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Wie man einen Niedertemperaturkessel einstellt und regelt

Wie man einen Niedertemperaturkessel einstellt und regelt

Niedertemperatur- (klassische) Gasheizkessel zählen zu den am häufigsten verbreiteten Wärmequellen in älteren slowakischen Haushalten. Im Gegensatz zu modernen Brennwertkesseln nutzen sie kein Kondensationswärme der Abgase, dennoch lässt sich deren Betrieb ziemlich einfach und günstig so regeln, dass sie genau so viel heizen, wie tatsächlich nötig ist. Eine richtig eingestellte Vorlauftemperatur in Kombination mit der passenden Regelart kann den Gasverbrauch ohne irgendwelche Eingriffe in den Kessel selbst senken – es reicht aus, die Regelung zu ergänzen oder umzustellen. In diesem Artikel erklären wir, welcher Unterschied zwischen einem einfachen Raumthermostat und einer witterungsgeführten Regelung besteht, welche Temperaturen sich in der Praxis empfehlen und welches Zubehör sich auch für einen älteren Kessel lohnt zu kaufen.

Klassisches Raumthermostat vs. witterungsgeführte Regelung

Die meisten Niedertemperaturkessel werden in der Praxis auf die einfachste Weise reguliert – mit einem Raumthermostat. Dieses misst die Lufttemperatur im Raum, in dem es installiert ist (typischerweise Wohnzimmer oder Flur), und wenn die Temperatur unter den eingestellten Wert fällt, gibt es dem Kessel den Befehl, den Brenner zu starten. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, schaltet sich der Kessel aus. Es handelt sich um das Prinzip Ein/Aus (ON/OFF), das günstig, zuverlässig und bei den meisten älteren Kesseln bereits von Werk aus problemlos funktioniert.

Einige Modelle von Niedertemperaturkesseln (nicht jedoch alle) unterstützen auch eine sogenannte witterungsgeführte Regelung. Dabei misst ein äußerer Temperatursensor die aktuelle Außentemperatur und die Steuerelektronik des Kessels passt gemäß einer vorab eingestellten Kurve die Vorlauftemperatur kontinuierlich an – je kälter es draußen ist, desto mehr „heizt“ der Kessel das Wasser für die Heizkörper auf, und umgekehrt. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Heizung ohne überflüssige Temperaturschwankungen im Raum und weniger Brennerzyklen (Ein- und Ausschaltvorgänge).

Wichtiges Hinweis: Während bei einem Brennwertkessel das Absenken der Vorlauftemperatur einen deutlichen Anstieg des Wirkungsgrades bringt (Kondensation der Abgase tritt bei einer Rücklauftemperatur von ungefähr unter 55 °C ein, und je niedriger, desto mehr Wärme wird zusätzlich aus den Abgasen „entzogen“), fehlt bei einem Niedertemperaturkessel dieser Effekt oder ist er viel schwächer. Ein Niedertemperaturkessel gewinnt also nicht denselben Bonus an Wirkungsgrad, nur weil man das Wasser so niedrig wie möglich einstellt – im Gegenteil, zu niedrige Vorlauftemperaturen können dazu führen, dass die Heizkörper bei stärkeren Kälteeinbrüchen nicht ausreichend heizen. Der Vorteil der Regelung bei einem Niedertemperaturkessel liegt daher eher darin, dass nicht mehr geheizt wird, als nötig ist, und nicht darin, die Vorlauftemperatur um jeden Preis so niedrig wie möglich zu halten.

Bevor Sie sich für eine witterungsgeführte Regelung entscheiden, ist es notwendig, zu prüfen, ob der konkrete Kesseltyp sie überhaupt unterstützt (meist handelt es sich um eine Steuerelektronik mit sogenannter eBus, OpenTherm oder einer anderen digitalen Busschnittstelle). Wenn der Kessel keine solche Busschnittstelle hat, bleibt das einfache Raumthermostat – was nicht schlecht ist, man muss jedoch damit rechnen, dass die Temperatur im Raum leicht um den eingestellten Wert schwankt.

Empfohlene Temperaturen

Die genauen Werte variieren je nach konkretem Haus, der Dimensionierung der Heizkörper und der Kälteintensität, doch in der Praxis haben sich folgende Orientierungswerte bewährt:

Parameter Empfohlener Wert
Vorlauftemperatur (Heizkörper) ca. 55 – 70 °C je nach Frost und Dimensionierung der Heizkörper
Raumtemperatur im Wohnzimmer (Tag) ca. 20 – 22 °C
Raumtemperatur im Schlafzimmer / in der Nacht niedriger, Absenkung (typischerweise um 2 – 4 °C weniger)

Wie man das in der Praxis umsetzt: Bei stärkeren Frost ist es notwendig, die Vorlauftemperatur höher einzustellen (näher bei 70 °C), damit die Heizkörper die Wärmeverluste des Hauses ausgleichen können. Bei milderem Wetter reicht eine niedrigere Wassertemperatur (näher bei 55 °C) – dadurch spart man Gas, ohne in das Raumthermostat eingreifen zu müssen. Wenn der Kessel die sogenannte witterungsgeführte Kurve einstellen kann, übernimmt diese Anpassung automatisch. Ohne diese Funktion muss man die Vorlauftemperatur manuell am Kessel je nach Wetterbedingungen ändern oder sie auf einen mittleren Wert einstellen, der für die meisten normalen Tage in der Heizperiode ausreicht.

Die Raumtemperatur empfehlen wir nicht unnötig über 22 °C zu heben – jeder zusätzliche Grad bedeutet deutlich erhöhten Gasverbrauch. In Räumen, die nicht regelmäßig genutzt werden (z. B. Schlafzimmer tagsüber), lohnt es sich, eine niedrigere Temperatur durch Absenkung oder einen Thermostatkopf am Heizkörper zu halten.

Zubehör zur Regelung

Auch ein älterer Niedertemperaturkessel kann mit Zubehör ergänzt werden, das die Genauigkeit und das Komfortniveau der Regelung verbessert. Die Auswahl hängt davon ab, ob der Kessel witterungsgeführte Regelung unterstützt (Außensensor erforderlich) oder mit einem qualitativ hochwertigen Raum- oder Wochenprogrammthermostat auskommt.

Protherm – Außensensor (kabelgebunden) für Kessel mit eBus-Bus

Protherm – Außensensor (kabelgebunden) für Kessel mit eBus-Bus – ermöglicht die zusätzliche Aktivierung der witterungsgeführten Regelung an Kesseln mit eBus-Bus. Der Kessel passt sich dank ihm selbstständig der aktuellen Außentemperatur an, wodurch die Anzahl der überflüssigen Brennerstarts reduziert wird. Nur für Modelle geeignet, die witterungsgeführte Regelung unterstützen – die Kompatibilität muss je nach konkretem Kesseltyp überprüft werden. Preis ab 33,54 €.

Vaillant VRT 50

Vaillant VRT 50 – Raum- oder witterungsgeführtes Thermostat mit Wochenprogramm. Ermöglicht das Einstellen unterschiedlicher Temperaturen für verschiedene Tage und Stunden (z. B. Absenkung in der Nacht oder während der Arbeitswoche, wenn niemand zu Hause ist), sodass man nicht manuell die Temperatur am Kessel wechseln muss. Preis ab 71,64 €.

Vor dem Kauf von irgendwelchem Zubehör empfehlen wir, die Kompatibilität mit dem konkreten Kesseltyp und Hersteller zu prüfen – besonders bei einem Außensensor ist die Unterstützung der entsprechenden Busschnittstelle (z. B. eBus bei Protherm/Vaillant-Kesseln) erforderlich. Bei einem normalen Raumthermostat mit Wochenprogramm ist die Kompatibilität in der Regel breiter, da die meisten Kessel es mit einem einfachen Schaltkontakt bedienen können.Absenkung und ZeitprogrammNächtliche Absenkungniedrigere Temperatur, EinsparungZeitprogrammAnpassung an den Haushaltsrhythmus

Einfache Einsparung auch mit einem älteren Kessel.

Steuern und Zeitprogramm – einfache Einsparung auch mit altem Kessel

Eine der einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Einsparungen bei einem älteren Niederflammenkessel hängt nicht direkt mit dem Kessel selbst zusammen, sondern damit, zu welcher Zeit und auf welche Temperatur überhaupt geheizt wird. Wenn in der Wohnung oder im Haus die gleiche Temperatur 24 Stunden am Tag eingestellt ist, unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist oder ob es Tag oder Nacht ist, handelt es sich fast immer um überflüssigen Verschleiß.

Gerade dazu dient das wöchentliche Zeitprogramm des Thermostats – es ermöglicht, vorab festzulegen, zu welchen Zeiten es im Haus wärmer sein soll (z. B. morgens vor dem Arbeitsweg und abends nach der Rückkehr) und zu welchen Zeiten eine niedrigere, sparsame Temperatur ausreicht (nachts, tagsüber, wenn die Wohnung leer ist, am Wochenende, wenn die Familie nicht zu Hause ist). Dadurch muss sich niemand um das manuelle Umschalten der Temperatur am Kessel kümmern – der Thermostat erledigt dies automatisch gemäß dem voreingestellten Zeitplan.

Ein typisches Beispiel für die Einstellung in einer normalen Haushaltung:

  • 6:00 – 8:00 – Komforttemperatur (z. B. 21 – 22 °C), die Familie bereitet sich auf Arbeit/Schule vor
  • 8:00 – 16:00 – Sparbetrieb (z. B. 18 – 19 °C), die Wohnung ist leer
  • 16:00 – 22:00 – Komforttemperatur, die Familie ist zu Hause
  • 22:00 – 6:00 – nächtlicher Sparbetrieb (z. B. 17 – 18 °C), besseres Schlafen und geringere Verbrauch

Der Sparbetrieb muss nicht als vollständiges Abschalten der Heizung verstanden werden – es geht eher um eine sanfte Absenkung der Temperatur um einige Grad. Dank der Trägheit der Mauern und Heizkörper kühlt sich das Haus nicht plötzlich ab und nach dem Sparbetrieb kehrt die Temperatur schnell auf den Komfortwert zurück, da die Differenz, die aufgeheizt werden muss, nur gering ist.

Diese Form der Regelung ist eine der günstigsten Investitionen, die auch bei einem Kessel, der schon viele Jahre alt ist, vorgenommen werden kann – sie erfordert keine Eingriffe in den Kessel selbst oder die Gasinstallation, sondern nur den Austausch oder die Ergänzung des Raumthermostats durch ein programmierbares Modell.

Empfohlene TemperaturenHeizwasser(Heizkörper)ca. 55–70 °CRaumtemperatur,Wohnzimmer (Tag)ca. 20–22 °C

Orientwerte aus der Tabelle weiter unten im Artikel.

Klassischer Thermostat vs. witterungsgeführte RegelungKlassischer Raum-thermostatEin/Aus nach RaumWitterungsgeführteRegelungnach Außentemperatur, präziser

Zwei Ansätze zur Regelung im Artikel erläutert.

Zubehör zur RegelungAußensensor(witterungsgeführt)Raum-/WochenthermostatThermostatköpfefür Heizkörper

Zubehör, mit dem auch ein alter Kessel ausgestattet werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Niederflammenkessel witterungsgeführt geregelt werden?
Nur bei einigen Modellen – das hängt davon ab, ob der Kessel eine Steuerelektronik mit Unterstützung der Kommunikationsleitung (z. B. eBus) hat und ob der Hersteller für diesen Typ einen äußeren Temperatursensor anbietet. Die Kompatibilität muss vor dem Kauf des Sensors anhand des konkreten Kessels überprüft werden.

Welche Temperatur sollte an einem alten Gasheizkessel eingestellt werden?
Orientierend die Heizwassertemperatur 55 – 70 °C je nach Frost und Dimensionierung der Heizkörper, die Raumtemperatur ca. 20 – 22 °C tagsüber und niedriger (Sparbetrieb) in der Nacht oder wenn niemand zu Hause ist.

Lohnt sich der Kauf eines programmierbaren Thermostats für einen alten Kessel?
Ja, es handelt sich um eine der günstigsten und schnellsten Investitionen – sie ermöglicht automatischen Sparbetrieb in der Nacht und wenn die Wohnung leer ist, ohne manuelles Umschalten der Temperatur, und funktioniert auch mit einem normalen alten Kessel ohne witterungsgeführte Leitung.

Bietet eine niedrige Heizwassertemperatur die gleiche Einsparung wie bei einem Brennwertkessel?
Nein. Ein Brennwertkessel nutzt bei niedriger Rücklauftemperatur (unter ca. 55 °C) auch das Kondensationswärme der Abgase, wodurch seine Effizienz stark ansteigt. Ein Niederflammenkessel hat diesen Effekt nicht oder nur minimal, weshalb der Gewinn durch die Absenkung der Wassertemperatur viel geringer ist – entscheidender ist, nicht übermäßig zu heizen.

Reicht ein einfacher Raumthermostat zur Regelung eines alten Kessels aus?
Ja, ein Raumthermostat, das nach dem Prinzip Ein/Aus arbeitet, ist eine gängige und verlässliche Lösung für die meisten Niederflammenkessel. Für mehr Komfort und Einsparung lohnt es sich, ein Modell mit wöchentlichem Programm zu wählen.

Wie stark beeinflusst Frost die Einstellung der Heizwassertemperatur?
Sehr stark – bei stärkerem Frost ist eine höhere Wassertemperatur (näher an 70 °C) erforderlich, damit die Heizkörper die Wärmeverluste des Hauses abdecken können, während bei milderem Wetter eine niedrigere Temperatur (näher an 55 °C) ausreicht, was Gas spart.

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