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Was bedeuten die nummerischen Bezeichnungen IBO OHI – wie liest man technische Parameter

Was bedeuten die Zahlenbezeichnungen IBO OHI – wie liest man technische Parameter

Wenn Sie sich zum ersten Mal die Produktseite einer Umwälzpumpe IBO anschauen, stoßen Sie vermutlich auf Bezeichnungen wie IBO OHI 25/60-130 oder IBO OHI 15-60/130 und wissen nicht, was diese Zahlen eigentlich bedeuten. Sie sind nicht allein – dies ist eine der häufigsten Fragen, die Kunden vor dem Kauf einer Umwälzpumpe stellen. Die gute Nachricht ist, dass das Bezeichnungssystem nicht zufällig ist. Es handelt sich um eine Abkürzungstechnik, die Ihnen – sobald Sie sie verstanden haben – fast alles Wesentliche über die Pumpe erzählen kann, noch bevor Sie ein Katalogblatt oder einen technischen Datenblatt öffnen.

In diesem Artikel erklären wir das gesamte Bezeichnungssystem der IBO OHI Modelle von Grund auf. Wir erklären, was jede Zahlengruppe bedeutet, wie diese Werte mit dem tatsächlichen Leistungsvermögen der Pumpe in Ihrem Heizsystem zusammenhängen, und zeigen konkrete Praxisbeispiele. Wenn Sie sich auch für den breiteren Kontext der Pumpeauswahl interessieren, empfehlen wir Ihnen, auch die dazugehörigen Themen in unserem Wissenszentrum zu besuchen: Welche Leistung benötigt eine Umwälzpumpe – Berechnung nach Fläche und System und Wie wählt man eine IBO Umwälzpumpe für das Heizsystem aus.

Grundbau der Bezeichnung: Aufteilung in Bestandteile

Die Bezeichnung einer Umwälzpumpe IBO OHI besteht immer aus mehreren logisch getrennten Blöcken. Schauen wir uns diese systematisch an:

  • IBO – Hersteller, polnischer Produzent von Umwälzpumpen mit starkem Marktanteil in Mitteleuropa
  • OHI – Baureihe, konkret eine Nassläufer-Umwälzpumpe für geschlossene Heizsysteme und Warmwasseranlagen
  • Erste Zahl – Nenndurchmesser der Anschlussgewinde (oder Flansch) in Millimetern, oder ein hydraulischer Parameter für eine bestimmte Serie
  • Zweite Zahl (hinter Schrägstrich oder Bindestrich) – maximale Förderhöhe (Hebehöhe) in Zehnteln von Zentimetern oder direkt in Metern gemäß der Serienkonvention
  • Dritte Zahl – Baulänge der Pumpe (Achsenabstand) in Millimetern

Diese Aufteilung gilt für die gesamte OHI-Baureihe, doch wie Sie unten sehen werden, kann sich der konkrete Schreibstil je nach Unterbaureihe geringfügig unterscheiden. Deshalb ist es immer wichtig, die Bezeichnung im Kontext der gesamten Produktreihe zu lesen.

Anatomie der Bezeichnung: IBO OHI 25/60-130 IBO OHI 25 / 60 - 130 Hersteller Typreihe Durchmesser Anschlusses (mm / 10) Max. Förder- höhe (× 0,1 m) Baulänge (mm)

Was bedeutet „OHI“ – Typreihe

Die Abkürzung OHI bezeichnet eine konkrete Produktlinie von IBO, die auf Nassläufer-Umwälzpumpen (Pumpen mit nassen Rotoren) spezialisiert ist. Bei solchen Pumpen ist der Rotor direkt in das geförderte Medium eingetaucht, das gleichzeitig als Kühl- und Schmiermedium dient. Dieses Konzept bringt mehrere praktische Vorteile mit sich:

  • Keine regelmäßige Wartung erforderlich – es gibt keine Dichtungen oder mechanischen Dichtungen, die verschleißen würden
  • Arbeiten leiser als Pumpen mit trockenen Rotoren, da das Medium Schwingungen dämpft
  • Kompakt und leicht in Standardverteilungen montierbar
  • Eignen sich für geschlossene Heizkreise, Solaranlagen und Wärmetauscher

OHI ist keine exklusive Heizungstypreihe – die Pumpen können auch Warmwasserzirkulation, Solaranlagen, Fußbodenheizungen oder kombinierte Systeme übernehmen. Das Arbeitsmedium muss reines Wasser oder Wasser mit Frostschutz (Glykol) sein, aggressive Chemikalien oder abrasives Material dürfen nicht gefördert werden.

Erste Zahl: Durchmesser des Anschlusses und seine tatsächliche Bedeutung

Die erste Zahl in der Bezeichnung – beispielsweise 15 oder 25 – bezeichnet den Nenndurchmesser des Anschlussgewindes in Millimetern. In der Praxis bedeutet das:

  • 15 – Gewinde G 1" (ein Zoll), der kleinste übliche Durchmesser für häusliche Installationen
  • 25 – Gewinde G 1½" (ein und ein halb Zoll), Standarddurchmesser für die meisten häuslichen und leichten gewerblichen Installationen
  • 32, 40 und größer – Flansche oder größere Gewinde für gewerbliche und industrielle Systeme

Diese Zahl bestimmt direkt, in welchen Rohrleitungen Sie die Pumpe ohne Adapter einbauen können. Wenn Sie in Ihrem Haus eine Verteilungsleitung mit einem Durchmesser von 1½" haben, wählen Sie eine Pumpe mit der Zahl 25. Das Modell IBO OHI 15-60/130 ist hingegen für Systeme mit geringerem Durchmesser gedacht, bei denen ein Ein-Zoll-Gewinde ausreicht. Solche Pumpen werden oft in kompakteren Anlagen oder in Sekundärkreisen größerer Systeme montiert.

Wichtige Praxiswarnung: Der Anschlusdurchmesser bestimmt nicht den maximalen Durchfluss! Eine Pumpe mit G1" kann den gleichen oder sogar höheren maximalen Durchfluss haben wie eine Pumpe mit G1½", da der Durchfluss von der hydraulischen Charakteristik des Rotors abhängt, nicht von der Gewindegröße. Die Gewindegröße sagt nur etwas über die mechanische Kompatibilität mit dem Rohr aus.

Vergleich der Anschlussgrößen OHI G 1" 15 mm OHI 15-xx G 1½" 25 mm OHI 25/xx G 2" 32+ mm OHI 32/xx

Zweite Zahl: Förderhöhe – entscheidender hydraulischer Parameter

Die zweite Zahl (nach Schrägstrich oder Bindestrich, je nach Serie) beschreibt die maximale Förderhöhe der Pumpe, meist in Zehnern von Zentimetern oder direkt in Metern. Bei der Serie OHI bedeutet die Zahl 60 eine maximale Förderhöhe von 6 Metern Wassersäule (m WC oder m H₂O). Die Zahl 40 entspricht 4 Metern.

Was ist das genau und warum ist das wichtig? In Heizsystemen handelt es sich hierbei nicht um eine räumliche Höhe – die Pumpe muss das Wasser nicht bis an die Spitze des Schornsteins pumpen. Es geht um den sogenannten hydraulischen Widerstand des Kreislaufs, also die Summe aller Reibungs- und Einzelwiderstände in Rohrleitungen, Armaturen, Ventilsystemen, Wärmetauschern und anderen Komponenten. Die Pumpe muss diesen Widerstand überwinden, damit die Flüssigkeit zirkulieren kann.

Praktisches Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus mit Heizkessel, Fußbodenheizung und einer Gesamtlänge des Kreislaufs von ca. 100 Metern und Standardarmaturen kann der hydraulische Widerstand 2–4 m WC betragen. Eine Pumpe mit 4 m (OHI 25/40) wäre an der Grenze, eine Pumpe mit 6 m (OHI 25/60) würde eine sichere Reserve bieten. Bei einem größeren Haus mit mehreren Kreisläufen oder bei Kombination aus Fußboden- und Heizkörperheizung kann eine noch höhere Förderhöhe erforderlich sein – hier kommen leistungsstärkere Modelle zum Einsatz.

Die Modelle IBO OHI 25/40-130 und IBO OHI 25/40-180 sind also hydraulisch identisch (max. 4 m WC), unterscheiden sich lediglich in der Baubreite. Dagegen haben IBO OHI 25/60-130 und IBO OHI 25/60-180 eine maximale Förderhöhe von 6 m WC.

Sehr wichtig: Maximale Förderhöhe und maximaler Durchfluss sind voneinander abhängige Werte. Wenn die Pumpe mit maximalem Durchfluss arbeitet, sinkt die Förderhöhe auf null. Wenn sie mit maximaler Förderhöhe arbeitet, sinkt der Durchfluss auf null. Der reale Betriebspunkt liegt irgendwo zwischen diesen Extremen auf der sogenannten hydraulischen Kennlinie (Q-H-Kurve). Deshalb sollte man eine Pumpe nie nur anhand eines Parameters beurteilen.

Q-H-Kennlinie: OHI 25/40 vs. OHI 25/60 Durchfluss Q (m³/h) Höhe H (m) 0 1 2 3 4 0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 25/40 25/60 OHI 25/40 (H max 4 m) OHI 25/60 (H max 6 m)

Dritte Zahl: Baubreite – warum Millimeter zählen

Die dritte Zahl in der Bezeichnung – 130 oder 180 – beschreibt die sogenannte Baubreite der Pumpe, gemessen vom Mittelpunkt einer Anschlussflansch bis zum Mittelpunkt des anderen (Maß Achse-Achse). Dieses Maß ist für den Installateur genauso wichtig wie die hydraulischen Parameter, da es bestimmt, ob die Pumpe physisch an die vorgesehene Stelle im System passt.

In der Praxis funktioniert das so: Wenn zwischen zwei Flanschen oder Gewinden im Heizkesselraum ein Abstand von 130 mm besteht, muss eine Pumpe mit Baubreite 130 eingebaut werden. Eine Pumpe mit 180 mm passt dort einfach nicht hinein. Und umgekehrt – wenn der Platz 180 mm beträgt und eine Pumpe mit 130 mm eingebaut wird, müssen Ausgleichringe ergänzt werden, was nicht immer praktisch ist und Vibrationen oder Dichtheitsprobleme verursachen kann.

Welchen Unterschied gibt es also zwischen beispielsweise IBO OHI 25/60-130 und IBO OHI 25/60-180? Hydraulisch fast keinen – beide Modelle haben den gleichen maximalen Durchfluss und die gleiche Förderhöhe. Der Unterschied liegt allein in der Montagebreite. Das Modell 130 eignet sich für ältere europäische Installationen, bei denen diese Länge Standard war, das Modell 180 wird in Systemen verwendet, die für eine längere Bauweise ausgelegt sind oder bei der Austauschung alter Grundfos-UPS-Modelle mit größerer Baubreite.

Deshalb sollte bei der Austauschung einer alten Pumpe immer die Achsabstand-Maße des eingebauten Geräts vor der Bestellung des neuen gemessen werden. Viele Installateure haben sich bereits in unangenehme Situationen gebracht, als die gelieferte Pumpe die richtige Hydraulik, aber die falsche Baubreite hatte und die Montage verschoben werden musste.

Wie sich die einzelnen Modelle in der Serie unterscheiden – praktische Tabelle

Um die Orientierung zu erleichtern, fassen wir die Parameter der verfügbaren OHI-Modelle in einer Übersichtstabelle zusammen:

Modell Anschluss Max. H (m) Baubreite (mm) Typische Anwendung
IBO OHI 15-60/130 G 1" (15 mm) 6 130 Kleines Haus, Sekundärkreis, kleinere Installationen
IBO OHI 25/40-130 G 1½" (25 mm) 4 130 Standard Einfamilienhaus, Fußbodenheizung, kürzere Montage
IBO OHI 25/40-180 G 1½" (25 mm) 4 180 Gleicher Systemtyp, längere Bauweise, Austausch UPS180
IBO OHI 25/60-130 G 1½" (25 mm) 6 130 Größeres Haus, komplexer Kreislauf, höherer Widerstand
IBO OHI 25/60-180 G 1½" (25 mm) 6 180 Gleiche Hydraulik, längere Bauweise für Austausch

Wie man technische Parameter im Katalog oder auf der Produktseite liest

Außer den Zahlen im Modellnamen finden Sie auf Produktseiten und in Katalogblättern weitere wichtige Parameter. Schauen wir uns an, was jeder von ihnen bedeutet und wie man ihn in der Praxis interpretiert:

Maximale Durchflussmenge (Q max)

Angabe in m³/h (Kubikmeter pro Stunde) oder in l/min (Liter pro Minute). Umrechnung: 1 m³/h = 16,67 l/min. Die maximale Durchflussmenge gibt an, wie viel Wasser die Pumpe in einer Stunde bei null hydraulischem Widerstand transportiert – also unter idealen Bedingungen, die in der Praxis nicht eintreten. Der reale Betriebspunkt ist immer niedriger.

Maximale Förderhöhe (H max)

Angabe in Metern Wassersäule (m WC oder m H₂O), manchmal in Kilopascal (kPa) umgerechnet: 1 m WC ≈ 9,81 kPa ≈ 0,098 bar. Für die praktische Orientierung: 1 m WC ≈ 10 kPa. Also entspricht eine Pumpe mit H max = 6 m WC etwa 60 kPa oder 0,6 bar maximalem Druckunterschied.

Leistungsaufnahme (P1) und verbrauchte Leistung

Angabe in Watt (W). Dies ist die elektrische Leistungsaufnahme der Pumpe, nicht die hydraulische Leistung. Nicht alle Watt werden in Wasserbewegung umgewandelt – ein Teil geht als Wärme im Motor verloren. Bei modernen OHI-Pumpen ist eine typische Leistungsaufnahme von 45–100 W je nach Drehzahlstufe und Belastung üblich. Im Vergleich zu alten Pumpen ist das eine erhebliche Einsparung – einige alte Grundfos UPS-Modelle verbrauchten ständig 100–180 W.

Drehzahlstufen

OHI-Pumpen haben in der Regel 3 Drehzahlstufen (1, 2, 3). Bei einer höheren Stufe läuft die Pumpe schneller, was den Durchfluss und die Förderhöhe erhöht, aber auch die Leistungsaufnahme und Lautstärke. In der normalen Saison deckt die Mehrheit der Haushalte ihren Bedarf auf Stufe 2 ab. Stufe 1 eignet sich für die Nachtabsenkung oder Übergangszeiten (Frühling, Herbst), Stufe 3 ist Reserve für die kältesten Tage oder beim ersten Befüllen des Systems.

Maximale Mediumtemperatur

Standard-OHI-Pumpen können ein Medium bis zu 110 °C bewältigen, was alle gängigen Nieder- und Mitteltemperatur-Heizsysteme abdeckt. Für Brennwertkessel (Rücklauftemperatur ca. 40–60 °C) ist das mehr als ausreichend. Bei Solaranlagen, bei denen die Glykoltemperatur stark ansteigen kann, prüfen Sie immer die maximale Temperatur im technischen Blatt des jeweiligen Modells.

Energieeffizienzklasse (EEI)

Seit 2013 gilt eine europäische Norm, die vorschreibt, dass Umwälzpumpen für die Heizung einen Energieeffizienzindex (EEI) von weniger als 0,23 haben müssen. Je niedriger die Zahl, desto effizienter die Pumpe. Moderne IBO OHI-Modelle erfüllen diese Anforderungen und haben EEI-Werte deutlich unter dem Limit. Zum Vergleich: alte feste Drehzahlpumpen hatten EEI-Werte von ca. 0,5–0,8, was bei heutigen Strompreisen einen erheblichen langfristigen Unterschied in den Kosten darstellt.

Wie man die Schreibweise unterscheidet: Schrägstrich vs. Bindestrich im Modellnamen

Kunden fragen sich manchmal, warum in einem Modell „15-60/130" steht und in einem anderen „25/60-130". Es handelt sich um verschiedene Schreibweisen, die sich im Laufe der Jahre in den Katalogen des Herstellers für verschiedene Unterserien eingebürgert haben:

  • Bei der Schreibweise 15-60/130: Die Zahl 15 ist der Anschlussdurchmesser, der Bindestrich trennt von 60, was die maximale Höhe in 10 cm = 6 m bedeutet, der Schrägstrich vor 130 trennt die Baubreite
  • Bei der Schreibweise 25/60-130: Der Schrägstrich nach 25 trennt den hydraulischen Parameter (60 = 6 m), der Bindestrich vor 130 trennt die Baubreite

Beide Schreibweisen enthalten also denselben Typ an Informationen, nur die grafische Trennung unterscheidet sich. Wenn Sie unsicher sind, lesen Sie einfach die drei Zahlen getrennt: Die erste ist immer der Anschluss, die zweite immer die Höhe, die dritte immer die Baubreite. Diese Logik gilt konsistent für die gesamte OHI-Reihe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Auswahl des richtigen OHI-Modells Schritt 1 Bestimmen Sie den Rohrdurchmesser → wählen Sie 15 oder 25 Schritt 2 Berechnen Sie den hydraulischen Widerstand → wählen Sie 40 oder 60 Schritt 3 Messen Sie die Achsabstandslänge → wählen Sie 130 oder 180 Schritt 4: Ergebnis Setzen Sie die Bezeichnung zusammen: IBO OHI [1. Zahl]/[2. Zahl]-[3. Zahl] Beispiel: G1½", 6m Widerstand, 130mm → OHI 25/60-130 Verfügbarkeit auf atria.sk/ibo/ prüfen

Häufige Fehler beim Lesen der Bezeichnung – was in der Praxis am häufigsten verwechselt wird

In den Jahren, in denen Umwälzpumpen auf dem slowakischen Markt verkauft werden, haben sich einige typische Fehler etabliert, mit denen wir uns wiederholt konfrontiert sehen:

Fehler 1: Verwechslung der hydraulischen Höhe und der tatsächlichen Gebäudehöhe

Kunden nehmen manchmal an, dass sie bei einem zweistöckigen Haus mit einer Höhe von 7 Metern eine Pumpe mit mindestens 7 m Förderhöhe benötigen. Das ist falsch. In einem geschlossenen Heizkreis wirkt die Schwerkraft symmetrisch – die Pumpe muss nicht die Gebäudehöhe überwinden, sondern nur den hydraulischen Widerstand der Leitungen. Bei einem zweistöckigen Haus mit gut geplanten Leitungen kann sogar eine 4 m Pumpe ausreichen. Der tatsächliche Bedarf wird aus den Widerständen berechnet, nicht aus der Gebäudehöhe. Mehr zum Thema finden Sie unter Welche Leistung benötigt eine Umwälzpumpe – Berechnung nach Fläche und System.

Fehler 2: Die Annahme, dass eine größere Pumpe immer besser ist

Überdimensionierte Pumpen verursachen Probleme – sie erhöhen den Lärmpegel, erzeugen im System einen zu hohen Druck, können hydraulische Schläge (Wasserhammer) verursachen und Sicherheitsventile öffnen. Zudem verbrauchen sie unnötig viel elektrische Energie. Eine richtig dimensionierte Pumpe arbeitet im mittleren Bereich ihres Q-H-Diagramms, wo sie am effizientesten ist.

Fehler 3: Ignorieren der Baubreite bei der Bestellung

Wie bereits erwähnt – Kunden wählen die richtige Hydraulik aus, messen aber nicht die Achsabstandslänge. Ergebnis: Die Montage wird um eine Woche verschoben, bis das richtige Modell ankommt. Beim Austausch messen Sie immer die physischen Maße der alten Pumpe.

Fehler 4: Verwechslung der Modelle 15 und 25 beim Preisvergleich

Manchmal vergleicht der Kunde den Preis des Modells mit G1" und G1½" und wundert sich, warum sie sich unterscheiden. Einfach – es handelt sich um verschiedene Stücke für verschiedene Installationen. Es macht keinen Sinn, das günstigere G1"-Modell zu kaufen, wenn Ihr System G1½" erfordert, denn Sie müssten Reduzierungen hinzufügen und können möglicherweise den Durchfluss einschränken.

Fehler 5: Verwechslung von Anschlussleistung und hydraulischer Leistung

Ein Pumpen mit einer Anschlussleistung von 60 W überträgt nicht 60 W hydraulischer Energie in das Wasser. Der Wirkungsgrad einer typischen Nassläuferpumpe beträgt 20–50 %, wodurch die tatsächliche hydraulische Leistung deutlich geringer ist. Beim Vergleichen von Pumpen aus verschiedenen Quellen prüfen Sie immer, ob es sich um P1 (elektrische Anschlussleistung) oder P2 (hydraulische Leistung) handelt. Die meisten Kataloge geben P1 an.

Praktische Szenarien: Wie Zahlen in der Bezeichnung beim realen Kauf helfen

Szenario A: Einfamilienhaus 120 m², Heizkörperheizung, Kessel mit Anschlüssen G1½"

Es handelt sich um den häufigsten Fall. Die Rohre sind G1½", der hydraulische Widerstand des Systems bei einer Länge der Kreise von ca. 80 m und normalen Armaturen beträgt geschätzt 3,5–4,5 m WC. Der Durchmesser G1½" führt uns zur zweiten Zahl in der Bezeichnung (25). Ein Widerstand bis zu 4,5 m bringt uns zur Modellreihe mit einer hydraulischen Höhe von 6 m – also zur Serie /60, die eine bequeme Reserve bietet. Die Baulänge hängt von den Messungen in der Kesselraum ab – bei 130 mm ist das Ergebnis IBO OHI 25/60-130.

Szenario B: Fußbodenheizung, Neubau mit kurzen Kreisen

Bei einer richtig geplanten Fußbodenheizung sind die hydraulischen Widerstände niedriger als bei einer Heizkörperanlage, da die Kreise kürzer und die Leitungen einen größeren Durchmesser haben. Der Widerstand des Systems kann nur 2–3 m WC betragen. Hier reicht das Modell OHI 25/40 aus, das günstiger und energieeffizienter ist. Bei einem kombinierten System (Fußbodenheizung + Heizkörper) wählen wir lieber /60 mit Reserve.

Szenario C: Austausch des alten Grundfos UPS 25-60 mit einer Baulänge von 180 mm

Der Kunde hat zu Hause einen 15 Jahre alten Grundfos mit einer Baulänge von 180 mm. Die Hydraulik entspricht den Parametern des OHI 25/60. Eindeutige Wahl: IBO OHI 25/60-180. Die Montage ist eine direkte Austausch ohne Änderungen an den Rohren, der Unterschied liegt nur im Preis und in der höheren Energieeffizienz des neuen Pumpens. Über den Vergleich mit anderen Marken erfahren Sie mehr im Thema IBO OHI vs. andere Marken von Umwälzpumpen – Preis-Leistungsvergleich.

Szenario D: Sekundärkreis für eine Ferienhütte mit Rohrleitung G1"

Kleines System, kurze Leitungen, kleiner Kessel. Rohrleitung G1" (15 mm Durchmesser). Der hydraulische Widerstand überschreitet 3–4 m nicht. Das Modell IBO OHI 15-60/130 ist hier die richtige Wahl – klein, günstig, mit ausreichender Reserve an hydraulischer Höhe für eine mögliche Erweiterung des Systems.

Praxisleitfaden: Welche Werte in den Parametern zu suchen sind

Zusammenfassung dessen, was konkret beim Vergleich der Modelle beachtet werden muss:

  • Rohrdurchmesser: muss mit dem bestehenden Rohr übereinstimmen oder durch Reduzierungen angepasst werden
  • Maximale Förderhöhe: muss den berechneten hydraulischen Widerstand des Systems um mindestens 20–30 % übertreffen (Sicherheitsreserve)
  • Maximale Fördermenge am Betriebspunkt: am Betriebspunkt (nicht am Maximum) muss sie der Wärmeleistung entsprechen: Q [m³/h] = P [kW] / (1,163 × ΔT [K]), wobei ΔT der Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf ist
  • Bauhöhe: muss physisch in den Montageraum passen
  • Anschlussleistung: wichtig für die langfristigen Kosten – weniger Watt = weniger Geld pro Jahr
  • EEI-Index: unter 0,23 ist heute gesetzliche Norm, bessere Pumpen haben EEI unter 0,15

Verwandte Themen im Wissenszentrum

Falls Sie bis zu diesem Artikel vorgedrungen sind und immer noch unsicher sind, welche Pumpe Sie konkret kaufen sollen, empfehlen wir, auch weitere verwandte Themen zu lesen: Wie man eine Umwälzpumpe IBO für Ihr Heizsystem auswählt führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Entscheidungsprozess. Montage der Umwälzpumpe IBO – Vorgehensweise, Position und Anschluss erklärt, wie man die Pumpe richtig montiert, in welcher Position und wie man sie elektrisch anschließt. Falls Sie Probleme mit der bestehenden Pumpe haben, sehen Sie sich Umwälzpumpe IBO pumpt kein Wasser oder ist laut – Lösung häufiger Probleme an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet die Zahl 60 in der Bezeichnung IBO OHI 25/60-130 genau?

Die Zahl 60 in diesem Kontext drückt die maximale Förderhöhe der Pumpe aus – konkret 6 Meter Wassersäule (6 m WC). Dieser Wert sagt aus, welchen maximalen hydraulischen Widerstand die Pumpe bei Nullförderung überwinden kann. In der Praxis liegt der Betriebspunkt niedriger – die tatsächliche Förderhöhe bei nomineller Fördermenge beträgt in der Regel 60–75 % des Maximums. Also arbeitet eine Pumpe mit H max = 6 m typischerweise bei 3,5–5 m WC im echten System.

Kann ich das Modell 130 durch das Modell 180 ersetzen, wenn ich Zwischenstücke einbaue?

Technisch gesehen ja, aber es handelt sich um eine unideale Lösung. Durch das Anbringen von Gewindeverlängerungen oder Zwischenstücken entstehen zusätzliche dichtete Verbindungen, die potenzielle Leckstellen sind. Zudem können Schwingungsknoten entstehen, an denen sich die mechanischen Eigenschaften der Rohrleitung ändern. Wir empfehlen immer, das Modell mit der richtigen Baulänge zu verwenden. Der Preisunterschied zwischen 130 und 180 mm ist minimal im Vergleich zu den Risiken und der Arbeit, die mit der Anpassung verbunden sind.

Warum hat das Modell OHI 15-60/130 eine andere Schreibweise als das Modell OHI 25/60-130?

Es handelt sich um eine unterschiedliche Schreibkonvention für zwei Unterreihen. Das Modell mit G1" (15 mm) stammt aus einer anderen Produktionsreihe, in der sich die Schrägstriche und Bindestriche in der Bezeichnung vertauscht haben. Der Informationsgehalt ist jedoch identisch: die erste Zahl ist der Durchmesser, die zweite Zahl ist die maximale Höhe, die dritte Zahl ist die Baulänge. Falls Sie die unterschiedliche Schreibweise verwirrt, lesen Sie einfach die drei Zahlen in der Reihenfolge, unabhängig von der Interpunktion.

Ist die Pumpe IBO OHI 25/40 für ein Haus mit Fußbodenheizung und 150 m² Fläche geeignet?

Es hängt vom konkreten Projekt ab, aber allgemein: Für eine Fußbodenheizung von 150 m² mit einem Wärmeverlust von ca. 8–10 kW und einem Temperaturabfall von 45/35 °C benötigen Sie eine Fördermenge von ca. 0,85–1,0 m³/h. Der hydraulische Widerstand bei gut geplanten Kreisen beträgt 2,5–3,5 m WC. Das Modell OHI 25/40 (H max 4 m) könnte ausreichen, aber es gibt keine Reserve. Für eine sicherere Wahl und eine mögliche Erweiterung des Systems empfehlen wir OHI 25/60, das ausreichend Platz für komplexere Kreise oder zukünftige Anbauten bietet.

Wie ermittelte ich die Abstand-mittels-Achse-Maße des alten Pumpens, das ich austauschen will?

Entfernen Sie das alte Pumpen und messen Sie physisch den Abstand zwischen den Mittelpunkten der beiden Anschlussgewinde oder Flansche – also von der Mitte eines Loches zur Mitte des anderen. Alternativ können Sie sich das Schild am alten Pumpen ansehen, auf dem in der Regel die Baulänge (Building Length oder BL) angegeben ist. Grundfos UPS-Modelle haben in der Regel 130 oder 180 mm, einige ältere Modelle sind auf 110 mm. Diese Werte sollten Sie immer durch Messung überprüfen, da Schilder manchmal verblichen oder unleserlich sind.

Hat es Sinn, ein Modell mit einer höheren Förderhöhe als berechnet zu kaufen, als Reserve?

Eine kleine Reserve (20–30 %) ist sinnvoll und wird in der Regel empfohlen. Eine große übermäßige Höhe (z. B. ein 6 m-Modell für ein System mit einem Widerstand von 1,5 m) bringt jedoch Probleme – die Pumpe arbeitet in einem ungeeigneten Punkt auf der Q-H-Kurve, was zu Lärm, Vibrationen und Kavitation führen kann. Zudem verbraucht sie mehr elektrische Energie. Die richtige Wahl ist eine Pumpe, deren nomineller Betriebspunkt in der Mitte der Q-H-Kurve liegt – nicht an den Rändern. Falls Sie sich bei der Berechnung unsicher sind, nutzen Sie das Thema Welche Leistung benötige ich für meine Umwälzpumpe? oder konsultieren Sie einen Fachmann.

Fazit: Die Bezeichnung ist kein Zufall, sondern ein technischer Code

Die Zahlenbezeichnung von IBO OHI ist kompakt, aber informativ reich. Wenn Sie die drei Zahlengruppen lesen können, wissen Sie im Grunde sofort, welches Rohr die Pumpe benötigt, welchen hydraulischen Widerstand sie überwinden kann und ob sie physisch in den Kesselraum passt. Das sind drei der wichtigsten Informationen für die richtige Wahl, um unnötige Fehler und zurückgesendete Bestellungen zu vermeiden.

Falls Sie den gesamten Artikel gelesen haben, sind Sie gut vorbereitet für die Wahl. Für Sicherheit vergleichen Sie immer die technischen Parameter des konkreten Modells mit dem technischen Datenblatt auf der Produktseite – dort finden Sie auch die Q-H-Kurven, Tabellen der Betriebspunkte und elektrische Schaltpläne. Eine Übersicht über alle OHI-Modelle finden Sie in der Kategorie Umwälzpumpen IBO.

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