Welchen Gewinde- und Anschlussdurchmesser für den Ausdehnungsgefäß wählen
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Welchen Gewinde- und Anschlussdurchmesser für das Ausdehnungsgefäß wählen
Eine scheinbar banale Frage – und doch eine derjenigen, bei der in der Praxis überraschend viele Fehler gemacht werden. Der falsche Gewindeanschluss oder Durchmesser des Ausdehnungsbehälters kann die gesamte Installation so komplizieren, dass der Monteur eine Stunde damit verbringt, nach einer Reduzierung zu suchen, die er bereits von Anfang an bei sich gehabt hätte. Oder – was noch schlimmer ist – die Verbindung hält ein Jahr und beginnt dann langsam zu lecken. In diesem Artikel betrachten wir das Thema systematisch: von den Grundlagen der Gewindesysteme über die Dimensionierung des Anschlusses bis hin zu konkreten Empfehlungen für typische Installationen in Einfamilienhäusern und Wohnungen.
Warum die Wahl des richtigen Anschlusses wichtiger ist, als es scheint
Das Ausdehnungsgefäß ist nicht nur ein passiver Bestandteil des Systems – es ist ein Sicherheitskomponente, die den gesamten Kreislauf vor Druckstößen und Überhitzung schützt. Sein Anschluss muss nicht nur geometrisch korrekt sein (damit er überhaupt angeschlossen werden kann), sondern auch über die gesamte Lebensdauer der Anlage, die sich in der Regel zwischen 8 und 15 Jahren bewegt, zuverlässig dichten. In dieser Zeit durchläuft das System tausende Temperaturzyklen, Druckschwankungen und gegebenenfalls auch Wartungsmaßnahmen. Jeder dieser Faktoren stellt Anforderungen an die Verbindung zwischen Behälter und Rohrleitung.
Aus der Praxis weiß ich, dass die häufigste Ursache für Leckagen am Ausdehnungsgefäß weder die Membran noch der Behälter selbst ist, sondern ein ungeeignet gewählter oder falsch angeschraubter Anschluss. Im Artikel Warum die Verbindung am Ausdehnungsgefäß leckt: Ursachen und Lösungen widmen wir uns diesem Thema detaillierter, hier konzentrieren wir uns auf die Vorbeugung – also die richtige Auswahl bereits vor der Montage.
Grundlagen: Rohrgewinde vs. metrische Gewinde
Bevor wir zu den Empfehlungen kommen, müssen wir uns die grundlegende Terminologie klarmachen. In Heizungs- und Sanitärinstallationen begegnen wir zwei völlig unterschiedlichen Gewindeserien, die sich nicht verwechseln dürfen:
Rohrgewinde nach der Norm BSP (British Standard Pipe)
Das sind die Gewinde, die in der gesamten Sanitär- und Heizungstechnik dominieren. Sie werden mit Zollangaben bezeichnet – 1/2", 3/4", 1" usw. – doch Achtung: diese Zahl ist nicht der tatsächliche Gewindedurchmesser. Es handelt sich um eine historische Bezugnahme auf den Innendurchmesser der Rohre, für die das Gewinde ursprünglich bestimmt war. Die tatsächlichen Maße sind größer. So hat beispielsweise ein 3/4"-Gewinde einen Außendurchmesser von 26,44 mm und eine Steigung von 14 Gewindegängen pro Zoll.
Rohrgewinde werden weiter unterteilt in:
- G (BSP parallel, zylindrisch) – beide Komponenten haben parallele Gewindeflanken. Die Dichtung erfolgt durch eine Flanschdichtung, O-Ring oder durch Hanf-/Teflon-Dichtung. Bezeichnung z. B. G 3/4".
- R/Rc (BSP konisch) – eine oder beide Komponenten haben konische Flanken (Neigung 1:16). Die Dichtung entsteht durch das Gewinde selbst. Bezeichnung z. B. R 3/4" (Außen-) oder Rc 3/4" (Innen-).
Metrische Gewinde (ISO)
Metrische Gewinde werden mit dem Buchstaben M und einer Zahl bezeichnet, die den tatsächlichen Außendurchmesser in Millimetern angibt – z. B. M8, M10, M12. Metrische Gewinde kommen in der Sanitärinstallation üblicherweise nicht als Anschlüsse für Medien vor, sondern als Befestigungselemente: Verankerungsschrauben, Montagekonsolen, Befestigungshalterungen für Behälter. Genau deshalb trägt z. B. der Montagehalter M8 kein Medium – sein M8-Gewinde dient ausschließlich der mechanischen Befestigung des Behälters an der Wand oder Konsol.
Diese grundlegende Verwechslung – ein metrisches Maß dort zu verwenden, wo ein Rohrgewinde erforderlich ist, oder umgekehrt – ist eine der häufigsten Fehler bei Anfänger-Monteur. Beide Gewindetypen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sind aber weder miteinander kompatibel noch austauschbar.
Standardanschlüsse für Ausdehnungsgefäß: Was in der Praxis vorkommt
Die überwiegende Mehrheit der Ausdehnungsgefäß für geschlossene Heizungssysteme und Warmwasseranlagen hat einen Anschluss mit 3/4" BSP Außengewinde. Dies gilt für Behälter ab 2 Litern bis ungefähr 200 Litern, unabhängig vom Hersteller – sei es Reflex, Zilmet, Aquasystem, Flamco oder andere Marken. Dies ist de facto der europäische Standard für Wohnrauminstallationen.
Kleinere Behälter (bis ca. 8 Litern) werden manchmal mit einem Anschluss mit 1/2" BSP Außengewinde geliefert, doch in der Praxis nimmt ihr Anteil ab – die meisten Hersteller sind auf einheitliche 3/4"-Maße umgestiegen, um das Sortiment und die Montage zu vereinfachen. Größere industrielle Behälter (über 200–300 Litern) können Anschlüsse mit 1" oder 1 1/4" haben, doch diese kommen in der normalen Wohnraumpraxis fast nicht vor.
Tabelle: Typische Größen von Ausdehnungsbehältern und ihre Standardanschlüsse
| Behältervolumen | Häufigster Anschluss | Bemerkung |
|---|---|---|
| 2 – 8 Liter | 1/2" oder 3/4" Außengewinde BSP | Abhängig vom Hersteller, bitte Katalog prüfen |
| 8 – 80 Liter | 3/4" Außengewinde BSP | Europäischer Standard, am weitesten verbreitet |
| 80 – 200 Liter | 3/4" Außengewinde BSP | 3/4" dominiert weiterhin, einige Hersteller bieten 1" |
| 200+ Liter | 1" oder 1 1/4" Außengewinde BSP | Industrielle und gewerbliche Anwendungen |
Daraus ergibt sich die praktische Schlussfolgerung: Wenn Sie einen Standard-Einfamilienhaus mit einem Heizkessel bis 30 kW und einem Ausdehnungsgefäß bis 80 Liter dimensionieren, arbeiten Sie fast sicher mit der Anschlussgröße 3/4". Und genau für diese Abmessung ist die Befestigungssatz für das Ausdehnungsgefäß 3/4" konzipiert, der alle notwendigen Elemente für eine zuverlässige Befestigung und Anschluss in einem Paket enthält.
Maß des Anschlusses vs. Rohrdurchmesser: Wie passen sie zusammen?
Hier beginnt sich ein weiterer Moment der Verwirrung. In Wohnraumheizungsanlagen ist das Rohr meistens Kupfer oder Kunststoff (PEX, mehrschichtig) mit einem inneren Durchmesser von 15 mm oder 18 mm, was den Rohrgrößen 1/2" oder 3/4" entspricht. Das Ausdehnungsgefäß hat jedoch einen Anschluss von 3/4" BSP – wie passt das zusammen, wenn das Rohr nur 1/2" ist?
Die Antwort ist einfach: Beim Anschluss des Ausdehnungsgefäßes wird fast immer ein Abzweig oder ein T-Stück am bestehenden Rohr verwendet, plus ein Verbindungselement (Kugelhahn, Schraubverschluss oder Befestigungssatz), der von der Rohrgröße zum Anschluss des Gefäßes wechselt. Das Gefäß selbst wird nicht direkt in den Hauptdurchflusskreis angeschlossen – es wird von einer Abzweigung angeschlossen, meist mit einem Schließhahn für den Fall der Membran- oder Gefäßwechsel.
Deshalb ist der Anschluss des Gefäßes nicht nach dem Rohrdurchmesser, sondern nach dem Volumen des Gefäßes und dem Herstellerstandard dimensioniert. Das führende Rohr kann auch 1/2" sein – das beeinflusst die Funktion nicht, da das Ausdehnungsgefäß kein Durchflussgerät ist. Der Druck wird statisch übertragen.
Kegelgewinde vs. Zylindergewinde: Wo ist der Unterschied und worauf ist zu achten?
Die meisten europäischen Hersteller von Ausdehnungsgefäßen haben einen Anschluss mit zylindrischem (parallelem) Außengewinde G. Die Dichtung erfolgt also nicht durch das Gewinde selbst, sondern durch eine Flachdichtung – eine ebene Dichtung in der Fläche oder eine umschlossene Dichtung (Kunststoff mit Paste, Teflon, usw.).
Kegelgewinde (R/Rc, NPT) kommen hauptsächlich in industriellen Anwendungen, in der amerikanischen Norm NPT oder in einigen älteren Installationen vor. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie das technische Datenblatt des Gefäßes – dort ist immer angegeben, ob es sich um G oder R handelt.
Praktische Konsequenzen:
- Für G (zylindrisch) immer eine Dichtung verwenden: entweder PTFE-Band (Teflon), Hanf mit Dichtpaste oder eine Gumm-/Faserdichtung in der Fläche. Ohne Dichtung wird die Verbindung undicht.
- Für R/Rc (kegelartig) reicht entweder das Gewinde allein (bei richtiger Materialkombination) oder eine minimale Schicht Teflonband. Eine Flachdichtung ist nicht nötig.
- Mischen Sie niemals kegelförmiges und zylindrisches Gewinde in derselben Verbindung – die unterschiedliche Geometrie führt dazu, dass das Gewinde entweder gar nicht festgezogen wird oder undicht bleibt, selbst nach dem Anziehen.
Befestigungselemente: Wo kommt die Gewindebohrung M8 ins Spiel
Wenn die Mediumanschlussstelle gelöst ist, kommt die zweite Aufgabe: Die eigentliche Wanne muss an der Wand oder an einer tragenden Konstruktion befestigt werden. Ausdehnungsgefäß sind metallene Behälter mit Wasser und Druckluft – selbst eine 18-Liter-Wanne kann vollgefüllt 20–25 kg wiegen. Das ist eine Masse, die nicht nur vom Gewinde der Anschlussstelle getragen werden sollte.
Für die Befestigung werden entweder verwendet:
– Hakenbefestigungen (für kleinere Behälter bis 25 Liter, bei denen der Hersteller die Montagehaken direkt in die Hülle integriert),
– oder separate Befestigungssätze mit Konsol, Stange und Befestigungselement für die Wand.
Die Befestigungsschrauben in die Wand oder in die Träger sind fast immer metrische Gewinde – am häufigsten gerade M8. Deshalb ist der Montageadapter M8 ein Standardbestandteil der Montageverpackung: Er bietet das richtige Gewinde für die Befestigung an verschiedenen Arten von Untergrund.
Eine detailliertere Vergleich der metrischen Gewinde und deren Anwendung in der Praxis finden Sie im Artikel Gewinde M8 vs. andere Größen: Welchen Montageadapter brauche ich in unserem Wissenszentrum. Hier betonen wir nur den Schlüsselpunkt: M8 (metrisch) und G 3/4" (Rohrgewinde) sind zwei völlig verschiedene Funktionen – das eine befestigt, das andere dichtet. Beide sind in einer typischen Installation eines Ausdehnungsbehälters gleichzeitig vorhanden.
Praktische Szenarien aus der alltäglichen Kundenauftragspraxis
Szenario 1: Austausch einer alten Ausdehnungswanne am Kessel
Der Kunde hat eine 12 Jahre alte 18-Liter-Wanne am Brennwertkessel im Mietwohnungskern. Die alte Wanne hat einen Anschluss G 3/4" und ist an einer Konsol mit Schrauben M8 befestigt. Die neue Wanne mit gleichem Volumen von einem anderen Hersteller – identische Anschlussabmessungen (G 3/4" äußere) und gleiche Befestigungslöcher M8. Der Austausch erfolgt ohne jegliche Reduzierung, es genügt, das Dichtung in der Flanschanschlussstelle auszutauschen und ordentlich anzuziehen. Das sind etwa 80 % aller Fälle in der Praxis.
Szenario 2: Hinzufügen einer Ausdehnungswanne zum Fußbodenheizungssystem
Neubau, Verteiler der Fußbodenheizung ohne primäre Ausdehnungswanne (der Planer hat sie versehentlich nicht in den Plan einbezogen, was leider keine Einzelfall ist). Der Monteur fügt eine 12-Liter-Wanne hinzu. Am Verteiler ist ein Anschluss 1/2" innen. Die Wanne hat 3/4" außen. Lösung: Reduzierung 1/2" innen → 3/4" außen, Schließhahn 3/4", und dann direkt auf das Gewinde der Wanne. Befestigung an der Wand über eine Konsol mit M8-Befestigungsschrauben. Wichtig ist hier, die richtige Position der Wanne nicht zu vergessen – der Anschluss zeigt nach unten, damit keine Luft in das Rohr entsteht, das zu ihr führt.
Szenario 3: Wanne für das Warmwasser-System (WW)
Ausdehnungsgefäß für WW haben identische Anschlussabmessungen (G 3/4"), aber einen anderen Membrantyp – eine Membran aus Material, das für Trinkwasser geeignet ist (EPDM food grade oder Butyl). Technisch sind die Anschlüsse identisch, aber niemals einen Heizungsbehälter mit einem WW-Behälter verwechseln – nicht wegen des Gewindes, sondern wegen der hygienischen Eignung der Membran. Der Anschluss 3/4" gilt gleichermaßen, aber bei WW ist die richtige Dichtung noch wichtiger, da Trinkwasser aggressiver auf einige Dichtungsmaterialien wirkt.
Szenario 4: Solarkreis mit Ausdehnungsgefäß
Solarkreise arbeiten mit Wärmeträgern auf Basis von Glykolgemischen bei höheren Temperaturen und Drücken. Der Anschluss der Wanne ist wiederum meist G 3/4", aber hier ist die Wahl der Dichtungsmaterialien kritisch: Klassische Hanf- und Fett-Dichtungen sind nicht geeignet – verwenden Sie PTFE-Band oder spezialisierte Dichtungen für Glykol-Medien. Das Gewinde und der Durchmesser ändern sich nicht, nur das Dichtungsmaterial.
Wie prüfen Sie die Anschlussgröße vor dem Kauf oder der Montage
Die Prüfung der Anschlussgröße Ihres bestehenden (oder geplanten) Systems ist ein Schritt, der überflüssige Wege zum Laden verhindert. Hier sind bewährte Methoden:
- Technisches Blatt der Wanne oder des Kessels – immer die erste Wahl. Hersteller geben die Anschlussgröße in der Sektion „technische Parameter“ oder „Anschluss“ an. Suchen Sie nach dem Begriff „connection“, „Anschluss“ (deutsch) oder direkt „G 3/4" BSP“.
- Physische Messung – wenn Sie Zugang zum alten Gewinde haben, messen Sie den äußeren Durchmesser der Gewindezone: 20,96 mm = G 1/2", 26,44 mm = G 3/4", 33,25 mm = G 1". Die Messung mit dem Maßband (Zollstock) ist ausreichend genau.
- Zählen der Gewinde – BSP 1/2" hat 14 Gewinde pro Zoll (25,4 mm), BSP 3/4" ebenfalls 14 Gewinde pro Zoll. Wenn Sie wollen, legen Sie Papier an und machen Sie einen Abdruck des Gewindes und zählen Sie.
- Test mit Muttern oder Mutter – wenn Sie eine präzise G 3/4"-Mutter haben, überprüfen Sie die Kompatibilität durch einfaches Anziehen. Sie darf weder zu locker noch eingerostet sein.
- Lesen des Schildes auf der Wanne – die meisten Hersteller geben die Anschlussgröße direkt auf dem Aufkleber oder auf dem gestanzten Schild an der Wanne an. Suchen Sie nach dem Format „G 3/4"“ oder „3/4" M" (M = mâle, französischer Ausdruck für äußere).
Dichtung: Materialien und richtige Anwendung
Selbst das bestmögliche Gewinde wird nicht dichten, wenn die Dichtung falsch angewendet wird. Dies ist eines der Themen, die wir auch im Artikel Häufige Fehler bei der Montage von Verbindungselementen im Badezimmer und wie man sie vermeidet behandeln. Hier geben wir nur die grundlegenden Regeln an:
- PTFE-Band (Teflon): Wickeln Sie im Gewindesinn (beim Anziehen wird gewickelt, nicht abgewickelt), mindestens 3-4 Schichten für G-Gewinde. Beginnen Sie beim ersten Gewinde, nicht am Rand. Für Heizung ist 4-5 Schichten verlässlicher, für Trinkwasser und TÜV verwenden Sie ein Band mit Zulassung für Trinkwasser (Zertifizierung für Food/Drink).
- Hemp + Paste: Klassische Kombination, immer noch sehr verlässlich. Wickeln Sie das Hanf in Gewindesinn, imprägnieren Sie mit Paste (z. B. LOCTITE 577 oder ähnlich). Vorteil: Selbstheilungseffekt bei Mikrovibrationen. Nachteil: Demontage nach Jahren ist schwieriger.
- Flüssige Dichtpasten: (z. B. TANGIT Uni-Lock, Hapflex) geeignet für zylindrische und konische Gewinde, zertifiziert für die meisten Medien. Auftragen Sie eine dünne Schicht auf das Gewinde, drehen Sie ein, ohne auf das Trocknen zu warten – die Dichtung härtet erst im Gewinde aus.
- Dichtung in Flansch: Wenn die Anschlussflanschfläche hat (typischerweise flacher Gewindeanschluss), verwenden Sie die entsprechende Dichtung (EPDM, NBR, Faserdichtung). Diese Dichtung ersetzt kein Teflon – sie benötigt eine ebene Fläche.
Dimensionierung: Muss ich den Anschlussdurchmesser erhöhen, wenn die Ausdehnungsflasche größer ist?
Dies ist eine Frage, die bei größeren Anlagen auftritt. Die Antwort für Wohnraumheizsysteme ist einfach: Nein, müssen Sie nicht. Die Ausdehnungsflasche ist kein Durchflussgerät – Sie pumpen kein Medium durch sie, sondern übertragen nur Druck. Ein Anschluss G 3/4" ist hydraulisch ausreichend für jede Flasche im Einfamilienhaus, da der „Durchfluss“ über den Anschluss nur bei schnellem Aufpumpen oder Abpumpen auftritt, was in einem geschlossenen System äußerst langsam ist.
Für größere gewerbliche oder industrielle Anlagen (Heizkessel in Wohnblocks, Verwaltungsgebäude) gilt eine andere Regel – dort dimensioniert der Planer den Anschluss nach berechnetem Volumen und Druckänderungsgeschwindigkeit, und manchmal ist ein Anschluss 1" oder größer erforderlich. In der normalen Wohnraumpraxis (Einfamilienhaus, Wohnung) deckt jedoch G 3/4" alles ab, von 8 bis 200 Litern, ohne Einschränkung.
Wie wählen Sie die richtige Befestigungseinheit für Ihre Installation aus
Die richtige Befestigungseinheit muss drei Dinge gleichzeitig lösen: Anschluss (richtige Gewindemaße), Befestigung (richtiger Typ der Konsole und Befestigungselemente) und Position der Flasche (vertikale oder horizontale Montage). Für Standard-Installationen mit Anschluss 3/4" ist es am bequemsten, auf eine komplexe Befestigungseinheit für Ausdehnungsflaschen 3/4" zurückzugreifen, die diese drei Aspekte gleichzeitig abdeckt.
Beim Auswählen der Befestigungseinheit prüfen Sie:
- Maximale Tragkraft der Konsole (kg) – vergleichen Sie mit dem Gewicht der Flasche voll Wasser
- Typ des Befestigungsgewindes für die Wand (M8, M10) – je nach Untergrund (Gipskarton, Beton, Mauerwerk)
- Kompatibilität mit dem Durchmesser der Flasche – die Konsole muss den passenden Durchmesser umfassen
- Material – verzinkter Stahl ist Standard, für feuchte Räume bevorzugen Sie rostfreien Stahl
Weitere Informationen zu Typen und Kompatibilität von Befestigungssystemen finden Sie im Artikel Vergleich der Befestigungssystemtypen für Sanitärtechnik und der praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung ist im Montage der Befestigungselemente für Ausdehnungsflaschen und Sanitärtechnik Schritt für Schritt zusammengefasst.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Im Laufe der Jahre wiederholen sich bei Kundenaufträgen immer wieder dieselben Fehler. Eine kurze Übersicht:
- Verwechslung von G (zylindrisch) mit R (kegelförmig): von außen ähnlich, aber undicht. Immer im technischen Datenblatt prüfen.
- Zu wenig Dichtung: „zum Testen“ reicht aus, aber bei Druckprüfung oder beim ersten Aufheizen wird die Verbindung undicht. Besser eine zusätzliche Schicht Teflon.
- Übermäßiges Anziehen: Gusseisen- und Bronzeelemente sind zerbrechlicher, als sie aussehen. Ein Anziehen „mit Gewalt“ bricht den Ventilkörper oder den Verteiler.
- Falsche Position der Flasche: Der Anschluss muss nach unten zeigen (oder nach der Herstellerangabe zur Seite). Eine Flasche mit Anschluss nach oben funktioniert nicht richtig – eine Luftblase blockiert die Membran.
- Fehlender Absperrhahn: Immer einen Kugelhahn zwischen Anschluss der Flasche und Kreislauf montieren. Er ermöglicht den Austausch der Flasche ohne Entleeren des gesamten Systems.
- Falscher Membrantyp für TÜV: (hängt nicht vom Gewinde ab, sondern vom Material) – niemals eine Heizungs-Ausdehnungsflasche als TÜV-Ausdehnungsflasche verwenden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen G 3/4" und 3/4" BSP – ist das das gleiche?
Ja, für praktische Zwecke sind G 3/4" und 3/4" BSP identische Bezeichnungen für dasselbe zylindrische Rohrgewinde gemäß der Norm ISO 228. „BSP“ ist die britische Bezeichnung, „G“ ist die europäische ISO-Bezeichnung. In Katalogen finden Sie beide Begriffe – sie bezeichnen immer dasselbe Maß mit einem Außendurchmesser von 26,44 mm und einer Steigung von 14 Gewinden pro Zoll.
Kann ich eine Flasche mit 3/4"-Gewinde an ein 1/2"-Rohr anschließen?
Ja, das ist eine gängige Situation. Verwenden Sie eine Reduzierung von 1/2" Innengewinde auf 3/4" Außengewinde oder einen T-Stück mit entsprechenden Abmessungen. Hydraulisch ist das problemlos, da die Ausdehnungsflasche kein Durchflussgerät ist und der Anschlussdurchmesser bei Standardinstallationen keine Auswirkung auf die Funktion hat.
Soll ich Teflon oder Hanf für die Dichtung des Anschlusses der Ausdehnungsflasche verwenden?
Beide Optionen sind für Heizungssysteme korrekt. Für TÜV (Trinkwasser) bevorzugen Sie PTFE-Band mit Zertifizierung für Trinkwasser oder flüssige Dichtpasten, die für Trinkwassermedien zugelassen sind. Hanf mit normaler Paste ist technisch ausreichend für Heizung, aber bei Trinkwasser prüfen Sie die Zulassung des Produkts. Für Solaranlagen mit Glykol verwenden Sie ausschließlich PTFE oder spezielle Pasten für Glykol.
Wofür dient das M8-Gewinde in der Befestigungseinheit der Ausdehnungsflasche, wenn der Anschluss 3/4" ist?
Das M8-Gewinde und der Anschluss G 3/4" sind zwei verschiedene Funktionen derselben Installation. Der Anschluss G 3/4" verbindet die Flasche mit dem Rohrkreislauf und überträgt den Druck des Mediums. Das M8-Gewinde an der Montagevorrichtung dient ausschließlich der mechanischen Befestigung der Flasche an der Wand oder an der tragenden Konstruktion. Ohne mechanische Befestigung würde eine volle Flasche am Anschluss hängen, was zu einem Leck im Gewinde oder Schäden an den Rohren führen würde. Beide Elemente sind also in der Standardinstallation notwendig.
Wie erkenne ich, ob meine alte Flasche G 3/4" oder eine andere Größe hat?
Am schnellsten: Messen Sie mit dem Maßband den Außendurchmesser der gewindebehafteten Anschlussstelle. Wenn Sie ca. 26,4 – 26,5 mm messen, handelt es sich um G 3/4". Ein Wert von ca. 20,9 – 21,0 mm bedeutet G 1/2". Zweite Möglichkeit: Schauen Sie auf das Etikett direkt an der Flasche, wo der Hersteller „Connection: G 3/4"“ oder ähnlich angibt. Dritte Möglichkeit: Suchen Sie Hersteller und Modell in der technischen Dokumentation online nach.
Ist es notwendig, den Anschlussdurchmesser zu ändern, wenn man eine alte Flasche gegen eine neue mit größerem Volumen austauscht?
Fast immer nicht. Wenn Sie eine 18-Liter-Flasche gegen eine 25- oder sogar 50-Liter-Flasche in einer Wohnrauminstallation austauschen, bleibt der Anschluss G 3/4" Außengewinde – das ist ein europäischer Standard für diese Volumina. Ändern müssen Sie nur die Konsole und die Befestigungseinheit, wenn die neue Flasche einen anderen Manteldurchmesser oder eine andere Gewichtsklasse hat.
Fazit: Regeln, die immer gelten
Wenn Sie aus diesem Artikel nur drei Dinge mitnehmen, dann sollten es diese sein:
Erstens – Der Anschluss der Ausdehnungsflasche für Wohnraumheizung und TÜV ist fast immer G 3/4" Außengewinde, zylindrisches BSP-Gewinde. Prüfen Sie im technischen Datenblatt, aber mit diesem Wert irren Sie sich fast nie.
Zweitens – Das M8-Gewinde und das G 3/4"-Gewinde sind zwei verschiedene Funktionen. Eines befestigt, das andere dichtet das Medium ab. Beide sind in jeder ordnungsgemäß realisierten Installation einer Ausdehnungsflasche notwendig.
Drittens – Die Dichtung ist genauso wichtig wie die richtige Gewindemaße. Die richtige Dichtungsmaterialien, korrekt angewendet, ist der Unterschied zwischen einer Installation, die 15 Jahre hält, und einer, die nach einem Jahr nass wird.
Falls Sie unsicher sind, was für Ihr konkretes System am besten passt, schauen Sie auch in die weiterführenden Artikel in unserem Wissenszentrum – zum Beispiel Wie man eine Ausdehnungsflasche befestigt: Auswahl der Befestigungseinheit und richtiger Anschlussdurchmesser oder Wartung und Kontrolle von Befestigungselementen in Sanitärinstallationen. Und falls Sie ein komplettes Montagematerial suchen, deckt die Befestigungseinheit für Ausdehnungsflaschen 3/4" in Kombination mit dem Montageadapter M8 die meisten gängigen Wohnrauminstallationen ab, ohne dass weitere Komponenten gesucht werden müssen.
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