Wie man ein Kombisystem aus Brennwertkessel und Warmwasserspeicher wählt
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Wie wählen Sie die Kombination aus Brennwertkessel und Warmwasserspeicher aus
Wenn Sie sich für Heizung und Warmwasserbereitung in einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung entscheiden, stoßen Sie früher oder später auf die Frage: Soll man in einen Kombikessel investieren oder lieber einen separaten Brennwertkessel mit Warmwasserspeicher wählen? Und wenn Sie sich für die Speicherlösung entscheiden, welcher Kessel, welcher Speicher und wie kombiniert man sie richtig? Dieser Artikel beantwortet Ihnen alle diese Fragen detailliert, mit konkreten Zahlen und Beispielen aus der Praxis.
Ich habe dutzende Projekte durchgesehen, bei denen der Kunde einen falsch dimensionierten Speicher, einen zu kleinen oder zu großen Kessel oder schlichtweg die Hydraulik falsch gelöst hat. Ergebnis: kaltes Wasser nach zehn Minuten Duschen, schwankender Druck oder ein Kessel, der alle drei Minuten zyklisiert. Der gesamte Artikel entstand gerade deshalb, damit Sie diesen Fehlern aus dem Weg gehen.
Warum überhaupt Kessel + Speicher – die Grundvorteile gegenüber dem Kombikessel
Ein Kombikessel ist ein Kompromiss. Er ist kompakt, günstig in der Installation und für eine Zweipersonenhaushalt ohne besondere Anforderungen an die Warmwasserbereitung gut geeignet. Sobald man jedoch drei oder mehr Personen, zwei Bäder oder eine größere Wohnung hat, stößt der Kombikessel an physikalische Grenzen – er erwärmt das Wasser durchströmend, also nur so viel, wie der Wärmetauscher des Kessels zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeben kann. Wenn jemand duscht und gleichzeitig die Badewanne gefüllt wird, sinkt der Druck und die Temperatur.
Die Kombination aus Brennwertkessel und Speicher funktioniert anders. Der Speicher ist im Grunde eine „Bank“ an Warmwasser – er wird in der Nacht oder bei geringer Verbrauch entweder, und morgens haben Sie sofort mehrere Liter zur Verfügung. Der Kessel wird beim Wasserentzug aus der Leitung überhaupt nicht gestartet – der Speicher versorgt selbst. Der Komfort ist deutlich höher, und bei richtig geplantem System ist auch der Wirkungsgrad vergleichbar oder besser.
Weiterer Vorteil: Der Brennwertkessel in der Kombination arbeitet vor allem für die Heizung, und der Speicher lädt sich nur dann auf, wenn nötig. Sie können die Priorität einstellen: entweder Heizung oder Warmwasser. Die meisten modernen Regelungen (z. B. Vaillant multiMATIC oder Protherm Thermolink) steuern das automatisch und intelligent.
Erster Schritt: korrekte Leistungsberechnung des Kessels
Die Leistung eines Brennwertkessels in Kombination mit einem Warmwasserspeicher wird primär anhand der Wärmeverluste des Gebäudes (also der Heizungsanforderungen) und nicht anhand des Speichervolumens dimensioniert. Dies ist wichtig, um es gleich am Anfang zu verstehen – wenn Sie gewohnt sind, bei älteren Durchlauferhitzern die Leistung nach dem Warmwasser zu berechnen, ist die Logik hier eine andere.
Grundsatzregel: Die Wärmeverluste eines modernen Niedrigenergie-Einfamilienhauses (150 m² Nutzfläche) liegen bei ca. 8–12 kW. Ein älteres Gebäude aus den 80er Jahren ohne Dämmung kann bis zu 18–25 kW betragen. Der Kessel sollte eine Leistung haben, die knapp über den Wärmeverlusten liegt, nicht deutlich darüber – ein überdimensionierter Kessel zyklisiert (kurze Einschaltzeiten, häufiges Abschalten), was die Effizienz senkt und die Verschleißerscheinungen erhöht.
Ein Brennwertkessel regelt zudem die Leistung über einen weiten Bereich – z. B. kann der Vaillant ecoTEC pro von 20 % bis 100 % der Nennleistung arbeiten. Das bedeutet, dass ein 24 kW-Kessel auch bei 5–6 kW arbeiten kann, was ein großer Vorteil ist. Trotzdem sollte man nicht in die Extreme gehen – ein 35 kW-Kessel in einem Gebäude mit 8 kW Wärmeverlusten wird auch bei Modulation zyklisieren.
Praktische Beispiele zur Leistungsberechnung
- Wohnung 80 m², Plattenbau nach Dämmung, 3 Personen, 1 Badezimmer: reicht ein Kessel mit 12–15 kW (z. B. Protherm Gepard Condens 12 MKO) mit einem Speicher von 100–120 l
- Einfamilienhaus 150 m², Mauerbau, teilweise gedämmt, 4 Personen, 2 Bäder: ideale Leistung 20–25 kW, Speicher 150–200 l
- Altbau 220 m² ohne Dämmung, 5 Personen, 2 Bäder + Whirlpool: Leistung 30–35 kW, Speicher 200–300 l
- Neubau Passivhausstandard 200 m², 4 Personen: reicht 12–18 kW, Speicher 150 l
Falls Sie noch keinen Energieaudit oder Berechnung der Wärmeverluste haben, können Sie sich an der groben Faustregel orientieren: 60–80 W/m² für einen alten Bau ohne Dämmung, 35–50 W/m² für einen gedämmten Bau nach Sanierung, 20–30 W/m² für eine Neubau in Niedrigenergiestandard. Das sind grobe Schätzungen – für eine präzise Wahl empfehle ich immer, sich eine Berechnung der Wärmeverluste machen zu lassen.
Zweiter Schritt: Speichervolumen – wie viel Liter brauchen Sie wirklich
Das Volumen des Speichers ist ein weiterer Schlüsselparameter. Ein zu kleiner Speicher entleert sich schneller, als er sich erwärmt, und Sie müssen warten. Ein zu großer Speicher nimmt unnötig Platz ein, erwärmt sich länger und hat höhere Wärmeverluste durch die Hülle.
Grundsatzregel, die sich in der Praxis bewährt hat: 40–50 Liter Speicher pro Person, mit Korrektur nach Badezimmereinrichtung. Also für eine vierköpfige Familie ein Speicher von 160–200 Litern. Diese Regel gilt bei normaler Nutzung (Dusche, Waschbecken, Spüle), nicht bei Badewanne oder Whirlpool.
Wenn Sie eine Badewanne haben, müssen Sie damit rechnen, dass das Füllen einer normalen Wanne ca. 150–180 Liter Warmwasser erfordert. Bei einem Speicher von 150 l und einer Wanne sind Sie an der Grenze – der Rest muss der Speicher während des Kesselaufens nachheizen, was 20–40 Minuten dauert. Deshalb empfehle ich bei einer Wanne einen Speicher von mindestens 200 l oder zu überlegen, ob ein stehender Speicher von 200 l weniger Platz einnimmt, als Sie denken.
Eine genauere Berechnung nach Anzahl der Personen und Badezimmern finden Sie im Artikel Wie viel Speichervolumen brauche ich: Berechnung nach Anzahl der Personen und Badezimmern in unserem Wissenszentrum.
Dritter Schritt: Stand- oder Wandspeicher – was passt zu welchem Kessel
Bei der Wahl der Kombination ist es wichtig, zwischen zwei Grundtypen von Speichern zu unterscheiden: Standspeicher (Bodentyp) und Wandspeicher (Flansch- oder Wandmontage). Jeder Typ hat andere Anforderungen an den Platzbedarf, die Installation und die Hydraulik.
Der Wandspeicher (z. B. Vaillant VIH Q 75 B) hat ein kleineres Volumen, typischerweise 75–100 Liter, und wird direkt unter oder neben dem Wand-Brennwertkessel montiert. Der Vorteil ist die Kompaktheit – die gesamte Kombination benötigt eine Fläche von ca. 60×80 cm. Der Nachteil ist das geringere Volumen, das für 2–3 Personen ohne Badewanne ausreicht. Die hydraulische Verbindung ist einfach, da der Hersteller vorkonfektionierte Sets liefert.
Der Standspeicher (z. B. Vaillant VIH R 120 B oder VIH R 150 B, Protherm FE 120/150 BM) ist flexibler. Volumen 120–300 Liter, kann neben dem Kessel, in der Heizungskammer oder auch in einem anderen Raum (mit verlängerten Leitungen) stehen. Für 3 und mehr Personen ist das in der Regel die bessere Wahl. Der Nachteil ist der größere Platzbedarf und die Notwendigkeit, die Hydraulik richtig zu lösen.
Eine detaillierte Vergleich der beiden Typen finden Sie im Artikel Stand- vs. Wandspeicher bei Brennwertkesseln: Unterschiede und Vorteile in unserem Wissenszentrum.
Beispiele aus der Praxis
In einem Projekt in Bratislava – Panelbauwohnung, 3-Zimmer, 2 Erwachsene und ein Kind – haben wir die Kombination Vaillant VU 246/5-3 ecoTEC pro + VIH Q75 B vorgeschlagen. Der 75-Liter-Speicher reichte aus, da die Familie keine Badewanne hat und die Duschen gleichmäßig über den Tag verteilt sind. Die Kombination passte in die ursprüngliche Heizungskammer ohne jede bauliche Änderung, der Kessel blieb an der ursprünglichen Stelle hängen, der Speicher wurde neben ihm auf den Boden montiert. Die Installation dauerte einen Tag.
Im Gegensatz dazu haben wir in einem Einfamilienhaus in Nitra – 5 Personen, zwei Bäder, eines mit Badewanne – die Kombination Vaillant VU 246/5-3 ecoTEC pro + VIH R 150 B mit einem 150-Liter-Speicher gewählt. Der Kunde wollte ursprünglich einen 120-Liter-Speicher, aber nach der Berechnung (Badewanne = 160 l, 5 Personen, Morgenpeak) haben wir ihn von der größeren Variante überzeugt. Die Entscheidung war richtig – der Speicher entleerte sich bei normaler Nutzung nie vollständig.
Fünfter Schritt: Hydraulische Verbindung – Thermolink, Flanschverbindung oder eigene Leitungen
Einer der häufigsten Fehlerquellen ist nicht der Kessel selbst oder der Speicher, sondern die Art der hydraulischen Verbindung zwischen ihnen. Eine falsche Anschlussart kann dazu führen, dass der Kessel nicht auf die Heizwasseranfrage reagiert, der Speicher nicht auf die gewünschte Temperatur erhitzt wird oder es zu Rückströmungen kommt.
Deshalb liefern die Hersteller Kombinationen mit vorkonfektionierten Anschlusssets. Bei Protherm-Kombinationen ist das Thermolink P – eine hydraulische Verbindungsschiene, die den Wasserfluss zwischen Kessel, Speicher und Heizkreis regelt. Sie enthält Mischung, Pumpen und Ventile in einem kompakten Block. Der Vorteil ist, dass der Installateur die Hydraulik nicht von Grund auf lösen muss – die Schiene ist vorkonfektioniert, es reicht, sie gemäß dem Schema anzuschließen.
Falls Sie sich fragen, wie Thermolink P genau funktioniert und wann er eingesetzt wird, empfehle ich Ihnen den Artikel Thermolink P und die hydraulische Verbindung zwischen Kessel und Speicher: Wie das funktioniert in unserem Wissenszentrum.
Fünfter Schritt: Regelung und Steuerung – was bieten moderne Kombinationen
Ein Brennwertkessel ohne intelligente Regelung ist wie ein Auto ohne Tachometer – er funktioniert, aber ineffizient. Moderne Kombinationen sind mit witterungsgeführter Regelung ausgestattet (der Kessel reagiert auf die Außentemperatur), programmierbaren Thermostaten und der Möglichkeit der Fernsteuerung über das Smartphone.
Vaillant multiMATIC 450/700 – ein Regler, der Teil einiger Kombinationen ist (z. B. Vaillant ecoTEC pro + VIH Q75 B mit multiMATIC 450). Er steuert nicht nur den Kessel und den Speicher, sondern auch die Heizkreise, den Speicherheizvorgang mit Priorität und kann witterungsgeführte Steuerung ohne externes Sensor durchführen (berechnet nach internen Algorithmen). Der multiMATIC 700 ist ein höheres Modell mit vollwertiger Mehrzonenregelung.
Protherm Thermolink P in Kombination mit dem Protherm-Thermostat ist eine Lösung, die Kunden besonders für ihre Einfachheit und Kompaktheit schätzen. Alle hydraulischen Komponenten sind in einer Schiene integriert, der Regler wird direkt angeschlossen. Kombinationen wie Protherm Gepard Condens 12 MKO + FE 120 BM unten + Thermolink P oder Protherm Gepard Condens 25 MKO + FE 120 BM unten + Thermolink P sind ein gutes Beispiel – der Kunde erhält eine komplett vorkonfektionierte Kombination einschließlich Regelung und Hydraulik.
Die witterungsgeführte Regelung ist in der Praxis sehr wichtig im Hinblick auf Energieeinsparung. Ein Kessel, der nach der Außentemperatur gesteuert wird, erwärmt das Wasser in den Leitungen nicht auf 80 °C bei mildem Wetter, sondern arbeitet mit einer Vorlauftemperatur von z. B. 45–55 °C. Das ist genau der Bereich, in dem der Brennwertkessel kondensiert und mit der höchsten Wirkungsgrad arbeitet (bis zu 109 % auf der Basis der Heizwertberechnung). Ohne witterungsgeführte Regelung arbeitet der Kessel weniger effizient und die Energieeinsparung ist geringer.
Sechster Schritt: Vergleich der Vaillant- und Protherm-Systeme – was ist die bessere Wahl
Auf dem slowakischen Markt dominieren zwei Hauptmarken im Bereich Brennwertkessel-Systeme mit Warmwasserspeicher: Vaillant und Protherm (Bosch). Beide sind qualitativ hochwertig, beide verfügen über ein dichtes Servicenetz in der Slowakei und beide bieten Garantien über das gesetzlich vorgeschriebene Minimum hinaus an, wenn sie registriert werden. Wie können sie also miteinander verglichen werden?
Vaillant ecoTEC pro ist ein Kessel mit langjährig hervorragender Reputation. Der Brennraum ist vollständig vormischend (Luft- und Gaszufuhr in einem Rohr), was niedrige NOx-Emissionen garantiert. Der Kessel ist leise, verfügt über integrierte Diagnosefunktionen und eine deutlich vereinfachte Bedienung. Die Warmwasserspeicher VIH sind exakt für diesen Kessel konzipiert – Flanschanschluss, vorkonfektionierte Hydraulik. Die Regelungen multiMATIC 450 und 700 bieten eine vollständige witterungsgeführte Regelung und Fernsteuerung.
Protherm Gepard Condens ist technisch auf einem sehr ähnlichen Niveau. Der Hauptvorteil ist der Preis – Protherm-Systeme sind in der Regel günstiger bei vergleichbarer Leistung. Thermolink P ist eine intelligente Hydrauliklösung, die Zeit spart und das Risiko von Fehlern bei der Installation verringert. Für Kunden, die nach bewährten und preisgünstigen Lösungen suchen, ist Protherm eine hervorragende Wahl.
Falls Sie zwischen diesen beiden Marken zögern, empfehle ich Ihnen, den detaillierten Vergleich im Artikel Vaillant ecoTEC pro vs. Protherm Gepard und Panther Condens: Systemvergleich in unserem Wissenszentrum zu lesen.
Räumliche Anforderungen und Installationsvoraussetzungen
Ein Brennwertkessel mit Warmwasserspeicher ist eine größere Anlage als ein Kombikessel, was bei der Planung berücksichtigt werden muss. Typische räumliche Anforderungen:
- Wandheizgerät + Warmwasserspeicher 75–80 l (unter dem Kessel): Breite ca. 45–60 cm, Tiefe 50–60 cm, Höhe 160–180 cm inklusive Kessel. Passt auch in eine Dusche (wenn die Abgasführung und die Luftzufuhr gelöst sind).
- Wandheizgerät + stehender Warmwasserspeicher 120–150 l (neben dem Kessel): Breite ca. 100–130 cm (Kessel + Speicher nebeneinander), Tiefe 60 cm, Höhe bis zur Decke ca. 1,8 m. Erforderlich ist ein Heizraum oder eine technische Räume.
- Wandheizgerät + stehender Warmwasserspeicher 200 l: Der Speicher hat einen Durchmesser von 60–65 cm und eine Höhe von 1,5–1,7 m. Die gesamte Anlage beansprucht ca. 1,4–1,6 m Breite.
Außer dem Platz muss auch die Ableitung des Kondensats berücksichtigt werden (ein Brennwertkessel produziert sauren Kondensat, der über einen Neutralisator in die Kanalisation abgeleitet werden muss), die Zufuhr von Verbrennungsluft und die Abgasführung (Turbo-System mit koaxialem Schlauch oder getrennte Schläuche). Weitere Details finden Sie im Artikel Montage der Kessel- und Speicheranlage: Ablauf, Anforderungen und was vorab sichergestellt werden muss in unserem Wissenszentrum.
Wichtiger Punkt: Ein Brennwertkessel sollte nicht in einem nicht beheizten Raum installiert werden, in dem es frieren könnte. Kondensat im Kessel und in den Leitungen würde gefrieren und den Wärmetauscher beschädigen. Falls keine andere Möglichkeit besteht, muss eine Frostschutzfunktion (integriert im Kessel – Pumpe und Brenner zyklusartig bei Temperaturen unter ca. 5 °C) gewährleistet werden.
Auf was bei der Anschaffung der Anlage achten – häufige Fehler der Kunden
Aus der Praxis kenne ich, dass die meisten Probleme bereits vor der eigentlichen Montage entstehen. Hier sind die häufigsten Fehler:
- Kauf eines Kessels ohne passenden Warmwasserspeicher: Nicht jeder Warmwasserspeicher lässt sich hydraulisch einfach mit jedem Kessel verbinden. Hersteller konzipieren Warmwasserspeicher so, dass sie zu ihren Kesseln passen – bei Kombinationen unterschiedlicher Marken muss eine maßgeschneiderte Hydraulik gelöst werden, was die Installation verteuert und das Risiko von Fehlern erhöht.
- Unterschätzung des Speichervolumens: Kunden kaufen einen 80-l-Speicher für eine vierköpfige Familie, weil er günstiger ist, und rufen nach einem Jahr an, dass das Wasser nicht reicht.
- Überdimensionierung des Kessels: Ein 35-kW-Kessel in einem Haus mit Wärmeverlusten von 10 kW. Der Kessel zyklisiert, der Kondensatneutralisator kann nicht mithalten, die Lebensdauer verkürzt sich.
- Vergessen des Kondensatneutralisators: Ein Brennwertkessel produziert sauren Kondensat (pH 3–4). Ohne Neutralisator ist es nicht zulässig, diesen direkt in die Kanalisation abzuleiten.
- Fehlende witterungsgeführte Regelung: Der Installateur vergisst, das äußere Sensor zu verbinden, und der Kessel arbeitet ohne witterungsgeführte Regelung – die Energieeinsparung sinkt deutlich.
- Unbeachtung der Wasserhärte: Bei härterem Wasser (über 2,5 mmol/l) muss entweder ein Wasserenthärter oder zumindest ein magnetischer Filter installiert werden, andernfalls sammelt sich Kalk im Warmwasserspeicher und im Wärmetauscher des Kessels an.
Wirtschaftlichkeit und Rendite – was sparen Sie wirklich
Ein Brennwertkessel erreicht einen Wirkungsgrad von 95–109 % (abhängig von der Rücklauftemperatur). Im Vergleich zu einem alten Niedertemperaturkessel (Wirkungsgrad 80–85 %) beträgt die Energieeinsparung 15–25 %. Bei einem jährlichen Gasverbrauch von beispielsweise 1 200 € bedeutet das eine reale Einsparung von 180–300 € pro Jahr.
Brennwertkessel mit Warmwasserspeicher vs. Kombikessel: Der Preis der Anlage ist um ca. 400–800 € höher (Warmwasserspeicher + Installation), aber die Lebensdauer eines Brennwertkessels ohne Warmwasserspeicher (Kombikessel) ist geringer bei intensivem Warmwasserbedarf, da der Durchlauferhitzer den Kessel stärker belastet. Ein Kessel in Kombination mit einem Warmwasserspeicher hat bei richtiger Dimensionierung deutlich weniger Einschaltzyklen und somit eine längere Lebensdauer des Wärmetauschers und Brenners.
Die Rendite einer Anschlussanlage gegenüber einer einfacheren Lösung liegt zwischen 3 und 6 Jahren, abhängig von der Größe der Haushalts und den Energiekosten. Bei größeren Haushalten (5+ Personen) ist die Rendite schneller.
Kombinationen direkt aus der Kategorie – schneller Überblick über das Angebot
Falls Sie direkt zu den Produkten gelangen möchten, hier eine kurze Übersicht der verfügbaren Kombinationen in der Kategorie:
- Vaillant VU 246/5-3 ecoTEC pro + VIH Q75 B + multiMATIC 450 – kompakte Kombination für 2–3 Personen, Wandspeicher 75 l, inklusive Regelung. Ideal für eine Wohnung oder ein kleines Haus.
- Vaillant VU 246/5-3 ecoTEC pro + VIH R 120 B – Standspeicher 120 l, für 3–4 Personen ohne Wanne. Eignet sich gut in einer Heizungskammer mit begrenzter Breite.
- Vaillant VU 246/5-3 ecoTEC pro + VIH R 150 B + multiMATIC 700 – vollständige Lösung für 4–5 Personen mit kompletter Regelung, Speicher 150 l, inklusive mehrzonenregelung.
- Protherm Gepard Condens 12 MKO + FE 120 BM untere + Thermolink P – preisgünstige Kombination für eine kleinere Wohnung oder ein kleines Haus, 12 kW, Speicher 120 l mit Thermolinkleiste.
- Protherm Gepard Condens 25 MKO + FE 120 BM untere + Thermolink P – stärkerer Variant für ein größeres Haus, 25 kW, Speicher 120 l, Thermolink P. Eignet sich bei größerer beheizter Fläche.
Garantiebedingungen und Service – was Sie wissen sollten
Beim Kauf einer Kombination von einem verifizierten Händler und Installation durch einen zertifizierten Service-Techniker erhalten Sie eine verlängerte Garantie. Vaillant bietet beispielsweise bei Registrierung des Produkts und Installation durch einen autorisierten Service 5 Jahre Garantie auf den Kessel. Protherm hat ähnliche Bedingungen.
Ein jährlicher Service ist nicht nur aus Garantiegründen, sondern auch aus Sicherheitsgründen Pflicht. Der Brennwertkessel muss jedes Jahr überprüft werden – Reinigung des Brennraums, Kontrolle der Dichtungen, Abgasanalyse, Kontrolle des Ausdehnungsgefäßes. Der Speicher benötigt eine Kontrolle der Anodenschutzanlage (Magnesiumanode verschleißt und schützt den Tank vor Korrosion – muss alle 2–4 Jahre ausgetauscht werden). Weitere Informationen zur Wartung finden Sie im Artikel Wartung und Service einer Kombination aus Heizkessel und Speicher: Was und wie oft kontrollieren?.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich einen Speicher an meinen vorhandenen Brennwertkessel anschließen?
Ja, in den meisten Fällen ist das möglich, aber es hängt vom Typ des Kessels und seiner Regelung ab. Wenn der Kessel einen Ausgang für die Speichersteuerung hat (was bei den meisten Brennwertkesseln der Fall ist), fügt der Installateur den Speicher mit der entsprechenden Hydraulik hinzu. Wichtig ist zu prüfen, ob der Kessel eine Priorisierung des Speichers unterstützt und ob die Leistung des Kessels ausreicht, um auch den Speicher zu beheizen. Wir empfehlen, vor dem Kauf des Speichers mit einem autorisierten Service zu konsultieren.
Welcher ist der Unterschied zwischen einem Speicher mit direktem und indirektem Heizung?
Speicher in Kombination mit einem Brennwertkessel sind ausschließlich mit indirekter Heizung – das Wasser im Speicher wird über einen Rohrbündelwärmetauscher (außen oder innen) erhitzt, durch den heißes Wasser aus dem Kessel fließt. Direkte Heizung (elektrische Heizspirale im Speicher) wird bei einem elektrischen Speicher oder als Ergänzung genutzt. Bei Kombinationen mit Gasheizkesseln ist der Speicher immer indirekt beheizt.
Was, wenn ich auch Solarkollektoren möchte – kann das mit einem Speicher kombiniert werden?
Ja, aber es muss ein Speicher mit zwei Wärmetauschern gewählt werden – einer für den Kessel, einer für den Solarkreis. Solche Speicher (bivalent) sind größer und teurer, aber bei guter Dachausrichtung können sie 50–70 % des Warmwasserbedarfs mit Solarenergie decken. In diesem Fall ist eine sorgfältige Planung des gesamten Systems inklusive Regelung der Priorisierung der einzelnen Quellen erforderlich.
Wie lange dauert das Erwärmen eines 150-Liter-Speichers von kaltem Wasser?
Das hängt von der Leistung des Kessels und der gewünschten Wassertemperatur ab (typisch 55–60 °C). Ein Kessel mit 24 kW kann einen 150-Liter-Speicher von 15 °C auf 55 °C in ca. 25–35 Minuten erwärmen. Ein Kessel mit 12 kW benötigt dafür 50–70 Minuten. In der Praxis ist der Speicher nie komplett kalt – normalerweise wird er nur teilweise nachgefüllt, wodurch die Erwärmdauer deutlich kürzer ist.
Ist für den Speicher eine Inspektion oder eine Genehmigung erforderlich?
Speicher für Warmwasser mit einem Fassungsvermögen bis 1 000 Liter und einem Betriebsdruck bis 0,5 MPa (was alle gängigen Hausspeicher sind) unterliegen nicht der Druck- und Sicherheitsprüfung gemäß österreichischen Vorschriften. Es ist also keine besondere Genehmigung erforderlich. Die Installation muss jedoch gemäß den geltenden Normen durch eine fachlich kompetente Person erfolgen, was eine Bedingung für die Garantie und die Versicherung der Immobilie ist.
Wo finde ich mehr Informationen zu konkreten Störungen der Kombination?
Im unserem Wissenszentrum haben wir auch den Artikel Häufige Störungen einer Kombination aus Brennwertkessel und Speicher und deren Lösung vorbereitet, in dem Sie eine Übersicht der häufigsten Fehlercodes, ihre Ursachen und Lösungswege finden. Falls Sie weitere Fragen haben, empfehlen wir auch, Häufige Fragen zu Kombinationen aus Brennwertkessel und Warmwasserspeicher zu lesen.
Fazit: Wie man sich entscheidet – praktischer Ablauf in 5 Schritten
Die Wahl der richtigen Kombination aus Brennwertkessel und Speicher ist nicht kompliziert, wenn man systematisch vorgeht:
- Ermitteln Sie die Wärmeverluste des Hauses – zumindest grob (m², Alter des Gebäudes, Dämmung). Anhand davon bestimmen Sie die Leistung des Kessels.
- Berechnen Sie die Anzahl der Personen und Bäder – anhand davon bestimmen Sie das Volumen des Speichers. Nicht vergessen: Badewanne, falls vorhanden.
- Entscheiden Sie sich für den Typ des Speichers – Wandmontage (kompakt, bis 100 l) oder Standmontage (größeres Volumen, flexibler). Das hängt auch vom verfügbaren Platz ab.
- Wählen Sie eine Kombination von einem Hersteller – so vermeiden Sie Probleme mit der Hydraulik und Regelung. Vaillant oder Protherm sind bewährte Optionen mit guter Servicestruktur in Österreich.
- Planen Sie die Installation nicht ohne einen autorisierten Service-Techniker – Garantie, Sicherheit und korrekte Einstellung der Regelung sind Gründe, warum es sich nicht lohnt, bei der Installation zu sparen.
Falls Sie immer noch unsicher sind oder eine ungewöhnliche Situation vorliegt (historisches Gebäude, kombinierter Wärmequellen, Solarkollektoren), zögern Sie nicht, unser Wissenszentrum zu nutzen – dort finden Sie Artikel zu jedem Schritt dieses Prozesses, von der Dimensionierung über die Installation bis zum Service. Eine gut geplante Kombination lohnt sich Jahrzehnte lang durch zuverlässige Wärme und bequemes Warmwasser.
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
