PEX-AL-PEX im Vergleich zu anderen Rohrarten: Vergleich mit Kupfer, Kunststoff und PEX-B
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PEX-AL-PEX im Vergleich zu anderen Rohrarten: eine umfassende Analyse mit Kupfer, Kunststoff und PEX-B
Wenn Sie sich für ein Rohrmaterial für die Heizungsverteilung, Fußbodenheizung oder Trinkwasser entscheiden, treffen Sie eine Entscheidung, die die Funktion der gesamten Installation über Jahrzehnte beeinflussen wird. Auf dem Markt gibt es mehrere Rohrarten – Kupfer, klassischer Kunststoff (PP, PE), PEX-B und PEX-AL-PEX – und jede davon hat ihre Anhänger und Gegner. Das Problem ist, dass die meisten Online-Vergleiche entweder zu oberflächlich sind oder von Verkäufern verfasst werden, die ein bestimmtes Produkt fördern möchten.
In diesem Artikel schauen wir uns die Sache ohne Schmücken an: Was kann jedes Rohr wirklich, wo hapert es und welches Lösung ist für welche Situationen tatsächlich am besten geeignet. Die Erkenntnisse basieren auf der Erfahrung aus der täglichen Installationspraxis – anhand von Dutzenden von Projekten von Einfamilienhäusern über Wohnblocks bis hin zu Industriegebäuden.
Was ist PEX-AL-PEX genau und warum hat es drei Schichten
Bevor wir mit dem Vergleich beginnen, müssen wir wissen, mit was wir vergleichen. PEX-AL-PEX ist ein Verbundrohr aus drei Schichten: eine innere Schicht aus vernetztem Polyethylen (PEX), eine mittlere Schicht aus Aluminium (Al), die entweder aufgeschmolzen oder überlappend verlötet ist, und eine äußere Schutzschicht aus PEX. Diese drei Schichten sind mit einem speziellen Klebstoff verklebt, sodass sie einen monolithischen Verbund bilden.
Die Aluminiumschicht ist nicht nur ein Füllmaterial – sie erfüllt gleich mehrere Funktionen. Erstens gewährleistet sie die Formgedächtnis: Das Rohr behält nach dem Biegen die gewünschte Form ohne Rückprall, was bei der Installation eine große praktische Vorteil ist. Zweitens fungiert sie als Sauerstoffbarriere, die verhindert, dass Sauerstoff durch die Rohrwand in das Heizwasser diffundiert. Drittens erhöht Aluminium die Festigkeit der gesamten Rohrleitung, was es ermöglicht, eine dünnere Wand beizubehalten, ohne die Druckparameter zu beeinträchtigen.
Der äußere Durchmesser variiert standardmäßig von 16 mm bis 63 mm. Für Heizkreisverteilungen und Fußbodenheizungen sind die gängigsten Abmessungen 16×2 mm, 20×2 mm und 26×3 mm. Beispielsweise ist das PEX-AL-PEX Rohr 16×2 der Standard für Fußbodenheizkreise, das PEX-AL-PEX Rohr 20×2 wird als Verteilungsleitung vom Heizkreisverteiler verwendet, und das PEX-AL-PEX Rohr 26×3 deckt die Anschlussstelle an die Wärmequelle oder die Verteilerstiege ab.
Kupfer: Der goldene Standard mit realen Einschränkungen
Kupferrohre sind in der Installateurtradition tief verwurzelt – und das nicht ohne Grund. Kupfer hat eine hervorragende mechanische Festigkeit, ist beständig gegen Temperaturen (bis zu 110 °C, kurzfristig sogar mehr), biologisch unbedenklich für Trinkwasser und hält bei richtiger Installation 50 Jahre lang ohne Probleme. Das Lötverfahren ist ein Handwerk, das jeder erfahrene Installateur perfekt beherrscht.
Trotzdem hat Kupfer in der heutigen Praxis mehrere reale Nachteile, die es aus vielen Anwendungen verdrängen:
- Preis: Kupfer ist eine Börsenware, deren Preis in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Ein Kupferrohr DN15 (3/4") kostet typischerweise 3–5× mehr als ein vergleichbares PEX-AL-PEX mit gleichem Nenndurchmesser.
- Korrosion bei aggressivem Wasser: Weiches Wasser mit einem niedrigen pH-Wert (unter 7,0) und einem hohen CO₂-Gehalt kann Kupfer korrodieren – selbst von innen. In Regionen mit saurem Wasser haben wir Kupferverläufe gesehen, die innerhalb von 10 Jahren durchgerissen wurden.
- Elektrochemische Korrosion bei Materialmischung: Kupfer ist ein edles Metall und bildet mit Aluminiumteilen (Heizkörper, Umwälzpumpen) eine galvanische Zelle. Das Ergebnis ist vorzeitige Korrosion des Aluminiums – und hier liegt der Ironie: In Systemen mit Aluminiumheizkörpern ist Kupfer problematisch.
- Thermische Ausdehnung: Kupfer dehnt sich bei Erwärmung weniger aus als Kunststoff (etwa 0,017 mm/m/°C), aber bei langen Verteilungen muss man mit Ausdehnung rechnen und Ausgleichsrohre einbauen.
- Arbeitsaufwand bei der Installation: Lötverbindungen erfordern offenes Feuer, Reinigung der Verbindungen, Lot und Flux – was in isolierten Konstruktionen oder in der Nähe brennbarer Materialien die Arbeit erschwert. Jede Verbindung benötigt Zeit und Geschick.
- Steifheit: Kupfer lässt sich biegen, aber ohne spezielle Biegemaschine neigt es dazu, sich zu verformen. Bei komplexeren Verläufen braucht man mehr Biegeformen.
In der Praxis bleibt Kupfer die ideale Wahl dort, wo maximale mechanische Festigkeit bei Exposition gegenüber UV-Strahlung oder mechanischen Beschädigungen erforderlich ist (z. B. bei Außenleitungen), bei der Anschlussstelle an den Kessel im Kesselraum oder dort, wo der Kunde ausdrücklich auf eine traditionelle Lösung besteht. Für Fußbodenheizung oder lange Verteilungen in Holzbauweise empfiehlt heute die Mehrheit der erfahrenen Techniker Kupfer nicht mehr.
Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE): günstig, aber mit schwerwiegenden Kompromissen
Klassische Kunststoffrohre aus Polypropylen stellen die am häufigsten verkaufte Rohrgruppe für die Verteilung von kaltem und warmem Wasser in der Wohnungsbauweise dar. Der Grund ist einfach: Sie sind günstig, leicht erhältlich und ihre Installation (Schweißen bei Temperatur) benötigt kein spezielles Werkzeug im Wert von Tausenden Euro. Die Schweißverbindung ist dauerhaft und benötigt keine Dichtelemente.
Wo PP-Rohre deutlich nach hinten fallen:
- Thermische Ausdehnung: PP hat einen linearen Ausdehnungskoeffizienten von ca. 0,07–0,08 mm/m/°C, was bei einer Temperatur von 60 °C und 10 m Leitungslänge eine Ausdehnung von 42 mm ergibt. Das ist eine riesige Zahl, mit der die Installation sich durch Dehnungsschleifen oder bewegliche Halterungen abgleichen muss. In der Fußbodenheizung ist PP praktisch nicht verwendbar, ohne besondere Maßnahmen.
- Sauerstoffdiffusion: Standard-PP-Rohre lassen kein Sauerstoff durch die Wand – das ist ein Vorteil. Aber Wasser mit aggressiver Chemie kann es anders beanspruchen.
- Steifheit vs. Sprödigkeit: PP ist bei normaler Temperatur relativ steif, wird aber unter 0 °C spröde und bricht leicht. In nicht beheizten Räumen ist das ein ernsthaftes Risiko.
- Leitungsquerschnitt: Die dicken Wände von PP-Rohren (SDR 11 für warmes Wasser) verringern tatsächlich den freien Durchmesser. Bei einem Außendurchmesser von DN 20 mm beträgt der freie Durchmesser nur 13,2 mm – das ist gegenüber einem PEX-AL-PEX 20×2 (freier Durchmesser 16 mm) ein empfindlicher Unterschied für die Hydraulik.
- Installation in Wänden: PP-Verbindungen sind groß und die Formteile voluminös – in Räumen mit Gipskarton oder Mauerwerk sind sie weniger geeignet als dünnwandige kontinuierliche Verbundrohre.
PP-Rohre sind sinnvoll für die Verteilung von kaltem Wasser in einer sichtbaren Maschinenkammer, im Keller, wo kein Problem mit Dehnung besteht, oder bei Verteilungen, bei denen keine Anforderung an diskrete Installation besteht. Für die Fußbodenheizung ist es praktisch ausgeschlossen.
PEX-B: Flexibilität ja, aber ohne Formgedächtnis und mit Sauerstofffrage
PEX-B (vernetzter Polyethylen durch Silan-Methode – sogenannte Engel oder Silane-Prozess) ist ein reines Kunststoffrohr ohne Aluminiumschicht. Es ist äußerst flexibel, lässt sich leicht biegen, verträgt Frost (im Gegensatz zu PP) und seine Fertigung ist günstiger als bei PEX-AL-PEX.
Warum viele Techniker es dennoch nur für spezifische Anwendungen bevorzugen:
- Kein Formgedächtnis: PEX-B kehrt nach dem Biegen in die ursprüngliche Form zurück – sogenannte „Plastizitätserinnerung“. Das bedeutet bei der Verlegung von Fußbodenheizkreisen, dass das Rohr in die Ebene zurückkehren will und alle 30–50 cm fixiert werden muss. PEX-AL-PEX behält die Form nach dem Biegen – die Verlegung ist schneller und bequemer.
- Sauerstoffdiffusion: Ohne Aluminiumschicht diffundiert Sauerstoff durch die Rohrwand ins Wasser. In einem geschlossenen Heizsystem führt das zur Oxidation von Metallkomponenten (Kessel, Pumpe, Heizkörper, Ventile). Es gibt zwar PEX-B mit EVOH-Barriere, aber die ist deutlich weniger wirksam als Aluminium.
- Thermische Ausdehnung: PEX-B dehnt sich ähnlich wie PP aus – ca. 0,06 mm/m/°C. Bei warmen Verteilungen muss die Dehnung gelöst werden. PEX-AL-PEX hat aufgrund von Aluminium nur eine Ausdehnung von 0,025 mm/m/°C – das ist um 60 % geringer.
- Druckparameter: Reines PEX-B ohne Aluminium hat niedrigere maximale Betriebsdrücke bei gleicher Wanddicke als PEX-AL-PEX. Für Heizsysteme mit Drücken über 6 bar ist das ein relevanter Einschränkung.
- Verbindungen: Pressen an PEX-B erfordert spezielle Formteile (anderes System als bei PEX-AL-PEX) und die Qualität der Verbindung hängt von der Präzision der Presse ab – Unterpressen ist visuell schlechter erkennbar als bei Verbundrohren.
PEX-B ist ein hervorragendes Rohr für Sanitärleitungen von kaltem und warmem Wasser in Wänden, wo Flexibilität wichtig ist und es nicht um ein geschlossenes Heizkreis geht. Für die Fußbodenheizung ersetzen ihn heute die meisten Installateure zunehmend durch PEX-AL-PEX genau wegen der Sauerstoffbarriere und des Formgedächtnisses.
Detaillierter Vergleich von PEX-AL-PEX mit allen Typen – Parameter-Tabelle
| Parameter | Kupfer | PP Kunststoff | PEX-B | PEX-AL-PEX |
|---|---|---|---|---|
| Formgedächtnis (Biegen) | ✅ ja | ❌ nein | ❌ nein | ✅ ja |
| Sauerstoffbarriere | ✅ ja | ✅ ja | ⚠️ teilweise (EVOH) | ✅ ja (Al) |
| Thermische Ausdehnung (mm/m/°C) | 0,017 | 0,07–0,08 | 0,06 | 0,025 |
| Max. Betriebstemperatur (°C) | 110 | 70–95 | 70–80 | 95 (kurzfristig 110) |
| Max. Betriebsdruck (bar) | 10–25 | 6–10 | 6–8 | 10–16 |
| Frostbeständigkeit | ⚠️ bricht | ❌ spröde | ✅ beständig | ✅ beständig |
| Relative Kosten (1 = günstig) | 4–5 | 1 | 1,5–2 | 2–3 |
| Verbindungsmethode | Löten, Pressen | Schweißen | Pressen, Steckverbindungen | Pressen, Schraubverbindungen |
| Eignung für Fußbodenheizung | ⚠️ eingeschränkt | ❌ nein | ⚠️ bedingt | ✅ ideal |
| Lebensdauer bei korrekter Installation | 40–50 Jahre | 30–40 Jahre | 25–50 Jahre | 50+ Jahre |
Wo PEX-AL-PEX wirklich glänzt – konkrete Anwendungsfälle
Anwendungsfall 1: Fußbodenheizung in einem Neubau Einfamilienhauses
Dies ist heute durchaus die häufigste Anwendung von PEX-AL-PEX. Der Kunde plant eine Betonfertigdecke mit Fußbodenheizung im Erdgeschoss und Obergeschoss, die Wärmequelle ist eine Wärmepumpe. Warum ist PEX-AL-PEX hier die klare Wahl? Das Rohr lässt sich einfach biegen, hält die Form der Schleife ohne Fixierung, die Aluminiumschicht schützt die Wärmepumpe vor Korrosion durch Sauerstoff, und die Dehnung von 1,25 mm/m bei ΔT=50 °C ist so gering, dass keine speziellen Dehnungsausgleichsmaßnahmen in der Standardfertigdecke erforderlich sind.
Für diesen Anwendungsfall ist typischerweise das PEX-AL-PEX-Rohr 16×2 mit Abständen der Schleifen von 15–20 cm üblich. An den Verteiler wird dann Verteilungsleitung 20×2 oder 26×3 mm angeschlossen. Mehr zur Dimensionierung der Schleifen finden Sie im Artikel PEX-AL-PEX-Rohre für die Fußbodenheizung: Abstände, Länge der Schleifen und maximale Temperatur.
Anwendungsfall 2: Sanierung des Badezimmers – Leitungen hinter Gipskarton
Bei der Sanierung eines Badezimmers geht es darum, dass die Leitungen möglichst wenig Platz in den Vorzimmern und Schächten einnehmen. Kupfer mit seinen großen Formstücken und der Notwendigkeit von offener Flamme verliert hier. PEX-AL-PEX 16×2 oder 20×2 wird in Leisten oder direkt hinter Gipskarton verlegt, die Formstücke sind kompakt und das Pressen mit der Presse ist schnell. Das gleiche Rohr dient sowohl als Verteilung für Warmwasser als auch als Anschluss an den Heizkörper – zwei Probleme, eine Lösung.
Anwendungsfall 3: Heizraum mit Gasheizkessel – Leitungen zu den Heizkörpern
Für die Hauptleitungen vom Kessel zu den Verteilern auf den Stockwerken wird heute in der Regel das PEX-AL-PEX-Rohr 32×3 verwendet. Der Druck im System beträgt 2–3 bar, die Temperatur 55–70 °C – PEX-AL-PEX bewältigt das mit großem Puffer. Im Vergleich zu Kupfer spart man hier 40–50 % Materialkosten und die Installation ist schneller. Die einzige Stelle, an der Kupfer im Heizraum weiterhin gerechtfertigt ist, ist das direkte Anschluss an den Kessel an Orten mit Temperaturen über 95 °C.
Anwendungsfall 4: Holzbau mit vollständigem Holzrahmen
In Holzbauten ist die Kombination aus offener Flamme (Löten von Kupfer) und Holzkonstruktion aus Brandschutzgründen unakzeptabel. PP-Schweißen ist etwas sicherer, aber die voluminösen Formstücke und die große Dehnung sind in Holzkanälen problematisch. PEX-AL-PEX ist hier klarer Favorit: schnelles Pressen, geringe Dehnung, Flexibilität beim Trassenverlauf. Zudem bietet das Rohr von VERME, wie beispielsweise das Rohr VERME PE-AL-PEX 16×2, eine noch etwas stärkere äußere Schicht mit Schutzmantel, der für Holzbauten geeignet ist.
Verbindungen und Formstücke: Wo liegt der Unterschied in der Praxis
Ein wichtiger Bestandteil des Vergleichs ist nicht nur das Rohr selbst, sondern auch das Verbindungssystem. Für PEX-AL-PEX gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Verbindungen: gepresste (für dauerhafte und überprüfbare Verbindungen) und schraubbare/kompressionsbasierte (für Wartungsverbindungen, zu denen Zugang benötigt wird). Beide Arten werden in der Praxis kombiniert.
Das Pressen von PEX-AL-PEX erfordert einen Kalibrator (zur Vorbereitung des Rohrende), einen Pressring und eine Presse oder einen Pressaggregat. Die Verbindung ist nach dem Pressen dauerhaft und nicht zerlegbar und benötigt keine Dichtungen im Inneren – die Dichtung wird durch den direkten Kontakt zwischen PEX und Presskörper gewährleistet. Dies ist ein Vorteil gegenüber PP (wo die Verbindung flächig, aber nicht sichtbar ist) und gegenüber Kupfer (wo ein schlecht aufgetragener Lot oder zu wenig Zinn eine optisch gute, aber poröse Verbindung erzeugen können).
Bei schraubbaren Formstücken für PEX-AL-PEX wird das Rohr über das innere Gehäuse des Formstücks gestülpt, die Dichtung wird durch die äußere Mutter festgezogen. Die Verbindung ist wartungsbedingt zugänglich und bei Bedarf zerlegbar – vorteilhaft beispielsweise bei der Anschluss an Armaturen, Warmwasserspeicher oder Sammler. Weitere Details zum richtigen Vorgehen finden Sie im Artikel Montage von PEX-AL-PEX-Rohren: Biegen, Pressen und richtige Verbindungen Schritt für Schritt.
Bei Kupfer gilt, dass das Weichlötverfahren zwar bewährte Methode ist, aber Hartlöten (z. B. mit Silberlot) ist an vielen Arbeitsplätzen verboten oder eingeschränkt. Pressen von Kupfer ist schneller, aber die Formstücke sind teurer als bei PEX-AL-PEX. PP-Schweißen erzeugt eine sehr feste Verbindung, aber nach dem Erstarren ist keine Anpassung mehr möglich – Fehler = Ausstanzung und neue Verbindung.
Hydraulik und Strömungswiderstände: Darauf denkt man selten
Beim Vergleich von Rohren wird meist über die Materialien diskutiert, doch die Hydraulik ist genauso wichtig, und bei falscher Wahl der Rohrgröße kann das System nie die berechnete Leistung erreichen.
Die Rauheit der inneren Wand beeinflusst direkt die Druckverluste. Messwerte der äquivalenten Rauheit:
- Kupfer: 0,0015 mm (sehr glatt)
- PEX-AL-PEX: 0,007 mm (praktisch glatt, bei normalen Strömungen vernachlässigbarer Unterschied gegenüber Kupfer)
- PP: 0,007 mm (ähnlich wie PEX-AL-PEX)
- PEX-B: 0,007 mm
In der Praxis bedeutet das, dass bei gleichen inneren Durchmessern die Druckverluste zwischen Kupfer und PEX-AL-PEX minimal sind – messbar, aber nicht relevant. Der echte Unterschied tritt bei der Wandstärke auf: PP-Rohre mit SDR11 haben eine proportional dickere Wand, also einen kleineren inneren Durchmesser bei gleichem äußeren Durchmesser. Beispielsweise bei einem äußeren Durchmesser von 20 mm: PP PN20 hat einen inneren Durchmesser von 13,6 mm, während PEX-AL-PEX 20×2 einen inneren Durchmesser von 16 mm hat. Der Unterschied im Durchfluss bei gleichem Druckabfall beträgt fast 40 %.
Das hat praktische Auswirkungen: Beim Planen von Leitungen aus PP müssen Sie eine Größengruppe höher wählen, was die Materialkosten erhöht und den Vorteil des niedrigeren Preises von PP gegenüber PEX-AL-PEX verringert. Mehr zum Thema Auswahl der richtigen Leitungsdurchmesser lesen Sie im Artikel Wie wählt man das Rohr PEX-AL-PEX aus: Durchmesser, Wandstärke und Druckparameter.
Lebensdauer und Garantie: Was besagen die Normen und was besagt die Praxis
Hersteller von PEX-AL-PEX deklarieren in der Regel eine Lebensdauer von 50 Jahren bei Einhaltung der Betriebsparameter – Temperatur bis 95 °C, Druck bis 10 bar. Diese Werte sind durch Prüfungen nach den Normen ISO 15875 und EN ISO 21003 untermauert. Kupfer weist eine ähnliche deklarierte Lebensdauer auf, doch die tatsächliche Haltbarkeit hängt stark von der chemischen Zusammensetzung des Wassers ab.
In der Praxis haben wir Installationen aus PEX-AL-PEX von 20–25 Jahren (als dieser Materialtyp sich gerade erst verbreitete) gesehen, bei denen keinerlei Anzeichen von Degradation, Korrosion oder Druckverlust vorlagen. Im Gegensatz dazu zeigen kupferne Leitungen in Gebieten mit aufbereitetem Wasser oder Wasser mit niedrigem pH-Wert bereits nach 8–15 Jahren Lochkorrosion (Punkt-Korrosion).
Wichtiges Hinweis: Die Lebensdauer von PEX-AL-PEX hängt direkt von der Qualität der Klebeverbindung zwischen PEX und Al ab. Bei günstigeren, nicht markenbekannten Produkten kann diese Schicht degenerieren, was zu Schichtabhebungen und Leckagen führt. Deshalb lohnt es sich, auf verifizierte Produkte mit Zertifizierung zurückzugreifen, bei denen die Klebequalität kontrolliert wird.
Ökologische und Recyclingaspekte
Kupfer ist vollständig recycelbar und hat eine hohe Sammlerwertigkeit – deshalb wird sie auch gestohlen. PP und PEX-B sind als Kunststoffabfall recycelbar, doch ihre erneute Verwendung ist nicht trivial. PEX-AL-PEX ist ein Verbundwerkstoff aus drei verschiedenen Schichten, und seine Recyclingfähigkeit ist komplizierter – Aluminium und Kunststoff müssen voneinander getrennt werden. Es gibt spezielle Recyclinganlagen, doch diese sind in der Slowakei noch nicht Standard.
Andererseits ist der Energieaufwand bei der Herstellung von Kupfer mehrfach höher als bei der Herstellung von PEX-AL-PEX. Und da PEX-AL-PEX seine Form behält und weniger Formteile benötigt, ist der insgesamt Materialverbrauch bei der Installation geringer. Für die meisten Kunden ist Ökologie kein entscheidender Faktor, doch es ist gut zu wissen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann PEX-AL-PEX direkt an Kupferrohre angeschlossen werden?
Ja, die direkte Verbindung von PEX-AL-PEX an Kupferrohre ist bei richtiger Anwendung von Übergangsteilen technisch problemlos. Die Aluminiumschicht im PEX-AL-PEX ist nicht in direktem Kontakt mit Wasser oder Kupfer, weshalb galvanische Korrosion bei dieser Verbindung nicht auftritt. Ein Problem könnte nur entstehen, wenn Kupfer und Aluminium in direkten Kontakt kämen, was in einem geschlossenen, normalen System nicht vorkommt. Es wird jedoch empfohlen, bei der Verbindung in Systemen mit Leitungen beider Materialien in einem umfangreichen Netzwerk eine diabetische Formteile zu verwenden.
Warum ist PP-Rohr nicht für Fußbodenheizung geeignet?
Der Hauptgrund ist die extreme thermische Dehnung von PP – bei einer Temperatur von 45 °C und einer Länge von 80 m (was bei einem Abstand von 15 cm auf eine Fläche von ca. 50 m² entspricht) kann die Dehnung des Rohres beim Erwärmen von 15 auf 45 °C bis zu 140 mm betragen. Diese Dehnung in einem verlegten Schleifenkreis verursacht inneres mechanisches Spannung im Estrich, was zu Rissen führt. PEX-AL-PEX weist bei gleichen Bedingungen eine Dehnung von nur ca. 55 mm auf, was deutlich weniger gefährlich ist. Zudem ist PP-Rohr mit einem Durchmesser von 16 mm voluminös, lässt sich schwer in kleine Radien biegen und hält die Form des Schleifens ohne Fixierung alle 20 cm nicht – was bei der Verlegung sehr unpraktisch ist.
Ist PEX-AL-PEX auch für die Leitung von Trinkwasser geeignet?
Ja, PEX-AL-PEX, das für den Kontakt mit Trinkwasser zugelassen ist, erfüllt die Anforderungen der hygienischen Vorschriften (Zertifizierung gemäß Verordnung 247/2017 Z.z. für Materialien im Kontakt mit Trinkwasser). Die innere Schicht aus PEX ist inert und gibt keine schädlichen Stoffe in das Wasser ab. Die Aluminiumschicht ist nicht im Kontakt mit Wasser, weshalb auch von dieser Seite aus keine hygienischen Risiken entstehen. Es ist jedoch wichtig, Rohre mit gültiger Zertifizierung für Trinkwasser zu kaufen – nicht jedes Produkt auf dem Markt verfügt über diese, auch wenn es zum Trinkzweck verkauft wird.
Wie hoch sind die Kosten für die Installation von PEX-AL-PEX im Vergleich zu Kupfer – Gesamtkosten?
Das Rohmaterial PEX-AL-PEX ist um 40–60 % günstiger als Kupfer bei vergleichbarem Nenndurchmesser. Die Arbeitskosten sind bei PEX-AL-PEX in der Regel um 20–30 % niedriger, da das Pressen schneller ist als das Lötverfahren und das Rohr sich leichter verlegen lässt. Formteile sind bei PEX-AL-PEX günstiger als kupferne, aber teurer als PP. Insgesamt ist die Installation von PEX-AL-PEX im Vergleich zu Kupfer um 30–50 % günstiger, abhängig von der Komplexität des Projekts und den Arbeitskosten in der Region. Im Vergleich zu PP ist PEX-AL-PEX an Material teurer, aber bei richtiger Berechnung der Nenndurchmesser und Einsparungen bei der Arbeitszeit ist der Unterschied geringer, als es scheint.
Welcher ist der Unterschied zwischen PEX-AL-PEX und PE-AL-PEX?
Es handelt sich im Grunde um dasselbe, nur mit unterschiedlicher Bezeichnung. PEX steht für vernetzten Polyethylen (crosslinked PE), PE ohne X ist nicht vernetztes Polyethylen. In Rohrleitungssystemen wird unter beiden Abkürzungen heute vernetztes Material verstanden – Hersteller wie VERME bezeichnen beispielsweise das Produkt als PE-AL-PEX, obwohl es sich in Wirklichkeit um dasselbe dreischichtige Verbundrohr mit denselben Eigenschaften wie PEX-AL-PEX handelt. Wichtig ist, die Norm (EN ISO 21003, ISO 15875) und den Inhalt des Datenblatts zu beachten, nicht nur die Abkürzung im Namen.
Kann UV-Licht PEX-AL-PEX bei einer Außeninstallation beschädigen?
Ja, UV-Licht degradiert langfristig das PEX (die äußere Schicht). Bei einer vorübergehenden Außenaufstellung (Bauprozess, mehrere Wochen) ist das kein Problem, doch bei dauerhaften Außeninstallationen muss das Rohr geschützt werden – entweder durch eine Isolierung mit UV-Stabilität oder durch eine Schutzschale. Kupfer ist in diesem Punkt robuster. Für dauerhaft exponierte Außenleitungen ist daher entweder Kupfer oder PEX-AL-PEX in einem Schutzrohr die bessere Wahl.
Fazit: Wann PEX-AL-PEX wählen und wann nach einer Alternative greifen
Nach diesem Vergleich ist klar, dass PEX-AL-PEX nicht nur eine „günstige Alternative zu Kupfer“ ist – es ist ein eigenständiges Material mit eigenen Stärken, das in vielen Anwendungen traditionelle Lösungen übertrifft. Seine Kombination aus Formgedächtnis, Sauerstoffbarriere, geringer thermischer Dehnung, langer Lebensdauer und angemessenen Kosten macht es zur ersten Wahl für:
- Fußbodenheizung in allen Arten von Gebäuden
- Heizwasserleitungen in Wohn- und Einfamilienhäusern
- Installationen in Holzbauten und Niedrigenergiegebäuden
- Leitungen für warmes und kaltes Trinkwasser in Innenräumen
- Sanierungen, bei denen diskretes Verlegen hinter Wänden erforderlich ist
Kupfer bleibt in Kesselräumen bei direkter Anschluss an den Kessel, bei Außenleitungen ohne Schutz und dort, wo der Kunde aus prinzipiellen Gründen auf eine metallische Lösung besteht, gerechtfertigt. PP-Kunststoff hat Sinn für Leitungen kalten Wassers in sichtbaren Leitungen in Kessel- und Maschinenräumen. PEX-B findet seinen Platz bei sanitären Leitungen kalten Wassers in Wänden, bei denen die Sauerstoffbarriere nicht kritisch ist.
Falls Sie sich in der Thematik PEX-AL-PEX tiefer einarbeiten möchten, empfehlen wir weitere Artikel in unserem Wissenszentrum: Welcher Durchmesser von PEX-AL-PEX-Rohren ist für Fußbodenheizung, Heizkörper oder Wasserleitungen erforderlich, Mindestbiegeradius von PEX-AL-PEX-Rohren und richtige Biegetechnik ohne Knickung und Häufige Fehler bei der Installation von PEX-AL-PEX-Rohren und wie man ihnen ausweicht. Den kompletten Sortiment finden Sie direkt in der Kategorie Rohre.
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