Montage und häufige Probleme bei Durchlauferhitzerkesseln
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Die Anschaffung eines Brennwertkessels mit Durchlauferhitzer ist nur der erste Schritt – die Montage muss durch eine fachlich kompetente Firma mit Berechtigung zur Montage und zum Service von Gasgeräten durchgeführt werden. Beim Übergang des fertig montierten Systems verlangen Sie immer den Prüfbericht und den Betriebsbereichsnachweis.
Kondensatabführung
Ein Nebenprodukt der Brennwerttechnologie ist Kondensat – eine saure Flüssigkeit mit einem pH-Wert von ca. 3 bis 5. Bei normalen Leistungen reicht eine Ableitung in den nächsten Abfluss (Waschbecken, Siphon), bei höheren Leistungen (Kaskadenanordnung, größere Betriebe) ist eine Neutralisationsanlage erforderlich. Wichtig ist, dass die Ableitung über ein Kunststoffrohr (nicht Kupfer/Gussrohr) erfolgt, das dem Kondensat langfristig standhält.
Abgasführung (Abgasrohr)
Konzentrische Abführung durch die Fassade – ein doppelwandiges Rohr mit kurzer Durchführung durch die Außenwand, die gängigste Lösung bei Durchlauferhitzern in Wohnungen, benötigt keinen funktionstüchtigen Schornstein. Mindestabstände zum Fenster, zur Tür und zur Grundstücksgrenze des Nachbarn müssen eingehalten werden.
Abführung über bestehenden Schornstein – es wird eine auf Brennwertbetrieb abgestimmte Kunststoff- oder Edelstahleinlage verwendet, sinnvoll dort, wo eine Abführung durch die Fassade nicht möglich ist. Passende Komponenten finden Sie in der Kategorie Abgasrohre, Abgasableitungen.
Gasanschluss und Druck
Vor dem Anschluss muss das Gasrohr eine gültige Prüfung und eine Druckprüfung aufweisen. Wichtig ist auch die richtige Dimensionierung des Rohrdurchmessers – Durchlauferhitzer-Kessel haben eine höhere Spitzenleistung als reine Heizkessel, ein unterdimensioniertes Rohr zeigt sich durch Temperaturschwankungen im Warmwasser.
Montageort, Elektrik und Inbetriebnahme
Dank der Kompaktheit lassen sich Durchlauferhitzer-Kessel in Bäder, Nasszellen oder Küchenzeilen montieren – es müssen jedoch Abstände zu brennbaren Materialien eingehalten und ausreichend Platz für zukünftige Wartungsarbeiten gelassen werden. Der Kessel benötigt eine Steckdose mit 230 V und korrekter Erdung, zudem wird ein FI-Schutzschalter (RCD) empfohlen. Bei der Inbetriebnahme entlüftet die Montagefirma das System, stellt den Heizwasserdruck (meist 1–2 bar) ein und konfiguriert die Betriebsparameter entsprechend dem Heizsystemtyp.
Häufige Montagefehler
- Unterdimensioniertes Gasrohr – verursacht Leistungs- und Temperaturschwankungen bei höherem Verbrauch.
- Falsches Gefälle im Kondensatablauf – die Ableitung muss ein dauerhaftes Gefälle zum Abfluss haben, andernfalls sammelt sich Kondensat an und kann bei Frost gefrieren.
- Falsche Positionierung der Abluftgitter – zu nahe an Fenstern kann zu Eindringen von Abgasen beim Lüften führen.
Durchlauferhitzer TÜV: typische Betriebsprobleme und Lösungen
„Kalt-Sandwich“ beim erneuten Öffnen des Hahns
Ein kurzer Kaltstoß beim erneuten Öffnen entsteht durch verbleibendes kaltes Wasser im Rohr und die Trägheit des Brenners. Helfen kann die Funktion des Vorheizens (Mikroakkumulation), falls der Kessel sie unterstützt, oder die Gewohnheit, den Hahn nicht komplett zu schließen, sondern nur den Durchfluss zu reduzieren.
Temperaturschwankungen bei gleichzeitigem Verbrauch an mehreren Stellen
Überschreitet die Summe der Verbrauchstellen die maximale Durchflussleistung des Kessels, sinkt die Temperatur oder der Druck. Lösung: Vermeiden Sie gleichzeitigen Verbrauch, alternativ bei regelmäßigem Bedarf erwägen Sie ein Kombisystem mit Speicher.
Unzureichender Warmwasserstrom
Häufig liegt ein verstopfter Kaltwasserfilter oder ein durch Kalk abgeschlossener Wärmetauscher vor. Der Filter lässt sich selbst reinigen (mindestens einmal jährlich), die Entkalkung des Wärmetauschers gehört in die Hände des Service-Technikers bei der jährlichen Wartung.
Steuerschleife (häufiges Ein- und Ausschalten) beim Verbrauch
Bei sehr langsamer Abnahme am Grenzwert der minimalen Durchflussmenge handelt es sich um normales Verhalten. Erscheint es auch bei vollständig geöffnetem Hahn, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Defekt des Durchflussmessers vor – eine Serviceprüfung ist erforderlich.
Geruch oder Farbveränderung des Wassers nach langer Abwesenheit
Nach längerer Abwesenheit empfiehlt sich, das Wasser an allen Stellen einige Minuten lang ablaufen zu lassen, bevor es erstmals genutzt wird. Sollte das Problem danach weiter bestehen, ist dies ein Hinweis auf eine Serviceprüfung des Wärmetauschers.
Die beste Vorbeugung gegen die meisten dieser Erscheinungen bleibt die regelmäßige jährliche Wartung. Bei der Wahl eines neuen Kessels schauen Sie auch in die breitere Palette in der Kategorie Brennwertkessel.
