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Durchlauferhitzer TUV vs. Warmwasserspeicher: Vorteile und Nachteile bei Niedertemperaturkesseln

Durchlauferhitzer TUV vs. Warmwasserspeicher: Was ist besser für eine Niedertemperaturheizung?

Wenn sich ein Kunde zwischen einem Kombikessel mit Durchlauferhitzer für Warmwasser und einem klassischen Heizkessel mit externem Warmwasserspeicher entscheidet, geht es selten nur um eine einfache Wahl. In der Praxis stoße ich immer wieder auf die Situation, in der Menschen diese Entscheidung treffen, wenn sie vor einer konkreten Herausforderung stehen: ein feuchtes Kellergeschoss ohne Platz für einen Warmwasserspeicher, ein Einfamilienhaus mit vier Bädern und drei Personen, die morgens gleichzeitig duschen möchten, oder eine Wohnung in einem Plattenbau, in dem bislang ein Warmwasserspeicher war und nun ausgetauscht werden soll. Jeder dieser Fälle hat eine andere optimale Lösung.

Dieser Artikel beschäftigt sich genau mit dieser Frage – was im Kontext von Niedertemperaturheizungen praktischer, wirtschaftlicher und bequemer ist. Er analysiert beide Systeme im Detail, vergleicht sie hinsichtlich Leistung, Energieeffizienz, Platzbedarf und Betriebskosten und zeigt auf, wo jede Lösung ihren Platz hat.

Grundprinzip: Wie funktionieren beide Systeme

Durchlauferhitzer TUV im Kombikessel

Ein Kombikessel – also ein Gerät, das sowohl Heizung als auch Warmwasserbereitung in einem System übernimmt – erwärmt das Warmwasser über einen Durchlauferhitzer. Sobald Sie den Wasserhahn öffnen, registriert der Kessel den Druckabfall im kalten Wasserkreislauf und schaltet automatisch auf die Priorität Warmwasserbereitung. Kaltes Leitungswasser fließt durch einen Wärmetauscher, wird auf die gewünschte Temperatur erhitzt und fließt direkt zu Ihrem Wasserhahn. Der Kessel unterbricht oder reduziert dabei vorübergehend die Wärmezufuhr in den Heizkreis.

Dieses Prinzip hat eine grundlegende technische Eigenschaft: Das Wasser wird kontinuierlich, in Echtzeit, ohne Akkumulation erhitzt. Der Kessel muss beim Wasserentzug sofort die volle Leistung in den Wärmetauscher TUV liefern. Deshalb haben Kombikessel in der Regel eine höhere Nennleistung als reine Heizkessel – beispielsweise hat der Vaillant atmoTEC pro VUW SK 200/3-3 eine Leistung von 20 kW, während der Heizbedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses 8–14 kW beträgt. Dieser „Überschuss“ an Leistung ist gerade für die kontinuierliche Warmwasserbereitung konzipiert.

Prinzip des Durchlauferhitzers TUV im Kombikessel Kaltwasser ein Wärmetauscher TUV im Kessel ⟵ Abgas Warmwasser ~50–60 °C Entnahme Heizkreis (Pause)

Warmwasserspeicher als Akkumulator für Warmwasser

Ein System mit Warmwasserspeicher funktioniert nach dem umgekehrten Prinzip: Der Kessel erwärmt eine Vorratsmenge Wasser in einer isolierten Wanne (Boiler), die typischerweise 80–300 Liter fasst. Dieses erwärmte Wasser steht bei Entnahme sofort zur Verfügung, ohne Wartezeit. Der Kessel erwärmt den Vorrat kontinuierlich – entweder nach einem Zeitplan oder reagiert auf den Temperaturabfall im Speicher (Thermostat des Speichers). Die eigentliche Warmwasserentnahme erfolgt bei richtig dimensioniertem System ohne direkte Beteiligung des Kessels – es handelt sich um die Entnahme von Energie aus einem Akkumulator.

Ein Warmwasserspeicher kann entweder direkt im Kessel integriert sein (sogenannter Kombikessel mit Speicher oder „mit Mini-Speicher“ 8–15 l) oder ein eigenständiger externer Speicher sein, der an einen normalen Heizkessel über einen Sekundärkreis angeschlossen ist. Letztere Konfiguration ist typisch für größere Anlagen.

Vergleichstabelle: Durchlauferhitzer vs. Warmwasserspeicher

Kriterium Durchlauferhitzer (Kombikessel) Warmwasserspeicher
Raumbedarf Minimal – nur Kessel an der Wand Benötigt Platz für den Speicher (80–300 l)
Komfort bei gleichzeitiger Entnahme Eingeschränkt bei 2+ Entnahmestellen gleichzeitig Hoch – hängt vom Volumen des Speichers ab
Wartezeit auf Warmwasser Praktisch keine (nach Einregulierung) Minimal (hängt von der Leitung ab)
Verluste durch Bereitschaft Keine (Wasser wird nur bei Entnahme erwärmt) Ständige Wärmeverluste (1–3 kWh/Tag je nach Isolierung)
Anschaffungskosten Niedriger (ein Gerät) Höher (Kessel + Boiler + Montage)
Legionellen-Risiko Praktisch null Besteht – regelmäßige Erhitzung auf 70 °C notwendig
Eignung für Niedrigenergiehaus Gut Sehr gut (geringere Verluste bei richtig dimensioniertem Speicher)
Serviceanforderung Niedriger – weniger Komponenten im System Höher – Anode, Speicher, Rückflussventile

Energetische Effizienz: Wo Durchlauferhitzer glänzen und wo sie zurückfallen

Aus Sicht der reinen Energieeffizienz beim Erwärmen des Wassers ist der Durchlauferhitzer geringfügig effizienter als der Speichersystem, da er sogenannte Standby-Verluste (engl. standby losses) vermeidet. Ein Speicher verliert selbst bei guter Isolierung ständig Wärme an die Umgebung. Ein durchschnittlicher Speicher mit einem Fassungsvermögen von 150 Litern und standardmäßiger Wärmedämmung verliert innerhalb von 24 Stunden etwa 1,5–2,5 kWh. Bei einem Gaspreis von 0,08–0,10 €/kWh entsprechen das jährlich 44–90 € nur an Standby-Verlusten. Bei Speichern mit schlechterer Isolierung oder an nicht beheizten Orten können die Verluste sogar doppelt so hoch sein.

Andererseits hat der kombinierte Kessel mit Durchlauferhitzer für TUV eine spezifische Nachteil: Bei jedem Einschalten des Kessels für TUV-Erwärmung entstehen sogenannte Wärmeverluste beim Anfahren – der Kessel erwärmt sich, es entstehen Verluste durch Verbrennung während der Aufheizphase auf die volle Leistung, und wenn der Entzug kurzfristig ist (z. B. schnelles Händewaschen), wird die Leistung ineffizient genutzt. Dies ist vor allem bei sehr häufigem kurzfristigem Entzug relevant – typischerweise in Betrieben oder großen Familien mit Kindern.

Vergleich jährlicher Standby-Verluste (orientierende Werte) 0 € 25 € 50 € 75 € 100 € Durchlauferhitzer Wassererwärmung 0 € Speicher (gute Isol.) ~65 € Speicher (altere Isol.) ~130 €

Leistung für Warmwasser: Wo der Durchlauferhitzer an seine Grenzen stößt

Dies ist der Bereich, in dem das Speichersystem klar dominiert – bei gleichzeitigem Entzug aus mehreren Stellen. Ein kombinierter Kessel mit Durchlauferhitzer für TUV kann in einem Moment nur eine begrenzte Menge Wasser erwärmen, was durch seine Nennleistung für TUV bestimmt wird. Zur Orientierung: Ein Kessel mit 20 kW Leistung für TUV kann das Wasser um ca. 30 °C erwärmen bei einem Durchfluss von etwa 10 Litern pro Minute. Das reicht für eine Dusche oder einen Waschtisch ohne Probleme aus.

Wenn jedoch gleichzeitig Dusche und Waschbecken laufen, oder Badezimmer und Küche, steigt der Gesamtdurchfluss und die Temperatur sinkt. Der Kessel kann einfach nicht genug Wasser in der gleichen Temperatur erwärmen. Dies ist eine konkrete Nachteil, die Kunden in größeren Familien täglich spüren. Ein Beispiel: In einem Haushalt mit vier Personen, wo morgens zwei Bäder gleichzeitig genutzt werden, kann der Durchlauferhitzer tatsächlich knapp werden.

Das Speichersystem hingegen hat dieses Problem nicht: Wenn der Speicher gefüllt und vorgewärmt ist, können Sie gleichzeitig Wasser aus Dusche und Küche entnehmen – der Speicher kann das ohne Temperaturabfall bewältigen, bis er unter eine bestimmte Füllhöhe abfließt. Für solche Haushalte ist ein Speicher mit einem Fassungsvermögen von 150–200 Litern eine komfortablere Lösung.

Praktisches Beispiel: Vier-Personen-Haushalt

Praxisbeispiel: Ein Kunde in Trenčín hatte ein dreistöckiges Einfamilienhaus mit vier Personen und zwei Bädern. Ursprünglich hatten sie einen kombinierten Kessel mit 24 kW – morgens, wenn der Mann in das untere Badezimmer und die Tochter in das obere ging, war das Wasser in beiden Stellen nur lauwarm. Nach dem Wechsel zu einem System mit externem Speicher von 200 Litern war das Problem gelöst – der Speicher wurde über Nacht aufgeladen und morgens konnten beide Bäder ohne jegliche Einschränkung genutzt werden. Solche Fälle sind in größeren Haushalten relativ häufig und es ist wichtig, sie bei der Kesserauswahl zu berücksichtigen.

Niedertemperaturkessel und Durchlauferhitzer für TUV: Technische Zusammenhänge

Niedertemperaturkessel arbeiten mit einer Rücklauftemperatur der Heizungsanlage typischerweise unter 60 °C (in den meisten Betriebsbedingungen sogar 40–55 °C). Dies ist ihre charakteristische Eigenschaft – sie arbeiten effizient bei niedrigeren Temperaturen des Heizmediums, was für Fußbodenheizungen und moderne Heizkörper mit größerer Fläche vorteilhaft ist.

Beim Durchlauferhitzer für TUV bringt dies jedoch eine wichtige technische Herausforderung mit sich: Warmwasser sollte am Ausgang mindestens 45–50 °C (idealerweise 55–60 °C) haben aus hygienischen Gründen und für Komfort. Um diese Temperatur beim Durchlauferhitzer zu erreichen, muss der Kessel kurzfristig seine Leistung und Betriebstemperatur erhöhen – typischerweise auf 60–70 °C. Diese kurzfristige Temperaturerhöhung ist direkt im Firmware von kombinierten Kesseln integriert und erfolgt automatisch bei jedem TUV-Entzug.

Genau deshalb enthalten moderne kombinierte Niedertemperaturkessel, wie z. B. Vaillant turboTEC pro VUW SK 202/3-3 oder Vaillant atmoTEC pro VUW SK 240/3-3, eine Zweikreislösung mit Priorität für TUV – die Elektronik des Kessels steuert intelligent, wann und in welchem Umfang die Temperatur für TUV-Erwärmung erhöht wird, wobei Energieverluste minimiert und der Wärmetauscher vor thermischen Schocks geschützt wird.

Schaltplan der Prioritätswechselung: Heizung vs. TUV Kombinierter Niedertemperaturkessel TUV Priorität ON/OFF UMSCHALTER Heizung 40–60 °C TUV Erwärmer 55–60 °C Heizkreis TUV Kreis (Priorität)

Raumbedarf und Installationsanforderungen

Ein Kombikessel mit Durchlauferhitzer für TUV ist installatorisch wesentlich einfacher. Das gesamte Gerät hängt an einer Wand, nimmt minimale Fläche ein und benötigt keine weiteren Geräte. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Kombikessel so populär in Plattenbauten, kleineren Häusern oder Wohnungen sind – schlichtweg fehlt der Platz für einen Speicher. Und wenn in einer Wohnung Badezimmer oder Küche renoviert werden, will der Kunde in der Regel nicht noch einen Quadratmeter für einen Speicher opfern.

Ein Speichersystem hingegen ist räumlich aufwendiger. Ein externer Speicher mit 150 Litern hat ungefähr die Maße 500 × 1100 mm (Durchmesser × Höhe). Ein Speicher mit 200 Litern typischerweise 550 × 1250 mm. Diese Abmessungen müssen irgendwo untergebracht werden – meist in einem Technikraum, Heizraum oder Keller. Wenn das Haus keinen solchen Raum hat oder dieser klein ist, kann das ein Problem sein.

Zudem muss der Speicher über den Primärkreislauf mit dem Kessel verbunden werden, was zusätzliche Rohrleitungen, eine Speicherkreis-Pumpe, einen Dreiventil und eine Regelung bedeutet. All dies erhöht die Anschaffungskosten der Installation und später auch die Serviceanforderungen.

Hygienische Aspekte: Legionellen-Risiko und Sanitärminimum

Dieses Thema darf bei Speichersystemen nicht außer Acht gelassen werden. Die Bakterien Legionella pneumophila vermehren sich in Speicherwasser bei Temperaturen von 25–45 °C. Bei korrekter Speicherbetriebsführung (ständige Temperatur über 55 °C oder wöchentlicher Temperaturschock auf 70 °C) ist das Risiko minimal, doch wenn der Speicher auf niedrigeren Temperaturen arbeitet oder lange im Bereitschaftsmodus ohne Entnahme bleibt, besteht ein reales Risiko.

Beim Durchlauferhitzer eines Kombikessels ist dieses Problem praktisch null – das Wasser kumuliert sich nirgendwo, durchläuft den Wärmetauscher augenblicklich und ist hygienisch gesehen sicherer. Für Einfamilienhäuser ist dies ein marginaler Faktor, doch für Objekte mit unterbrochenem Betriebszyklus (Chalets, Ferienhäuser, Rekreationsobjekte) ist das Durchlauferhitzsystem hygienisch deutlich sicherer.

Reale Szenarien aus der Praxis: Wann was empfehlen

Szenario 1: Wohnung in Plattenbau, 2–3 Personen, ein Badezimmer

Dies ist der klassische Fall für einen Kombikessel mit Durchlauferhitzer für TUV. Der Platz ist begrenzt, die Familie ist klein, die TUV-Entnahme erfolgt schrittweise (nicht gleichzeitig). Ein Kombikessel mit 20–24 kW bewältigt das ohne Probleme. Die Kunden gewöhnen sich meist daran, die gewünschte TUV-Temperatur am Kessel einzustellen (typischerweise 45–50 °C) und das System funktioniert Jahre lang problemlos. Beispielsweise ist der Vaillant atmoTEC pro VUW SK 200/3-3 für solch eine Anwendung ideal.

Szenario 2: Einfamilienhaus, 4–5 Personen, zwei Bäder

Hier würden wir einen Kombikessel mit Durchlauferhitzer nur mit Reservierung empfehlen – also einen Kessel mit höherer Leistung für TUV (z. B. 28–32 kW). Doch selbst dann bleibt die Frage der gleichzeitigen Entnahme. Kunden mit einer größeren Familie und zwei Bädern sind zufriedener mit einem Speichersystem mit 150–200 Litern, oder alternativ mit einem Boiler angeschlossen an den Kessel – für die TUV-Erwärmung reicht dort ein weniger leistungsstarker (und damit günstiger in der Betriebskosten) Kessel aus, der Speicher deckt die Morgenpeakzeiten ab.

Szenario 3: Renovierung eines alten Hauses mit Heizraum

Ein Haus aus den 80er Jahren, Heizraum mit Platz, ursprünglicher Speicher mit 120 Litern, Umstellung auf Gas. Hier will der Kunde in der Regel den Komfort des Speichersystems behalten, aber den Kessel modernisieren. Lösung ist ein moderner Niedertemperaturkessel für die Heizung plus externer Speicher. Ein Kombikessel ist hier nicht ideal – wenn das Haus größer ist (z. B. Heizfläche 180 m²), bringt ein Speicher mit 150–200 Litern und korrekt dimensionierter Kessel einen besseren Gesamteffekt.

Szenario 4: Neubau oder Anbau mit Fußbodenheizung

Niedrigenergiehaus, Fußbodenheizung, geringe Temperaturanforderung. Hier ist der Durchlauferhitzer eines Kombikessels sehr geeignet – die Heizung arbeitet bei 35–45 °C, das System ist kompakt und der Kombikessel ist die ideale Wahl. Ein Speicher würde hier überflüssige Komplikationen und Verluste hinzufügen.

Systemauswahl nach Haushaltsgröße und Anzahl der Bäder 5+ 4 3 2 1 Personen 1 Badezimmer 2 Bäder 3+ Bäder Durchlauferhitzer IDEAL Beide Systeme in Betracht ziehen Speicher EMPFOHLEN

Einfluss auf die Kesselauswahl: Kombikessel vs. reiner Heizkessel

Wenn Sie sich für einen Durchlauferhitzer für TUV entscheiden, weisen Sie automatisch in Richtung sogenannten Kombikessels (VUW – Vaillant Unite Wärme, also kombiniert). Diese Kessel haben einen integrierten Sekundärwärmetauscher für TUV, einen Dreiventil, einen Durchflussmesser und entsprechende Steuerungssoftware. Die Leistung eines solchen Kessels für TUV beträgt typischerweise 18–28 kW, die Heizleistung ist etwas niedriger (modulierend, typischerweise 8–20 kW).

Wenn Sie sich für ein Speichersystem entscheiden, können Sie einen reinen Heizkessel (ohne integrierten Wärmetauscher für TUV) plus externen Speicher verwenden – oder einen Kombikessel mit Speicherladefunktion. Vaillant bietet für diesen Fall eine eigene Serie von Heizkesseln und Speichern an (z. B. VUW-Kessel mit angeschlossenem Speicher). Ein Kombikessel mit beispielsweise Vaillant turboTEC pro VUW SK 242/3-3 (24 kW) kann auch mit einem externen Speicher als Prioritätssystem verbunden werden – dann wird TUV über den Wärmetauscher des Kessels erwärmt und der Speicher dient als Puffer.

Mehr dazu, wie man die richtige Kesselleistung wählt, finden Sie im Artikel Welche Kesselleistung mit TUV-Erwärmung benötige ich für mein Haus, in dem auch konkrete Formeln für die Berechnung enthalten sind. Und wenn Sie sich zwischen atmosphärischem und Turbo-Typ entscheiden, empfehlen wir auch den Artikel Atmosphärischer vs. Turbokessel mit TUV-Erwärmung: Welcher Typ ist für Sie geeignet.

Laufende Kosten im langfristigen Horizont

Vergleichen wir eine konkrete Situation für eine vierköpfige Familie mit einem Tagesbedarf an Warmwasser von ca. 150 Litern bei 50 °C, Eintrittstemperatur des Wassers 10 °C:

Energiebedarf zur Erwärmung des Warmwassers pro Tag: Q = m × c × ΔT = 150 × 4186 × 40 = ca. 6,96 kWh/Tag → ~2 540 kWh/Jahr. Bei einer Heizkesseneffizienz von 88–92 % (Niedertemperatur-Gasheizkessel) und einem Gaspreis von 0,09 €/kWh entstehen so ca. 248–260 €/Jahr nur für die Warmwasserbereitung.

Bei einem Speichersystem müssen zusätzlich die Standby-Verluste berücksichtigt werden: Bei einem gut isolierten Warmwasserspeicher sind das ca. 1,8 kWh/Tag = 657 kWh/Jahr = weitere ~66 €/Jahr. Das ist ein realer Unterschied, der über 10 Jahre Betrieb 660 € ausmacht. Bei einem alten Speicher mit schlechterer Isolierung können es über 10 Jahre sogar 1 200 € sein.

Im Gegenzug liegt der Anschaffungspreis eines Warmwasserspeichers (80–200 Liter Speicher + Montage) zwischen 600 und 1 800 €. Somit ist die Kosteneffizienz nicht immer eindeutig und hängt von den konkreten Bedingungen ab.

Service und Wartung: Was bei jedem System beachtet werden muss

Ein kombinierter Kessel mit Durchlauferhitzer für Warmwasser hat einen zusätzlichen potenziell problematischen Bauteil: den Durchlauferhitzer für Warmwasser, der direkt mit dem Brauchwasser in Kontakt steht und sich daher schneller mit Kalk versetzen kann. In Regionen mit hartem Wasser (Härte über 14 °dH) verschmutzt sich der Wärmetauscher schneller, der Druck bei Warmwasserabnahme sinkt und es kann in Extremfällen sogar zu einem Defekt kommen. Deshalb empfehlen wir in Regionen mit hartem Wasser eine regelmäßige Kontrolle (alle 2 Jahre) und ggf. eine Reinigung des Wärmetauschers.

Beim Speichersystem liegt die Wartung anders: Die Opferanode (Magnesium- oder Titananode) schützt den Innenmantel des Warmwasserspeichers vor Korrosion und muss regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden – typischerweise alle 2–3 Jahre. Zudem ist der Sicherheitsventil des Speichers, der Temperatursensor und ggf. der Schlamm am Boden zu überprüfen. Weitere Details zur Wartung finden Sie im Artikel Wartung und Service von kombinierten Niedertemperaturkesseln: Was und wie oft.

Sonderthema: Vaillant atmoTEC pro vs. turboTEC pro für Durchlauferhitzer

In der Kategorie der kombinierten Niedertemperaturkessel mit Durchlauferhitzer gehören auf dem slowakischen Markt die Kesselserie Vaillant atmoTEC und turboTEC zu den beliebtesten Geräten. Der Hauptunterschied zwischen ihnen liegt im Abgas- und Luftzufuhrsystem für die Verbrennung.

atmoTEC pro ist ein atmosphärischer Kessel – er zieht die Verbrennungsluft aus dem Raum und führt die Abgase über Schornstein oder Schacht ab. Das bedeutet, dass der Kessel in einem Raum mit ausreichender Belüftung installiert werden muss und über einen Schornstein oder Schacht verfügen muss. Der Vorteil ist eine einfachere und günstigere Installation, der Nachteil die Abhängigkeit vom Schornsteinzustand und die Notwendigkeit von Lüftungsöffnungen. Ein typisches Modell ist der Vaillant atmoTEC plus VUW CZ/SK 240/3-5, der in der höheren Preisklasse mit erweiterten Regelungsmöglichkeiten angesiedelt ist.

turboTEC pro ist ein überdruckbeaufschlagter (turbo) Kessel – er zieht die Verbrennungsluft über ein koaxiales Rohr von außen und führt die Abgase über dasselbe Rohr in entgegengesetzter Richtung ab. Er ist unabhängig vom Schornstein und kann an jedem Ort installiert werden, an dem Zugang zur Fassade oder Dach vorhanden ist. Für Wohnanlagen ohne Schornsteine und für Neubauten ist der turboTEC daher die bevorzugte Wahl.

Weitere Informationen zum Modellvergleich finden Sie im Artikel Vaillant atmoTEC pro vs. atmoTEC plus: In welchen Aspekten unterscheiden sie sich und was ist die richtige Wahl.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ein kombinierter Kessel mit Durchlauferhitzer Warmwasser für zwei Bäder gleichzeitig liefern?

Das hängt vom Leistung des Kessels und den Anforderungen an die Warmwasserabnahme ab. Ein Kessel mit 24 kW Leistung für Warmwasser kann bei einem Gesamtvolumen von ca. 11–12 l/min das Wasser um 30 °C erwärmen. Eine Dusche verbraucht ca. 6–8 l/min, ein Waschbecken ca. 4–5 l/min. Bei gleichzeitiger Abnahme aus Dusche und Waschbecken arbeitet man bereits an der Leistungsgrenze. Die Wassertemperatur kann um 5–10 °C niedriger sein als bei der Abnahme an nur einem Ort. Für das bequeme Versorgen zweier vollwertiger Bäder gleichzeitig ist ein Speichersystem besser geeignet.

Ist die Warmwasserbereitung im kombinierten Kessel hygienisch sicher?

Ja, die Durchlauferhitzung ist aus hygienischer Sicht sicherer als das Speichersystem. Das Wasser sammelt sich nicht in einem Behälter an, in dem Bakterien wie Legionella vermehren könnten. Das Wasser wird direkt beim Abnehmen erhitzt, durchläuft den Wärmetauscher und fließt zum Hahn. Dieses System wird auch in Rekreationsobjekten mit unterbrochener Betriebszeit empfohlen.

Wie lange dauert es, bis aus dem kombinierten Kessel warmes Wasser fließt?

Der Kessel aktiviert sich innerhalb von 2–5 Sekunden nach Öffnen des Hahns (ein Durchflussmesser erkennt die Abnahme). Die Erwärmung des Wärmetauschers dauert weitere 2–8 Sekunden, abhängig von der Einstellung und der Entfernung des Abnahmepunkts vom Kessel. Insgesamt wartet man typischerweise 10–20 Sekunden auf warmes Wasser, wobei der größte Teil dieser Zeit auf die kalten Leitungen zwischen Kessel und Hahn entfällt – das ist kein Problem des Kessels, sondern der Rohrleitungslänge. Ein Warmwasser-Zirkulationspumpe verkürzt diese Zeit auf ein Minimum.

Lohnt es sich, einen externen Warmwasserspeicher an einen kombinierten Kessel anzuschließen, oder ist das überflüssig?

Kombinierte Kessel Vaillant atmoTEC und turboTEC können technisch gesehen mit einem externen Warmwasserspeicher verbunden werden (über einen Sekundärkreis), wobei der Speicher vom Kessel priorisiert beheizt wird. Diese Lösung macht Sinn bei einem höheren Warmwasserbedarf (4+ Personen, 2+ Bäder). Man verliert zwar den Vorteil der Kompaktheit, gewinnt aber den Komfort des Speichers. Man muss jedoch bedenken, dass im kombinierten Kessel ein eingebautes Warmwasser-Wärmetauscher vorhanden ist, der in dieser Schaltung nicht genutzt wird – man zahlt also für eine Funktion, die man nicht nutzt. Bei einem Speichersystem von Anfang an ist oft ein reiner Heizkessel besser geeignet.

Wie groß muss der Warmwasserspeicher für eine Familie mit 4 Personen sein?

Empfehlung: 35–50 Liter Speicher pro Person. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das 150–200 Liter. Wenn morgens zwei Bäder gleichzeitig in Betrieb sind, empfehlen wir 200 Liter. Bei Haushalten mit flexibler Nutzung (nicht alle baden gleichzeitig) reichen oft 150 Liter aus. Ein Speicher kleiner als 100 Liter bei 4 Personen ist an der Grenze und setzt voraus, dass der Kessel während der Abnahme aktiv den Speicher nachheizt – was zu einem Temperaturabfall bei langer Dusche führt.

Was passiert mit der Heizung, wenn der kombinierte Kessel Warmwasser bereitet?

Ein kombinierter Kessel hat eine eingebaute Priorität für Warmwasser – während der Warmwasserbereitung wird die Wärmeversorgung des Heizkreises eingeschränkt oder komplett unterbrochen. Diese Unterbrechung dauert in der Regel einige Minuten (die Dauer einer Dusche oder eines Geschirrwaschvorgangs). Das Heizsystem hat eine akkumulierte Wärmekapazität (Wasser in den Heizkörpern, im Fußbodenheizungssystem), weshalb eine kurze Unterbrechung von ein paar Minuten sich überhaupt nicht auf die Raumtemperaturen auswirkt. Probleme entstehen nur bei sehr häufiger und langer Warmwasserabnahme – dann kann die Heizung tatsächlich beeinträchtigt werden. In der Praxis kommt das aber nur selten vor.

Fazit: Durchlauferhitzer für Warmwasser im kombinierten Niedertemperaturkessel – Für wen ja und für wen nein

Der Durchlauferhitzer für Warmwasser im kombinierten Niedertemperaturkessel ist eine einfache, kompakte und energieeffiziente Lösung für Haushalte mit einem Badezimmer und maximal 3–4 Personen, bei denen die Warmwasserabnahme nicht an mehreren Orten gleichzeitig stattfindet. Er ist ideal für Wohnungen, kleinere Häuser, Neubauten mit Fußbodenheizung und Rekreationsobjekte mit unterbrochener Betriebszeit. Er benötigt keinen zusätzlichen Platz, hat einen niedrigeren Anschaffungspreis und kein hygienisches Risiko durch Wasserspeicherung.

Ein Speichersystem ist besser für größere Einfamilienhäuser mit 4+ Personen, zwei oder mehr Bädern, bei denen Warmwasser gleichzeitig an mehreren Stellen abgenommen wird. Es bietet mehr Komfort, eine größere Warmwasserkapazität und eine bessere Ausdauer bei Spitzenabnahmen – zum Preis höherer Anschaffungskosten, Platzbedarfs und höherer Betriebsverluste durch Standby.

Wenn Sie sich zwischen konkreten Modellen kombinierter Kessel entscheiden, schauen Sie sich die komplette Kategorie der Kessel mit Durchlauferhitzer auf Atria.sk an. Weitere Details zum richtigen Auswahlverfahren finden Sie auch im Artikel Wie man einen Niedertemperaturkessel mit Durchlauferhitzer wählt: Auf was man achten sollte und in der Übersicht Häufig gestellte Fragen zu Niedertemperaturkesseln mit Durchlauferhitzer.

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