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Welcher Abwasser-Durchmesser wird benötigt – DN32, DN40 oder DN50?

Welcher Abflussdurchmesser wird benötigt – DN32, DN40 oder DN50?

Eine der am häufigsten gestellten Fragen bei der Auswahl von Abfluss-Technik. Scheinbar eine kleine Detailsache – der Durchmesser des Abflussrohres – kann in der Praxis aber durchaus Probleme bereiten: Wenn Sie einen Siphon oder Ablauf mit dem falschen Anschlussdurchmesser kaufen, bleibt nichts anderes übrig, als erneut in den Laden zu fahren, wahllos auf Ware zu warten oder im schlimmsten Fall sogar frische Fliesen wieder aufzubrechen. Deshalb widmen wir uns diesem Thema wirklich in aller Tiefe.

In diesem Artikel erklären wir, was das Kürzel DN (Diameter Nominal – Nennweite) genau bedeutet, warum es drei am häufigsten vorkommende Größen (DN32, DN40, DN50) gibt, wo jede davon standardmäßig eingesetzt wird, welche tatsächlichen Maße es gibt und wie man in Situationen vorgeht, in denen man sich nicht sicher ist. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigen wir typische Fehler auf, die man leicht vermeiden kann.

Was ist die Nennweite DN und warum ist sie nicht identisch mit dem tatsächlichen Rohrdurchmesser?

DN (von französisch Diamètre Nominal) ist ein standardisierter Maßsystem, der den Rohrdurchmesser unabhängig vom Material, der Wandstärke oder Hersteller definiert. Es handelt sich um eine Referenznummer, nicht um eine exakte Angabe des inneren oder äußeren Durchmessers in Millimetern – obwohl die Zahlen in der Praxis meist ziemlich nahe kommen.

Im Kontext der Badezimmerabfluss-Technik gilt vereinfacht:

  • DN32 – innerer Rohrdurchmesser ca. 32 mm, äußerer Durchmesser von PVC-Rohren typischerweise 40 mm
  • DN40 – innerer Rohrdurchmesser ca. 40 mm, äußerer Durchmesser von PVC-Rohren typischerweise 50 mm
  • DN50 – innerer Rohrdurchmesser ca. 50 mm, äußerer Durchmesser von PVC-Rohren typischerweise 58–63 mm (je nach Hersteller und System)

Beim Kauf arbeiten Sie daher immer mit der DN-Benennung, nicht nur mit Millimeterangaben, die Ihnen jemand im Haus mit einem Maßband gemessen hat – denn die Angabe des äußeren Rohrdurchmessers sagt Ihnen nur den Rohrdurchmesser, nicht den Durchmesser des Abflusses, an den sich der Siphon anschließt. Das könnte zusätzlich Verwirrung stiften.

Vergleich der Nennweiten DN32 / DN40 / DN50 DN32 ∅ innen ≈ 32 mm ∅ außen Rohr ≈ 40 mm DN40 ∅ innen ≈ 40 mm ∅ außen Rohr ≈ 50 mm DN50 ∅ innen ≈ 50 mm ∅ außen Rohr ≈ 58–63 mm Vollkreis = äußere, gestrichelt = Leitungsweite (innerer Durchmesser)

DN32 – Wo wird er standardmäßig eingesetzt?

DN32 ist der kleinste gebräuchliche Durchmesser in der Badezimmerabflusstechnik. In der Wohnung findet man ihn vor allem dort, wo der Wasserdurchfluss relativ gering ist und bei dem die räumlichen Einschränkungen unter dem Möbelstück den Grund für eine kompakte Lösung bilden.

Typische Einsatzorte für DN32

  • Waschbecken – Klassischer Standard für den Ablauf des Waschbeckens. Die überwiegende Mehrheit der Waschbecken-Siphons (Flaschen-, Winkel- oder Einbausiphons) hat einen Ablauf mit DN32. Der Wasserdurchfluss beim Händewaschen ist niedrig genug, um mit diesem Durchmesser problemlos umgehen zu können.
  • Bidet – Standardmäßig DN32.
  • Einige ältere Wannen – In Gebäuden aus der Übergangszeit von 60er- bis 80er-Jahren begegnet man manchmal auch bei der Wanne DN32, was heute eher eine Ausnahme ist. Bei Renovierungen empfehlen wir immer, auf DN40 aufzurüsten.
  • Küchenspüle (manchmal) – Einige ältere Spülen hatten DN32, moderne verwenden standardmäßig DN40.

Wichtige Praxiswarnung: Verwenden Sie niemals DN32 für eine Duschkabine oder Wanne bei Neubau oder umfassender Renovierung. Dieser Durchmesser reicht einfach nicht aus, um größere Wassermengen abzuleiten, was zu stehendem Wasser in der Dusche führt, was nicht nur unangenehm ist, sondern bei längerer Verweildauer die Silikon-Dichtungen und Fugen beschädigen kann.

DN40 – Der Goldstandard für das Badezimmer

DN40 ist heute der am weitesten verbreitete Durchmesser in modernen Badezimmern. Wenn Sie ein relativ neues Gebäude (ab 2000) haben oder eine Renovierung durchführen, stoßen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf genau diesen DN40.

Typische Einsatzorte für DN40

  • Wanne – Absoluter Standard. Praktisch alle modernen Wannensiphons, einschließlich automatischer Systeme wie z. B. Siphon für Wanne mit automatischem Auslauf, Chrom, sind auf DN40 ausgelegt. Der Wannenabfluss muss in der Lage sein, das gesamte Volumen (150–300 Liter) schnell abzuleiten, weshalb DN40 unerlässlich ist.
  • Duschkabine mit Wanne – Wannen mit Ablaufloch von 52 mm (was der übliche äußere Durchmesser für einen DN40-Ablauf ist) sind auf dem Markt der Standard.
  • Bodenabläufe in Duschkabinen – z. B. Bodenablauf mit chromfarbener Gittermatte 12×12 cm, DN 40, Messing ist ein typisches Beispiel. Ein Bodenablauf mit DN40 kann den durchschnittlichen Durchfluss einer Duschdüse (8–15 Liter/Minute) mit ausreichender Reserve bewältigen.
  • Küchenspüle (modern) – Doppelspülen, große Küchenspülen mit Abfallzerkleinerer.
  • Waschmaschine (Abfluss) – Der Ablauf der Waschmaschine wird in der Regel an einen DN40-Siphon angeschlossen.
Gerät vs. empfohlene Nennweite DN Gerät DN32 DN40 DN50 Waschbecken ✓ Bidet ✓ Wanne (modern) ✓ Duschwanne ✓ Bodenablauf (Duschkabine) ✓ alt. Bodenrinne (Duschkabine) ✓ alt. Küchenspüle / Waschmaschine ✓ WC (Toilettenschüssel) ✓ alt. = alternative Lösung bei besonderen Bedingungen

DN50 – Wann benötigen Sie diesen wirklich?

DN50 ist der größte Durchmesser der üblichen Badezimmer-Entsorgungstechnik und seine Verwendung ist vor allem bei höherem Durchfluss oder bei spezifischen konstruktiven Bedingungen gerechtfertigt.

Typische Einsatzorte für DN50

  • WC – Toilettenschüssel – Der Abfluss der Toilettenschüssel erfolgt ausschließlich über DN50 (bzw. DN100 im Hauptabflussrohr, wobei der Hals direkt von der Schüssel zum Abflussrohr DN50 oder eine Reduzierung auf den Abfluss ist).
  • Bodenabläufe mit hohem Durchfluss – Längere Abläufe (über 900 mm) oder Abläufe in gewerblichen Räumen, Fitnessräumen, Saunen, wo Wasser aus mehreren Duschdüsen gleichzeitig abfließt. In solchen Fällen reicht DN40 nicht aus und es besteht das Risiko von Überlauf.
  • Bodenabläufe in feuchten technischen Räumen – Heizraum, Waschküche, Keller.
  • Barrierefreie Duschen ohne Wanne (Walk-in) – in großen Duschzonen oder im Fall der Verwendung einer Regendusche mit hohem Durchfluss (über 20 l/min) ist DN50 geeigneter.
  • Einige Premium-Bodenabläufe – beispielsweise der lange Flexible Bodenablauf mit Kante für perforierten Ablaufrost und einstellbarem Rand an die Wand, Länge 850 mm – bei solchen Längen gibt der Hersteller an, welcher Abfluss ertragen wird, und DN50 kann direkt im technischen Blatt vorgeschrieben sein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein größerer Durchmesser nicht automatisch besser ist. Wenn Sie in der Wand DN40 haben und einen Ablauf oder Abfluss mit DN50 kaufen, müssen Sie eine Reduzierung lösen – und jede Reduzierung ist ein potenzielles Verstopfungsrisiko. Immer prüfen, was in der Wand oder im Boden ist, und entsprechend das Gerät auswählen.

Wie ermitteln Sie, welcher Durchmesser in der Wand (oder im Boden) ist?

Dies ist die häufigste praktische Frage bei der Renovierung. Es gibt mehrere verlässliche Methoden:

Methode 1: Direkte Messung der bestehenden Rohrleitung

Wenn die Abwasserrohre zugänglich sind (z. B. bei der Austauschung des Siphons, wenn das alte Siphon abgebaut ist), messen Sie mit einem Maßband den außendurchmesser des Rohres und vergleichen Sie:

  • Außendurchmesser ≈ 40 mm → Rohr ist DN32
  • Außendurchmesser ≈ 50 mm → Rohr ist DN40
  • Außendurchmesser ≈ 58–63 mm → Rohr ist DN50

Methode 2: Nach dem Gerät, das den Abfluss bedient

Wenn Sie wissen, was in den Abfluss abgeleitet wird (Waschbecken, Wanne, Dusche), können Sie sich auf die oben genannten Standards verlassen. In einer Wohnanlage, gebaut nach 2000, ist es fast sicher, dass Wannen und Duschkabine DN40 haben.

Methode 3: Bauplanungsdokumentation

Bei einer Neubauung sollte in der Projektplanungsdokumentation die Sanitärinstallation inklusive der Maße eingezeichnet sein. Diese Methode ist verlässlich, doch die Dokumentation ist nicht immer verfügbar.

Methode 4: Fragen Sie den Hersteller oder Lieferanten

Der Hersteller des Einbaugeräts (Wanne, Duschwanne) gibt im technischen Blatt den erforderlichen Abflussdurchmesser an. Wenn Sie eine neue Wanne kaufen, prüfen Sie einfach, was erforderlich ist.

Wie man DN anhand des äußeren Rohrdurchmessers bestimmt DN32 außen ≈ 40 mm 40 mm DN40 außen ≈ 50 mm 50 mm DN50 außen ≈ 58–63 mm 58–63 mm Messung mit Maßband: Außendurchmesser des Rohres → bestimmt DN

Wannenabflüsse und Durchmesser DN – was ist wichtig zu wissen

Wannenabflüsse sind in Bezug auf den Durchmesser ein interessantes Beispiel, da sie zwei verschiedene Anschlüsse haben: den Abfluss der Wanne selbst (standardmäßig 52 mm Außendurchmesser des Loches in der Wanne) und den Ablauf in das Abwasserrohr (Abfluss).

Der Ablauf des Wannenabflusses in die Wand (oder in den Boden) ist standardmäßig DN40. Dies gilt praktisch für alle gängigen Wannenabflüsse einschließlich des Wannenabflusses CLICK/CLACK mit herausnehmbarem Ablauf. Diese Art von Schließmechanismus ist heute sehr beliebt, weil der Ablauf mit Fußbedienung geöffnet und geschlossen werden kann, ohne sich bücken zu müssen – und das funktioniert verlässlich gerade wegen der Dimensionierung DN40, die den schnellen Abfluss einer vollen Wanne ermöglicht.

In älteren Bauten (Panelhäuser aus den 60er–70er Jahren) können Sie auf DN32 im Wannenabfluss stoßen. In solchen Fällen empfehlen wir bei der Renovierung dringend, die Installation auf DN40 umzurüsten – das ist keine dramatische Arbeit, aber das Ergebnis ist ein deutlich besserer Abfluss und geringere Wahrscheinlichkeit von Verstopfungen. Haare und Seifenreste verursachen in DN32 Probleme viel schneller als in DN40.

Bodenabläufe und Abläufe – Durchmesser und Durchfluss in Zahlen

Bei der Auswahl eines Bodenablaufs oder Ablaufs ist DN nicht nur ein technischer Parameter – er bestimmt direkt den maximalen Durchfluss, den das Abflussystem ohne Überlauf bewältigen kann. Schauen wir uns reale Werte an:

  • DN40 Bodenablauf: üblicherweise 20–28 Liter pro Minute. Eine gängige Duschdüse verbraucht 8–12 l/min, also gibt es hier viel Reserve.
  • DN50 Bodenablauf: üblicherweise 40–50 Liter pro Minute. Rechtfertigt sich bei mehreren Duschdüsen oder bei einer Regendusche mit großflächiger Vernebelung.
  • DN40 Bodenablauf (750–900 mm): der maximale Durchfluss hängt von der Länge und Neigung ab, liegt aber im Bereich von 20–35 l/min.
  • DN50 Bodenablauf: 40–65 l/min – geeignet für lange Abläufe oder gewerbliche Anwendungen.

Für eine gewöhnliche Duschkabine ist DN40 vollkommen ausreichend. Wenn Sie beispielsweise den doppelten Bodenablauf DOUBLE9 FIT and GO, Edelstahl, 750 mm einsetzen, gibt der Hersteller für diesen Typ den optimalen Ablaufdurchmesser an – bei diesem Modell verwenden Sie standardmäßig DN50 als empfohlenen Ablauf, was bei einer Länge von 750 mm und intensivem Duschwasserabfluss technisch Sinn macht. Lesen Sie daher immer das technische Blatt des konkreten Produkts, nicht nur, dass Sie nach dem visuellen Eindruck urteilen.

Der Themenkreis der Wahl zwischen Bodenablauf und Duschenablauf behandeln wir detaillierter im Artikel Bodenablauf vs. Duschenablauf: Was ist besser für die Duschkabine? in diesem Wissenszentrum.

Reduzierungen zwischen DN – Wann ja, wann nein?

Manchmal ist die bestehende Installation DN40, doch Sie möchten ein Gerät mit DN50 Ablauf verwenden oder umgekehrt. In solchen Fällen kommt eine Reduzierung zum Einsatz (Reduzierhals, Gummiverbindungsreduzierung oder Bogen).

Wann ist eine Reduzierung akzeptabel

  • Reduzierung von DN50 auf DN40 (Ablaufverkleinerung) ist technisch möglich, doch man muss prüfen, ob das DN40 Rohr in der Wand tatsächlich den erforderlichen Durchfluss bewältigen kann.
  • Übergangslösung, solange die Leitungen umgebaut werden.
  • Kurze Reduzierungen direkt am Siphon, wenn der Rest der Leitung korrekt dimensioniert ist.

Wann sollte man lieber auf eine Reduzierung verzichten

  • Reduzierung von DN32 auf DN50 über die gesamte Länge – stattdessen die Leitung umstellen.
  • Reduzierung direkt am Boden des Siphons (wo sich Schmutz ansammelt) – erhöht das Risiko von Verstopfungen.
  • Lange Abschnitte mit verkleinerter Leitung – verlangsamt den Ablauf, kann den Siphon-Effekt mit Geruchsaufnahme verursachen.

Aus praktischer Erfahrung können wir sagen: Reduzierungen funktionieren, wenn sie richtig eingesetzt und in kurzen Abschnitten verwendet werden. Probleme entstehen, wenn sie dauerhaft an Stellen eingesetzt werden, an denen eine ordentliche Leitung erforderlich wäre. Dann handelt es sich nur um eine Verzögerung des Problems – und in der Dusche treten Wasserabflussprobleme immer dann auf, wenn es am unpassendsten ist.

Reduzierung DN50 → DN40: korrekt vs. problematisch ✓ Korrekt DN50 Ablauf Reduzierung DN40 Rohr Reduzierung direkt am Gerät = OK ✗ Problematisch DN50 Ablauf DN32 langer Abschnitt! Verstopfungsgefahr, stehendes Wasser und Gerüche aus dem Siphon Bei langen Abschnitten immer die Leitung auf korrekten DN umstellen Mehr zu Siphongerüchen: siehe Artikel „Siphon riecht oder Wasser steht"

Praktische Szenarien aus der Sanierungspraxis

Um nicht nur die Theorie zu verfolgen, hier einige typische Situationen, mit denen wir uns in der Praxis konfrontiert sehen:

Szenario 1: Austausch des Wannensiphons in einer Panelbauwohnung aus den 80er Jahren

Der Kunde ersetzt das alte Wannensiphon. Er entfernt das alte, misst das Abflussrohr – der äußere Durchmesser beträgt 40 mm, also DN32. Ein neues Siphon (modern DN40) passt dort nicht einfach hinein. Es gibt zwei Lösungen: Entweder Sie beziehen ein Siphon mit DN32 Ablauf (es gibt immer noch welche), oder Sie ersetzen das Abflussrohr auf DN40. Letzteres ist langfristig korrekt – erstere ist ein Kompromiss, der funktioniert, doch bei der nächsten Sanierung werden Sie mit dem gleichen Problem konfrontiert.

Szenario 2: Neues barrierefreies Duschbad mit Walk-in-Lösung

Neubau, Duschkabine 1200×900 mm ohne Wanne, mit langem Bodenablauf an der Wand. Der Architekt plant eine Duschdüse mit einem Durchfluss von 18 l/min. Korrekte Wahl: Bodenablauf mit DN50 Ablauf, direkt angeschlossen an das DN50 Abflussrohr im Boden. Die Verwendung von DN40 in dieser Situation wäre an der Grenze – bei gleichzeitiger Benutzung der Duschdüse und der Handdusche (was jeder macht) besteht die Gefahr, dass der Ablauf nicht ausreicht und Wasser sich auf dem Boden ansammelt.

Szenario 3: Sanierung des Badezimmers, Kunde möchte „größeren Ablauf“ für besseren Abfluss

Der Kunde ersetzt den DN40 Bodenablauf durch einen „besseren“ mit DN50, weil er denkt, dass der Abfluss besser sein wird. Problem: Das Rohr im Boden ist DN40. Ergebnis: Eine Reduzierung, die den Leistungsfähigkeit nicht verbessert – das limitierende Element ist das Rohr, nicht der Ablauf. Das echte Problem lag woanders: Der alte Siphon war vernachlässigt und verschmutzt. Nach der Reinigung und dem Austausch durch einen neuen DN40 Ablauf funktionierte alles perfekt. Lehre: Ein größerer DN bei gleichem Rohr hinter dem Gerät bedeutet nicht besseren Abfluss.

Szenario 4: Kauf eines Bodenablaufs im Onlineshop ohne Überprüfung des DN

Der Kunde kauft einen Ablauf mit DN50 Ablauf, im Boden ist jedoch ein DN40 Leitungssystem. Der Ablauf kommt an, der Monteur stellt die Inkompatibilität fest. Lösung: Suche nach einer Reduzierung, ein Tag und einige Euro gehen verloren. Das lässt sich einfach vermeiden – überprüfen Sie vor dem Kauf, welcher DN in Ihrem Boden ist. Wenn Sie es nicht wissen, rufen Sie den Monteur an oder fragen Sie bei der Bestellung nach.

Sonderfälle: Durchmesser am Ablauf vs. Durchmesser am Überlauf

Wannensiphons haben neben dem Ablaufrohr (untere Seite, an das Abflussrohr angeschlossen) auch ein Überlaufrohr (obere Seite, an den Überlauf in der Wanne angeschlossen). Die Durchmesser dieser beiden Rohre können unterschiedlich sein und sollten nicht verwechselt werden:

  • Ablaufrohr der Wanne (untere Seite, im Boden der Wanne): Standardmäßig 52 mm äußerer Durchmesser – dieser wird nicht als DN bezeichnet, es handelt sich um den Durchmesser der Verschluss-/Siphonflansch
  • Überlaufrohr der Wanne (obere Seite, Überlauf zum Schutz vor Überlaufen): Standardmäßig 55–62 mm äußerer Durchmesser des Flansches
  • Ablauf des Siphons in das Abflussrohr: DN40 (äußerer Durchmesser des Rohres 50 mm)

Beim Kauf eines Badewannen-Siphons sollten Sie daher immer Hersteller und Modell der Wanne angeben – oder direkt die Maße der Öffnungen in der Wanne, um die Kompatibilität sicherzustellen. Mehr zum richtigen Siphon finden Sie im Artikel Wie wählt man den richtigen Siphon aus: Waschbecken, Badewanne oder Dusche? in diesem Wissenszentrum.

Zusammenfassung: schneller Entscheidungsleitfaden

Falls Sie sich schnell vergewissern möchten, welcher DN Sie benötigen, folgen Sie diesem Vorgehen:

  1. Ermitteln Sie, welches Gerät Sie ableiten (Waschbecken → DN32, Wanne/Dusche → DN40, WC → DN50).
  2. Überprüfen Sie, welcher DN in der Wand oder im Boden vorhanden ist (messen Sie den äußeren Durchmesser der bestehenden Leitung).
  3. Beide Zahlen müssen übereinstimmen – Gerät und Leitung müssen denselben DN haben (oder das Gerät hat einen größeren DN und Sie lösen die Reduktion, was idealerweise nicht der Fall ist).
  4. Bei speziellen Fällen (langer Ablaufschacht, großer Duschkabine, mehrfache Duschen) konsultieren Sie vor dem Kauf einen Monteur.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich einen Siphon DN40 an ein Rohr DN32 anschließen?

Technisch gesehen ja, mithilfe einer Gummireduktion oder eines Reduzierhalses. Praktisch begrenzt dies jedoch den Durchfluss auf die Kapazität des DN32-Rohres, was bei Wanne oder Dusche zu einem langsamen Abfluss und häufigeren Verstopfungen führen kann. Wir empfehlen, die Abwasserleitung auf DN40 umzurüsten – dies ist eine Einmalkosten, die sich langfristig lohnt.

Hat der Durchmesser DN auch einen Einfluss auf den Geruch aus dem Siphon?

Indirekt ja. Ein zu kleiner Durchmesser (DN32 an einem Gerät, bei dem eigentlich DN40 erforderlich wäre) kann zu einem langsameren Abfluss führen, wodurch sich Wasser länger hält, Ablagerungen entstehen und Gerüche entstehen. Gleichzeitig kann ein Unterdruck in falsch dimensionierten Leitungen den Siphon „ansaugen“ – das Wasser wird aus dem hydraulischen Schloss gedrückt und Abgas gelangt in das Badezimmer. Mehr dazu finden Sie im Artikel Der Siphon riecht oder das Wasser steht: Ursachen und Lösungen.

Ist DN50 besser als DN40, wenn ich die Wahl habe?

Nicht unbedingt. Ein größerer Durchmesser bringt eine höhere Durchflusskapazität, hilft aber nichts, wenn die Leitung nicht entsprechend dimensioniert ist. Für einen normalen Haushalts-Duschkabine ist DN40 optimal – er hat ausreichende Kapazität und ist in der Sortimentsauswahl an Siphonen, Abläufen und Schächten weitaus verfügbarer. DN50 wählen Sie nur dort, wo der Durchfluss tatsächlich höher ist.

Was bedeutet es, wenn auf dem Ablaufschacht oder Ablaufrohr „DN40/50“ steht?

Einige Produkte bieten den Ablauf in zwei Größen an – Sie können je nach Leitung, die Sie haben, das passende Halsstück einsetzen. In der Regel ist die Siphonfeder oder das Ablaufrohr austauschbar. Stellen Sie immer sicher, wie der konkrete Hersteller dies löst – manchmal geht es um Kompatibilität mit Reduzierfeder, manchmal um wirklich unterschiedliche Produktvarianten.

Gelten dieselben Regeln für Kunststoff- und Metallrohre?

Was das DN-Begriffes angeht, ja – DN ist ein nomineller Durchmesser unabhängig vom Material. Praktisch können jedoch Kunststoffrohre (PVC, PP) und Kupfer- oder Stahlrohre bei gleichem DN leicht unterschiedliche tatsächliche äußere Durchmesser haben. Deshalb ist es beim Kauf von Dichtungen und Reduktionen immer besser, auch das konkrete Material und den äußeren Durchmesser des Rohres zu kennen, nicht nur die DN-Zahl.

Wo finde ich Produkte mit konkretem DN-Durchmesser auf atria.sk?

Im Bereich Abwasserentwässerungstechnik sind die Produkte gefiltert und die Beschreibung jedes Geräts enthält den Ablaufdurchmesser. Falls Sie unsicher sind, stehen Kontaktdaten und technische Beratung direkt auf der Seite zur Verfügung. Bei der Auswahl eines Bodenablaufs empfehlen wir, auch den entsprechenden technischen Datenblatt zu prüfen – dort finden Sie immer den genauen Ablaufdurchmesser und die maximale Durchflussmenge in l/min.


Fazit

Die Wahl des richtigen DN-Durchmessers ist keine Wissenschaft, wenn Sie wissen, wonach Sie suchen. Einfaches Regelwerk: Waschbecken und Bidet = DN32, Wanne und Dusche = DN40, WC und größere Ablaufschächte = DN50. Stellen Sie immer sicher, welchen Leitungsanschluss Sie in der Wand oder im Boden haben, und stimmen Sie den Kauf darauf ab – nicht umgekehrt. Reduktionen sind Rettungsmaßnahmen, keine Standards.

Ob Sie einen alten Wannensiphon ersetzen, einen neuen Duschkabine mit Bodenablauf lösen oder eine komplett neue Badezimmerplanung durchführen – der DN-Durchmesser sollte die erste Sache sein, die Sie ermitteln, nicht die letzte. So sparen Sie überflüssige Kosten, Frustration und in einigen Fällen sogar die Demontage frisch verlegter Fliesen.

Für weitere technische Details zur Montage, Auswahl von Geräten und Lösungen für gängige Probleme können Sie in anderen Artikeln dieses Wissenszentrums weiterlesen – beispielsweise Montage eines Bodenablaufs Schritt für Schritt: Gefälle, Position, Anschluss oder Montage eines Wannensiphons mit Automatik oder CLICK/CLACK-System.

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