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Montage von Kupferrohren HEPWORTH: Löt- oder Pressverbindung

Kupferrohr HEPWORTH: Löt- oder Pressverbindung – der vollständige technische Leitfaden

Kupferrohre zählen zu den ältesten und gleichzeitig verlässlichsten Materialien für die Trinkwasserinstallation in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Wer mit alten Anlagen gearbeitet hat, weiß, dass Kupfer problemlos 50, 60 oder mehr Jahre hält – vorausgesetzt, es wurde korrekt montiert. Genau hier liegt das Problem: Das gleiche Material kann mit verschiedenen Technologien verbunden werden, wobei jede Technologie andere Anforderungen an die Fertigkeit, das Werkzeug und die Zeit stellt. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die beiden Hauptmethoden, die bei der Kupferinstallation HEPWORTH eingesetzt werden – Lötverbindung (Löten) und Pressverbindung (Pressen). Wir analysieren beide Methoden im Detail, vergleichen sie allgemein und im Kontext und helfen Ihnen, zu entscheiden, was für Ihr konkretes Projekt vorteilhafter ist.

Falls Sie sich noch in der Phase der Materialauswahl befinden und überlegen, ob Sie Kupfer oder doch lieber mehrschichtige Rohre wählen sollen, empfehle ich Ihnen, vorab den Artikel Mehrschichtrohre vs. HEPWORTH: Welches ist besser für Ihre Installation zu lesen, in dem beide Materialien hinsichtlich der Gesamtkosten und der Eignung zum Einsatz verglichen werden. Hier gehen wir davon aus, dass die Entscheidung für Kupfer HEPWORTH bereits gefallen ist, und konzentrieren uns ausschließlich auf die Technologie der Verbindung.

Zwei Technologien zur Verbindung von Kupferrohren HEPWORTH LÖTVERBINDUNG Wärme + Lot (Sn97Cu3) Kapillarverbindung Kosten: niedrig Fertigkeit: hoch Zeit: mittel Trockene Oberfläche erforderlich PRESSVERBINDUNG Mechanischer Druck (Presszange) O-Ring / Dichtung Kosten: höher Fertigkeit: niedriger Zeit: kurz Auch bei Feuchtigkeit möglich vs.

Was ist das Rohr HEPWORTH und warum wird es eingesetzt

Die Marke HEPWORTH (heute Teil des Wavin-Konzerns) ist in Mitteleuropa ein Synonym für hochwertige Kupferrohre für Trinkwasser-, Gas- und Heizungsinstallationen. HEPWORTH Trinkwasserrohr 15 mm auf 50 m Rolle ist das meistverkaufte Format für die Installation von kaltem und warmem Wasser in Wohnungen – diese Dimension entspricht der Standardinstallation für die Versorgung von Waschbecken, Duschen und WC-Behältern. Für die Hauptsteigrohre, Anschlussleitungen zu Durchlauferhitzern oder für Haushalte mit höherem Verbrauch wird in der Regel HEPWORTH 22 mm auf 50 m Rolle eingesetzt, das einen größeren Durchfluss ohne unannehmbare Druckverluste ermöglicht.

Kupferrohre haben gegenüber den plastischen Alternativen einige Eigenschaften, die bei Trinkwasser relevant sind: natürliche bakteriostatische Wirkung (Kupferionen hemmen das Wachstum von Bakterien einschließlich Legionellen), Beständigkeit gegen UV-Strahlung, lange Lebensdauer bei korrekter Dimensionierung und Kompatibilität mit hohen Temperaturen. Mehr zur Materialhygiene finden Sie im Artikel Hygiene und Materialverträglichkeit von Trinkwasserrohren: Was Sie wissen sollten.

Lötverbindung von Kupferrohren: Prinzip, Technologie und Vorgehensweise

Die Lötverbindung (manchmal auch als Löten bezeichnet) ist eine Technologie, bei der die Verbindung zweier Rohrteile durch Schmelzen des Lotes erfolgt, das in die kapillare Lücke zwischen Rohr und Formstück eindringt. Es handelt sich also nicht um Schweißen – das Grundmaterial wird nicht geschmolzen, nur das Lot. Der Kapillareffekt sorgt dafür, dass das flüssige Lot gleichmäßig über den gesamten Umfang der Verbindung verteilt wird, was bei korrekter Ausführung eine wasserdichte und feste Verbindung ergibt.

Weich- vs. Hartlöten

In der Praxis wird für Trinkwasserinstallationen fast ausschließlich Weichlöten (englisch soft soldering) eingesetzt, bei dem die Temperatur 450 °C nicht überschreitet. Das Lot muss für Trinkwasser lohfrei sein – der Standard ist Sn97Cu3 (97 % Zinn, 3 % Kupfer) oder Sn99Cu1. Dieses Lot ist nach geltenden Normen (STN EN 12502, EN 1254) für den Kontakt mit Trinkwasser genehmigt. Der Lotfluss (Flux) muss ebenfalls neutral und wasserlöslich sein, damit nach dem Löten keine aggressiven Rückstände im Rohr verbleiben.

Hartlöten (Brazing, Temperatur über 450 °C, meist 600–900 °C) wird bei Trinkwasserinstallationen nur in Ausnahmefällen eingesetzt – vor allem bei Drucksystemen, Kälteanlagen oder Gasleitungen. Für eine gewöhnliche Wohnungsinstallation mit HEPWORTH-Rohren ist es nicht erforderlich und für Laien auch erheblich riskanter.

Schritt für Schritt: Vorgehensweise beim Weichlöten von HEPWORTH

Vorgehensweise beim Weichlöten – 6 Schritte 1. Schneiden Kupferschneider, senkrecht, ohne Heizkreisverteiler Heizkreisverteiler entfernen 2. Reinigen Schleifpapier / Tuch Außenseite des Rohres + Innenfläche des Formstücks 3. Flux Dünne Schicht Lotfluss auf beide Oberflächen Sofort verbinden 4. Erwärmen Flamme um die Verbindung Formstück erwärmen nicht direkt das Lot 5. Lot Lotdraht an Formstück anschleifen Kapillaransaugung 6. Abkühlen Naturabkühlung Flux mit Wasser abwaschen Druckprüfung

1. Schneiden: Das HEPWORTH-Rohr wird ausschließlich mit einer Kupferrohrzange geschnitten – niemals mit einer Feile oder einer Winkelschleifmaschine, da diese Metallsplitter hinterlassen würden, die das Trinkwasser kontaminieren und die Dichtungen der Armaturen beschädigen könnten. Der Schnitt muss exakt senkrecht zur Rohrachse stehen. Nach dem Schneiden wird der innere Durchbruch mit einem Abstreifer von Splittern befreit (meist integriert in der Zange).

2. Reinigen: Dieser Schritt wird von Laien am häufigsten unterschätzt. Die äußere Rohroberfläche im Einschubbereich in die Fittinge (meist 10–15 mm je nach Durchmesser) und die innere Oberfläche des Fittings müssen mit einer Schleifbürste oder spezieller Schleifwatte gründlich gereinigt werden. Kupfer oxidiert schnell – selbst eine scheinbar glänzende Oberfläche kann eine dünne Oxidschicht haben, die den Lotfluss abstoßen kann. Sie reinigen also chemisch und mechanisch.

3. Auftragen des Flusses: Der Fluß (Lötfluss, pastöse Substanz) wird mit einem Pinsel in dünn, gleichmäßiger Schicht auf beide gereinigten Oberflächen aufgetragen. Die Aufgabe des Flusses besteht darin, beim Erwärmen Oxide von der Kupferoberfläche zu entfernen und die Oberflächenspannung zu verringern, damit das Lot gleichmäßig in die kapillare Zwischenraum eindringen kann. Nach dem Auftragen des Flusses muss das Rohr sofort in das Fitting eingeführt und gedreht werden, damit sich der Fluß gleichmäßig verteilt.

4. Erwärmen: Mit der Flamme (Propan-Butan- oder Acetylenbrenner, je nach Durchmesser) wird das Fitting erwärmt – nicht direkt an der Stelle, an der Sie das Lot anlegen. Das Fitting hat eine größere Wärmekapazität und erwärmt sich langsamer. Wenn es die richtige Temperatur erreicht (ca. 180–220 °C für weiches Lot Sn97Cu3), beginnt der Fluß zu blubbern und zu verfärben. Das ist das Signal.

5. Anlegen des Lotes: Das Lotdraht wird an den Rand des Fittings auf der Seite, die vom Brenner entfernt ist, angelegt. Wenn die Temperatur richtig ist, wird das Lot durch den kapillaren Effekt in die Zwischenraum gesogen, ohne dass Sie es direkt mit der Flamme schmelzen. Diese Bedingung ist entscheidend – wenn Sie das flüssige Lot direkt mit der Flamme formen, wird es nur die Oberfläche bedecken, aber nicht in das Innere eindringen und die Verbindung wird undicht sein. Sie geben so viel Lot, wie dem Umfang der Verbindung entspricht – grob geschätzt 1× Rohrdurchmesser in Millimetern entspricht etwa so vielen Zentimetern Lotdraht (z. B. für ∅15 mm ca. 1,5 cm Lotdraht).

6. Abkühlen und Prüfung: Die Verbindung wird natürlich abgekühlt – niemals mit Wasser abkühlen (ein thermischer Schock könnte die Verbindung beschädigen). Nach dem Abkühlen wird der Fluß mit Wasser abgewaschen, da selbst neutrale Lötflüsse bei langer Einwirkung Korrosion verursachen können. Danach folgt ein Drucktest – standardmäßig 1,5-facher Betriebsdruck für 30 Minuten.

Werkzeug zum Lötverfahren

  • Kupferrohrzange (z. B. für ∅15 und ∅22 mm)
  • Abstreifer (innen und außen – Schneid- oder Kegeltyp)
  • Schleifbürste (Kupferdrahtbürste) oder Schleifpapier P120
  • Propan-Butanbrenner mit regulierbarer Flamme (für ∅15–22 mm reicht 1,8–2,5 kW)
  • Loth ohne Blei Sn97Cu3 in Form eines Drahtes ∅2 mm
  • Fluß/Lötfluss für Trinkwasser (wasserlöslich, neutral)
  • Pinsel zum Auftragen des Flusses
  • Wärmeschutzmatte / Reflexplatte (beim Arbeiten in der Nähe von Holz oder Isolierung)

Presseverbindung von Kupferrohren: Prinzip, Technologie und Vorgehensweise

Das Presseverfahren (Presseverbindung) ist eine relativ neuere Technologie zum Verbinden von Kupferrohren, die sich in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts massenhaft verbreitet hat. Das Prinzip ist mechanisch: Ein spezielles Fitting mit integriertem O-Ring-Dichtung wird auf das Rohr gesteckt und mit Pressezangen (batteriebetrieben oder hydraulisch) in eine präzise Geometrie deformiert, die eine mechanisch feste und dichte Verbindung gewährleistet.

Im Gegensatz zum Lötverfahren brauchen Sie hier weder Wärme noch Fluß noch Lot. Die Verbindung kann auch an feuchten Rohren hergestellt werden (was beim Lötverfahren absolut ausgeschlossen ist), was in der Praxis bei Reparaturen und Sanierungen eine große Vorteil ist. Presseverbinder für Kupfer sind an sichtbaren O-Ringen und charakteristischen Umformungen erkennbar, die nach dem Pressevorgang entstehen.

Typen von Presseprofilen

Der am weitesten verbreitete Presseprofil für Kupfer ist der Profil M (oder TH) gemäß der Norm EN 1254-7. Einige Hersteller verwenden eigene, proprietäre Profile (z. B. Viega Profipress, Geberit Mapress) – diese Fittinge und Zangen sind nicht untereinander austauschbar. Sie müssen immer Zangen verwenden, die mit dem jeweiligen Fitting kompatibel sind. Die Verwechslung von Zangen ist eine der häufigsten Fehler bei Installateuren.

Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise beim Pressen

Querschnitt durch gepresste Verbindung – vor und nach dem Pressen VOR Kupferrohr ∅15 mm O-Ring Fitting (vor) NACH ∅ gestaucht O-Ring gestaucht Hexagonales Profil

1. Schneiden und Abstreifen: Identisch mit dem Lötverfahren – Kupferrohrzange, rechter Schnitt, Entfernen von Splittern. Heizkreisverteiler sind beim Pressen besonders gefährlich, da sie den O-Ring beim Einführen beschädigen können.

2. Einführen des Rohres in das Fitting: Das Rohr wird bis zum Anschlag in das Fitting eingeführt (die meisten Fittinge haben einen inneren Anschlag oder ein Kontrollfenster). Dieser Schritt ist kritisch – wenn das Rohr nicht bis zum Anschlag eingeführt wird, wird der O-Ring nicht in die richtige Position gebracht und die Verbindung wird undicht. Viele Fittinge haben seitliche Kontrollbohrungen, durch die man sehen kann, ob das Rohr den Anschlag erreicht hat.

3. Pressen: Sie setzen die richtige Zange auf das Fitting (die Zange muss dem Profil und Durchmesser des Fittings entsprechen) und drücken den Auslöser der Pressezange. Moderne batteriebetriebene Pressezangen (z. B. Rems, Viega, Rothenberger) geben in der Regel einen akustischen Signalton nach Abschluss des vollen Arbeitsgangs ab. Der gesamte Zyklus dauert 2–6 Sekunden, je nach Durchmesser.

4. Visuelle Prüfung: Nach dem Pressen prüfen Sie, ob das hexagonale (oder entsprechende) Profil gleichmäßig um den gesamten Umfang des Fittings eingeprägt ist. Wenn Sie eine Stelle sehen, an der das Fitting nicht gepresst wurde (keine Deformation), muss die Verbindung ausgeschnitten und neu hergestellt werden. Eine nicht gepresste Verbindung kann nicht repariert werden – das Fitting kann nicht zweimal gepresst werden.

Werkzeug zum Pressen

  • Kupferrohrzange
  • Abstreifer
  • Batterie- oder hydraulische Pressezange
  • Zangen-Satz, der mit dem entsprechenden Fitting-Modell kompatibel ist (z. B. Profil M/TH für ∅15, 22, 28 mm)
  • Tiefenmesssonde (optional, aber empfohlen)

Vergleich von Löt- und Pressverbindungen: Praktische Sicht

In diesem Abschnitt betrachten wir beide Technologien anhand der wichtigsten Kriterien, die bei realen Aufträgen entscheidend sind.

Vergleichsradar: Lötverbindungen vs. Pressverbindungen (1=worst, 5=best) Kriterium Lötverbindungen Pressverbindungen Bemerkung Kosten für Werkzeug ★★★★★ (niedrig) ★★ (hoch) Zangen 500–2000 € Kosten für Verbindungsmaterial ★★★★★ (niedrig) ★★★ (höher) Fittings 2–5× teurer Montagesgeschwindigkeit ★★★ (langsam) ★★★★★ (schnell) Pressen 3–5× schneller Anforderungen an Fertigkeiten ★★ (höhere Fertigkeit) ★★★★★ (niedrigere Fertigkeit) Löten = Handwerk Einsatz im feuchten Umfeld ★ (ausgeschlossen) ★★★★★ (möglich) Reparaturen unter Druck Brandrisiko bei Montage ★★ (Flamme) ★★★★★ (keine) Wichtig in Panelbau Festigkeit und Lebensdauer der Verbindung ★★★★★ (monolithisch) ★★★★ (sehr gut) Lötung = Metall auf Metall Kontrollierbarkeit der Qualität ★★★ (Erfahrung) ★★★★★ (objektiv) Sichtbare Deformation

Kosten: Der Unterschied ist größer, als es scheint

Lötverbindungen sind materialmäßig günstiger – eine Standard-Kupferlötform (z. B. 15 mm Knie) kostet ca. 0,40–0,80 €, während eine gleichartige Pressform ab 1,80 bis 3,50 € kostet, abhängig vom Hersteller und Vertriebskanal. Bei einem Projekt mit 80 Verbindungen (typischer Einfamilienhaus) liegt der Unterschied im Bereich mehrerer hundert Euro. Andererseits sind Presszangen eine Investition im Bereich 500–2000 € (Premium-Batteriemodelle), wobei das Mieten (ca. 20–60 €/Tag) bei Einzelprojekten sinnvoller ist als der Kauf.

Ein professioneller Installateur, der jährlich Dutzende Projekte durchführt, amortisiert die Zangen rasch – er spart Zeit bei der Montage und Arbeitsstunden. Für den selbständigen Eigentümer eines Einfamilienhauses, der Installationen alle 20 Jahre durchführt, ist Lötung wirtschaftlich vorteilhafter, vorausgesetzt er verfügt über die nötigen Fähigkeiten.

Montagesgeschwindigkeit: Pressen hat keine Konkurrenz

Ein erfahrener Installateur mit Presszangen schafft eine Verbindung in 30–60 Sekunden einschließlich der Vorbereitung. Die Lötung einer Verbindung dauert realistisch 3–5 Minuten (Vorbereitung der Oberfläche, Lot, Erwärmen, Lötung, Abkühlen). Bei 100 Verbindungen für die gesamte Wasserversorgung eines Hauses sprechen wir von einem Zeitunterschied von 5 Arbeitsstunden gegenüber 8–9 Stunden. Bei größeren Projekten (Mehrfamilienhäuser, Sanierungen) ist die Zeitersparnis noch deutlicher.

Wo Lötung keine Konkurrenz hat

Die gelötete Verbindung ist materialmäßig monolithisch – Kupfer und Lot bilden eine feste metallische Verbindung ohne elastomere Komponenten. Bei korrekter Ausführung ist diese Art von Verbindung praktisch lebenslang haltbar (50+ Jahre). Eine Pressverbindung hängt von der Integrität des O-Rings ab, der aus EPDM- oder FKM-Gummi besteht. Obwohl Hersteller eine Lebensdauer von O-Ringen von 50 Jahren unter normalen Bedingungen angeben, kann in der Praxis aggressives Wasser (Chlor, entkalktes Wasser mit niedrigem pH-Wert) das Altern des Elastomers beschleunigen. Für langfristige verdeckte Installationen in Wänden ohne Zugang ist Lötung theoretisch zuverlässiger – obwohl dies keine Ausrede ist, die Pressverbindung bei einer gut dimensionierten Installation zu vermeiden.

Wann Lötung und wann Pressen: Entscheidungsszenarien

Szenario 1: Sanierung einer Badezimmerinstallation in einem Panelbauwohnung

Dies ist ein Fall, in dem Pressen klar gewinnt. In einem Panelbauarbeiten Sie in einem beengten Raum, in dem eine offene Flamme aus Brandschutz- und Versicherungsgründen problematisch ist. Zudem ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit notwendig, das neue System an bestehende Leitungen anzuschließen, wobei verbleibendes Wasser das Lötverfahren erschweren oder unmöglich machen kann. Pressen in feuchtem Umfeld ist problemlos.

Szenario 2: Neubau eines Einfamilienhauses mit kompletter Wasserversorgung

Hier haben Sie Zeit, arbeiten in trockenem Umfeld, der Umfang der Arbeiten ist definiert und die Installation erfolgt vor dem Verputzen der Leerrohre. Wenn Sie erfahrener Handwerker oder professioneller Installateur sind, ist Lötung hier wirtschaftlich sinnvoll und bietet die robusteste Installation. Für weniger erfahrene Eigentümer oder Subunternehmer mit geringer Praxis ist Pressen aus Qualitätsgründen die sicherere Wahl.

Szenario 3: Notfallreparatur einer gebrochenen Leitung

Die Leitung ist gebrochen, Wasser fließt, es muss schnell repariert werden. Hier bleibt nur Pressen (oder mechanische Dichtringverbindungen) – Lötung an nassen Leitungen ist ohne langfristiges Trocknen unmöglich, in einer Notfallsituation funktioniert das einfach nicht.

Szenario 4: Kleine Reparatur in der Technikzone oder Heizungskammer

In der Heizungskammer haben Sie Platz, trockenes Umfeld und arbeiten an sichtbarem Rohrleitungssystem. Wenn Sie einen Brenner und Geschicklichkeit besitzen, ist das Lötverfahren hier völlig in Ordnung. Falls nicht, mieten Sie Presszangen an – das ist günstiger und schneller als mehrfache Besuche beim Installateur.

Kombination beider Technologien in einer Installation

In der Praxis ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Installation beide Arten von Verbindungen kombiniert. So kann beispielsweise die horizontale Verteilung in der Technikzone gelötet sein, während die vertikalen Leitungen in der Wandnische verlegt sind und dort Pressverbindungen vorliegen. Oder der neue Verteiler ist komplett gepresst, während die Anbindung an die alte Installation über eine Übergangsbuchse erfolgt (gelötete Muffe auf der Seite der alten Rohrleitung, Schraub- oder Pressende auf der neuen Seite).

Wichtiges Prinzip: Sie müssen immer wissen, wo sich versteckte Verbindungen befinden. Bei Sanierungen empfehle ich, die Verbindungen in den Nischen fotografisch zu dokumentieren und der technischen Dokumentation des Objekts beizufügen. Bei Pressverbindungen ist das einfacher – jede Verbindung ist identisch und leicht erkennbar. Bei Lötverbindungen ist es wichtig, jede Verbindung zu prüfen, bevor das Verkleiden abgeschlossen wird.

Dimensionierung und Auswahl des Durchmessers für Kupferrohrleitungen

Die Wahl des Rohrdurchmessers ist genauso wichtig wie die Wahl der Verbindungstechnik. Für gewöhnliche Wohnungsinstallationen gelten folgende grundlegende Regeln: ∅15 mm (∅12 mm für dünnwandiges EN) für Anschlüsse an Einzelgeräte (Armatur, WC, Duschkabine), ∅22 mm für Hauptleitungen (kaltes und warmes Wasser im Kern der Wohnung, Anschluss an den Boiler), ∅28 mm und mehr für vertikale Leitungen oder Hauptröhren. Ein detaillierterer Berechnung finden Sie im Artikel Dimensionierung von Rohren für Trinkwasser: Wie man Durchmesser und Länge berechnet.

Zum Vergleich – wenn Sie sich zwischen Kupferrohr und Mehrschichtrohr für ein konkretes Projekt entscheiden, kann es interessant sein, die Parameter des Mehrschichtrohrs IVAR Turatec 20x2 auf einer Rolle von 100 m zu betrachten, das in der Dimension 20 mm dem kupfernen ∅22 mm sehr nahe kommt und PN10 bei Temperaturen von +70 °C und +95 °C bietet. Für kleinere Verteilungen sind auch die Dimensionen 16x2 und 18x2 verfügbar, die für Fußbodenheizungen und Wohnungsverteilungen Standard sind. Der Vergleich dieser Materialien hinsichtlich der Gesamtkosten und Anwendbarkeit finden Sie im Artikel Wie man Rohre für die Trinkwasserinstallation auswählt: Mehrschichtrohre vs. Kupferrohre vs. Kunststoffrohre.

Häufige Fehler und Störungen bei der Montage von Kupferrohren

Fehler beim Lötverfahren

Kalter Anschluss (cold joint): Die Lötmasse wurde aufgelegt, bevor das Rohr die richtige Temperatur erreicht hatte, oder wurde direkt mit der Flamme erhitzt. Das Ergebnis sieht grob, matt und blasig aus. Eine solche Verbindung hält weder Druck noch mechanische Belastung stand.

Unzureichende Reinigung: Der Lotfluss kann starke Oxidation oder Fettverschmutzung (Fingerabdrücke) nicht entfernen. Die Lötmasse fließt nicht in die Kapillarhöhlen, sondern bleibt nur an der Oberfläche. Die Verbindung kann auf den ersten Blick gut aussehen, aber bei Druckprüfung oder später undicht werden.

Löten auf nassen Rohren: Beim Erwärmen verändert sich das Wasser in Dampf, der genau in dem Moment durch die gelötete Fuge nach außen drückt, in dem die Lötmasse erstarrt. Ergebnis sind Mikrodefekte und Leckagen. Das Rohr muss vor dem Löten trocken sein – wenn Restfeuchtigkeit bleibt, können Sie mit dem sogenannten Brottrick helfen (weißes Brot in das Rohr schieben, das Wasser aufnimmt und beim Öffnen sich auflöst).

Falsch gewählte Lötmasse: Bleilote (Sn50Pb50 oder Sn60Pb40) waren billig und leicht erhältlich, aber für Trinkwasser verboten. Achten Sie beim Kauf immer auf die Zusammensetzung und die Zertifizierung für den Kontakt mit Trinkwasser.

Fehler beim Pressverfahren

Rohr nicht bis zum Anschlag eingeführt: Der häufigste Fehler beim Pressen. Der O-Ring wird außerhalb seiner Arbeitsposition komprimiert, und die Verbindung ist sofort oder nach und nach undicht. Lösung: Stets die Einführung über das Kontrollfenster der Formstücke prüfen oder mit Markierungen die Einführtiefe auf dem Rohr markieren.

Falsche Zange: Die Verwendung einer Zange von einem anderen Hersteller oder für ein anderes Profil. Das Formstück wird zwar mechanisch deformiert, aber nicht in die richtige Geometrie – der O-Ring wird nicht richtig komprimiert, und die Verbindung undicht. Kombinieren Sie immer Formstücke und Zangen des gleichen Systemherstellers.

Geschädigter O-Ring: Eine Kante am Rohrende oder Schmutz können beim Einführen den O-Ring abschneiden. Das ist nicht immer optisch erkennbar. Deshalb ist das Abkanten und Reinigen des Rohrrohres auch beim Pressen ein Pflichtschritt.

Weitere Informationen zu Ursachen und Lösungen von Störungen finden Sie im Artikel Häufige Störungen und Leckagen bei Trinkwasserrohren: Ursachen und Lösungen.

Dichtigkeitsprüfung nach der Montage: Wie geht man vor

Unabhängig von der gewählten Verbindungstechnik muss jede Installation vor dem Verdecken (Vermauern, Dämmen, Fliesenvorlage) einer Dichtigkeitsprüfung unterzogen werden. Der Standardablauf:

  • Füllen Sie die Installation mit Wasser und entlüften Sie (Öffnen Sie Ablaufventile oder den höchsten Auslass)
  • Schließen Sie alle Ausgänge und erzeugen Sie Überdruck – in der Regel 1,5-facher maximaler Betriebsdruck (für PN10 sind das 15 bar, Dichtigkeitsprüfung also 15 bar für 30 Minuten)
  • In der Praxis für eine Wohnungsinstallation (Betriebsdruck 3–6 bar) reicht ein Prüfdruck von 9–10 bar
  • Ein Druckabfall von mehr als 0,2 bar innerhalb von 30 Minuten signalisiert eine Undichtigkeit
  • Überprüfen Sie jeden Anschluss visuell – eine undichte Verbindung zeigt sich entweder durch Tropfen oder Feuchtigkeit

Bei gelöteten Verbindungen ist es wichtig, die Prüfung erst nach vollständiger Abkühlung der Installation durchzuführen (mindestens 1 Stunde nach der letzten Verbindung). Bei gepressten Verbindungen können Sie die Prüfung praktisch sofort durchführen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Kupferrohre selbst löten, ohne fachlichen Ausbildung?

Ja, das Löten von Kupferrohren ist keine geschützte fachliche Tätigkeit wie z. B. Gasinstallation. Für Trinkwasser kann es auch von einem erfahrenen Heimwerker selbst durchgeführt werden. Es ist jedoch wichtig, den Ablauf genau zu verstehen, die richtigen Materialien (bleifreie Lötmasse, neutraler Lotfluss) zu verwenden und eine Druckprüfung vor dem Verdecken durchzuführen. Wenn Sie keine Erfahrung haben, empfehlen wir, die Technik an Abfallrohren und Formstücken zu üben, bevor Sie mit der echten Installation beginnen. Fehler beim Löten zeigen sich erst unter Druck, manchmal erst nach Monaten – und hinter einer vermauerten Wand sind sie kostspielig zu beheben.

Sind gepresste Verbindungen für Trinkwasser und Heizung genehmigt?

Ja. Pressfittings von zertifizierten Herstellern (Viega Profipress, Geberit Mapress, Sanha und andere) sind nach den Normen EN 1254 und DVGW W 544 für Trinkwasserleitungen und Heizsysteme bis 120 °C und 16 bar Druck zertifiziert. Wichtig ist, dass der O-Ring aus dem richtigen Material ist: EPDM für Trinkwasser und Heizung, FKM (Viton) für Gas und Mineralöle. Die Verwendung falscher O-Ringe kann die Installation beschädigen.

Kann ich eine alte gelötete Installation mit neuen gepressten Formstücken kombinieren?

Ja, und das ist in der Praxis bei Sanierungen üblich. Für die Anbindung an bestehende gelötete Rohre verwenden Sie eine Übergangsbuchse: auf einer Seite ist die klassische Lötflanschmuffe, auf der anderen Seite ist eine Schraub- oder Pressverbindung. Solche Übergangsteile sind standardmäßig im Sortiment aller größeren Hersteller von Presssystemen erhältlich. Beim Anschluss an die alte Installation vergessen Sie nicht, das alte Rohr gründlich zu reinigen, die Wanddicke zu prüfen und sicherzustellen, dass der Durchmesser der Standarddimension entspricht.

Welcher ist der Unterschied zwischen HEPWORTH 15 mm und 22 mm und wann verwendet man welchen?

HEPWORTH 15 mm wird für Endanschlüsse an Armaturen, Duschen, Waschbecken und WC-Behältern verwendet. Es ist der Standarddurchmesser für die letzte Verteilungsverzweigung zu den Verbrauchern. HEPWORTH 22 mm ist für Hauptverteilungsverzweigungen, vertikale Leitungen im Kern der Wohnung oder für den Anschluss an Boiler und kombinierte Geräte mit höherem Durchfluss vorgesehen. Kurz gesagt: 15 mm für den Verbrauch, 22 mm für die Verteilung. Bei der Dimensionierung ist die Anzahl der gleichzeitig geöffneten Verbraucher und die erforderliche minimale Strömungsgeschwindigkeit (0,5–2,0 m/s für Trinkwasser) zu berücksichtigen. Mehr finden Sie im Artikel Welcher Rohrdurchmesser wird für die häusliche Wasserverteilung benötigt.

Muss ich bei gepressten Verbindungen einen Drucktest durchführen?

Ja, ein Drucktest ist nach jeder Installation verpflichtend, unabhängig von der Verbindungstechnologie. Pressen ist zwar wiederholbarer und weniger fehleranfällig als Lötung, aber selbst bei dieser Technik können Fehler nicht ausgeschlossen werden (nicht eingeschobenes Rohr, beschädigter O-Ring, falsche Zange). Ein Drucktest ist die einzige verlässliche Methode, um die Dichtheit der gesamten Installation vor der Verdeckung zu prüfen. Bewahren Sie stets die Dokumentation über den durchgeführten Drucktest auf – sie kann bei Versicherungsfällen oder bei der Veräußerung der Immobilie erforderlich sein.

Ist Lötung in Faserzement- oder Holzkonstruktionen sicher?

Lötung in der Nähe brennbarer Materialien ist riskanter und erfordert erhöhte Vorsicht. Pflicht ist eine reflektierende (wärmeisierende) Unterlage hinter dem Rohr, die die Strahlungswärme auffängt und die Konstruktion schützt. In historischen Holzbauten oder bei Montage in Fugen mit brennbarer Isolierung empfehlen wir, Pressverbindungen vorzuziehen. Falls Lötung nicht zu vermeiden ist, arbeiten Sie mit einem Feuerlöscher in der Nähe, prüfen Sie die Konstruktion 30 Minuten nach der Arbeit und nochmals nach einer Stunde – ein Glutbrand in der Wand kann sich verzögert bemerkbar machen.

Fazit: Welche Technologie empfehlen wir?

Sowohl Lötung als auch Pressen sind objektiv nicht „besser“ – jede Technologie hat klare Situationen, in denen sie die richtige Wahl ist. Für Neubauten, bei denen ein geschickter Installateur oder erfahrener Handwerker arbeitet und bei denen die Verbindungen zugänglich und trocken sind, ist Lötung wirtschaftlich vorteilhaft und langfristig verlässlich. Für Sanierungen, Reparaturen, beengte Arbeiten in Wohngebäuden oder überall dort, wo Geschwindigkeit und Sicherheit im Vordergrund stehen, ist Pressen unübertrefflich.

In der Praxis beobachten wir immer mehr den Trend zu Pressverbindungen auch bei Profi-Installateuren – nicht, weil Lötung schlecht wäre, sondern weil sich die Investition in Presszangen schnell durch eingesparte Zeit amortisiert und die gepresste Verbindung einfacher überprüfbar und dokumentierbar ist. Wenn Sie als Haushersteller eine Einzelreparatur oder Sanierung planen, erwägen Sie die Leihe der Zangen – der Preis für einen Tag ist im Vergleich zum Wert einer fehlerfreien Installation, die hinter der Verkleidung weitere 30 Jahre verbleibt, vernachlässigbar.

Bevor Sie mit der Montage beginnen, lesen Sie auch den Artikel Montage von Mehrschichtrohren Schritt für Schritt: Werkzeuge, Vorgehen, Fehler, in dem Sie einen Vergleich der Herangehensweise an die Installation von Mehrschichtrohren finden – das hilft Ihnen, zu entscheiden, ob Kupferrohre HEPWORTH oder ein Mehrschichtsystem für Ihr konkretes Projekt geeigneter sind.

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