Kunststoff- vs. Metall-Rohrhalter – Vorteile, Nachteile und geeignete Anwendung
Wir bereiten Ihre Produkte noch vor.
Sie können sich aber auch andere Kategorien ansehen.
Plastische vs. metallische Rohrhalter – umfassender Vergleich für die richtige Entscheidung
Wenn man „Rohrhalter“ hört, stellt sich die Mehrheit der Leute ein kleines Teil vor, das „nur“ dafür sorgt, dass das Rohr an der Wand bleibt. In der Praxis ist dies jedoch eine Entscheidung, die einen direkten Einfluss auf die Haltbarkeit der gesamten Installation, auf die Lärmbelastung des Systems, auf die Korrosionsbeständigkeit und auch auf die Gesamtkosten der Installation hat. Die Wahl des richtigen Materials für den Halter – also ob man sich für eine plastische oder eine metallische Variante entscheidet – ist keine unwichtige Angelegenheit. Die richtige Wahl zeigt sich in fünf, zehn oder zwanzig Jahren, wenn die Installation entweder noch wie neu hält oder aber mit Rissen, Korrosion und lauten Dehnungsbewegungen beginnt.
In diesem Artikel analysieren wir beide Arten von Haltern detailliert, vergleichen ihre Eigenschaften, zeigen konkrete Praxisbeispiele und helfen Ihnen, sich zu orientieren, wann eine plastische Halterung besser ist und wann es Sinn macht, auf Metall zurückzugreifen. Der Artikel ist vor allem auf Systeme mit Kunststoffrohren ausgerichtet – also auf PERT, PE-X, aber auch auf Mehrschichtrohre, die heute in der Heizungstechnik und bei der Fußbodenheizung verbreitet eingesetzt werden.
Grundlegende Einteilung der Rohrhalter und -klemmen
Rohrhalter (Klemmen) erfüllen in jeder Installation mehrere Funktionen auf einmal: Sie fixieren die Position des Rohres, verhindern ein Ausweichen bei thermischer Dehnung, dämpfen Vibrationen durch den Mediumdurchfluss und dienen in einigen Fällen auch als fester Punkt (Fixierung) zur Steuerung der Dehnung. Nach dem Material unterscheidet man zwei grundlegende Gruppen:
- Plastische Rohrhalter (Klemmen) – meist aus Polypropylens- oder Polyamidgemischen oder aus ABS-Kunststoff hergestellt; vor allem für Kunststoff- und Mehrschichtrohre vorgesehen
- Metallische Rohrhalter – aus verzinktem Stahl, Edelstahl oder Aluminium; traditionelle Lösung für Kupfer-, Stahl- und Gußrohre, aber auch für einige Kunststoffsysteme
Außerdem werden Rohrhalter nach der Konstruktion unterschieden – in einfache (einrohrige) und doppelte (für zwei parallel verlegte Rohre). Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Einfache Klemme vs. doppelte Klemme – wann welche verwendet wird, in dem das Thema Schritt für Schritt erläutert wird.
Plastische Rohrhalter – detaillierte Analyse der Eigenschaften
Material und warum das wichtig ist
Qualitativ hochwertige plastische Rohrhalter für Heizsysteme werden aus Thermoplasten hergestellt, die für die Temperaturen im Heizungsbereich – also bis zu 80–95 °C bei kurzfristigen Spitzen – beständig sind. Polypropylen (PP) und Polyamid (PA, allgemein als Nylon bekannt) sind die am häufigsten verwendeten Materialien. Sie besitzen ausreichende Steifigkeit bei Zimmertemperatur, behalten jedoch eine gewisse Flexibilität bei, die bei der Befestigung von Kunststoffrohren sehr wichtig ist – eine harte metallische Halterung könnte das Kunststoffrohr bei thermischen Bewegungen im Laufe der Zeit beschädigen.
Produkte der Serie Hepworth, die Sie auf atria.sk in der Kategorie plastische Rohrhalter finden, sind speziell so konzipiert, dass sie sich an die Maße von PERT-Rohren und verwandten Systemen anpassen. Das ist kein Zufall – jede Klemme ist für einen bestimmten Rohrdurchmesser dimensioniert, wobei die innere Form der Halterung dem kreisförmigen Querschnitt des Rohres ohne scharfe Kanten entspricht, die Druckstellen verursachen könnten.
Thermische Ausdehnung und Materialkompatibilität
Dies ist ein technisch entscheidender Punkt, der in der Praxis oft unterschätzt wird. Kunststoffrohre (PERT, PE-X, Mehrschichtrohre) haben einen deutlich höheren Ausdehnungskoeffizienten als metallische Rohre. Beispielsweise dehnt sich eine 10 Meter lange PERT-Rohrleitung bei einer Temperaturerhöhung um 50 °C um etwa 60–80 mm – das ist eine nicht zu vernachlässigende Bewegung. Wenn dieses Rohr in einer metallischen Halterung ohne Spiel oder Dehnungssäule eingespannt ist, entstehen im Rohr Spannungen, die zu Verformungen oder Rissen führen können.
Ein plastischer Halter hat selbst einen ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten wie das Rohr, sodass sie sich „gemeinsam“ bewegen. Darüber hinaus sind plastische Halter so konstruiert, dass das Rohr axial gleiten kann – sie sind keine festen Fixpunkte, sondern Leitungsleiter. Eine feste Befestigung (Fixierung) wird in solchen Systemen anders gelöst – entweder durch spezielle starre Klemmen oder direkt an der Verbindung zum Heizkreisverteiler.
Vorteile plastischer Rohrhalter – Zusammenfassung
- Chemische Neutralität – Kunststoff reagiert nicht mit dem Kunststoffrohr, es entsteht keine galvanische oder kontaktbedingte Korrosion
- Geringeres Gewicht – einfacher Handling und Montage, geringere Belastung des Untergrunds
- Geräuscharme Betriebsweise – Kunststoff dämpft Vibrationen und Resonanzgeräusche, die durch den Wasserfluss entstehen
- Kompatibilität mit Dehnung – das Rohr kann frei gleiten, es entstehen keine Spannungen
- Kostengünstigkeit – Kunststoffhalter sind deutlich günstiger als Edelstahl- oder Messingalternativen
- Ästhetik – weiße oder graue Halter wirken sauber und sind leicht lackierbar
- Einfache Montage – die meisten Kunststoffhalter lassen sich einfach einrasten oder mit einer Schraube befestigen
Nachteile und Grenzen von Kunststoffhaltern
- Temperaturbegrenzung – Dauerhafte Temperaturen über 80–90 °C können zu Verformung oder Sprödheit des Kunststoffs führen (je nach Materialtyp)
- UV-Entzug – Außeninstallationen ohne UV-Stabilisierung sind ungeeignet, der Kunststoff wird spröde durch die Sonne
- Geringere mechanische Festigkeit – in industriellen Anwendungen mit großen Rohrdurchmessern oder schweren Rohrleitungen reichen Kunststoffhalter allein nicht aus
- Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Chemikalien – bei chemisch aggressiver Umgebung ist die Kompatibilität des Haltermaterials zu prüfen
- Bruch bei Montage – bei falscher Größe oder zu starker Anzugskraft der Schraube kann der Kunststoffhalter brechen; diesem Thema ist ein weiterer Artikel im Wissenszentrum gewidmet: Häufige Probleme mit Kunststoffhaltern – Bruch, Lockern, ungeeignete Größe
Metallhalter – detaillierte Analyse der Eigenschaften
Typen von Metallhaltern und deren Einsatz
Unter dem Begriff „Metallhalter“ verbirgt sich eine recht breite Palette an Produkten. In der Praxis begegnen Sie am häufigsten diesen Typen:
- Gezinkte Stahlhalter – günstig, in älteren Installationen verbreitet, geeignet für Stahl- oder Kupferrohre, jedoch anfällig für Korrosion bei Feuchtigkeit
- Edelstahlhalter (AISI 304 oder 316) – lange Lebensdauer, korrosionsbeständig, eingesetzt in der Industrie, in Heizkesseln, bei Wärmepumpen; höherer Preis
- Aluminiumhalter – leicht, korrosionsbeständig, jedoch geringere mechanische Festigkeit im Vergleich zum Stahl
- Metallhalter mit Gummieinlage – Hybridlösung: Metallkonstruktion + Gummieinlage (EPDM), die Schwingungen dämpft; eingesetzt für Kunststoffrohre bei höheren Belastungen
Vorteile von Metallhaltern
- Hohe mechanische Festigkeit – sie bewältigen schwere Rohrleitungssysteme, große Durchmesser, industrielle Drücke
- Temperaturbeständigkeit – Stahl und Edelstahl ertragen auch Temperaturen über 200 °C ohne Materialdegradation
- Feste Befestigung (Fixierung) – Metallhalter mit Anzugsschraube ermöglichen eine echte feste Befestigung des Rohres als Fixpunkt eines Dehnungsbereichs
- Lange Lebensdauer in industriellen Umgebungen – Edelstahl widersteht Chemikalien, Feuchtigkeit, aggressiven Dämpfen
Nachteile von Metallhaltern
- Galvanische Korrosion bei Kontakt mit Kunststoff – Metallhalter ohne Gummieinlage im Kontakt mit leitfähiger Flüssigkeit und Kunststoff können elektrochemische Spannungen erzeugen
- Lärmbelastung – Metall überträgt Schwingungen und Resonanzgeräusche besser als Kunststoff; in Wohnrauminstallationen kann das zu lautem Heizen führen
- Höhere Kosten – Edelstahlhalter sind mehrfach teurer als Kunststoffhalter gleichen Durchmessers
- Druckbedingte Schäden an Kunststoffrohren – bei Kunststoffrohren ohne Gummieinlage kann ein Metallhalter lokale Druckstellen erzeugen, die die Rohrleitung schwächen
- Gewicht und Handhabung – Metallhalter sind schwerer, die Montage ist aufwendiger und erfordert mehr Befestigungspunkte im Untergrund
Direkter Vergleich: Wann Kunststoff- und wann Metallhalter wählen
Konkrete Praxisbeispiele
Szenario 1 – Einfamilienhaus, Fußbodenheizung + Heizkörperkreis: In diesem Fall wird PERT oder mehrschichtiges Rohr mit einem Durchmesser von 16 mm oder 20 mm verwendet. An allen Stellen, an denen das Rohr entlang der Wand oder durch einen Technikraum verläuft, ist der Kunststoffhalter die klare Wahl. Einerseits ist er preisgünstig bei einer hohen Anzahl an Befestigungspunkten (in der Praxis handelt es sich um hunderte Stücke bei der gesamten Installation), andererseits erzeugt er keine Spannungen bei Dehnung und überträgt keinen Lärm. Ideal eignet sich beispielsweise Einfache Halterung 601004H oder Einfache Halterung 601005H – je nach Durchmesser des eingesetzten Rohres.
Szenario 2 – Mehrfamilienhaus, Warmwasserleitung im Keller: Hier ist die Situation leicht anders. Die Rohre sind stahlohr oder kupfer, die Durchmesser größer (25–50 mm), die Drücke höher. Metallhalter mit Gummieinlage sind hier Standard – sie bewältigen das Gewicht des mit Wasser gefüllten Rohres, fixieren es fest, widerstehen eventueller Feuchtigkeit. Ein Kunststoffhalter wäre in diesem Kontext weder mechanisch noch dimensionsmäßig ausreichend.
Szenario 3 – Heizungsrenovierung, Zweirohrovertrag entlang der Wand: Es verläuft ein Zulauf- und ein Rücklaufrohr parallel. Doppelte Halter – im Kunststoffausführung z. B. Doppelte Halterung 601007H oder Doppelte Halterung 601008H – sind hier vorteilhaft: Sie befestigen beide Rohre auf einmal, die Montage ist schneller, das Ergebnis ist sauber und die parallele Verlegung der Rohre bleibt gleichmäßig. Als Alternative könnten zwei separate einfache Metallhalter dienen, was aufwendiger und optisch weniger ansprechend ist.
Szenario 4 – Wärmepumpe, Primärkreis mit Sole: Hier hängt es vom Medium ab, das fließt. Sole (nicht gefrierende Mischung) kann chemisch aggressiv gegenüber bestimmten Kunststoffen sein. Es ist unbedingt erforderlich, die chemische Kompatibilität des Haltermaterials mit dem Medium zu prüfen. In diesem Fall sind Edelstahlhalter die sicherere Wahl, obwohl sie teurer sind.
Maßgenaue Kompatibilität – Wie Sie die richtige Größe wählen
Eine der häufigsten Fehler in der Praxis ist die Bestellung einer Halterung mit falschem Durchmesser. Eine Kunststoffhalterung, die größer als das Rohr ist, hält das Rohr nicht sicher – bei thermischen Bewegungen verlagert sich das Rohr und die Halterung klappert. Eine Halterung, die zu klein ist, lässt sich entweder nicht schließen oder übt auf das Rohr zu viel Druck aus, was bei Kunststoffrohren zu Verformungen führt.
Die Standardgrößen der Kunststoffrohrhalterungen für das Hepworth-System decken die gängigen Durchmesser der in der Heizung verwendeten Kunststoffrohre ab:
- Durchmesser 15 mm – typisch für kleinere Verteiler, Vorführen an Ventilen
- Durchmesser 18 mm – einer der am häufigsten verwendeten Größen in Einfamilienhäusern
- Durchmesser 22 mm – Verteiler mit höherem Durchfluss, Vorführen an mehreren Geräten
- Durchmesser 28 mm und größer – Vorführen an Verteilern, größere Systeme
Eine detaillierte Übersicht der Maße finden Sie im separaten Artikel im Wissenszentrum: Welcher Durchmesser der Halterung ist erforderlich – Maßübersicht für Rohre 15 mm, 18 mm und andere. Wenn Sie unsicher sind, orientieren Sie sich immer am Außendurchmesser des Rohres (OD), nicht am Innendurchmesser (ID).
Montage und Abstände der Halterungen in der Praxis
Die richtige Montage der Halterung ist genauso wichtig wie die richtige Wahl des Materials. Eine Kunststoffhalterung, die nicht ordnungsgemäß in die Wand oder die Decke eingebettet ist, hält nicht dauerhaft, selbst bei idealer Materialauswahl. Und eine metallische Halterung mit unzureichendem Abstand zu anderen Halterungen kann zu einer falschen Dehnung führen.
Empfohlene Abstände zwischen den Halterungen hängen vom Rohrdurchmesser und der Ausrichtung der Leitung (horizontal oder vertikal) ab. Für Kunststoffrohre in der Heizung gelten folgende Richtwerte:
- DN 15–20 mm: horizontal 0,8–1,0 m, vertikal 1,0–1,2 m
- DN 25–32 mm: horizontal 1,0–1,2 m, vertikal 1,2–1,5 m
- DN 40–50 mm: horizontal 1,2–1,5 m, vertikal 1,5–2,0 m
Bei geringeren Abständen verbessert sich die Stabilität der Leitung, aber die Kosten für Halterungen und Montage steigen. Bei größeren Abständen besteht das Risiko, dass das Rohr „hängt“ und sich bei Dehnung zwischen den Punkten biegt. Eine vollständige Methodik finden Sie im Artikel Abstände von Rohrhalterungen – Wie Sie die Befestigung richtig anordnen.
Sonderfälle – Kombination von Kunststoff- und Metallhalterungen
In der Praxis ist die Situation nicht immer schwarz-weiß. Es gibt Installationen, bei denen beide Arten von Halterungen auf derselben Leitung vorkommen – und das sogar gezielt und richtig. Zum Beispiel:
Fester Punkt + Gleitpunkte: Das Dehnungssystem erfordert, dass jeder gerade Abschnitt der Rohrleitung an einem Punkt fixiert ist (fester Punkt) und an anderen Punkten frei gleiten kann (Gleitpunkte). Ein fester Punkt wird manchmal durch eine metallische Halterung mit Verstellmechanismus realisiert, während die anderen Punkte durch Kunststoffhalterungen gelöst werden, durch die das Rohr gleiten kann.
Übergang von Kunststoff zu Metall: Wenn sich entlang der Leitung das Rohrmaterial ändert – z. B. von PERT-Rohr zu Kupferleitung – ändert sich auch der Typ der Halterung. Eine Kunststoffhalterung würde ein kupfernes Rohr mit größerem Durchmesser nicht tragen können, während eine metallische Halterung auf ein Kunststoffrohr ohne Einschub wie ein Druckpunkt wirkt.
Nasse und nicht beheizte Räume: In Kellern oder technischen Räumen ohne Klimaanlage kann Feuchtigkeit kondensieren. Kunststoffhalterungen sind hier vor Korrosion geschützt, was ein Vorteil ist. Metallische verzinkte Halterungen beginnen jedoch nach einigen Jahren zu rosten, was ein ästhetisches und langfristiges Problem darstellt.
Übersicht der Hepworth-Produkte – Kunststoffhalterungen für das System auf atria.sk
Für Systeme mit Kunststoffrohren (PERT, PE-X, mehrschichtige Rohre) ist das Sortiment der Kunststoffhalterungen von Hepworth gut durchdacht und deckt die gängigen Anforderungen in der Wohnungsbau- und Einfamilienhausinstallation ab. Alle Produkte finden Sie übersichtlich in der Kategorie Kunststoffhalterungen auf atria.sk.
Von den einfachen Halterungen für ein Rohr sind verfügbar Einfache Halterung 601004H, Einfache Halterung 601005H und Einfache Halterung 601006H, jeweils für einen anderen Rohrdurchmesser. Für zweiröhrenige Leitungen – was bei Heizsystemen mit Vorlauf und Rücklauf die Norm ist – sind verfügbar Doppelte Halterung 601007H und Doppelte Halterung 601008H.
Die Wahl zwischen einfacher und doppelter Halterung hängt von der konkreten Installation ab. Ein detaillierter Leitfaden zur Entscheidung finden Sie im Artikel Wie Sie die richtige Kunststoffhalterung für Rohre wählen – Einfach vs. Doppelt, der ebenfalls Teil dieses Wissenszentrums ist.
Häufige Fehler bei der Auswahl der Halterungen und wie man sie vermeidet
Im Laufe der Jahre wiederholen sich immer wieder dieselben Fehler, die zu Problemen führen, lange nachdem die Installation abgeschlossen wurde:
- Verwendung einer metallischen Halterung ohne Einschub für ein Kunststoffrohr – nach ein paar Jahren entsteht an der Kontaktstelle eine Riss in der Rohrleitung durch Vibrationen und thermische Bewegungen
- Halterung mit größerem inneren Durchmesser als der äußere Durchmesser des Rohres – das Rohr verlagert sich, klappert, bei Biegung entstehen Spannungen; in diesem Zustand bricht selbst ein gutes Rohr früher, als es sollte
- Zu große Abstände zwischen den Halterungen – das Kunststoffrohr biegt sich unter seinem eigenen Gewicht und dem Gewicht des Wassers; bei horizontalen Abschnitten sieht das unprofessionell aus und bei vertikalen kann es zu Verformungen an den Verbindungen kommen
- Montage an ungeeignetem Untergrund – Halterung in Gipskarton ohne Dübel, in hohem Mauerwerk ohne spezielles Befestigungselement oder in weichem Holz ohne ausreichende Tiefe – das sind typische Ursachen für sich lösende Halterungen; mehr dazu im Artikel Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage von Kunststoffhalterungen an Rohren
- Ignorieren der Dehnung – Montage aller Halterungen als feste Punkte ohne Berücksichtigung der Dehnungsbewegung; Kunststoffrohre dehnen sich aus und wenn sie nicht können, übertragen sie die Spannungen auf die Verbindungen und Formteile
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich eine Metallhalterung direkt an einem PERT-Kunststoffrohr ohne Kautschukdichtung verwenden?
Das wird nicht empfohlen. Eine Metallhalterung ohne weiche Einlage (EPDM, Kautschuk, Kunststoff) erzeugt auf der Oberfläche des Kunststoffrohres harte Druckstellen. Bei wiederholter thermischer Ausdehnung und Vibrationen durch den Wasserfluss kommt es zu einer schrittweisen Abnutzung und Schwächung der Rohrwand. Im besten Fall entsteht eine Verformung, im schlimmsten Fall eine Rissbildung. Für Kunststoffrohre wählen Sie immer eine Kunststoffhalterung oder im Bedarfsfall eine Metallhalterung mit zertifizierter weicher Einlage.
Welcher ist der Unterschied zwischen einer einfachen und doppelten Halterung – handelt es sich nur um die Anzahl der Rohre?
Grundsätzlich ja – eine einfache Halterung hält ein Rohr, eine doppelte zwei parallele. Aber es handelt sich nicht nur um die Anzahl. Die doppelte Halterung hat auch einen festgelegten Abstand zwischen den Achsen beider Rohre. Deshalb ist es wichtig, dass der Abstand der Halterung dem tatsächlichen Abstand der geführten Rohre entspricht. Wenn Sie ein Zulauf- und Ablaufrohr mit anderem Abstand als von der Halterung vorgesehen führen, müssen Sie zwei einfache Halterungen anstelle einer doppelten verwenden. Detaillierter wird dieses Thema im Artikel Einfache Halterung vs. doppelte Halterung – wann welche verwenden behandelt.
Wie erkenne ich, welche Größe der Halterung ich benötige?
Immer ausgehen vom Außendurchmesser (OD) des Rohres – dieser ist auf dem Rohr oder in der technischen Dokumentation angegeben. Niemals die Leerrohre (Innendurchmesser, DN) als Grundlage für die Auswahl der Halterung verwenden, da die Rohrwände unterschiedlich dick sind. Ein PERT-Rohr 20×2 mm hat beispielsweise einen Außendurchmesser von 20 mm und eine Leerrohre von 16 mm – Sie benötigen eine Halterung für 20 mm, nicht für 16 mm. Eine Größenaufstellung finden Sie im Artikel Welcher Durchmesser der Halterung benötigt wird – Größenaufstellung für Rohre 15 mm, 18 mm und andere.
Sind Kunststoffhalterungen auch für Außeninstallationen geeignet?
Das hängt vom konkreten Produkt ab. Standard-Kunststoffhalterungen aus PP oder ABS sind nicht UV-stabilisiert und beginnen nach einigen Jahren direkter Sonneneinstrahlung spröde und zu brechen. Für den Außenbereich ist es notwendig, entweder Halterungen mit UV-Stabilisierung zu wählen (einige Hersteller geben das in der technischen Dokumentation an) oder auf Edelstahl-Metallhalterungen zurückzugreifen. In jedem Fall ist es sinnvoll, das Rohr und die Halterung vor direkter UV-Strahlung durch Isolierung oder Schutzkappe zu schützen.
Können Kunststoffhalterungen Elektrochemische Korrosion verursachen?
Nein. Kunststoff ist elektrisch nicht leitend, weshalb galvanische oder elektrochemische Korrosion bei Kunststoffhalterungen an Kunststoffrohren nicht auftreten kann. Das Problem der galvanischen Korrosion tritt ausschließlich bei Kontakt zweier verschiedener Metalle auf (z. B. Kupferrohr in einer Stahlhalterung in einem Elektrolytumfeld). Dies ist ein weiterer Argument für Kunststoffhalterungen bei PERT- und PE-X-Systemen.
Wie lange halten Kunststoffhalterungen in einer normalen Heizungsinstallation?
Bei Einhaltung der Temperaturgrenzen (dauerhafte Betriebstemperatur bis 70–80 °C) und korrekter Montage an einem tragfähigen Untergrund können Sie bei qualitativ hochwertigen Kunststoffhalterungen eine Lebensdauer von 20–30 Jahren erwarten, was der erwarteten Lebensdauer des Kunststoffrohres selbst entspricht. Empfohlen wird eine regelmäßige Kontrolle des Zustands der Halterungen – visuelle Inspektion, Überprüfung der Befestigung – alle 5 Jahre. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Wartung und Kontrolle von Rohrhalterungen – auf was Sie achten sollten.
Fazit – Kunststoff- oder Metallhalterung? Klare Antwort für die meisten Situationen
Für die meisten Heizungsinstallationen in Einfamilienhäusern und Wohnungen mit Kunststoffrohren (PERT, PE-X, Mehrschichtrohre) ist die Kunststoffhalterung in den meisten Fällen die bessere Wahl. Sie ist günstiger, leiser, verursacht keine Korrosion, erzeugt keine Druckstellen auf dem Rohr und verträgt sich gut mit thermischer Ausdehnung. Das Hepworth-System bietet in dieser Kategorie bewährte Produkte mit präzise definierten Maßen für gängige Rohrdurchmesser.
Metallhalterungen haben ihren unverzichtbaren Platz in industriellen Installationen, bei Metallrohren, bei hohen Temperaturen oder bei großen Durchmessern, bei denen die Kunststoffhalterung mechanisch nicht ausreicht. Eine Hybridlösung – Metallhalterung mit weicher Einlage – ist eine sinnvolle Kompromisslösung dort, wo die Festigkeit des Metalls erforderlich ist, aber das Rohr aus Kunststoff besteht.
Wenn Sie bei der Auswahl für Ihre Installation unsicher sind, schauen Sie sich weitere Artikel im Wissenszentrum an – beispielsweise Halterungen für das Hepworth-System – Kompatibilität mit Kunststoffrohren oder Häufig gestellte Fragen zu Kunststoffhalterungen und Rohrhalterungen – wo Sie weitere praktische Details und konkrete Empfehlungen finden.
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
