein Modell mit 9 kW reicht hier nicht aus – der Kunde sollte nach einem leistungsfähigeren Modell greifen oder in Betracht ziehen, ob es möglich ist, die Wärmeverluste vor der Installation zu reduzieren (z. B. die Fassaden-Dämmung zu vervollständigen, was den erforderlichen Leistungsbedarf auf 11–12 kW senken würde).

Beispiel 3: Neubau Niedrigenergiehaus 120 m², Baujahr 2019

Das Haus entspricht den Anforderungen des Niedrigenergiehauses (U-Wert der Wände unter 0,18 W/m²K, Dreifachverglasung, Wärmerückgewinnung). Der spezifische Leistungsbedarf beträgt 35–50 W/m². Bei 120 m² ergibt sich ein Bedarf von 4,2–6,0 kW. Ein Kessel mit 9 kW ist hier absolut ausreichend und sogar mit Reserve – der Kunde wird die meiste Zeit nur 50–60 % der Leistung nutzen. Die volle Leistung wird nur bei extremer Kälte aktiviert.

Beispiel 4: Ferienhaus 45 m², ohne Dämmung

Altes Blockhaus, nicht gedämmt, gelegentlich im Winter genutzt. Der spezifische Leistungsbedarf kann bei 150–180 W/m² liegen, aber da Sie nicht dauerhaft beheizen, sondern nur bei Aufenthalten (schneller Aufheizvorgang eines abgekühlten Raumes), ist die Situation anders als bei dauerhafter Nutzung. Hier machen Heizlüfter mehr Sinn – Sie können nur den Raum beheizen, in dem Sie gerade sind, und müssen nicht das gesamte Gebäude beheizen. Ein Elektroheizkessel mit Verteilungsrohren wäre hier unnötig komplex, und bei einem nicht beheizten Gebäude besteht das Risiko, dass das Wasser in den Rohren einfriert.

Elektrische Anschlussleitung und Sicherung – das darf nicht außer Acht gelassen werden

Die Leistung des Kessels ist nicht nur eine thermische Frage – es handelt sich auch um eine elektrotechnische Frage. Ein Elektroheizkessel mit 9 kW zieht bei voller Leistung einen Strom, den Ihr elektrischer Anschluss verkraften muss.

Schema: Anschlussleitung – Verteiler – Kessel (Dreiphasenanschluss) Verteil- netz 3×400V Elektro- zähler Verteiler Sicherung 3×16A/20A ORAVA Elektro- kessel 9 kW L1 (Phase 1) L2 (Phase 2) L3 (Phase 3)

Für dreiphasige Elektroheizkessel ORAVA gelten folgende orientierende Anforderungen an die Sicherung und den Zuleitungsleiter:

Kesselleistung Strom (dreiphasig) Empfohlene Sicherung Mindestquerschnitt des Leiters
6 kW ~8,7 A 3×16 A 5×2,5 mm²
9 kW ~13 A 3×16 A 5×2,5 mm²
12 kW ~17,3 A 3×20 A 5×4 mm²
18 kW ~26 A 3×32 A 5×6 mm²

Bevor Sie einen Kessel kaufen, prüfen Sie immer, welche elektrische Anschlussleitung Sie haben – einphasig (1×230 V, max. ~3,7 kW pro Stromkreis) oder dreiphasig (3×400 V, ermöglicht Kessel mit 9 kW und mehr). Eine dreiphasige Anschlussleitung muss von einem Elektriker mit gültiger Fachkunde beurteilt und ggf. bereitgestellt werden. Mehr zur elektrischen Installation finden Sie im Thema Montage des Elektroheizkessels ORAVA – Ablauf, Anforderungen und was der Elektriker tun muss.

Stufenweise Leistung – warum das ein Vorteil von Elektroheizkesseln ist

Viele Kunden wissen nicht, dass moderne Elektroheizkessel ORAVA nicht einfach ein „an/aus“ Gerät mit einer Leistung ist. Sie haben mehrere Heizstäbe, die sich je nach Bedarf schrittweise einschalten. Ein Kessel mit 9 kW kann beispielsweise drei Heizstäbe mit jeweils 3 kW haben – und die Regelung schaltet 1, 2 oder alle 3 Heizstäbe ein, je nachdem, wie stark das Wasser im System erhitzt werden muss.

Das hat praktische Auswirkungen: bei Herbstwetter (+5 °C außen) nutzt der Kessel möglicherweise nur 3–4 kW, was energieeffizient ist. Die volle Leistung von 9 kW tritt nur bei extremen Kälte ein. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu einfachen elektrischen Direktheizungen, die entweder mit 100 % oder gar nicht arbeiten.

Reservleistung – wie viel ist genug?

Ich empfehle aus der Praxis bei der Dimensionierung einer elektrischen Heizung, eine Reserve von 10–20 % über dem berechneten Wert zu lassen. Die Gründe sind mehrere:

  • Der Schätzwert ist nicht exakt – Sie können konservativer bei der Schätzung des Wärmedämmzustands sein
  • Die Reserve hilft bei schneller Aufheizung des Hauses nach dem Wochenende oder nach den Ferien (wenn Sie den Sparmodus aktiviert haben)
  • Ein Kessel mit Reserve schaltet seltener bei normalen Temperaturen und hat eine längere Lebensdauer
  • Falls Sie in Zukunft einen Anbau oder eine Erweiterung planen, kommt Ihnen die Reserve zugute

Andererseits, wenn der Schätzwert bei 8 kW liegt und Sie einen Modell mit 9 kW zur Verfügung haben, ist das völlig in Ordnung und es gibt keinen Grund, nach einem Modell mit 12 kW „zur Sicherheit“ zu greifen. Die 10–20 % Reserve reichen aus.

Was, wenn Sie nur einen Teil des Hauses beheizen?

Häufige Situation: Der Kunde hat ein Einfamilienhaus mit 180 m², nutzt aber regelmäßig nur das Erdgeschoss (90 m²), das Obergeschoss wird nur minimal oder gar nicht beheizt. In diesem Fall ist es korrekt, den Kessel nur für die tatsächlich beheizte Fläche zu dimensionieren – also für 90 m². Es ist jedoch wichtig, dass das Heizsystem so geplant ist, dass die nicht beheizte Hälfte des Hauses nicht einfriert (z. B. mit einem Frostschutz-Thermostat auf 5–8 °C eingestellt).

Ähnliche Situation entsteht, wenn jemand eine elektrische Heizung nur als Ersatzheizung kauft – er hat eine primäre Wärmequelle (z. B. eine Wärmepumpe oder einen Kamin mit Wärmetauscher) und die elektrische Heizung dient nur als Ersatz bei Ausfall der primären Quelle. Hier ist die Dimensionierung anders: Der Kessel muss nicht 100 % des Wärmebedarfs abdecken, 50–70 % reichen aus, um bei Ausfall der Hauptquelle eine Grundtemperatur zu halten.

Warmwasserbereitung – weiterer Faktor bei der Leistungswahl

Elektrische Heizkessel ORAVA EK dienen in der Regel nur der Heizung – das Warmwasser bereiten Sie separat zu (Boiler, Durchlauferhitzer). Falls Sie jedoch einen externen Warmwasserspeicher für die Warmwasserbereitung planen und der elektrische Heizkessel auch zum Erwärmen des Speichers genutzt werden soll, müssen Sie zur berechneten Heizleistung die Leistung hinzurechnen, die zum Erwärmen des Wassers erforderlich ist.

Schätzung: Ein Speicher mit 100 Litern benötigt bei Erwärmen von 10 °C auf 60 °C ca. 5,8 kWh. Wenn Sie das in 2 Stunden erwärmen, brauchen Sie ca. 2,9 kW zusätzlich. Das ist keine dramatische Änderung, aber bei einigen Kombinationen (kleiner Kessel + großer Speicher) kann das entscheidend sein. Deshalb empfehle ich, immer mit dem Planer oder Händler zu besprechen, wenn Sie ein kombiniertes Heiz- und Warmwassersystem planen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel kW elektrischen Heizkessels brauche ich für ein Haus mit 100 m²?

Für ein gut gedämmtes Haus aus der Neubauzeit (nach 2012) reichen 5–6 kW aus. Für ein älteres, teilweise saniertes Haus (neue Fenster, ungedämmte Wände) rechnen Sie mit 8–10 kW. Für ein ungedämmtes, altes Haus können Sie bis zu 12–15 kW benötigen. Das Ergebnis hängt immer von dem konkreten Zustand Ihrer Immobilie ab, nicht nur von ihrer Fläche.

Kann ich einen elektrischen ORAVA-Heizkessel selbst anschließen?

Die hydraulische Anschlussart (Anschluss des Kessels an das Heizsystem) kann eine geschickte Person nach Anleitung durchführen, aber der elektrische Anschluss des Kessels – also das Anschließen des Kabels an den Verteiler, das Einsetzen der Sicherungen und das Anschließen des Erdungskabels – muss von einem Elektriker mit fachlicher Eignung gemäß Verordnung č. 508/2009 Z.z. durchgeführt werden. Ohne das ist der Kessel nicht nur gefährlich, sondern auch ohne Garantie. Weitere Details finden Sie im Thema Montage des elektrischen ORAVA-Heizkessels – Ablauf, Anforderungen und was der Elektriker tun muss.

Ist es besser, einen Kessel mit höherer Leistung zu kaufen und ihn zu regulieren, oder exakt zu dimensionieren?

Ideal ist eine Kombination beider – eine genauere Schätzung des Wärmebedarfs und eine angemessene Reserve von 10–20 %. Ein Kessel mit zu großer Reserve (z. B. 18 kW für ein Haus, das 6 kW benötigt) wird die meiste Zeit nur mit einem Heizelement arbeiten, der Rest bleibt inaktiv. Das ist kein Problem hinsichtlich des Verbrauchs (Sie zahlen nur für die tatsächlich verbrauchte Energie), aber bei einigen Kesseltypen mit minderwertiger Regelung kann es zu übermäßigem Schalten kommen. Bei ORAVA-Kesseln ist die Stufenregelung gut durchdacht, also ist ein größeres Modell kein grundsätzliches Problem, aber nicht die optimale Lösung.

Lohnt sich ein elektrischer Kessel auch bei heutigen Strompreisen?

Elektrische Heizung hat höhere Betriebskosten als Gas oder Wärmepumpe, aber null Kosten für Brennstoff (kein Nachfüllen nötig), null Schornsteinkosten, minimale Wartung und null Emissionen am Verbrauchsort. Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich stark durch den Nachtarif (HDO), Regelung über Thermostat und gute Dämmung des Hauses. Für eine detailliertere Vergleichsrechnung sehen Sie sich das Thema Elektrische Heizung ORAVA und Energieverbrauch – wie man Heizkosten senken kann an.

Kann ich für ein größeres Haus eine Kombination aus zwei ORAVA-Kesseln anstelle eines größeren Kessels verwenden?

Technisch ist das möglich, aber praktisch komplizierter – es erfordert eine hydraulische Verbindung, eine gemeinsame Regelung oder zumindest eine Koordination der Thermostate und zwei separate elektrische Kreise. Für die meisten Haushalte ist eine saubere Lösung ein ausreichend leistungsstarker Kessel mit mehrstufiger Regelung. Die Kombination aus zwei Kesseln ergibt Sinn z. B. bei einer Sanierung in mehreren Phasen, wobei der erste Kessel eine Zone abdeckt und der zweite die andere.

Wie kann ich die Wärmeverluste meines Hauses ohne teuren Energieaudit ermitteln?

Der einfachste Weg ist, sich an die Verbrauchsgeschichte zu erinnern – wenn Sie vorher mit Gas oder Strom beheizt haben und Rechnungen haben, können Sie den jährlichen Energieverbrauch berechnen und daraus den durchschnittlichen Leistungsbedarf ableiten. Beispiel: ein jährlicher Stromverbrauch von 15 000 kWh für Heizung bei 2 000 Stunden Heizsaison bedeutet einen durchschnittlichen Leistungsbedarf von 7,5 kW – das ist aber der Durchschnitt, nicht die maximale Leistung. Die maximale Leistung (für die Kesseldimensionierung) ist höher, typischerweise 1,5–2× Durchschnitt, also in diesem Fall 11–15 kW. Diese Schätzung ist ziemlich grob, aber für ein Gebäude mit Verbrauchsgeschichte ist das eine bessere Grundlage als nur eine Schätzung aus der Fläche.

Zusammenfassung: Wie man den Kessel auswählt – Schritt für Schritt

Um sich bei der Wahl der Leistung des elektrischen ORAVA-Heizkessels nicht zu verlieren, fassen wir den gesamten Prozess in einfachen Schritten zusammen:

  • Schritt 1: Ermitteln Sie die gesamte beheizte Fläche Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung.
  • Schritt 2: Bestimmen Sie den Dämmzustand der Immobilie (Neubau, gedämmtes altes Haus, ungedämmtes) und wählen Sie entsprechend einen Schätzwert in W/m².
  • Schritt 3: Multiplizieren Sie die Fläche mit dem spezifischen Leistungsbedarf – Sie erhalten den ungefähren erforderlichen Leistungsbedarf in kW.
  • Schritt 4: Wenden Sie Korrekturfaktoren an: Deckenhöhe, klimatische Zone, Art der Bebauung, Ausrichtung des Hauses.
  • Schritt 5: Fügen Sie 10–20 % Reserve hinzu.
  • Schritt 6: Prüfen Sie, welche elektrische Anschlussleistung Sie haben – für Kessel über 3,7 kW benötigen Sie eine Drehstromanschlussleitung 3×400 V.
  • Schritt 7: Wählen Sie das ORAVA-Modell, das am nächsten zu Ihrem berechneten Leistungsbedarf kommt – ORAVA EK-2003 für Häuser bis 100 m² mit guter Dämmung, ORAVA EK-2004 für größere Häuser oder schlechter gedämmte Gebäude, ORAVA VL-202 oder ORAVA VL-201 für die lokale Beheizung einzelner Räume ohne Wassersystem.

Falls Sie nach diesem Artikel immer noch unsicher bei der Wahl sind, sehen Sie sich auch das Thema Wie man einen elektrischen Heizkessel oder Konvektor ORAVA auswählt – worauf man achten sollte an, in dem die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen und Heiztypen detaillierter erläutert werden, oder das Thema Häufig gestellte Fragen zu elektrischen Heizkesseln und Konvektoren ORAVA, in dem Sie Antworten auf weitere praktische Fragen vor dem Kauf finden.

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