Wie man ein Ausdehnungsgefäß für ein Solarsystem auswählt – Schlüsselkriterien
Wir bereiten Ihre Produkte noch vor.
Sie können sich aber auch andere Kategorien ansehen.
Wie wählt man das Ausdehnungsgefäß für einen Solarsystem – Schlüsselkriterien
Das Ausdehnungsgefäß ist einer der Komponenten, auf die beim Planen eines Solarsystems oft erst am Ende geachtet wird – immerhin ist es ja „nur ein Behälter mit Membran“. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass gerade ein falsch gewähltes oder falsch eingestelltes Ausdehnungsgefäß für eine überraschend große Anzahl von Störungen verantwortlich ist: von ständigem Austritt über das Sicherheitsventil über Druckverlust im System bis hin zu vorzeitigem Membránverschleiß und Korrosion der Kollektoren. Dieser Artikel führt Sie durch alle wichtigen Kriterien der Auswahl – von den grundlegenden physikalischen Gesetzen bis hin zu praktischen Tipps aus der Montagepraxis.
Warum ist das Ausdehnungsgefäß in einem Solarsystem unerlässlich
Der Solarzirkel arbeitet mit einem Wärmeträger – meist eine Mischung aus Wasser und Propylenglykol –, die sich beim Erwärmen durch den Kollektor stark ausdehnt. Während Wasser sich zwischen 20 °C und 90 °C um ca. 3 % ausdehnt, dehnt sich eine Solarflüssigkeit mit 40 % Glykolgehalt um 4–5 %. Und das ist noch die normale Betriebsart. Bei Stagnation (wenn die Kollektoren nicht durch die Pumpe entlüftet werden und die Temperatur auf den Kollektoren auf 150–200 °C ansteigt), kann das Volumen der Flüssigkeit noch dramatischer ansteigen.
Ohne Ausdehnungsgefäß würde dieser Volumenzuwachs sofort einen Druckstoß auslösen, der das Sicherheitsventil öffnen würde. Der verlorene Flüssigkeitsanteil müsste nachgefüllt werden, das System würde entlüftet und langfristig degradieren. Das Ausdehnungsgefäß fungiert wie ein „Druckdämpfer“ – es absorbiert das überschüssige Volumen der Flüssigkeit und hält den Druck im System in einem akzeptablen Bereich.
Wichtiger Unterschied: Solar-Ausdehnungsgefäß vs. normales Heizungs-Ausdehnungsgefäß
Der erste und wichtigste Punkt, den man verstehen muss: nicht jedes Ausdehnungsgefäß ist für den Solarzirkel geeignet. Die roten, normalen Ausdehnungsgefäße für Heizungssysteme sind für eine maximale Temperatur von ca. 70–90 °C und Drücke bis 3 bar ausgelegt. Der Solarzirkel kann bei Stagnation Temperaturen von 150–200 °C auf dem Kollektor erreichen, wobei die Temperatur der Flüssigkeit am Eintritt in das Ausdehnungsgefäß bei 120–140 °C liegen kann.
Solare Ausdehnungsgefäße unterscheiden sich in mehreren grundlegenden Parametern:
- Membranmaterial: Solare Ausdehnungsgefäße verwenden Membranen aus Butylkautschuk (IIR) oder EPDM, die gegen Propylenglykol und hohe Temperaturen beständig sind. Eine normale Gummimembran degradiert im Kontakt mit Glykol um Größenordnungen schneller.
- Maximale Betriebstemperatur: Mindestens 130 °C (idealerweise 160 °C), nicht 70–90 °C wie bei Heizungsbehältern.
- Maximaler Betriebsdruck: Bei Solarsystemen meist 6–10 bar.
- Oberflächenbehandlung: Das Innere des Behälters ist epoxidisch oder auf andere Weise beschichtet, um der Glykolmischung standzuhalten.
- Farbe: Solare Ausdehnungsgefäße sind meist blau oder haben eine andere Unterscheidung von den roten Heizungsbehältern.
Falls Sie den tieferen theoretischen Unterschied zwischen Ausdehnungsgefäß und Druckbehälter verstehen möchten, empfehle ich, den Artikel Ausdehnungsgefäß vs. Druckbehälter – was ist der Unterschied und wann was verwenden im Wissenszentrum zu lesen.
Volumen des Ausdehnungsgefäßes – wie man es richtig bestimmt
Dies ist das technisch wichtigste Kriterium und zugleich das, in dem am häufigsten Fehler gemacht werden. Das Ausdehnungsgefäß muss groß genug sein, um das gesamte Ausdehnungsvolumen der Flüssigkeit beim Übergang vom kalten zum heißesten Zustand einschließlich einer Reserve für Stagnation aufzunehmen. Gleichzeitig darf es nicht überdimensioniert sein – andernfalls wäre der Vorluftdruck zu niedrig und die Flüssigkeit würde das Ausdehnungsgefäß bei niedrigen Temperaturen nicht ausreichend füllen.
Der grundlegende Formel zur Berechnung des Ausdehnungsvolumens lautet:
VAusdehnung = VGesamt × n
wo VGesamt das Gesamtvolumen der Flüssigkeit im Kreislauf (Kollektoren + Rohrleitung + Speicher/Wärmetauscher) und n der Koeffizient der Volumenausdehnung ist (bei 40 % Propylenglykol und einer Temperaturspanne von 20–150 °C beträgt er ca. 0,10–0,12, also 10–12 %).
Anschließend wird das minimale Ausdehnungsgefäßvolumen anhand der Formel berechnet:
VAusdehnungsgefäß = VAusdehnung / ((pmax – pVorlauft) / (pmax + 1))
wobei die Drücke in Bar absolut angegeben sind. Dies ist eine vereinfachte Version; die genaue Berechnung hängt auch von der Installationshöhe und vom Anfangsdruck ab. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 2–4 Kollektoren (Fläche 4–8 m²) und einem Gesamtvolumen des Kreislaufs von ca. 15–25 Litern ergibt sich ein Ausdehnungsgefäß im Bereich von 12–25 Litern. Bei einem größeren Speicher oder längeren Rohrleitungen kann dies auch 35–50 Liter betragen.
Praktische Regel aus der Montagepraxis: Das Ausdehnungsgefäß sollte ein Volumen von mindestens 10 % des Gesamtvolumens des Kreislaufs aufweisen. Bei Systemen ohne Notablass für Stagnationswärme (sogenannte Drain-Back-Systeme) empfehlen wir, dies auf 15 % zu erhöhen. Eine detaillierte Berechnung finden Sie im Thema Welches Volumen benötige ich für mein solarthermisches System.
Vorlauftdruck des Ausdehnungsgefäßes – die richtige Einstellung ist die Grundlage
Hersteller liefern solarthermische Ausdehnungsgefäße standardmäßig mit einem Vorlauftdruck von 1,5 Bar (einige Hersteller liefern sie mit 4 Bar). Für die meisten privaten Installationen ist dies jedoch nicht der richtige Wert – er muss je nach konkreter Installationshöhe und Fülldruck des Systems eingestellt werden.
Goldene Regel: Vorlauftdruck des Ausdehnungsgefäßes (Bar) ≥ statische Höhe (m) / 10 + 0,3 Bar Reserve
Beispiel: Ist das Ausdehnungsgefäß 2 m unter dem höchsten Punkt des Systems (meist der Kollektor auf dem Dach 6 m) installiert, beträgt die statische Höhe vom Ausdehnungsgefäß bis zum Kollektor ca. 4 m → Vorlauftdruck = 4/10 + 0,3 = 0,7 Bar. Der Fülldruck des Systems wird um 0,1–0,2 Bar höher als der Vorlauftdruck eingestellt, also ca. 0,8–0,9 Bar.
Achtung – Der Vorlauftdruck muss vor dem Befüllen des Systems eingestellt werden, wenn das Ausdehnungsgefäß vom Kreislauf abgekoppelt ist oder der Druck im Kreislauf null ist. Mehr dazu im Thema Einstellung des Vorlauftdrucks im Ausdehnungsgefäß des solarthermischen Systems.
Maximaler Betriebsdruck und Sicherheitsventil – wie hängt das zusammen?
Solarthermische Systeme für Einfamilienhäuser arbeiten in der Regel mit einem Sicherheitsventil eingestellt auf 6 Bar. Das Ausdehnungsgefäß muss einen maximalen Betriebsdruck haben, der höher ist als die Einstellung des Sicherheitsventils – idealerweise mindestens 10 % Reserve. Bei einem Sicherheitsventil von 6 Bar muss das Ausdehnungsgefäß mindestens 6 Bar (idealerweise 8–10 Bar) aushalten.
Dieser Parameter beeinflusst auch die Berechnung des nutzbaren Volumens des Ausdehnungsgefäßes – je größer der Druckunterschied zwischen Vorlauftdruck und Maximaldruck, desto größer ist der nutzbare Teil des Membranvolumens. Ein kleiner Druckunterschied (z. B. Vorlauftdruck 3 Bar, Max. 6 Bar) bedeutet, dass Sie eine physisch größere Anlage wählen müssen.
Anschluss des Ausdehnungsgefäßes im Kreislauf – auf der Saugseite der Pumpe
Dieses Kriterium wird oft beim Auswählen übersehen, beeinflusst aber entscheidend die Funktion des gesamten Systems. Das Ausdehnungsgefäß muss immer an der Saugseite der Umwälzpumpe angeschlossen sein – also im kalteren (Rücklauf-)Kreislauf, nicht hinter der Pumpe.
Der Grund ist physikalisch: Die Pumpe verringert den Druck an der Saugseite und erhöht ihn an der Druckseite. Ist das Ausdehnungsgefäß hinter der Pumpe (also an der Druckseite) angeschlossen, addiert sich der Betriebsdruck der Pumpe zum Systemdruck, was zu frühzeitigem Öffnen des Sicherheitsventils oder zu Kavitation an der Saugseite führen kann. Kunden bemerken diesen Fehler nicht sofort – das System funktioniert mehrere Monate, danach öffnet sich das Sicherheitsventil immer wieder, und niemand weiß warum.
Weiterer Grund für den Anschluss an der Saugseite: Die Temperatur der Flüssigkeit im Rücklauf vom Wärmetauscher ist niedriger (40–60 °C bei normaler Betriebsweise) als am Ausgang des Kollektors (60–100 °C). Die Membran des Ausdehnungsgefäßes ist so geringeren Temperaturen ausgesetzt, was ihre Lebensdauer verlängert.
In der Praxis ist das Ausdehnungsgefäß oft Teil der sogenannten Solarstation (Hydraulikgruppe), wobei die richtige Position durch die Konstruktion gesichert ist. Wird das Ausdehnungsgefäß separat installiert, achtet auf die Anschlussposition.
Montage – Ausrichtung, Zugänglichkeit und Entlüftung
Es wird empfohlen, das Ausdehnungsgefäß mit der Anschlussflasche nach unten (also mit der Luftkammer nach oben) zu montieren. Einige Hersteller erlauben auch eine horizontale Montage, doch die vertikale Position mit der Anschlussflasche unten ist langfristig besser – die Luft sammelt sich natürlicherweise in der oberen Hälfte des Behälters, und die Membran arbeitet gleichmäßiger.
Wichtige praktische Anforderungen:
- Zugänglichkeit: Das Ausdehnungsgefäß muss zugänglich sein, um den Vorlauftdruck (Schrader-Ventil auf der Luftseite) zu prüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Nicht in die Wand einbetonieren, nicht mit unentfernbarem Verkleidungsmaterial verdecken.
- Entlüftungsventil hinter dem Ausdehnungsgefäß: Vor dem Ausdehnungsgefäß (bzw. zwischen diesem und dem Kreislauf) wird empfohlen, eine Absperreinrichtung und einen Kugelhahn mit Entlüftung zu montieren, damit das Ausdehnungsgefäß ohne Entleeren des gesamten Systems abgeschaltet und ausgetauscht werden kann.
- Nicht direkt am Kollektor: Das Ausdehnungsgefäß darf nicht direkt am thermischen Wärmetauscher oder an einer Stelle montiert werden, an der Temperaturen seine zulässige Temperaturbeständigkeit überschreiten. Die richtige Position ist in der Technikzone oder Heizungskammer.
- Schutz vor Frost: Das Ausdehnungsgefäß darf nicht an einem Ort montiert werden, an dem es einfrieren könnte (ungedämmte Außenwand, ungeheizte Garage ohne Wärmedämmung).
Einen detaillierten Montagevorgang finden Sie im Thema Montage des Ausdehnungsgefäßes im solarthermischen System – Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Befüllen und Entlüften des Systems nach dem Austausch des Ausdehnungsgefäßes
Nach der Auswahl und Montage des richtigen Ausdehnungsgefäßes folgt das Befüllen des Systems mit Frostschutzmittel. Dies ist ein Schritt, bei dem Amateurlösungen am häufigsten scheitern – ein unvollständiges Entlüften führt zu Lärmbildung, reduzierter Effizienz und vorzeitigem Verschleiß der Pumpe.
Für eine korrekte Befüllung des Solarkreislaufs ist ideal eine manuelle Befüllpumpe für Solarsysteme. Diese Pumpe ermöglicht das Druckaufbau des Systems von unten nach oben – die Flüssigkeit drückt die Luft durch die Entlüftungsventile und automatischen Entlüftungseinrichtungen bis zum Erreichen des gewünschten Befüllungsdrucks. Im Gegensatz zum einfachen Befüllen mit einer Schlauchverbindung stellt sie sicher, dass das System tatsächlich von Luftblasen befreit wird.
Der Befüllvorgang mit der manuellen Pumpe kurz zusammengefasst:
- Vor dem Befüllen den Vorlaufdruck des Ausdehnungsgefäßes einstellen (ohne Druck im Kreislauf)
- Die Pumpe an den Befüll-/Entleerhahn der Solarstation anschließen
- Von unten nach oben befüllen, Entlüftungsventile an den Kollektoren schrittweise öffnen
- Den Befüllungsdruck erreichen (meist 0,8–1,5 bar im kalten Zustand)
- Die Umwälzpumpe in Betrieb nehmen und die Entlüftung im Betrieb überprüfen
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel Manuelle Befüllpumpe für Solarsysteme – Wie man den Kreislauf richtig befüllt und entlüftet und auch im Thema Befüllen eines Solarsystems mit Frostschutzmittel – Wichtige Informationen.
Lebensdauer der Membran und wann das Ausdehnungsgefäß ausgetauscht werden muss
Die Solarmembrane aus EPDM oder IIR hat bei korrekter Betriebsführung eine Lebensdauer von 8–15 Jahren. Degradation äußert sich darin, dass die Membran spröde wird, die Elastizität verliert und nicht mehr dichtet – Luft beginnt in den Flüssigkeitsraum einzudringen. Ergebnis: Das Ausdehnungsgefäß füllt sich vollständig mit Flüssigkeit, verliert die Dehnungsfunktion und der Kreislauf verliert kontinuierlich Druck, oder das Sicherheitsventil öffnet sich.
Wie erkennen Sie, dass die Membran beschädigt ist: Wenn Sie den Schrader-Ventildeckel am Ausdehnungsgefäß drücken, fließt anstelle von Luft Flüssigkeit heraus. Das ist eindeutiges Signal – Membran gerissen oder Dichtung verloren. An dieser Stelle muss das Ausdehnungsgefäß ausgetauscht werden (bei austauschbaren Membranen reicht die Membran; bei Monoblock-Versionen wird die gesamte Flasche ausgetauscht).
Weitere Informationen zur regelmäßigen Wartung und Diagnose finden Sie im Thema Wie man das Ausdehnungsgefäß in einem Solarsystem überprüft und wartet. Komplexere Ursachen von Störungen werden im Thema Häufige Ausdehnungsgefäß- und Solarpumpenprobleme – Ursachen und Lösungen beschrieben.
Auswahl nach konkreten Installationsparametern – praktische Szenarien
Szenario 1: Einfamilienhaus, 2 flache Kollektoren, Speicher 200 Liter
Typisches Solarsystem zur Warmwasserbereitung in einem Einfamilienhaus. Kreislaufvolumen: Kollektoren ca. 3 Liter, Leitungen (2× 10 m bei DN 22) ca. 7 Liter, Wärmetauscher im Speicher ca. 5 Liter – insgesamt ca. 15 Liter. Dehnungsvolumen bei 40 % Glykol und Temperaturen bis 150 °C: ca. 1,8 Liter. Empfohlenes Ausdehnungsgefäß: 12–18 Liter bei Vorlaufdruck 1,0–1,5 bar und Maximaldruck 6 bar. In der Praxis wird meist ein 18 l-Gefäß direkt in der Solarstation eingebaut.
Szenario 2: Größeres Einfamilienhaus, 4 Vakuumkollektoren, Speicher 400 Liter, längere Leitungen
Gesamtvolumen des Kreislaufs: Kollektoren 6 Liter, Leitungen (2× 18 m bei DN 28) ca. 14 Liter, Wärmetauscher ca. 8 Liter – insgesamt ca. 28 Liter. Dehnungsvolumen: ca. 3,4 Liter. Vakuumkollektoren haben eine höhere Stagnationstemperatur (bis 200–250 °C), das Volumen wird daher um 50 % Reserve erhöht. Empfohlenes Ausdehnungsgefäß: 25–35 Liter. Bei Installationen mit größerer Höhendifferenz (Kollektor auf hoher Dachfläche) ist auch der Vorlaufdruck zu erhöhen.
Szenario 3: System mit Stagnationssperre (Drain-back)
Drain-back-Systeme (gravitative Entleerung des Kollektors bei Stagnation) haben spezifische Anforderungen – das Ausdehnungsgefäß muss auch das Volumen der Flüssigkeit abdecken, die sich beim Pumpbetrieb in den Kollektor füllt und beim Stillstand gravitativ in den Auffangbehälter entleert. Hier ist der Ausdehnungsgefäßberechnung anders und erfordert in der Regel eine Beratung mit dem Planer oder der technischen Unterstützung des Lieferanten.
Häufige Fehler bei der Auswahl des Ausdehnungsgefäßes – was in der Praxis beobachtet wird
- Verwendung eines Heizungs-Ausdehnungsgefäßes: Der häufigste und teuerste Fehler. Die Membran platzt innerhalb von 1–3 Saison, der Kreislauf verliert Druck, der Kunde denkt, dass die Pumpe oder das Sicherheitsventil defekt ist.
- Unterschätzung des Volumens: Das Ausdehnungsgefäß ist zu klein – das Sicherheitsventil öffnet sich jedes Jahr bei sonnigem Wetter, Flüssigkeit geht verloren, der Kreislauf entlüftet sich. Der Kunde füllt jedes Jahr nach und versteht nicht, warum.
- Falscher Vorlaufdruck: Der Vorlaufdruck bleibt auf der Fabrik-Einstellung (1,5 bar) bei einem Befüllungsdruck von 1,0 bar – das Ausdehnungsgefäß ist praktisch dauerhaft mit Flüssigkeit gefüllt und hat keine Dehnungsreserve. Das zeigt sich fast sofort beim ersten Erwärmen.
- Anschluss an der Druckseite der Pumpe: Das System funktioniert Jahre, dann beginnen Druckprobleme, niemand weiß warum – das Ausdehnungsgefäß muss auf die richtige Seite umgeschaltet werden.
- Ignorieren der Installationshöhe: Bei Kollektoren im 3. Stock oder auf hoher Halle beträgt die statische Höhe 8–12 m, was den erforderlichen Vorlaufdruck und das Volumen des Ausdehnungsgefäßes stark erhöht.
Zertifizierungen und Normen – was bei Kauf beachten
Beim Kauf eines Solarausdehnungsgefäßes prüfen Sie:
- CE-Kennzeichnung – Grundvoraussetzung für den Verkauf in der EU
- Richtlinie PED 2014/68/EU (Druckgeräte) – für Druckbehälter über 0,5 Liter und über 0,5 bar
- Membrantest: Die Membran aus EPDM oder IIR sollte der Hersteller nach EN 14197 oder einer äquivalenten Norm auf Propylenglykolbeständigkeit testen
- Maximale Temperatur in der technischen Dokumentation: Muss explizit angegeben sein, nicht nur „geeignet für Solarsysteme“
Vermeiden Sie günstige Behälter ohne Dokumentation oder mit Dokumentation nur in Chinesisch/Englisch ohne slowakischen/ tschechischen Übersetzung – bei Störung haben Sie Probleme mit der Reklamation und Garantie.
Preis vs. Qualität – lohnt sich das Sparen?
Ein Solarexpansionsbehälter mit 18 Litern von etablierten europäischen Herstellern (Reflex, Zilmet, Flamco, Varem und andere) kostet im Segment 40–90 Euro. Günstige Imitate ohne Zertifizierung lassen sich für 15–25 Euro erwerben. Der Preisunterschied ist zunächst verlockend, aber die Praxis spricht eine klare Sprache: die Membran des günstigen Expansionsbehälters hält 2–5 Jahre anstelle von 10–15 Jahren. Der Austausch des Expansionsbehälters (einschließlich Arbeiten, Entleerung und erneuten Befüllung des Systems) kostet Sie 80–150 Euro. Das heißt, Sie sparen 30 Euro beim Kauf, aber zahlen das Doppelte nach 5 Jahren. Nicht zu vergessen sind die Schäden, die ein unkontrollierter Druck bei einem Defekt des günstigen Expansionsbehälters verursachen kann.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Kauf eines Expansionsbehälters für Solarsysteme
Kann ich einen roten Heizungs-Ausdehnungsgefäß für das Solarsystem verwenden, wenn er gleich groß ist?
Nein. Rote Ausdehnungsgefäß für Heizung sind nicht für den Temperaturbereich und die chemische Wirkung der Solarflüssigkeit (Propylenglykol) konzipiert. Die Membran in solchen Behältern degradiert mehrfach schneller. Zudem ist ihre maximale Betriebstemperatur meist 70–90 °C, während der Solarkreislauf bei Stillstand 120–160 °C im Ausdehnungsgefäß erreicht. Verwenden Sie ausschließlich Ausdehnungsgefäß, die für Solarsysteme zertifiziert sind, am besten mit EPDM- oder IIR-Membran und einer maximalen Temperatur von mindestens 130 °C.
Wie erkenne ich, dass mein Ausdehnungsgefäß zu klein ist?
Typisches Anzeichen ist das wiederholte Öffnen des Sicherheitsventils an heißen Sommertagen – das System „spuckt“ Flüssigkeit aus. Ein weiteres Anzeichen: der Druck im System steigt schnell beim Erwärmen und fällt unter den Mindestwert beim Abkühlen (erkennbar am Manometer der Solarstation). Wenn Sie Zweifel haben, messen Sie das Gesamtvolumen des Kreislaufs und vergleichen Sie es mit dem empfohlenen Volumen des Expansionsbehälters – der Berechnungsvorgang wird in der Rubrik Welches Volumen Ausdehnungsgefäß benötige ich für meinen Solarkreislauf beschrieben.
Kann ich den Ausdehnungsgefäß horizontal montieren?
Die meisten Hersteller erlauben dies technisch, aber die empfohlene Position ist immer vertikal mit der Anschlussleitung unten. Bei horizontaler Montage besteht die Gefahr, dass Flüssigkeit und Luft sich nicht ideal trennen, die Membran arbeitet ungleichmäßig und ihre Lebensdauer verkürzt sich. Falls Sie aufgrund von örtlichen Einschränkungen horizontale Montage durchführen müssen, konsultieren Sie das technische Blatt des jeweiligen Herstellers.
Wie oft den Vorlaufdruck im Ausdehnungsgefäß kontrollieren?
Wir empfehlen eine jährliche Kontrolle, idealerweise im Herbst vor der Wintersaison, wenn das System kalt ist (Flüssigkeitstemperatur nahe der Raumtemperatur). Vor der Kontrolle des Vorlaufdrucks schließen Sie den Hahn zwischen Ausdehnungsgefäß und Kreislauf, um nur den Luftdruck in der Kammer zu messen, nicht den Systemdruck. Wenn der Vorlaufdruck um mehr als 0,2 bar von der eingestellten Wert abweicht, füllen Sie Stickstoff oder Luft nach und prüfen Sie, ob der Abfall nicht auf eine Membranstörung hindeutet. Mehr in der Rubrik Wie man den Ausdehnungsgefäß in einem Solarsystem kontrolliert und wartet.
Benötige ich einen speziellen Ausdehnungsgefäß für Vakuum- (Rohr-)Kollektoren?
Der Kollektortyp selbst bestimmt nicht den Typ des Expansionsbehälters – entscheidend sind die Parameter: Kreislaufvolumen, maximale Stillstandstemperatur und maximaler Druck. Vakuumkollektoren haben eine höhere Stillstandstemperatur (bis zu 200–250 °C) und sind effizienter, was in der Praxis bei gleicher Anzahl an Kollektoren und gleicher Puffergröße bedeutet, dass Sie bei Vakuumkollektoren einen Ausdehnungsgefäß um 20–50 % größer wählen sollten als bei Flachkollektoren. Die Anforderungen an die Membran und Materialien sind identisch.
Was tun, wenn der Druck im System nach der Montage des Expansionsbehälters weiter abfällt?
Der Druckabfall nach der Montage deutet in der Regel auf eine unvollständige Entlüftung (Luftblasen lösen sich allmählich und sammeln sich im Ausdehnungsgefäß), eine Dichtheitsstörung an den Verbindungen oder eine falsch eingestellte Vorlauftemperatur hin. Prüfen Sie nacheinander: 1) alle Verbindungen und Fittings auf Dichtheit (optisch und manometrisch), 2) den Vorlaufdruck des Expansionsbehälters, 3) die Entlüftung der Kollektoren (entlüften Sie manuell über den Entlüftungsventil an den ersten sonnigen Tagen). Für das Befüllen und Entlüften des Systems verwenden Sie die manuelle Pumpe zum Befüllen von Solarsystemen, die ein gründlicheres Befüllen als einfaches Auffüllen gewährleistet. Weitere Ursachen und Lösungen werden in der Rubrik Häufige Störungen von Expansionsbehältern und Solarpumpen – Ursachen und Lösungen beschrieben.
Fazit – Checkliste für die Auswahl des Expansionsbehälters
Die Auswahl des richtigen Expansionsbehälters für das Solarsystem ist kein Zufall – es ist das Ergebnis mehrerer voneinander abhängiger Parameter. Zum Abschluss geben wir eine praktische Checkliste an, die Sie bei jeder Auswahl anwenden:
- ✔ Ausdehnungsgefäß ist ausschließlich für Solarsysteme bestimmt (nicht Heizungstyp)
- ✔ Membran aus EPDM oder IIR, zertifiziert für Propylenglykol
- ✔ Maximale Betriebstemperatur mindestens 130 °C (ideal 160 °C)
- ✔ Maximaler Betriebsdruck mindestens gleich dem Einstellungswert des Sicherheitsventils (typisch 6 bar), ideal 8–10 bar
- ✔ Volumen des Expansionsbehälters korrekt berechnet (mindestens 10 % vom Gesamtvolumen des Kreislaufs, bei Vakuumkollektoren +50 %)
- ✔ Vorlaufdruck entsprechend der statischen Höhe des Systems vor dem Befüllen eingestellt
- ✔ Montage an der Saugseite der Umwälzpumpe
- ✔ Anschlussleitung nach unten gerichtet, Ausdehnungsgefäß ist für Kontrollen zugänglich
- ✔ Hinter dem Ausdehnungsgefäß ist eine Schließarmatur für den Fall der Austauschung ohne Entleerung des Kreislaufs
- ✔ System wurde korrekt befüllt und entlüftet (ideal mit der manuellen Pumpe zum Befüllen von Solarsystemen)
Falls Sie bei einem Punkt unsicher sind, finden Sie die meisten Berechnungen und Vorgehensweisen im Wissenszentrum – insbesondere in den Rubriken Welches Volumen Ausdehnungsgefäß benötige ich für meinen Solarkreislauf, Einstellung des Vorlaufdrucks im Ausdehnungsgefäß des Solarsystems und Häufige Fragen zu Expansionsbehältern und Pumpen für Solarsysteme. Ein richtig gewählter und eingestellter Ausdehnungsgefäß ist die stille Grundlage der langfristigen Zuverlässigkeit des gesamten Solarsystems – eine Investition, die sich in Ruhe und fehlerfreier Betriebsweise über 15 und mehr Jahre amortisiert.
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
