Flansmontierte vs. Gewindemontierte Umwälzpumpen – Welche ist geeigneter
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Flanschgeführte vs. Gewindebohrpumpen – Welche eignet sich für Ihr System?
Wenn Sie sich auf die Auswahl einer Umwälzpumpe für ein Heizungs- oder Wasserversorgungssystem einlassen, stoßen Sie früher oder später auf eine der praktischsten Fragen des gesamten Entwurfs: Flansch- oder Gewindeanschluss? Das klingt nach einem Detail, ist aber in Wirklichkeit eine Entscheidung, die Installation, Wartung, Leistung und die Gesamtlebensdauer des Geräts beeinflusst. Aus der Praxis weiß ich, dass diese Wahl oft unterschätzt wird – und dann wundern wir uns, warum das Austauschen einer Pumpe in der Heizung drei Tage dauert oder warum eine Gewindebohrpumpe „nicht“ den erforderlichen Durchfluss bei akzeptablem Druck liefern kann.
In diesem Artikel vergleichen wir beide Typen wirklich detailliert – vom konstruktiven Prinzip über hydraulische Parameter, Installationsanforderungen, Wartbarkeit bis hin zu konkreten Szenarien aus der Praxis, in denen jeder Typ eindeutig gewinnt. Wenn Sie einen detaillierteren Leitfaden speziell für Flanschbohrpumpen suchen, schauen Sie sich auch unsere Artikel Wie wählt man eine Flanschbohrpumpe für das Heizsystem aus oder Montage einer Flanschbohrpumpe – Vorgehensweise und häufige Fehler an.
Konstruktiver Unterschied – von Grund auf
Um überhaupt einen Vergleich vornehmen zu können, müssen wir uns klarmachen, was jeder Typ bedeutet. Beide sind Nassläuferbohrpumpen (der Rotor läuft direkt im Medium) – sie unterscheiden sich nur in der Art und Weise, wie sie an das Rohr angeschlossen werden.
Gewindebohrpumpen (inline, Kessel)
Die Gewindebohrpumpe hat auf beiden Seiten – Saug- und Druckseite – einen äußeren oder inneren Gewindeanschluss (meist G 1¼", G 1½" oder G 2"). Sie wird direkt in das System eingeschraubt oder auf universelle Gewindeanschlüsse montiert. Der Pumpenkörper ist kompakt, robust und die Herstellungskosten sind niedriger. In den meisten Fällen handelt es sich um kleine Pumpen mit einer Leistung bis ca. 250 W, einem Durchfluss bis 10–12 m³/h und einem Druck bis 8 m Wassersäule.
Typische Anwendungsfälle: Einfamilienhaus, kleiner Mehrfamilienhaus, einkreisiger Kessel, kleiner Fußbodenheizungsbereich.
Flanschbohrpumpen
Die Flanschbohrpumpe hat auf den Flanschanschlüssen eine ebene, standardisierte Flanschfläche mit Schraublöchern. Diese Flansch entspricht den Normen DN (Nennweite) und PN (Nennspannung) – beispielsweise DN 50 PN 6, DN 80 PN 10 und so weiter. Die Verbindung ist mechanisch robust, die Dichtflächen sind klar definiert und die Druckbelastung verteilt sich gleichmäßig entlang der gesamten Flanschumrandung. Der Vorteil ist, dass die Pumpe ohne Änderung des Rohrnetzes ausgetauscht werden kann – es reicht aus, die Schrauben an der Flansch abzunutzen und die Pumpe herauszuziehen. Flanschbohrpumpen decken einen deutlich breiteren Leistungsbereich ab: von kleineren Typen DN 32 PN 6 über mittlere DN 65 PN 10 bis hin zu großen industriellen Geräten DN 150 PN 16 und darüber.
Hydraulische Parameter – Wo liegt der echte Unterschied
Dies ist der Bereich, in dem sich falsche Vorstellungen am meisten zeigen. Manchmal höre ich: „Schließlich ist das nur eine Pumpe, das hängt vom Motor ab, nicht vom Flansch.“ Teilweise wahr – doch die Konstruktion des Anschlussbereichs beeinflusst, welche hydraulischen Geräte physisch entworfen werden können und wie sie sich bei hohen Durchflüssen verhalten.
Durchfluss und Druck
Gewindebohrpumpen sind für kleinere Rohrdurchmesser ausgelegt – typischerweise bis G 2", was dem DN 50-Äquivalent entspricht. Oberhalb dieses Durchmessers würde das Gewinde zu große Druckkräfte übertragen und die mechanische Festigkeit der Verbindung wäre problematisch. Deshalb liegt der Leistungsgrenzwert von Gewindebohrpumpen typischerweise bei:
- Durchfluss: maximal 10–14 m³/h bei Standardtypen
- Druck: 6–10 m Wassersäule (0,6–1,0 bar)
- Motorleistung: bis 250 W, in Ausnahmen bis 400 W
Flanschbohrpumpen beginnen dort, wo Gewindebohrpumpen enden. Typische Bereiche für auf dem Markt verfügbare Flanschbohrpumpen:
- Durchfluss: von 5 m³/h (kleiner DN 32) bis zu 600 m³/h und mehr (großer DN 125–150)
- Druck: von 4 m bis 25 m Wassersäule bei Standardheizungstypen, bei industriellen Pumpen bis zu 40–60 m
- Motorleistung: von 200 W bis zu mehreren kW
Montagebedingungen und Montage
In der Praxis unterscheidet sich die Installation von Pumpen nicht nur durch die Anschlusstechnik, sondern auch durch die Anforderungen an den Platzbedarf, die Montageposition und die Rohrleitungsgüte in der Umgebung.
Threadmontagepumpe – einfache Installation, aber mit Grenzen
Eine Threadmontagepumpe kann ein Monteur in zehn Minuten einschrauben und austauschen – wenn die Installation ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Es reichen Kugelhähne mit Absperrung auf beiden Seiten, ein Stück Flex oder eine kurze Rohrleitung, und die Pumpe ist drin. Probleme entstehen, wenn:
- Das Rohr nicht gerade ist oder unter Spannung steht – die Gewindeverbindung überträgt dies direkt in den Pumpenkörper
- Falsche Dichtungen oder übermäßig angezogene Gewinde genutzt werden – ein gerissene Dichtung oder sogar der Pumpenkörper sind keine Seltenheit
- Die Pumpe groß und schwer ist – die Gewindeverbindung ist nicht für das Eigengewicht der Pumpe ausgelegt, wenn der Motor nicht abgestützt ist
- Die Position „Welle vertikal“ erforderlich ist – die meisten Threadmontagepumpen sind nur für die horizontale Welle oder in begrenztem Drehbereich zertifiziert
Flanschmontagepumpe – robusterer Einbau, aber mit höheren Vorbereitungsanforderungen
Flanschmontagepumpen erfordern, dass die Gegenflansche an den Rohrleitungen präzise zusammengestellt und zentriert ausgerichtet sind. Die Toleranz für Schieflage ist gering – wenn die Flansche schief sind oder das Rohr zur Seite zieht, kann dies zu übermäßigen Vibrationen, Lärm und vorzeitigem Verschleiß der Lager führen. Andererseits gibt die Flanschverbindung keine Zugbelastung in das Gewinde und die Pumpe kann ohne Drehen ausgetauscht werden – Schrauben lösen, Pumpe herausziehen, neue einsetzen.
Praktisches Beispiel: In der Heizung eines Mehrfamilienhauses mit einer Leistung von 450 kW haben wir eine Threadmontagepumpe DN 50 ausgetauscht. Wir stellten fest, dass der vorherige Installateur sie mit Teflonband statt mit Hanf abgedichtet und ohne Absperr-Kugelhähne montiert hatte. Nach 8 Jahren war das Gewinde an der Rohrleitung so stark eingeschlagen, dass beim Austausch das Teflonarmstück des Verbinders brach. Schließlich haben wir die gesamte Anschlusseinheit in ein Flanschsystem umgebaut – und den nächsten Pumpeaustausch konnte der Service-Techniker in 40 Minuten ohne Schweißgerät durchführen.
Regelung und Elektronik – wo stehen heute beide Typen?
Im Bereich der Drehzahlregelung und elektronischen Regelung sind sich beide Typen in den letzten Jahren angenähert, es bestehen jedoch immer noch Unterschiede. Moderne Threadmontagepumpen auf dem Markt – sogenannte Pumpen mit EC-Motor (elektronisch kommutierter Motor) – besitzen einen eingebauten Frequenzumrichter, messen den Differenzdruck und regeln die Drehzahl selbstständig. Der Energieverbrauch ist im Vergleich zu alten Dreistufenmotoren dramatisch geringer – typischerweise um 50–70 %.
Größere Flanschmontagepumpen werden mit externen oder internen Frequenzumrichtern ausgestattet. Bei Pumpen ab DN 65 ist ein externer Frequenzumrichter der übliche Standard – er ermöglicht eine kontinuierliche Drehzahlregelung, eine Fernüberwachung, Anschluss an BMS (Building Management System) über Modbus, Bacnet oder Profibus und auch einen Softstart, der bei der Inbetriebnahme das Rohrnetz vor Druckstößen schützt.
Praktische Bemerkung: Bei großen Pumpen mit trockenlaufenden Asynchronmotoren (Standard für industrielle Flanschmontagepumpen) ist die Installation eines Frequenzumrichters nicht nur um Energie einzusparen, sondern auch um die Mechanik zu schützen – Lager, Dichtungen und Impeller haben eine längere Lebensdauer bei sanftem Anlauf der Drehzahl als bei direktem Start mit voller Last.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Artikel Drehzahlregelung und Regelung von Flanschmontagepumpen in der Praxis.
Servicefreundlichkeit und Ersatzteile
Dies ist ein Bereich, in dem Flanschmontagepumpen bei größeren Leistungen klar führen. Die Gründe sind praktisch:
- Modulare Konstruktion: Die meisten Flanschmontagepumpen haben standardisierte Anschlussgeometrien gemäß den Normen EN 733 oder EN 22858 (ISO 2858). Das bedeutet, dass eine Pumpe eines Herstellers durch einen kompatiblen Typ eines anderen Herstellers ersetzt werden kann, ohne das Rohrnetz zu verändern.
- Verfügbarkeit der mechanischen Dichtung: Bei größeren Pumpen mit mechanischer Dichtung (nicht Nassläufer) ist der Austausch der Dichtung ein üblicher Servicevorgang, den der Techniker vor Ort durchführen kann, ohne das Rohrnetz abzubauen.
- Austausch ohne Systemunterbrechung: Mit korrekt dimensionierten Kugelhähnen an den Flanschen kann die Pumpe ausgetauscht werden, ohne das gesamte System abzustellen, nur mit lokaler Abschaltung des Abschnitts.
- Lange Verfügbarkeit der Ersatzteile: Für standardisierte industrielle Pumpen sind Ersatzteile (Impeller, Lager, Dichtungen) auch Jahrzehnte nach Ende der Produktion verfügbar.
Threadgeführte Pumpen sind aus Sicht des Service einfach – entweder funktionieren sie oder nicht. Bei Defekten werden sie in der Regel komplett gegen ein neues Exemplar ausgetauscht, da eine Reparatur bei einem Preis unter 150–200 € nicht wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine Flanschpumpe kostet mehr, aber eine Reparatur ist wirtschaftlich interessant – beispielsweise ist der Austausch von Lagern oder einer mechanischen Dichtung an einer Pumpe im Wert von 1 200 € eine sinnvolle Investition.
Typische Szenarien aus der Praxis – wann was verwenden
Szenario 1: Einfamilienhaus, Fußbodenheizung, Heizkessel 20 kW
Typischer Berechnung: 20 kW bei einem Temperaturabfall von 10 K entsprechen einem Volumenstrom von ca. 1,7 m³/h. Der hydraulische Verlust im Verteiler (Fussbodenheizkreise, Heizkreisverteiler, Rohrleitungen) beträgt ca. 3–5 m Wassersäule. Dies ist der klassische Anwendungsbereich einer threadgeführten Pumpe – G 1¼" oder G 1½", Förderdruck 4 m, Volumenstrom 2 m³/h. Preis 80–150 €, Montage in einer halben Stunde.
Fazit: Threadgeführte Pumpe eindeutig.
Szenario 2: Kleiner Mehrfamilienhaus, Zentralheizung, Heizkessel 120 kW
Volumenstrom ca. 10–12 m³/h, Systemverlust 6–8 m. Hier arbeitet die threadgeführte Pumpe an den Grenzen ihrer Möglichkeiten. Einige Installateure lösen diese Situation mit threadgeführten Pumpen G 2" – das ist möglich, aber bei Volumenströmen über 10 m³/h steigt die Mediumsgeschwindigkeit im Gewindehals über den optimalen Wert und die hydraulischen Verluste an der Pumpe selbst sind unnötig groß. Ich empfehle hier, eine Flanschpumpe DN 40 oder DN 50 in Betracht zu ziehen – der Preis ist höher (350–600 €), aber die hydraulische Effizienz ist besser und der Service einfacher.
Fazit: Flanschpumpe empfohlen, threadgeführte G 2" als Kompromiss.
Szenario 3: Heizkammer eines Mehrfamilienhauses, Leistung 500 kW
Volumenstrom 43 m³/h bei einem Temperaturabfall von 10 K, Systemverlust 12 m. Dies ist eindeutig der Anwendungsbereich einer Flanschpumpe DN 65 oder DN 80. Keine threadgeführte Pumpe auf dem Markt kann dies leisten. Die Pumpe wird meist in einer parallelen Konfiguration aus zwei Einheiten (eine aktiv, eine als Reserve) mit Frequenzumformer und Regelung durch die Heizkammer-Regelung arbeiten.
Fazit: Flanschpumpe ohne Alternative.
Szenario 4: Industrieller Kühkreislauf einer CNC-Produktionslinie, Medium Wasser mit Glykol
Volumenstrom 80 m³/h, Förderdruck 18 m, Medium 25 % Ethylenglykol-Lösung. Hier gilt nicht nur die leistungsbedingte Notwendigkeit einer flanschbasierten Lösung, sondern auch die materielle – viele threadgeführte Pumpen sind nicht für Glykolgemische zertifiziert. Flanschpumpen aus Bronze, rostfreiem Stahl oder mit Teflon-Dichtungen sind Standard für industrielle Medien.
Fazit: Flanschpumpe, mit Fokus auf Materialkompatibilität.
Preis und Rendite der Investition
Der Preis ist ein Faktor, der die Entscheidung stark beeinflusst – doch er muss komplex beurteilt werden, nicht nur nach dem Kaufpreis der Pumpe.
| Kriterium | Threadgeführte Pumpe | Flanschpumpe |
|---|---|---|
| Kaufpreis (mittlere Leistung) | 80 – 350 € | 300 – 2 500 € |
| Montagekosten | niedrig (0,5 – 1 Std.) | mittel (1 – 4 Std.) |
| Wartungskosten bei Defekt | kompletter Austausch | Teilaustausch / Reparatur |
| Energieeffizienz | hoch (EC-Motor) | hoch (FM/EC-Motor) |
| Eignung für große Systeme | nein | ja |
| Kompatibilität mit industriellen Medien | beschränkt | breit (verschiedene Materialien) |
| Reserve-Konfiguration (2x parallel) | weniger verbreitet | Standardpraxis |
Als Praxisbeispiel: In einem Verwaltungsgebäude mit einer Heizleistung von 180 kW haben wir berechnet, ob es günstiger ist, zwei Gewindekreiselpumpen G 2" (Preis 2× 280 € = 560 €) oder eine Flanschkreiselpumpe DN 50 mit Reserve (2× 620 € = 1 240 €) einzusetzen. Auf den ersten Blick gewinnt die Gewindepumpe. Berücksichtigt man jedoch, dass die Flanschkreiselpumpe um 12 % hydraulisch effizienter bei diesem Betriebspunkt ist und der Leistungsunterschied 0,8 kW beträgt, ergibt sich eine jährliche Einsparung von 0,8 × 4 500 × 0,18 €/kWh ≈ 648 € pro Jahr. Der Preisdifferenzbetrag (680 €) amortisiert sich in weniger als einem Jahr.
Normen, Zertifikate und Druckklassen
Flanschkreiselpumpen unterliegen strengeren normativen Anforderungen, was einerseits einen Vorteil (Vorhersagbarkeit) darstellt, andererseits aber auch das Kennzeichnungssystem verstanden werden muss. Wichtige Normen:
- EN 1092-1: Europäische Norm für Flansche – definiert Abmessungen, Bohrungen, Dichtflächen für verschiedene DN- und PN-Klassen
- PN (Pressure Nominal / Nennweite): Maximal zulässiger Druck bei 20 °C. PN 6 = 6 bar, PN 10 = 10 bar, PN 16 = 16 bar. Für Heizsysteme ist PN 6 Standard, für industrielle Anwendungen PN 10 oder PN 16.
- DN (Diameter Nominal / Nennweite): Richtlinienweite des Flansches – DN 32, 40, 50, 65, 80, 100, 125, 150 mm. Der tatsächliche Innendurchmesser variiert je nach Pumpenserie.
- EN 733 (früher DIN 24255): Norm für standardisierte Flanschkreiselpumpen – garantiert Austauschbarkeit zwischen Herstellern bei gleicher DN-Weite und Leistungsanforderung.
Weitere Informationen zu den Normen DN und PN finden Sie im Artikel Abmessungen und Arten von Flanschen – Was bedeuten die Normen DN und PN bei Pumpen?.
Materialien und Mediumbeständigkeit
Gewindekreiselpumpen bestehen meist aus Guss mit Kupfer- oder Kunststoffläufer, gelegentlich aus Verbundwerkstoffen. Sie eignen sich für sauberes Wasser, Frostschutzmittelgemische (bis zu 30–40 % Glykol je nach Hersteller) und Heizwasser.
Flanschkreiselpumpen bieten eine weitaus größere Materialvielfalt:
- Guss / Grauguss: Standard für Heizung, Warmwasser, Wasser mit Inhibitoren
- Nichtrostender Stahl (AISI 304, 316): Trinkwasser, aggressive Medien, Lebensmittelindustrie
- Kupfer / Messing: Meerwasser, salziges Wasser, korrosive Umgebungen
- Kunststoff (PP, PVDF): Stark aggressive Chemikalien, Säuren
Redundanzkonfiguration und Systemreserve
Im industriellen und gewerblichen Bereich ist das Thema Pumpe-Reserve entscheidend. Kein Kesselraummanager möchte, dass ein Ausfall einer Pumpe im Januar um 3:00 Uhr die Heizung des gesamten Gebäudes stoppt.
Die Standardkonfiguration für Flanschkreiselpumpen in mittelgroßen Kesselräumen (100–1000 kW) ist die sogenannte „2+0" oder „1+1":
- 2+0: Zwei Pumpen parallel geschaltet, beide aktiv, jede arbeitet zu 50 % Leistung. Bei Ausfall einer Pumpe geht das System auf 60–70 % Kapazität weiter (hydraulisch ändert sich der Betriebspunkt).
- 1+1: Eine Pumpe aktiv, eine in Reserve. Automatische Umschaltung bei Störung. Technisch einfacher, aber die Reservepumpe bleibt ungenutzt.
Diese Konfiguration ist bei Flanschkreiselpumpen standardmäßig verfügbar – Hersteller bieten sogenannte „twin pump" (Doppelpumpe) in einem Gehäuse mit zwei Motoren und automatischem Umschaltventilblock an. Gewindepumpen kommen in dieser Konfiguration praktisch nicht vor.
Falls Sie sich für dieses Thema detaillierter interessieren, lesen Sie den Artikel Flanschkreiselpumpen für große Heizsysteme – Auf was ist zu achten?.
Häufige Fehler bei der Auswahl
In meiner jahrelangen Praxis habe ich dutzende Fälle falscher Auswahl gesehen. Hier sind die häufigsten:
- Unterschätzung des Durchflusses: Der Kunde berechnete den Durchfluss für den Kessel, vergaß aber den Verteiler mit 12 Zweigen – der tatsächliche Durchfluss ist dreimal so hoch wie angenommen, die Gewindepumpe reicht nicht aus.
- Gewindepumpe an zu großem Rohrdurchmesser: Rohr DN 65, Gewindepumpe G 2" über Reduzierungen montiert – die hydraulischen Verluste an den Reduzierungen fressen einen Teil der Pumpenleistung.
- Verkannte Druckklasse: Der Kunde installierte eine Flanschkreiselpumpe PN 6 in ein System mit Ausdehnungsgefäß auf 6,5 bar – die Pumpe arbeitete am Limit, nach einem Jahr trat eine Dichtungsleckstelle an der Flanschverbindung auf.
- Reservepumpe vergessen in Reserve: Die Reserve-Flanschkreiselpumpe war nicht in die automatische Wechselbetriebssteuerung eingebunden – nach drei Jahren Stillstand waren die Lager festgefahren. Pumpen müssen regelmäßig gewechselt oder zumindest getestet werden.
- Falsche Montageposition: Gewindepumpe falsch montiert – der Motor war unten, die Entlüftung war nicht möglich, die Pumpe lief trocken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich eine Gewindepumpe G 2" durch eine Flanschkreiselpumpe ersetzen, ohne umfangreiche Umbauten?
Ja, aber die Rohrende müssen umgebaut werden. Das Gewindehalsstück G 2" wird abgeschnitten und durch eine Flanschmanschette oder eine Gewinde-Flanschverbindung (sogenannte Gewinde-Flansch) ersetzt, die das Anschluss der Flanschkreiselpumpe ermöglicht. Es handelt sich um eine gängige Maßnahme im Umfang von halb einem Arbeitstag eines erfahrenen Installateurs. Das Ergebnis ist eine robustere Lösung mit einfacherer Wartung.
Ab welcher minimalen Leistung lohnt es sich, auf Flanschkreiselpumpen zurückzugreifen?
Es geht nicht allein um die Systemleistung, sondern um den Durchfluss und den Druckverlust. Als praktische Faustregel: Bei mehr als 10–12 m³/h erforderlichem Durchfluss oder bei mehr als 8–9 m erforderlichem Förderdruck ist die Flanschkreiselpumpe die klare Wahl. Für Heizsysteme entspricht das etwa einer Leistung von über 100–120 kW bei einem Temperaturhub von 10 K.
Sind Flanschkreiselpumpen immer leiser als Gewindepumpen?
Nicht unbedingt. Der Lärmpegel hängt von der Motorbauart, Drehzahl und hydraulischem Design ab. Moderne Gewindepumpen mit EC-Motor und Permanentmagneten sind oft extrem leise (unter 35 dB). Große Flanschkreiselpumpen mit Asynchronmotor können lauter sein – deshalb werden bei größeren Pumpen Schwingungsdämpfer, flexible Anschlussteile und elastische Rohrverbindungen eingesetzt. Detailliert behandeln wir das Thema im Artikel Häufige Defekte an Flanschkreiselpumpen und deren Lösung.
Kann eine Flanschkreiselpumpe in vertikaler Position montiert werden?
Die meisten Flanschkreiselpumpen sind für eine horizontale Wellenachse konzipiert – das ist die Grundposition. Einige Typen sind auch für eine vertikale Wellenachse (mit Motor oben oder unten) zertifiziert, aber das muss immer in der Dokumentation des jeweiligen Herstellers überprüft werden. Nassläuferpumpen (Läufer im Medium) sind weniger empfindlich gegenüber der Position als Pumpen mit mechanischer Dichtung. Installieren Sie die Pumpe immer gemäß den Herstellerangaben – eine falsche Position führt zu vorzeitigem Verschleiß der Lager oder zu Entlüftungsproblemen.
Welchen Einfluss hat die Anschlusstyp auf die hydraulischen Verluste?
Ein Flanschanschluss hat bei korrekter Ausführung geringere hydraulische Verluste als ein Gewindehalsstück bei gleicher Durchmesserbreite. Der Grund ist, dass das Gewinde Turbulenzen im Medium erzeugt, außerdem ist der Innendurchmesser bei G 2" kleiner als bei einem entsprechenden Flansch DN 50. Der Unterschied ist bei geringen Durchflüssen vernachlässigbar (im Bereich von Zehntel Metern), aber bei Durchflüssen über 8 m³/h kann die Differenz im Verlust an der Anschlusstelle bis zu 0,5–1,0 m Wassersäule betragen.
Was, wenn ich eine Pumpe für einen Solarkreislauf oder eine Wärmepumpe benötige?
Für Solaranlagen werden meist spezielle Gewindepumpen aus speziellen Materialien eingesetzt (Temperaturbeständigkeit bis 110–130 °C, Kompatibilität mit Glykolgemischen bis 50 %). Für Wärmepumpen mit größerer Kapazität und längeren Verteilsystemen (Erdsonden, Bohrungen) werden immer häufiger kleinere Flanschkreiselpumpen DN 32–50 eingesetzt, da der Kreislauf eine höhere hydraulische Widerstandskraft aufweist und die Durchflussanforderungen den Gewindeanschluss übertreffen.
Fazit – was lässt sich aus diesem Vergleich mitnehmen
Flansch- und Gewindekreiselpumpen sind keine Konkurrenten, sondern komplementäre Lösungen für verschiedene Leistungs- und Betriebsklassen. Gewindekreiselpumpen sind schnell, günstig und zuverlässig für kleine und mittlere Anlagen bis ca. 100 kW – Einfamilienhäuser, Wohnungen, kleine Büros. Sie sind dort, wo sie passen, unersetzbar.
Flanschpumpen übernehmen die führende Position, sobald die Durchflussmenge oder der Förderdruck die Möglichkeiten einer Kettenlösung übertreffen, oder wenn Wartbarkeit, Redundanz und langfristige Zuverlässigkeit des Systems einen höheren Stellenwert haben als der Kostenvorteil beim Kauf. In der Umgebung von Heizkesseln in Wohngebäuden, Industriegebäuden, Krankenhäusern, Hotels oder Einkaufszentren ist die Flanschpumpe einfach der Standard – und wenn man sie dort nicht findet, ist das in der Regel das Ergebnis einer schlechten Planung, nicht einer optimalen Auswahl.
Falls Sie sich für eine Flanschpumpe entschieden haben, ist der nächste Schritt …
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