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Durchmesser von Stahlrohren und Fittings: Welche Maße benötigen Sie für Ihr System

Maße von Stahlrohren und Fittings: Welche Abmessung benötigen Sie für Ihr System

Eine der häufigsten Ursachen für Reklamationen, Rückbauten und unnötige Montagefahrten ist einfach: ein verwechseltes Rohr- oder Fittingsmaß. Das erscheint trivial, bis man vor einer halbfertigen Heizung steht und das falsche Material in der Hand hält. Dabei ist das Thema komplizierter, als es auf den ersten Blick aussieht – Stahlrohre haben nämlich mehrere verschiedene Maßsysteme, die sich historisch überlappen, und die Verwechslung zwischen diesen ist nicht immer intuitiv. In diesem Artikel gehen wir das Problem systematisch durch, von der grundlegenden Terminologie bis hin zu konkreten Praxisbeispielen.

Warum ist das Maßsystem von Stahlrohren so verwirrend

Wenn Sie ein Rohr mit der Bezeichnung „15 mm" kaufen und dessen äußeren Durchmesser mit einem Messschieber messen, erhalten Sie den Wert 15,0 mm. Das gleiche gilt für ein Kupferrohr mit der Bezeichnung „15 mm". Alles in Ordnung. Wenn Sie jedoch ein zylindrisches Stahlrohr mit der Bezeichnung „1/2 Zoll" kaufen und messen, beträgt der äußere Durchmesser ca. 21,3 mm – und der innere Durchmesser ca. 16 mm. Kein Zoll ist dort zu finden.

Die Ursache ist historisch. Das englische Zollsystem für zylindrische Rohre (sogenannte Whitworth-Gewinde, später Gas oder BSP – British Standard Pipe) war ursprünglich vom inneren Rohrdurchmesser abgeleitet, als die Rohre viel dickere Wände hatten. Als die Wände dünner wurden, änderte sich der innere Durchmesser, die Bezeichnung blieb jedoch. Das Ergebnis ist, dass ein Rohr „1/2" einen äußeren Durchmesser von 21,3 mm hat und der tatsächliche innere Durchmesser je nach Wanddicke variiert.

Parallel dazu existiert das metrische System für Pressrohre (wo 15 mm tatsächlich einen äußeren Durchmesser von 15 mm bedeutet), die deutsche DIN-Norm, die europäische EN-Norm und eine ganze Reihe alter tschechoslowakischer und slowakischer Normen (ČSN). In der Praxis können Sie auf einer einzigen Baustelle alle gleichzeitig antreffen – einen alten Stahlrohreabgang DN15 mit BSP-Gewinde, eine neue Pressverzweigung 18 mm und eine Heizung mit Anschlüssen Rp 3/4".

Vergleich der Maßbezeichnungen von Stahlrohren Pressrohr Bezeichnung: 15 mm AD = 15,0 mm ✓ Zylindrisches Rohr Bezeichnung: 1/2" AD = 21,3 mm (!) DN-System Bezeichnung: DN 15 AD ≈ 21,3 mm AD = äußerer Durchmesser Presssystem = metrischer AD | Zylindrisches/DN-System = historische Zollbasis Diese beiden Systeme sind NIE direkt austauschbar, ohne Reduzierfittings

Metrische Pressrohre: Was bedeuten 15, 18, 22, 28, 35, 42 und 54 mm

Im modernen Heizungsinstallationsbereich dominiert das Presssystem mit metrischer Bezeichnung des äußeren Durchmessers. Die Serie der Stahlpressrohre im Heizungsbereich umfasst diese gängigen Maße:

  • 15 mm – kleinste gängige Größe, typisch für Heizköreranschlüsse, Verteilerabzweige, kleine Fußbodenheizkreise
  • 18 mm – sehr gängig für Verteilungsverzweigungen in Wohngebäuden, horizontale Leitungen zu Heizkörpern, sekundäre Kreise
  • 22 mm – Hauptverzweigungen in kleineren Einfamilienhäusern, Anschlüsse an TÜV-Speicher, Eingang zu Kesseln
  • 28 mm – Hauptverzweigungen in Wohngebäuden, primäre Kreise größerer Systeme
  • 35 mm – Maschinenräume, Kesselräume, größere gewerbliche Gebäude
  • 42 mm – Industriekesselräume, Fernwärmeleitungen in kleinerem Maßstab
  • 54 mm – Hauptverzweigungen in professionellen Kesselräumen

Jede dieser Größen hat eine definierte Wanddicke gemäß der Norm EN 10255 (oder der älteren ČSN 42 6710). Für Rohre bis zu einem äußeren Durchmesser von 54 mm gelten diese nominellen Wanddicken:

AD des Rohres (mm) Wanddicke (mm) Innendurchmesser (mm) Typische Anwendung im Heizen
15 1,0 / 1,2 12,6 – 13,0 Heizköreranschlüsse, kleine Kreise
18 1,0 / 1,2 15,6 – 16,0 Verzweigungsleitungen, sekundäre Kreise
22 1,2 / 1,5 19,0 – 19,6 Hauptverzweigungen RD, Kessleingang
28 1,2 / 1,5 25,0 – 25,6 Primäre Kreise in Wohngebäuden
35 1,5 32,0 Kesselräume, gewerbliche Gebäude
42 1,5 39,0 Industriekesselräume
54 2,0 50,0 Hauptverzweigungen in Kesselräumen

Zylindrische Rohre im Zollsystem und DN-System: Was steckt hinter der Zahl

Ältere Installationen und viele Geräte (Kessel, Armaturen, Verteiler) verwenden weiterhin zylindrische Rohre im Zollsystem oder zumindest Anschlüsse mit BSP-Gewinde. Hier ist der Schlüssel:

DN (Diameter Nominal) ist ein nomineller Durchmesser – ein Handelsbezeichner, der sich nicht direkt auf den äußeren oder inneren Durchmesser bezieht. Es ist lediglich eine Referenznummer. DN 15, DN 20, DN 25, DN 32, DN 40, DN 50 – das sind gängige Werte für die Heizung. Der äußere Durchmesser des entsprechenden zylindrischen Rohres ist immer größer:

Zollbezeichnung DN Außendurchmesser Rohr (mm) Gewinde BSP (Rp/R)
3/8" 10 17,2 Rp 3/8"
1/2" 15 21,3 Rp 1/2"
3/4" 20 26,9 Rp 3/4"
1" 25 33,7 Rp 1"
1 1/4" 32 42,4 Rp 1 1/4"
1 1/2" 40 48,3 Rp 1 1/2"
2" 50 60,3 Rp 2"

Kernmerk: Pressteilrohr 15 mm ist nicht dasselbe wie Gewinde-Rohr DN 15. Sie haben unterschiedliche Außendurchmesser (15,0 mm vs. 21,3 mm) und können ohne Übergangsfittings nicht verwechselt werden. Dies ist eine Quelle zahlreicher Verwechslungen auf Baustellen.

Schnitt durch Stahlrohre – Vergleich der tatsächlichen Maße Pressteil 15mm AD=15 mm ID≈13 mm Gewinde 1/2" (DN15) AD=21,3 mm ID≈16 mm 15 mm 21,3 mm Beide Typen haben DN15 / 1/2" in der Bezeichnung – doch ihre Durchmesser unterscheiden sich erheblich!

Gewinde Rp, R, G: Was bedeuten sie und wie erkenne ich sie?

An Anschlüssen von Heizkesseln, Ventilen, Armaturen und Fittings begegnen Sie drei grundlegenden Arten von Rohrgewinden gemäß der Norm ISO 7-1 und EN 10226:

  • Rp (innenliegendes zylindrisches Gewinde) – die Dichtung erfolgt über die Dichtfläche oder Teflon-Kappe/Konopfaser; die Gewindeachse ist parallel, der Profil ist parallel. Dies ist das am häufigsten vorkommende Innen-Gewinde an Armaturen im Heizungsbereich.
  • R (außenliegendes konisches Gewinde) – konisches Profil, bei der Anzugsbewegung dichtet sich das Gewinde leicht selbst ab, doch im Heizungsbereich wird dennoch oft ein Dichtmaterial ergänzt.
  • G (außen- oder innenliegendes zylindrisches Gewinde) – sogenanntes „Gas“-Gewinde, zylindrisch, historisch am weitesten verbreitet in alten Installationen.

In der Praxis: Wenn Sie einen Anschluss mit Innen-Gewinde 15 mm – Rp1/2" kaufen, handelt es sich um die Verbindung eines Pressteilrohrs mit einem Außendurchmesser von 15 mm und einer Armatur mit einem Außen-Gewinde R 1/2" (oder G 1/2"). Rp ist das Innen-Gewinde des Fittings – zylindrisch, in das Außen-Gewinde R oder G der Armatur eingesteckt. Dies ist eine Standardkombination beispielsweise bei der Versorgung eines Thermostats, eines Entlüftungsventils oder einer Pumpe an Pressteilrohren.

Anschlussadapter: Wo sich das Pressteilsystem mit der Welt der Gewinde kreuzt

Anschlussadapter sind genau jene Kategorie an Fittings, in der sich das metrische Pressteilsystem mit der Zoll-Gewinde-Welt kreuzt. Es handelt sich um Reduzierelemente, die auf einer Seite das Pressteilrohr umschließen und auf der anderen Seite ein Gewinde haben – entweder außen (G/R) oder innen (Rp).

Es gibt viele Kombinationen und hier entstehen die meisten Verwechslungen. Schauen Sie sich einige konkrete Beispiele an:

  • Anschlussadapter 15 mm – Rp 1/2": Pressteilrohr 15 mm auf einer Seite, Innen-Gewinde Rp 1/2" auf der anderen. Typische Anwendung: Anschluss eines 15 mm Pressteils an einen Heizkörper-Ventil mit Außen-Gewinde R 1/2" oder an eine Kesselarmatur.
  • Anschlussadapter 15 mm – Rp 3/4": Pressteilrohr 15 mm auf der Pressteilseite, Innen-Gewinde Rp 3/4" – wird beispielsweise bei der Versorgung einer kleineren Pumpe verwendet oder wenn die Armatur einen größeren Anschluss hat als die Rohrleitung.
  • Anschlussadapter 18 mm – Rp 1/2": Pressteilrohr 18 mm mit Gewinde 1/2" – üblich bei der Verbindung eines 18 mm Sekundärkreises an Armaturen mit kleinerem Gewinde.
  • Anschlussadapter 18 mm – Rp 3/4": Pressteilrohr 18 mm mit Gewinde 3/4" – typisch bei Eingang/Ausgang eines Verteilers oder Pumpenkörpers bei 18 mm Verbindungen.
  • Anschlussadapter 22 mm – Rp 1": Pressteilrohr 22 mm mit Gewinde 1" – am häufigsten bei Eingang/Ausgang eines Kessels oder Speichers, wo der Kessel Anschlüsse R 1" hat und der Primärkreis 22 mm Pressteil ist.

Wie Sie sehen, müssen Sie beim Kauf eines Anschlussadapters genau zwei Dinge kennen: den Außendurchmesser des Pressteilrohrs (15, 18 oder 22 mm) und die Größe des Gewindes an der Armatur (Rp 1/2", Rp 3/4", Rp 1"). Nur mit beiden Werten können Sie das richtige Teil auswählen. Über dieses Thema schreiben wir ausführlicher im Artikel Wie man die richtige Kombination aus Rohrdurchmesser und Gewindegröße wählt in unserem Wissenszentrum.

Anschlussadapter: Schaubild des Prinzips Pressteilrohr 18mm PRESS Adapter Adapter 18 × Rp 3/4" Gewinde Rp 3/4" Armatur (z. B. Pumpe) Gewinde R 3/4" Der Pressadapter fixiert das Rohr | das Gewinde verbindet mit der Armatur Sie müssen BEIDE Maße kennen: Press-AD + Gewindegröße

Wie man bestehende Leitungen auf der Baustelle richtig misst

Dies ist eine praktische Situation: Sie kommen zu einem Auftrag, müssen eine Zweigleitung erweitern oder einen Abschnitt austauschen. Sie müssen herausfinden, mit welchen Materialien Sie arbeiten. Vorgehensweise:

1. Maßband (Zollstock): Messen Sie den äußeren Durchmesser der Rohrleitung. Wenn Sie 15,0 mm messen, handelt es sich um ein Pressrohr 15 mm. Wenn Sie 21,3 mm messen (oder etwas weniger durch Verschleiß/Anstrich), handelt es sich um ein Gewin drohr DN 15 / 1/2". Wenn Sie 26,9 mm messen, handelt es sich um ein DN 20 / 3/4".

2. Betrachten Sie die Wandform: Ein Pressrohr hat eine gerade, glatte Wand ohne Gewinde und ohne Schmiedekanten. Ein Gewin drohr hat an den Enden ein sichtbares Gewinde oder Muffen mit Innengewinde.

3. Farbe und Oberfläche: Ein stahler Pres drohr ist meist ohne Schutzlack oder mit dünnem Phosphatüberzug. Ein verzinktes Gewin drohr hat eine sichtbare silberne Zinkoberfläche. Ein schwarzes Gewin drohr (ohne Zink) ist dunkelgrau bis glänzend schwarz.

4. Anwesenheit eines Pressverbinders: Wenn Sie an der Rohrleitung den charakteristischen sechseckigen oder kreisförmigen Pressverbindungsprofil erkennen (ohne Gewinde, ohne Schweißen), handelt es sich um ein Presssystem.

5. Armatur und Anschluss: Wenn Sie eine Armatur austauschen oder eine neue anschließen müssen, vergessen Sie nicht, auch das Gewinde an der Armatur (Innengewinde oder Außengewinde) und seine Größe zu messen. Ein Schraubenschlüssel oder ein Gewindemesser sind verlässlicher als das Schätzen mit dem Auge.

Ein erfahrener Techniker hat immer zumindest ein Maßband dabei. Wie oft habe ich gesehen, dass ein Unternehmen nach der ersten Besichtigung Material bestellt hat, basierend auf Schätzungen, nur um später mit falschen Fittings zurückzukehren. Die Messung dauert dreißig Sekunden und spart Stunden.

Typische Beispiele aus der Praxis: Welche Maße für welches System

Beispiel 1: Einfamilienhaus mit Brennwertkessel und Heizkörpern

Ein Brennwertkessel hat in der Regel Anschlüsse R 3/4" oder R 1" an der Eingangs- und Ausgangsseite. Die primäre Zweigleitung vom Kessel zum Verteiler ist meist 22 mm Press (für Häuser bis 20 kW). Die horizontalen Verteile zu den Heizkörpern sind meist 15 mm oder 18 mm Press. Die Heizkörerventile haben ein Gewinde R 1/2" oder R 3/4" je nach Größe. Für die Anschluss des Kessels benötigen Sie Anschlussrohr 22 mm – Rp 1" (wenn der Kessel Zollanschlüsse R 1" hat). Für die Anschluss von Pressrohren 15 mm an Ventile R 1/2" benötigen Sie Anschlussrohr 15 mm – Rp 1/2".

Beispiel 2: Mehrfamilienhaus, Sanierung eines alten Stiegenrohrs

Das alte Rohr ist ein schwarzes Gewin drohr DN 25 (Außendurchmesser 33,7 mm). Sie möchten es mit Pressrohr 28 mm und einem modernen stahler Presssystem ersetzen. Für die Übergabe zwischen dem alten Gewin dsystem und dem neuen Presssystem benötigen Sie einen Pressanschluss 28 mm × G 1" (oder R 1"). Die Zweigleitungen zu den Wohnungen sind DN 15 (altes Rohr), neue Zweigleitungen führen Sie in 15 mm Press. Achtung: Wenn die alte Verteilungsarmatur des Wohnungsreglers ein Gewinde R 3/4" hat, verwenden Sie Anschlussrohr 15 mm – Rp 3/4" für die Anschluss der neuen Presszweigleitung an die alte Armatur.

Beispiel 3: Fußbodenheizung mit Verteiler

Ein Verteiler für Fußbodenheizung ist meist stahler oder Messing mit Anschlüssen G 1" an der Eingangs- und Ausgangsseite und G 3/4" an den einzelnen Kreisen. Die Zuleitungen und Abläufe zum Verteiler sind meist 22 mm Press (für größere Objekte 28 mm). Für die Anschluss von Pressrohren 22 mm an den Anschluss des Verteilers G 1" benötigen Sie ein Anschlussrohr 22 mm – Rp 1". Die einzelnen Kreise der Fußbodenheizung sind meist Kunststoffrohre (PEX oder PERT), aber bei stahler Verteilung zum Verteiler arbeiten Sie mit Presssystem für 22 mm.

Beispiel 4: Technische Räume mit Warmwasserspeicher

Ein Warmwasserspeicher hat Anschlüsse R 3/4" oder R 1". Der Primärkreis (Heizung des Speichers vom Kessel) ist meist 22 mm Press, der Sekundärkreis (Vermittlung von Warmwasser zu den Entnahmestellen) ist 18 mm Press. Für die Anschluss von Pressrohren 18 mm an den Anschluss des Speichers R 3/4" dient Anschlussrohr 18 mm – Rp 3/4".

Die häufigsten Fehler bei der Auswahl der Maße und wie man sie vermeidet

In all den Jahren Praxis habe ich diese wiederkehrenden Fehler gesehen:

  • Verwechslung von Press 15 mm mit DN 15 / 1/2": Am häufigsten. Press 15 mm und ein Gewin drohr DN 15 haben einen völlig anderen Außendurchmesser. Ein Gewin drohr passt nicht in einen Pressanschluss (21,3 mm Außendurchmesser ist zu groß für einen Pressanschluss 15 mm). Überprüfen Sie immer den Systemtyp und den aktuellen Außendurchmesser.
  • Negative Reduktion des Gewindes: Der Techniker nimmt ein Anschlussrohr 18 mm – Rp 1/2" anstelle von 18 mm – Rp 3/4". Das Gewinde ist kleiner als der Anschluss der Armatur – Ergebnis: Entweder passt der Anschluss gar nicht, oder man schraubt ihn gewaltsam an, und die Armatur undicht.
  • Falscher Gewindetyp (Rp vs. R): Ein Innengewinde Rp passt zu einem Außengewinde R oder G. Zwei Innengewinde (Rp + Rp) oder zwei Außengewinde (R + R) passen nicht zusammen. Auf den ersten Blick erscheint das offensichtlich, aber beim Kauf entsteht viel Verwirrung.
  • Ignorieren der Wandstärke bei der Berechnung des Querschnitts: Beim Entwurf der Dimensionierung muss man mit dem Innendurchmesser arbeiten, nicht mit dem Außendurchmesser. Ein Rohr 18 mm × 1,2 mm Wandstärke hat nur einen Innendurchmesser von 15,6 mm – was weniger ist, als Sie vielleicht erwartet haben.
  • Mischen von Normen verschiedener Hersteller: Pressanschlüsse verschiedener Hersteller (z. B. Viega, Eurotubi, Rautitan) sind nicht miteinander kompatibel, auch wenn sie die gleiche Maße haben. Die Dichtungsreihe, die Geometrie des Einschnürungsprofils und in einigen Fällen auch die Wandstärke des Rohres sind herstellerspezifisch. Immer Anschluss und Rohr des gleichen Systems installieren.
Entscheidungsbaum: Welcher Anschluss brauche ich? Kenne ich den AD meines Rohres? JA Kenne ich das Gewinde der Armatur? NEIN Messe mit dem Maßband AD des Rohres! Wähle Anschluss AD mm × Rp Gewinde"

Hydraulische Dimensionierung: Welcher Durchmesser für welche Leistung

Neben der physischen Kompatibilität gibt es auch die hydraulische Seite – der gewählte Durchmesser muss den erforderlichen Durchfluss ohne übermäßigen Druckverlust bewältigen. Dies ist ein Thema für einen eigenen Artikel über die hydraulische Dimensionierung, aber kurz gesagt gelten diese Orientierungswerte für Heizsysteme mit Δt = 10 bis 20 °C:

  • 15 mm press (ID ≈ 13 mm): maximal empfohlener Durchfluss ca. 0,3–0,5 m³/h, entspricht einer Leistung von ca. 3,5–6 kW bei Δt 10 °C bzw. 7–12 kW bei Δt 20 °C
  • 18 mm press (ID ≈ 16 mm): max. Durchfluss ca. 0,6–1,0 m³/h, Leistung ca. 7–12 kW (Δt 10 °C) bzw. 14–23 kW (Δt 20 °C)
  • 22 mm press (ID ≈ 19 mm): max. Durchfluss ca. 1,2–2,0 m³/h, Leistung ca. 14–23 kW (Δt 10 °C) bzw. 28–46 kW (Δt 20 °C)
  • 28 mm press (ID ≈ 25 mm): max. Durchfluss ca. 2,5–4,0 m³/h, Leistung ca. 29–46 kW (Δt 10 °C)

Hinweis: Diese Werte sind orientierend und hängen vom geforderten Druckverlust pro Meter ab (empfohlener Wert: 100–150 Pa/m). Für eine präzise Dimensionierung ist ein hydraulischer Berechnung notwendig, ggf. in Absprache mit dem Planer. Weitere Informationen finden Sie auch im Artikel Wie man die richtigen press Fittings für Stahlrohre im Heizungsbau wählt.

Druck- und Temperaturgrenzen von Stahl-press Rohren

Stahl-press Rohre für die Heizung sind nach EN 10305-3 und den Herstellernormen der press Systeme für folgende Standardparameter zertifiziert:

  • Maximale Betriebsdruck: Standardmäßig 16 bar für Durchmesser bis 54 mm (einige Systeme bis 25 bar)
  • Maximale Betriebstemperatur: 110 °C für kontinuierlichen Betrieb, kurzfristige Spitzen bis 120 °C
  • Minimale Temperatur: Standardmäßig -20 °C (hängt vom Dichtungsmaterial im press Fitting ab)

Für ein Standard-Fußbodenheizungssystem (max. 90 °C, max. 6 bar) sind diese Parameter deutlich überdimensioniert – das ist gut, denn das System hat Sicherheitsreserven. Bei industrieller Anwendung oder bei Systemen mit höherem Druck ist es erforderlich, die Parameter des jeweiligen press Systemherstellers zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen einer 15 mm press Rohr und einer DN 15 Gewinde-Rohr?

Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Rohre, trotz ähnlicher Bezeichnung. Das 15 mm press Rohr hat einen Außendurchmesser von genau 15,0 mm und wird durch Pressen verbunden. Die DN 15 (1/2") Gewinde-Rohr hat einen Außendurchmesser von 21,3 mm und wird entweder durch Gewinde oder Schweißen verbunden. Sie sind nicht direkt kompatibel – für die Übergabe zwischen beiden benötigen Sie einen speziellen Übergangsfitting.

Wie erkenne ich die Gewindegröße meiner Armatur, wenn sie nicht gekennzeichnet ist?

Verwenden Sie Gewindevorlagen (Messsatz für BSP-Gewinde), oder messen Sie den Außendurchmesser des Gewindes mit dem Messschieber: 21,3 mm = G/R 1/2", 26,9 mm = G/R 3/4", 33,7 mm = G/R 1". Bei Innengewinde messen Sie den Lochdurchmesser. Falls Sie unsicher sind, bringen Sie die Armatur in die Filiale und lassen Sie sich beraten – falsch abgeglichene Gewinde sind eine Quelle von Leckagen und unnötigen Reklamationen.

Kann ich press Rohre und Fittings verschiedener Hersteller kombinieren?

Im Allgemeinen NIE. Press Systeme verschiedener Hersteller (Viega Profipress, Eurotubi, Rautitan usw.) haben unterschiedliche Dichtungsgeometrien und Pressprofile. Obwohl die Rohre äußerlich identisch erscheinen (gleicher Außendurchmesser, gleiche Wandstärke), ist ein Fitting eines Herstellers auf ein Rohr eines anderen Herstellers nicht dicht. Die Hersteller verbieten das ausdrücklich, und solch eine Verbindung verliert die Garantie. Immer das komplette System eines Herstellers installieren.

Welchen Durchmesser press Rohr verwende ich für einen Brennwertkessel mit 20 kW?

Für die meisten Brennwertkessel bis 25 kW ist die Primärleitung (Eingang/Ausgang des Kessels) 22 mm press. Der Kessel hat Anschlüsse G 3/4" oder G 1" – je nach Hersteller und Modell. Wenn der Kessel Anschlüsse G 1" hat, verwenden Sie Anschlussrohre 22 mm – Rp 1". Die horizontale Verteilungsleitung zu den Heizkörpern wird in der Regel in 15 mm oder 18 mm press ausgeführt, je nach Anzahl und Leistung der Heizkörper auf dieser Leitung. Eine optimale Dimensionierung gibt Ihnen der hydraulische Berechnung oder der Planer.

Kann ein press Fitting nach dem Pressen erneut geöffnet werden?

Nein – eine press Verbindung ist dauerhaft. Nach dem Pressen kann sie nicht ohne Beschädigung geöffnet werden. Falls eine Eingriff nötig ist, müssen Sie das press Fitting abschneiden und durch ein neues ersetzen. Deshalb ist es besonders wichtig, vor dem Pressen die Richtigkeit der Maße, die Position der Dichtung und die Einsetztiefe des Rohres zu prüfen. Detailliert zur Montage schreiben wir im Artikel Wie man press Fittings an Stahlrohren korrekt montiert, ohne Leckage.

Warum hat manchmal ein Rohr einen Durchmesser von 15 mm und manchmal Rp 1/2" – sind das verschiedene Dinge?

Ja, es handelt sich um zwei verschiedene Maße für denselben Anschluss, und beide müssen übereinstimmen. „15 mm" beschreibt den Außendurchmesser des press Rohres – das wird in die press Muffe des Fittings eingelegt. „Rp 1/2"" beschreibt das Gewinde auf der anderen Seite des Fittings – das wird in die Armatur geschraubt. Ein Anschlussrohr hat daher immer zwei Zahlen: die Größe der press Seite und die Größe der Gewinde-Seite. Beide müssen der Realität entsprechen, sonst ist die Montage nicht möglich.

Fazit: was man sich merken sollte

Das Maßsystem von Stahlrohren und Fittings für die Heizung ist Produkt der historischen Entwicklung, in der sich metrisches und zollbasiertes System überschneiden. Kurz gesagt: press Rohre werden nach dem Außendurchmesser in Millimetern bezeichnet (15, 18, 22 mm...), Gewinde-Rohre und Armaturen verwenden das zollbasierte System (1/2", 3/4", 1"...), mit der Bezeichnung DN, und diese beiden Systeme sind nicht direkt austauschbar.

Grundregel für die Praxis: immer mit dem Messschieber messen, nicht auf Schätzung oder optische Ähnlichkeit vertrauen. Beim Kauf der Fittings notieren Sie sich immer den Außendurchmesser des press Rohres und die Gewindegröße der Armatur. Falls Sie unsicher sind, prüfen Sie es vor Ort – eine dreißigsekündige Messung ist günstiger als ein falscher Anfahrt oder eine Reklamation.

Für einen tieferen Einblick in die Montage, Auswahl und Wartung des gesamten press Systems empfehlen wir weitere Artikel in unserem Wissenszentrum: press Fittings vs. Gewinde-Fittings: Wann welches System verwenden, Korrosion an Stahlrohren und Fittings: Ursachen, Vorbeugung und Lösung und Häufige Probleme bei press Fittings an Stahlrohren und wie man sie behebt.

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