Montage des Elektroheizkessels ORAVA – Ablauf, Anforderungen und was der Elektriker tun muss
Wir bereiten Ihre Produkte noch vor.
Sie können sich aber auch andere Kategorien ansehen.
Montage des Elektroheizkessels ORAVA – vollständiger Leitfaden zum Ablauf, Anforderungen und Arbeit des Elektrikers
Der Elektroheizkessel ist technologisch gesehen einer der einfacheren Heizungstypen. Er besitzt keine Brennkammer, benötigt keinen Schornstein, erfordert keine Gasleitungen oder Bodengutachten vor der Installation einer Wärmepumpe. Trotzdem ist die Montage eines Elektroheizkessels – insbesondere der Kesselserie ORAVA – keine Aufgabe, die ein Laien am Wochenende allein erledigen kann. Der Grund ist einfach: Die elektrische Installation unterliegt strengen Normen, greift in die Starkstrominstallation des Gebäudes ein und bei falscher Verkabelung kann sie Leben und Eigentum gefährden. Deshalb ist das Ziel dieses Artikels, Ihnen ein vollständiges Bild des gesamten Prozesses zu geben – von der Planung über die Hydraulik bis hin zur endgültigen Übergabe durch den Elektriker.
Falls Sie sich noch zwischen Kessel und Heizlüfter entscheiden, lesen Sie zuerst den Artikel Elektroheizkessel vs. Heizlüfter ORAVA – welcher Heiztyp sich lohnt. Falls Sie Fragen zur Leistungsberechnung haben, empfehle ich Ihnen den Artikel Welche Leistung des Elektroheizkessels ORAVA für Ihre Haushaltsgröße benötigen Sie. Hier gehen wir davon aus, dass Sie sich bereits für einen Kessel entschieden haben und nun die konkrete Montage in Angriff nehmen.
Warum der Elektroheizkessel ORAVA und worauf Sie am Anfang besonders achten sollten
Die Kesselserie ORAVA ist für die Zentralheizung konzipiert – das bedeutet, dass sie das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf erhitzt, der über ein Rohr- und Heizkörpernetz (oder Fußbodenheizkreise) verteilt wird. Es handelt sich um vollwertige Ersatzlösungen für Gas- oder Ölheizkessel, wobei ihr Hauptvorteil die minimale Wartungspflicht und das völlige Fehlen der Schornsteinerforderung ist.
Die konkreten Modelle, die Sie in unserem Sortiment finden, unterscheiden sich hauptsächlich in Leistung und Ausführung:
- ORAVA EK-2003 – kompakter Elektroheizkessel, geeignet für kleinere Wohnungen oder Apartments, oder als Ergänzungsheizung
- ORAVA EK-2004 – leistungsstärkere Variante für mittelgroße Häuser, bietet einen höheren Grad an Regelung
- ORAVA VL-202 – Kessel mit integriertem Warmwasserspeicher, geeignet auch für die Erwärmung von Warmwasser
- ORAVA VL-201 – Basismodell der Warmwasserspeicher für kleinere Installationen
Bevor Sie den Handwerker oder Elektriker rufen, müssen Sie drei grundlegende Fragen beantworten können: Welche Leistung des Kessels planen Sie zu installieren? Verfügen Sie über eine Einphasen- oder Dreiphasenanschluss? Und welche Kapazität hat Ihre Haupt-Unterbrechungsverschlussbox? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen den gesamten weiteren Ablauf.
Voraussetzungen vor der Montage – was müssen Sie bereits gelöst haben
Elektrischer Anschluss und Schutz
Elektroheizkessel sind Starkstromverbraucher. Selbst ein kleiner Modell mit 4 kW Leistung bei Einphasennetzen (230 V) zieht einen Strom von ca. 17,4 A. Mittelgroße Kessel mit 9–12 kW Leistung benötigen bereits einen Dreiphasenanschluss 3×400 V und einen Schutzschalter von mindestens 16–25 A pro Phase. Stärkere Kessel, z. B. mit 18 kW und mehr, erfordern Schutzschalter von 25–32 A pro Phase und Kabelquerschnitte von 6 mm² (Kupfer) oder sogar 10 mm².
In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie ein altes Einfamilienhaus mit einem alten Sicherungskasten haben, müssen Sie sehr wahrscheinlich vor der eigentlichen Kesselmontage die Elektroinstallation im Haus anpassen. Dies ist auch die häufigste „versteckte Kostenposition“, auf die Kunden vor dem Kauf eines Kessels nicht achten. Der Elektriker muss prüfen:
- Kapazität des HDO (Hauptanschluss) und des Haupt-Sicherungsschalters
- Zustand und Kapazität des Verteilers im Haus
- Kabelquerschnitt des bestehenden Kabels vom Verteiler zum Kesselmontageort
- Anwesenheit des Schutzleiters (PE) entlang der gesamten Strecke
- Zustand der Erdung des gesamten Gebäudes
Falls das Haus keinen Dreiphasenanschluss hat, aber Sie einen Kessel über 3,5 kW benötigen, müssen Sie zunächst den Energievermarkter um die Änderung des Anschlusses bitten. Dieser Prozess dauert in der Regel 4–8 Wochen und kostet zwischen mehreren hundert und tausend Euro – je nach Entfernung der Transformatorstation und Zustand des öffentlichen Netzes.
Hydrauliksystem – Zustand des bestehenden Leitungsnetzes
Wenn Sie einen alten Kessel (Gas- oder Ölheizkessel) ersetzen, muss das gesamte hydraulische System überprüft werden. Der Elektroheizkessel hat im Vergleich zu konventionellen Kesseln eine geringere maximale Ausgangswassertemperatur (die meisten ORAVA-Modelle arbeiten bis 85 °C, typischerweise bei 55–70 °C). Deshalb können ältere Heizkörperanlagen, die für 90 °C ausgelegt sind, bei Wechsel auf einen Elektroheizkessel eine geringere Heizleistung liefern – und Sie müssen entweder zusätzliche Heizkörper anbringen oder die Kesselleistung erhöhen.
Bei einer neuen Installation ist die Situation einfacher, aber das gesamte Leitungsnetz muss geplant werden. Für eine Fußbodenheizung ist ein Elektroheizkessel ebenfalls geeignet, aber die Fußbodenheizkreise arbeiten bei niedrigeren Temperaturen (35–45 °C), was im Gegenteil vorteilhaft ist – der Kessel muss nicht auf Volllast arbeiten und seine Lebensdauer wird verlängert.
Schritt für Schritt: Montage des Elektroheizkessels ORAVA
Schritt 1 – Auswahl des Installationsorts
Der Elektroheizkessel ORAVA kann praktisch überall im Innenbereich installiert werden – Heizraum, Technikraum, Flur, ja sogar in einer größeren Küche. Da keine brennbaren Abgase entstehen, ist kein Schornstein oder eine spezielle Raumluftzufuhr erforderlich (im Gegensatz zum Gasheizkessel). Dennoch empfehlen wir aus praktischen Gründen den Technikraum: Einfacher Zugang für den Service, Schutz vor Feuchtigkeit und Frost sowie ausreichend Platz für das Ausdehnungsgefäß und andere Komponenten der Hydraulik.
Bei der Wahl des Standorts beachten Sie:
- Mindestabstand zu brennbaren Materialien gemäß Herstellerhandbuch (in der Regel 50–100 mm an den Seiten, 200 mm an der Oberseite)
- Verfügbarkeit eines Kondensatablaufs oder Sicherheitsventils – dieses muss einen Ort zum Ableiten von Wasser bei Überdruck haben
- Ausreichend Platz für Wartung und gegebenenfalls Austausch des Heizelements (mindestens 600 mm vor dem Kessel)
- Nähe zum elektrischen Anschluss – je kürzer die Kabeltrasse, desto geringer die Verluste und die Kosten
- Tragfähigkeit der Wand bei Wandmontage – der Kessel mit Wasser kann 30–60 kg wiegen
Schritt 2 – Vorbereitung der hydraulischen Anschaltung
Der Heizungsbauer (Installateur) übernimmt die hydraulische Komponente. Der Kessel wird in einen geschlossenen Heizkreis angeschlossen. Typische Komponenten, die in der Installation enthalten sein müssen:
- Ausdehnungsgefäß – kompensiert das thermische Ausdehnen des Wassers. Für einen durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 100–150 Litern Wasser im System benötigen Sie ein Ausdehnungsgefäß von mindestens 18–25 Litern. Viele Modelle von ORAVA haben das Ausdehnungsgefäß integriert – prüfen Sie bitte das technische Datenblatt des konkreten Modells.
- Umwälzpumpe – gewährleistet die Zirkulation des Wassers im Kreis. Wiederum hat ein Teil der Kessel eine integrierte Pumpe. Falls nicht, muss sie extern nachgerüstet werden.
- Sicherheitsventil – typischerweise eingestellt auf 2,5–3 bar. Es ist eine obligatorische Komponente jedes geschlossenen Systems. Hinter ihm darf kein Schließorgan sein.
- Manometer – Druckmessgerät für die visuelle Kontrolle des Drucks im System.
- Kugelhähne – an der Zuleitung und Rückleitung, um den Kessel ohne Entleerung des gesamten Systems abschalten zu können.
- Filter (magnetischer Separator) – fängt Schmutz und Schlamm aus dem System auf, die das Heizelement beschädigen könnten. Bei alten Systemen ist dies kritisch wichtig.
- Entlüftungsventil – an der höchsten Stelle des Systems.
Nach der hydraulischen Anschaltung wird das System mit Wasser (idealerweise aufbereitetem oder demineralisiertem, alternativ mit Korrosionsinhibitor) gefüllt und auf den Betriebsdruck von 1,0–1,5 bar bei kaltem Zustand aufgepumpt. Der Drucktest erfolgt vor der Anschaltung der Elektrik und vor dem ersten Start.
Schritt 3 – Elektrische Anschaltung (Arbeit des Elektrikers)
Dies ist eine entscheidende Phase, die von einer berechtigten Person – einem Elektriker mit gültigem Zertifikat gemäß Verordnung 508/2009 Z. z. (Verordnung über die Sicherheit elektrischer Anlagen) – durchgeführt werden muss. Eine Laieninstallation der Starkstromverkabelung ist nicht nur gefährlich, sondern auch illegal und führt zur Unwirksamkeit der Gebäudeversicherung.
Was der Elektriker bei der Installation des ORAVA-Kessels konkret erledigt:
- Kabeldimensionierung und Auswahl – für einen dreiphasigen Kessel mit 9 kW wird ein Kabel 5G 2,5 mm² (Cu) verwendet, bei 12–18 kW ein Kabel 5G 4 mm², bei Leistungen über 18 kW ein Kabel 5G 6 mm². Kupferkabel sind für Kessel unbedingt erforderlich.
- Installation der Schutzorgane im Verteiler – jeder Kessel muss einen eigenen Schutzschalter und einen FI-Schutzschalter mit Empfindlichkeit 30 mA haben. Der FI-Schutzschalter ist gesetzlich vorgeschrieben für Mieter in Mehrfamilienhäusern und empfohlen für Einfamilienhäuser. Der Schutzschalter wird entsprechend der Leistung des Kessels dimensioniert.
- Physische Verlegung des Kabels – das Kabel muss in einer Schutzrohre (Kabelkanal oder Schutzrohre) verlegt werden, geschützt vor mechanischen Schäden, thermischer Belastung und Feuchtigkeit. In Wänden wird es in Schlitzen mit mindestens 5 cm Putz verlegt.
- Anschluss an die Anschlussklemmen des Kessels – die Anschlussklemmen sind in der Regel zugänglich nach Öffnen des Kessels. Die einzelnen Leiter (L1, L2, L3, N, PE) werden gemäß der Schaltung im Montagehandbuch an die richtigen Klemmen angeschlossen. Jeder Hersteller hat eine genaue Schaltung – NIEMALS improvisieren.
- Erde – der Schutzleiter PE muss zuverlässig an die Erdklemme des Kessels angeschlossen werden. Der Kessel muss in das Schutzsystem des Gebäudes (TN-S oder TN-C-S) eingebunden sein.
- Anschluss des Thermostats oder der Steuereinheit – die meisten ORAVA-Kessel ermöglichen den Anschluss eines externen Raumthermostats. Der Thermostat wird an die Niederspannungsklemmen (nicht an die Starkstromklemmen) angeschlossen – typischerweise 230 V AC oder ein kontaktloses Signal. Hier ist auch Platz für die Anschaltung eines HDO (Fernbedienung) für die Nachtstromtarifsteuerung.
Schritt 4 – Erster Start und Einstellung des Kessels
Nach Abschluss der elektrischen Anschaltung und erfolgreicher Druckprüfung der Hydraulik kann der erste Start erfolgen. Idealerweise übernimmt dies ein Techniker oder zumindest ein erfahrener Installateur gemeinsam mit dem Elektriker.
Beim ersten Start werden überprüft:
- Korrektes Entlüften des Systems – das System wird erwärmt und die Heizkörper werden nacheinander, beginnend mit den weitesten vom Pumpenstandort, entlüftet
- Funktionalität der Umwälzpumpe – man hört den typischen leisen Betriebsgeräusch, keine Vibrationen oder Rucke
- Dichtheit aller Verbindungen – Kontrolle nach 10–15 Minuten Heizbetrieb
- Temperatur des Vorder- und Rücklaufrohrs – bei normaler Betriebsführung beträgt der Unterschied 10–15 °C, was auf eine korrekte Durchflussmenge hindeutet
- Funktionalität des Thermostats und der Regelung – der Kessel muss korrekt auf die Anforderung des Thermostats reagieren (ein/aus)
- Korrektheit der Leistungs-Einstellung – die meisten ORAVA-Kessel erlauben die Einstellung der maximalen Leistung (voll, 2/3 Leistung, 1/3 Leistung), was für die Saisonregelung wichtig ist
- Dokumentation in der Wartungsbuch – der Elektriker erstellt einen Bericht über die fachliche Prüfung und die Prüfung
Was muss der Elektriker tun – detaillierte Betrachtung
Viele Kunden unterschätzen den Umfang der Arbeit des Elektrikers bei der Installation eines Heizkessels. Der Elektriker ist nicht nur jemand, der „Kabel anschließt“ – seine Verantwortung ist weitaus größer und bei der Ausführung seiner Arbeit gelten konkrete rechtliche Pflichten.
Fachliche Prüfung und Inbetriebnahme (OPS)
Nach Abschluss jeder neuen Installation oder bei wesentlichen Änderungen der Elektroinstallation ist der Elektriker verpflichtet, einen Bericht über die fachliche Prüfung und Inbetriebnahme (OPS) gemäß der Norm STN 33 1500 und STN EN 60364 zu erstellen. Dieser Bericht enthält:
- Visuelle Prüfung – Korrektheit der Verkabelung, mechanische Schutzmaßnahmen, Kennzeichnung der Leiter
- Isovermessung – Der minimale Isolationswiderstand der Leiter beträgt 0,5 MΩ bei der Starkstrominstallation
- Erdeprüfung – Der Widerstand des Erdungssystems darf nicht die festgelegten Werte überschreiten
- Funktionstest des FI-Schutzschalters – Der FI-Schutzschalter wird mit dem Testknopf und mit einem Messgerät geprüft
- Selektivitätsprüfung der Sicherungen – Es wird überprüft, dass bei einem Kesseldefekt nur seine Sicherung ausfällt und nicht der gesamte Hausverteiler
Ohne diesen Bericht ist die Installation nicht rechtmäßig und im Falle eines Brandes oder Unfalls können Sie Probleme mit der Versicherung haben. Der OPS-Bericht ist ein Dokument, das Sie zusammen mit dem Kesselhandbuch und der Rechnung für die Installation aufbewahren sollten.
Leitungsschutz – konkrete Werte
Als Orientierung gebe ich typische Werte für die Sicherung bei verschiedenen Kesselleistungen an:
| Kesselleistung | Netzanschluss | Mindestquerschnitt des Kabels (Cu) | Leitungsschutzschalter | FI-Schutzschalter |
|---|---|---|---|---|
| bis 3,5 kW | 1× 230 V | 3G 2,5 mm² | B16 A (1-polig) | 30 mA, 25 A |
| 4 – 6 kW | 3× 400 V | 5G 2,5 mm² | B10 A (3-polig) | 30 mA, 25 A |
| 7 – 12 kW | 3× 400 V | 5G 4 mm² | B20 A (3-polig) | 30 mA, 40 A |
| 13 – 18 kW | 3× 400 V | 5G 6 mm² | B25 A (3-polig) | 30 mA, 40 A |
| 18 – 24 kW | 3× 400 V | 5G 10 mm² | B32 A (3-polig) | 30 mA, 63 A |
Die Werte sind orientierend und gelten für eine maximale Kabellänge von ca. 20–30 m. Bei längeren Leitungen muss der Elektriker den Spannungsabfall berechnen und gegebenenfalls einen größeren Querschnitt wählen.
HDO – Fernbedienung für Fernwärme und Zweitarif
Elektroheizkessel können im Rahmen des Zweitarifs (D45d oder D56d bei SSE/ZSE/VSE) betrieben werden, bei dem der Netzbetreiber in nächtlichen und Übergangszeiten günstigere Energie anbietet. Voraussetzung ist die Installation eines HDO-Empfängers, der dem Kessel das Heizen erlaubt. Der Elektriker muss den HDO-Eingang des Kessels an die Ausgangskontakte des HDO-Empfängers anschließen. Dieser Eingang ist in der Regel potentialfrei (trockene Kontakte) und darf nicht mit dem Starkstromanschluss verwechselt werden.
Aus Sicht der Kosteneinsparung handelt es sich um eine sehr wichtige Angelegenheit – bei der Tarifvariante D45d können Sie günstige Energie 20–22 Stunden am Tag nutzen, was bei einer jährlichen Kesselleistung von 10 000 kWh einen Unterschied im dreistelligen Eurobereich bedeuten kann. Mehr zur Optimierung der Heizkosten finden Sie im Artikel Elektroheizung ORAVA und Energieverbrauch – wie man Heizkosten senken kann.
Häufige Fehler bei der Montage von Elektroheizkesseln
Aus der Praxis wissen wir, dass die meisten Probleme mit Elektroheizkesseln nicht von einem Defekt des Kessels selbst, sondern von Fehlern bei der Installation stammen. Hier sind die häufigsten:
Unterdimensionierte elektrische Anschlussleitung
Der Kunde kauft einen 12-kW-Kessel, doch der Elektriker stellt nach seiner Ankunft fest, dass das Haus eine einphasige Anschlussleitung mit 16 A hat, die maximal 3,5 kW leisten kann. Lösung: Die Leistung des Kessels muss vor dem Kauf mit der Kapazität der Anschlussleitung abgeglichen werden. Mehr dazu finden Sie im Artikel Welche Leistung hat der Elektroheizkessel ORAVA für meine Haushaltsbedürfnisse?.
Fehlender Filter/Magnetabscheider
In alten Anlagen (Stahlheizkörper, Gusseisenkörper) sammelt sich im Laufe der Jahre Korrosion und Schlamm an. Ohne Filter vor dem Kessel gelangt dieser Schlamm direkt auf das Heizelement, wo er sich absetzt, die Wärmeübertragung verringert und die Lebensdauer des Kessels auf einen Bruchteil der normalen Zeit verkürzt. Die Installation eines Filters kostet 20–50 Euro und spart tausende Euro.
Falsches Ausdehnungsgefäß
Entweder fehlt es, oder es ist unterdimensioniert. Beim Erwärmen von Wasser von 10 °C auf 80 °C erhöht sich das Volumen des Wassers in der Anlage um ca. 3–4 %. Bei einer Anlage mit 200 Litern bedeutet das 6–8 Liter zusätzliches Wasser, das das Ausdehnungsgefäß aufnehmen muss. Ist das Gefäß zu klein oder ist die Membran beschädigt, öffnet das Sicherheitsventil, es entweicht Wasser und die Anlage muss nachgefüllt werden.
Kessel ohne Prüfung
Der Kunde bittet einen Nachbarn, der Elektriker ist, den Kessel „schwarz“ anzuschließen, ohne eine OPS-Bericht zu erstellen. Einige Monate lang funktioniert alles. Dann tritt ein Defekt oder ein Brand auf, der mit dem Kessel nichts zu tun hat. Bei der Schadensregulierung stellt die Versicherung fest, dass die Elektroinstallation keine Prüfung hat und lehnt die Schadensregulierung ab. Dieser Szenario ist nicht hypothetisch – er ist alltäglich.
Direkter Kontakt mit Wasser bei der Wandmontage
Undichter Anschluss über dem Kessel, der direkt auf die elektrische Anschlussdose oder den Steuerkabel tropft. Wasser und Elektrizität bilden eine gefährliche Kombination. Alle Verbindungen in der Hydraulik über dem Kessel müssen absolut dicht sein und nach der Installation überprüft werden.
Elektroheizkessel ORAVA VL-201 und VL-202 – Besonderheiten bei der Montage
Die Modelle ORAVA VL-201 und ORAVA VL-202 kombinieren die Funktion eines Heizkessels mit einem Warmwasserspeicher. Bei deren Montage gelten alle oben genannten Grundsätze plus einigen weiteren Besonderheiten:
- Druck des kalten Wassers – Der Warmwasserspeicher ist an das Trinkwasser angeschlossen. Der Druck des kalten Wassers muss im Bereich 0,3–6 bar liegen (je nach konkretem Modell). Ist der Druck in der Wasserversorgung höher, muss ein Reduzierventil eingebaut werden.
- Sicherheitsventil auf der Warmwasserseite – getrennt vom Sicherheitsventil des Heizkreises! Jeder Kreis hat sein eigenes Sicherheitsventil.
- Entkalkung des Speichers – Der Warmwasserspeicher muss mindestens einmal jährlich entkalkt werden – Ablagerungen am Boden müssen abgelassen werden. Dazu muss ein Ablaufhahn im unteren Bereich des Speichers vorgesehen sein.
- Legionellen-Schutz – Bei Warmwasserspeichern besteht (bei längerer Stagnation des Wassers bei 40–55 °C) das Risiko der Vermehrung der Bakterien Legionella. Der Kessel muss so eingestellt sein, dass das Wasser im Speicher mindestens einmal pro Woche auf mindestens 65 °C erhitzt wird (Legionellen-Programm). Die meisten ORAVA-Kessel haben diese Funktion bereits voreingestellt.
Anforderungen für Garantie und Service
Hersteller und Händler gewähren Garantie unter der Voraussetzung, dass die Installation ordnungsgemäß und gemäß dem Handbuch erfolgt ist. Konkret bedeutet das:
- Die Montage muss durch eine berechtigte Person (Elektriker mit gültigem Berufszeugnis für die entsprechende Gruppe) durchgeführt werden
- Es muss eine OPS-Bericht (bzw. eine Inbetriebnahme-Dokumentation durch den Montage-Techniker) vorliegen
- Der Kessel muss innerhalb der zulässigen technischen Parameter betrieben werden (Druck, Temperatur, Leistung)
- Es muss eine regelmäßige Wartung gemäß Handbuch erfolgen – dazu mehr im Artikel Wartung und Service des Elektroheizkessels ORAVA – was und wie oft kontrollieren
Bei reklamiertem Gerät prüft der Hersteller (oder autorisierter Service) Spuren einer falschen Installation – Spuren von Korrosion durch unpassendes Wasser, mechanische Beschädigungen, durchgebratene Anschlüsse (Anzeichen unzureichender Absicherung oder schlechter Verbindung) usw. Es handelt sich nicht um Bürokratie um ihrer selbst willen – es ist eine echte Investitionsschutzmaßnahme.
Kosten der Montage – was zahlen Sie wirklich
Kunden fragen uns regelmäßig, wie viel die Montage kostet. Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab, aber grob für ein typisches Einfamilienhaus (Ersetzen eines alten Kessels durch einen neuen Elektroheizkessel, ohne größere Änderungen an der Elektroinstallation):
- Arbeit des Elektrikers – Kabel verlegen (Strecke bis 15 m, ohne Bohren), Sicherungsbauteile einsetzen, Anschluss, OPS: 150–350 Euro
- Elektromaterial – Kabel 5G 4 mm² (ca. 20 m), Sicherungsautomat, FI-Schutzschalter, Schienen, Schutzleiste: 80–200 Euro
- Arbeit des Installateurs – hydraulische Anschluss des Kessels, Armaturen, Ausdehnungsgefäß, Pumpe (falls fehlt): 200–500 Euro
- Hydromaterial – abhängig vom Zustand der bestehenden Anlage: 100–400 Euro
- Umbau des Verteilers / Anschlussleitung – falls erforderlich: 300–1500 Euro (große Streuung)
Insgesamt kostet die Montage also unter günstigen Bedingungen (gute bestehende Anlage, nahe Verteiler) 500–800 Euro für Arbeit und Material ohne Kessel. Bei komplizierteren Situationen (alter Elektroanschluss, Notwendigkeit einer langen Verlegung, Austausch des Verteilers) können Sie 1500–3000 Euro für die Infrastrukturplanung einplanen.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich den Elektroheizkessel ORAVA selbst anschließen, wenn ich Erfahrung mit Elektrik habe?
Nein. Der Anschluss eines Starkstromverbrauchers an das Netz (und das gilt für jeden Kessel mit einer Leistung über 3,5 kW) erfordert eine Person mit gültigem Berufszeugnis gemäß Verordnung 508/2009 Z. z. Ohne Berufszeugnis ist die Installation illegal, der Kessel hat keine gültige Prüfung und die Garantiebedingungen sind automatisch verletzt. Zudem kann ein falsch angeschlossener Drehstromkessel mit falscher Phasenfolge oder ohne PE-Leiter einen tödlichen Stromschlag oder Brand verursachen.
Wie lange dauert die gesamte Montage von der Vorbereitung bis zum Start?
Unter günstigen Bedingungen (bestehende ausreichende Anschlussleitung, Anlage in gutem Zustand) schafft ein erfahrener Team aus Elektriker + Installateur die gesamte Montage in 1–2 Arbeitstagen. Falls eine Änderung der elektrischen Anschlussleitung beim Verteiler erforderlich ist, verlängert sich der gesamte Prozess um 4–8 Wochen aufgrund der Verwaltung. Deshalb ist es immer besser, die Planung der Montage 2–3 Monate vor der Heizperiode vorzunehmen.
Ist bei der Montage eines Elektroheizkessels ein Baugenehmigung erforderlich?
Meistens nicht – bei Austausch eines bestehenden Kessels durch einen Elektroheizkessel ohne Änderung tragender Konstruktionen ist eine Baugenehmigung nicht erforderlich. Ausnahme kann sein, wenn der Kessel Teil einer größeren Renovierung ist oder es sich um ein Objekt unter Denkmalschutz handelt. In jedem Fall muss die Änderung der Heizungsanlage bei manchen Gemeinden beim Baubüro als Anzeige für eine kleine Baumaßnahme gemeldet werden – klären Sie das bitte bei Ihrem Rathaus ab.
Kann ich einen Elektroheizkessel auch im Sommer nur zum Erwärmen von Warmwasser betreiben?
Ja, aber nur bei Modellen mit Warmwasserspeicher, also ORAVA VL-202 oder ORAVA VL-201. Kessel ohne Speicher (z. B. ORAVA EK-2003 oder EK-2004) dienen ausschließlich der Heizung und haben keinen Warmwasserkreis. Für die Warmwasserbereitung im Sommer bräuchten Sie einen separaten Heizer oder Speicher.
Welcher Druck muss die Anlage nach dem Befüllen haben und wie viel Wasser wird hineingepumpt?
Die kalte Anlage (vor dem Erwärmen) wird auf einen Druck von 1,0–1,5 bar befüllt. Während des Betriebs bei Temperaturen von 60–75 °C steigt der Druck um 0,3–0,6 bar, also auf 1,3–2,1 bar. Das Sicherheitsventil öffnet typischerweise bei 2,5–3 bar – das ist eine Sicherheitsreserve. Zu niedriger Druck (unter 0,8 bar) verursacht Fehlermeldungen und Abschaltung des Kessels. Zu hoher Druck (ständiges Öffnen des Sicherheitsventils) signalisiert ein Problem mit dem Ausdehnungsgefäß.
Kann eine elektrische Anschlussleitung sowohl den Kessel als auch andere Verbraucher im Haus versorgen?
Ja, jedoch mit Einschränkungen. Der Kessel muss einen eigenen Leistungsschalter und idealerweise einen eigenen FI-Schutzschalter haben – das ist eine Voraussetzung der ÖVE. Der augenblickliche Leistungsbedarf des Kessels (z. B. 12 kW = 17,3 A pro Phase) wird zu den anderen Verbrauchseinrichtungen hinzugezählt, und die Gesamtabnahme darf die Kapazität des Hauptleistungsschalters nicht dauerhaft überschreiten. Wenn Sie einen 25 A Hauptleistungsschalter haben und der Kessel allein 17 A verbraucht, bleiben nur noch 8 A für andere Verbrauchseinrichtungen auf derselben Phase – ob das bei einer dreiphasigen Lastverteilung akzeptabel ist oder nicht, hängt von der konkreten Verteilung der Verbrauchseinrichtungen im Haus ab.
Fazit – warum eine ordnungsgemäße Montage sich lohnt
Der Elektroheizkessel ORAVA ist ein zuverlässiger und langlebiger Verbraucher – unter der Voraussetzung, dass er ordnungsgemäß installiert wird. Eine ordnungsgemäße Installation bedeutet eine ordnungsgemäß dimensionierte elektrische Anschlussleitung, entsprechende Absicherung mit FI-Schutzschalter, eine qualitativ hochwertige Hydraulik mit Ausdehnungsgefäß, Filter und Sicherheitsventilen, ein erstes Einschalten mit fachmännischer Kontrolle und Abschluss
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
