Brennwertkessel mit Durchlauferhitzer vs. mit Speicher: Unterschied und Auswahl
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Brennwertkessel mit Durchlauferhitzer vs. mit Warmwasserspeicher: Unterschiede und Auswahl
Wenn sich ein Kunde für einen neuen Brennwertkessel entscheidet, ist die erste Frage meist die Leistung. Die zweite Frage – und diese ist in der Praxis oft noch wichtiger – lautet: „Brauche ich einen Kessel mit eigenem Warmwasserspeicher oder reicht ein Durchlauferhitzer aus?" Diese Wahl entscheidet darüber, ob Sie morgens entspannt duschen oder gestresst sind, ob die Heizungshalle halb des Keller oder nur eine Ecke im Flur einnimmt, und ob die monatliche Gasrechnung etwas niedriger oder höher ausfällt. In diesem Artikel erklären wir Ihnen beide Prinzipien technisch detailliert, vergleichen sie für verschiedene Haushaltstypen und Häuser und geben Ihnen am Ende konkrete Tipps, wie Sie sich entscheiden können.
Funktionsweise des Durchlauferhitzers im Brennwertkessel
Ein Brennwertkessel mit Durchlauferhitzung (kurz: Kombikessel oder Zweifunktionskessel) erwärmt das Warmwasser (Wasser für den Haushaltsbedarf) direkt im Moment, in dem Sie den Wasserhahn öffnen. Im Inneren des Kessels befindet sich ein Platten- oder Rohrwärmetauscher. Das kalte Leitungswasser strömt hindurch und der Brenner steigert kurzfristig seine Leistung, um das Wasser auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen – meist auf 40 bis 60 °C.
Der gesamte Prozess verläuft wie folgt: Sie öffnen den Warmwasserhahn, ein Durchflussmesser registriert die Wasserbewegung, die Steuereinheit schaltet den Kessel in den Warmwassererhitzungsmodus, die Brennleistung wird erhöht (meist auf die maximale Kesselleistung) und nach 5 bis 15 Sekunden fließt warmes Wasser. In dieser Zeit wartet der Heizkreis vorübergehend – der Kessel bedient immer nur eine Funktion auf einmal.
Die Konsequenz ist direkt: Die Kesselleistung muss ausreichen, um den Durchfluss des Wassers sofort zu erwärmen. Eine Dusche verbraucht typischerweise 8 bis 12 Liter pro Minute, eine Küchenspüle weitere 4 bis 6 Liter. Der Kessel muss also in der Lage sein, die Wassertemperatur um 25 bis 35 °C bei einem Durchfluss von 10 bis 14 l/min zu erhöhen. Dazu ist eine thermische Leistung von 15 bis 28 kW nur für das Warmwasser erforderlich. Deshalb verfügen Kombikessel in der Regel über eine Leistung von 20 bis 35 kW, selbst in kleinen Wohnungen – nicht wegen der Heizung, sondern wegen des Warmwassers.
Vorteil des Durchlauferhitzungsprinzips ist die Kompaktheit – der gesamte Kessel mit Elektronik, Pumpe und Wärmetauschern passt in eine Schrankbox mit Maßen von etwa 40 × 70 × 35 cm. Ein Warmwasserspeicher ist nicht erforderlich, weshalb keine Wärmeverluste vom Speicher (sogenannte Standby-Verluste) entstehen. Der Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser nur dann, wenn Sie es tatsächlich benötigen.
Funktionsweise des Speichererhitzers
Kessel mit dem Buchstaben „P“ (oder „S“ nach deutscher Terminologie oder einfach „Heizkessel“) sind Einzelfunktionskessel – sie sorgen nur für die Heizung. Das Warmwasser wird durch einen externen Warmwasserspeicher erwärmt, der an diesen Kessel angeschlossen ist. Der Speicher hat typischerweise ein Fassungsvermögen von 80 bis 500 Litern und enthält im Inneren einen indirekten Wärmetauscher – eine spiralförmige Röhre, durch die heißes Wasser aus dem Kessel zirkuliert. Dieses übergibt seine Wärme an das kalte Wasser im Tank.
Das Prinzip ist also indirekte Erhitzung: Der Kessel erwärmt das Wasser im Heizkreis, das durch den Wärmetauscher im Speicher fließt und das Warmwasser erwärmt. Der Speicher fordert dem Kessel meist morgens und abends oder nach den Einstellungen der Temperaturregulierung eine zusätzliche Erhitzungsphase an.
Ein wichtiger Detail: Der Speicher erwärmt das Wasser prioritär, was bedeutet, dass, sobald der Speicher erwärmt wird, der Kessel die Heizung vorübergehend unterbricht und alle Energie in den Speicher lenkt. Moderne Steuereinheiten optimieren diese Priorität – beispielsweise erwärmt der Kessel im Sommer nur den Speicher, im Winter wechselt er zwischen Speicher und Heizkörpern.
Hauptunterschiede: Tabellenvergleich
| Parameter | Durchlauferhitzer (Kombi) | Warmwasserspeicher |
|---|---|---|
| Warmwasserspeicher | nicht erforderlich | erforderlich (80–500 l) |
| Montageort | klein – nur Heizkessel an der Wand | größer – Heizkessel + Speicher |
| Warmwassererzeugung | sofortig, ohne Puffer | Pufferkapazität jederzeit |
| Gleichzeitiger Abgang | beschränkt (1–2 Abnahmestellen) | größerer Speicher = mehr Abnahmestellen |
| Warmwasserwirkungsgrad | sehr hoch – Erwärmen nur auf Abruf | etwas niedriger – Wärmeverluste des Speichers |
| Investitionskosten | niedriger – nur Kessel | höher – Kessel + Speicher + Montage |
| Leistungsanforderungen an den Kessel | höher (20–35 kW auch für kleine Häuser) | niedriger – Leistung nur für Heizung dimensioniert |
| Legionellen-Risiko | praktisch null – Wasser lagert nicht | regelmäßiger Thermodesinfektionszyklus erforderlich |
| Kombination mit Solar oder Wärmepumpe | schwieriger, nicht immer möglich | direkt auf Kombination ausgelegt |
Welcher ist der tatsächliche Unterschied im Komfort des Warmwassers?
Dies ist der Punkt, an dem Theorie und Praxis manchmal auseinandergehen. Technisch gesehen kann ein Durchlauferhitzer problemlos Warmwasser für eine Dusche und eine Küchenspüle bereitstellen – sofern der Kessel entsprechend leistungsstark ist. Das Problem tritt auf, wenn zwei Duschen gleichzeitig geöffnet werden oder jemand die Badewanne füllt und gleichzeitig Wasser in der Küche fließt.
Nehmen wir ein konkretes Praxisbeispiel: ein Einfamilienhaus mit fünf Personen, zwei Bädern, einer großen Küche. Morgens zwischen 6:30 und 8:00 ist der Warmwasserbedarf enorm – drei Personen duschen hintereinander. Ein Kombikessel kann das bewältigen – aber nur, wenn sie nacheinander duschen. Wenn zwei Personen gleichzeitig duschen, teilt sich der Durchfluss, der Kessel kann nicht mithalten, und die Wassertemperatur sinkt. Das ist keine Störung – es ist eine physikalische Begrenzung des Durchlaufprinzips.
Ein Speicher mit 150 bis 200 Litern hingegen absorbiert diesen morgendlichen Belastungsspitze ohne Zögern. Der Speicher wurde bereits um 5:00 Uhr erwärmt, der gesamte Inhalt ist auf 55 °C, und vier Duschen können sich problemlos duschen, ohne dass jemand eine Temperaturänderung bemerkt. In der Zwischenzeit erwärmt der Kessel den Speicher. Für Familien mit mehreren Personen ist ein Speicher de facto Standard.
Andererseits: eine Zweizimmerwohnung, ein Paar, ein Badezimmer. Ein Kombikessel ist hier ideal – ein Speicher wäre überflüssig, er nimmt Platz ein und verursacht zusätzliche Wärmeverluste. Ebenso ein Ferienhaus, in dem nur am Wochenende bewohnt wird – ein Speicher wäre ganze Woche lang nicht genutzt und müsste jedes Mal von Grund auf erwärmt werden.
Leistungsauswahl bei Durchlauferhitzung: Warum sind Kombikessel „überdimensioniert“ für die Heizung
Dies ist einer der am häufigsten missverstandenen Punkte. Ein Kunde kommt mit der Aussage, dass sein Haus 12 kW Heizleistung benötigt, doch der Monteur installiert einen 24 kW Kessel. Der Kunde ist verwirrt – warum eine solche Leistung?
Die Antwort ist einfach: Die Leistung des Durchlauferhitzers für Warmwasser wird nach einem völlig anderen Schema berechnet als die Heizleistung. Der erforderliche Wärmestrom zur Erwärmung des Durchflusses wird nach folgender Formel berechnet:
P [kW] = Durchfluss [l/min] × Temperaturdifferenz [°C] × 0,07
Damit für einen Durchfluss von 12 l/min und eine Erwärmung von 10 °C auf 42 °C (Differenz 32 °C) benötigen wir: 12 × 32 × 0,07 = 26,9 kW. Das ist die Leistung, die der Kessel benötigt, um eine komfortable Dusche und die Küche gleichzeitig zu versorgen.
Darum werden Kombikessel in Leistungen von 20, 24, 28, 32 kW verkauft – nicht, weil Häuser so viel Heizleistung benötigen, sondern weil Warmwasser das verlangt. Diese übermäßige Leistung im Vergleich zu den Heizungsanforderungen führt zu sogenanntem Taktbetrieb (kurze Einschaltvorgänge), was bei Brennwertkesseln teilweise durch modulierende Brenner kompensiert wird.
Bei der Speicherlösung dimensioniert man den Kessel nur für die Heizung (z. B. 15 kW für 120 m²), was aus Sicht der Regelung sauberer und in bestimmten Konfigurationen auch wirtschaftlicher ist. Mehr zur richtigen Kesselleistung finden Sie im Thema Welche Leistung Brennwertkessels benötige ich für mein Haus in unserem Wissenszentrum.
Wärmeverluste des Warmwasserspeichers: Mythen und Realität
Gegner der Speicherlösung verweisen auf die Wärmeverluste des Speichers – das Wasser im Speicher kühlt ab, der Kessel muss es erneut aufheizen, was Kosten verursacht. Das ist wahr, aber es ist wichtig, dies in das richtige Verhältnis zu setzen.
Moderne TÜV-Speicher mit guter Wärmedämmung (Polyurethan-Schaum von 50–80 mm Dicke) verlieren nur 1 bis 3 kWh pro Tag, was bei einem Gaspreis von 0,06 €/kWh 0,06 bis 0,18 € pro Tag, also etwa 22 bis 66 € im Jahr entspricht. Das ist nicht vernachlässigbar, aber bei korrekter Dimensionierung des Speichers und guter Dämmung erreichen diese Verluste die untere Grenze.
Andererseits: Ein Kombikessel durchläuft bei jedem Öffnen des Hahns eine Zündsequenz, was ebenfalls nicht energiefrei ist. Bei geringer Entnahme (manuelles Waschen, kurzes Drehen des Hahns) zündet der Kessel an, erwärmt nur eine kleine Menge Wasser und geht wieder aus – mit vergleichsweise geringer Gesamteffizienz dieses konkreten Vorgangs. Die Summe dieser geringen Verluste kann in einigen Haushalten mit den Verlusten des Speichers vergleichbar sein.
Im Energieaspekt ist keiner der beiden Prinzipien dramatisch besser – entscheidend ist die richtige Wahl für den konkreten Verbrauchsprofil. Merken Sie sich dies als grundlegendes Prinzip.
Konkrete Produkte für beide Ansätze
Für diejenigen, die eine Kombilösung (Durchlauferhitzer für TÜV) suchen, ist ein typisches Beispiel der Wandbrennwertkessel mit Durchlauferhitzer für Warmwasser BOSCH Condens GC2300iW 22/25 C. Dieses Modell deckt die meisten Wohnungen und kleineren Einfamilienhäuser ab – Leistung 22 kW für die Heizung, 25 kW für TÜV, modulierender Brenner, Brennwerttechnologie mit bis zu 109 % Wirkungsgrad (nach Hs). Der Kessel verfügt über ein eingebautes 3-Gang-Umwälzpumpe mit Entlüftung, elektronischen Zündung und eingebaute Expansionsflasche. Die Installation ist einfach – ein Gerät an der Wand, ohne externe Behälter.
Für diejenigen, die nur Heizung benötigen und einen Speicher planen, ist eine gute Wahl beispielsweise der Gasheizkessel BOSCH Condens GC2300iW 15 P – ein einstufiger Wandbrennwertkessel mit 15 kW Leistung, konzipiert rein für die Heizung mit direkter Verbindung zu einem externen TÜV-Speicher. Der Vorteil ist, dass die Leistung 15 kW der tatsächlichen Bedarf des Hauses nahe kommt, wodurch der Kessel seltener taktiert. Für größere Häuser mit höherem Heizbedarf existiert analog der BOSCH Condens GC2300iW 24 P mit 24 kW Leistung, oder der Premium-Modell BOSCH Condens GC8700iW 30 P mit 30 kW Leistung und fortschrittlicher Modulation für größere Immobilien.
Alle diese Kessel können auch mit einem smarten Thermostat bedient werden – beispielsweise der Bosch Easycontrol CT 200 ist ein intelligenter Internetregelung kompatibel mit einer breiten Palette von Bosch Kesseln. Mehr zu smarten Regelung finden Sie im Thema Intelligente Steuerung des Brennwertkessels: Regelung und smarte Thermostate in unserem Wissenszentrum.
Wann man eindeutig zum Durchlauferhitzer (Kombikessel) greifen sollte
Aus der Praxis lohnt es sich, den Weg des Kombikessels zu gehen in folgenden Situationen:
- Wohnung oder kleines Einfamilienhaus mit 1–4 Personen ohne Bedarf an gleichzeitiger Entnahme aus mehreren Bädern
- Eingeschränkter Platz – Heizraum nicht verfügbar, ein Speicher wäre logistisch und räumlich nicht umsetbar
- Geringe Investition – ein Speicher, seine Montage und Zubehör erhöhen die Kosten der Installation um 800 bis 1 500 €
- Sanierung einer Wohnung, bei der der ursprüngliche Kessel ebenfalls ein Kombikessel war und die TÜV-Leitungen für direkte Erwärmung dimensioniert sind
- Rekreationsobjekte – Chalets, Ferienhäuser mit unregelmäßiger Nutzung, bei denen ein Speicher während der Inaktivität Wärme verlieren würde
- Familien mit unregelmäßigem Verbrauchsprofil, bei denen Warmwasser über den Tag verteilt in sehr unregelmäßigen Zeitintervallen verbraucht wird, nicht in Blöcken
Wann man eindeutig zum Warmwasserspeicher greifen sollte
- Größere Familie (5 und mehr Personen) mit morgendlicher Spitzenverbrauch von Warmwasser
- Mehrere Bäder mit Möglichkeit zur gleichzeitigen Entnahme – typischerweise Einfamilienhäuser mit 2+ Bädern
- Solare Kollektoren oder Wärmepumpe zur TÜV-Vorbereitung – der Speicher ist in diesem Fall eine Notwendigkeit, da er als Energiespeicher dient
- Häuser mit geringem Heizbedarf (gut gedämmte Neubauten, Niedrigenergiehäuser) – bei denen der Kombikessel trotzdem überdimensioniert sein müsste wegen der TÜV und oft taktieren würde
- Kombinierte TÜV-Vorbereitung aus mehreren Quellen – Kessel + Solar + elektrische Heizspirale im Speicher
- Große Wanne oder Whirlpool – ein Volumen von 200–300 Litern erwärmt ein Durchlauferhitzer nicht komfortabel in realer Zeit
Speicher: Wie man ihn richtig dimensioniert
Falls Sie sich für einen Warmwasserspeicher entscheiden, ist die Größe des Speichers entscheidend. Ein zu kleiner Speicher entleert sich schnell, ein zu großer kostet unnötig und hat höhere Wärmeverluste. Allgemeines Regel ist 40 bis 60 Liter pro Person. Für eine vierköpfige Familie also 160 bis 240 Liter – in der Praxis wird meist ein 200-Liter-Speicher gewählt.
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Leistung des Wärmetauschers des Speichers. Der Speicher muss einen Wärmetauscher ausreichend großer Fläche (1,5 bis 3 m²) haben, damit der Kessel den Speicher in vernünftiger Zeit erwärmen kann – typischerweise innerhalb von 30 bis 45 Minuten von kaltem Wasser. Ist der Wärmetauscher unterdimensioniert, arbeitet der Kessel lange und bei Niedertemperaturheizung (Fußbodenheizung, 35/30 °C) erreicht der Speicher die gewünschte Temperatur möglicherweise gar nicht. Das ist eine technische Falle, in die man bei günstigen Speichern geraten kann.
Stehende (direkte) Speicher beanspruchen typischerweise Bodenfläche von 60 × 60 cm bei einem Volumen von 120–200 l. Bei einem Volumen von 300 l sind es bereits 70 × 70 cm. Es gibt auch Speicher, die für die Platzierung unter/nahe dem Kessel konzipiert sind (sogenannte kompakte oder Kombination Kessel+Speicher als einheitliches System), aber diese sind meist auf ein Volumen von 80–130 Litern begrenzt.
Hygienische Sicherheit des Speichers: Legionellen sind keine Mythen
Speicher für Warmwasser bringen ein hygienisches Risiko – bakterielle Kontamination, insbesondere durch die Bakterien Legionella pneumophila. Diese Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 50 °C. Ein Speicher für TÜV, der auf 45 °C eingestellt ist, ist für sie ein ideales Umfeld, besonders wenn er über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird oder kalte tote Zonen hat.
Die Lösung ist zweifach. Erstens: Der Speicher muss auf mindestens 55–60 °C eingestellt sein – bei diesen Temperaturen vermehrt sich Legionella nicht. Zweitens: Die Steuereinheit des Kessels (oder des Speichers) hat einen thermischen Desinfektionsprogramm, der den Speicher einmal pro Woche auf 70 °C für eine Stunde erwärmt. Dieser Programm verbraucht etwas mehr Energie, ist aber eine notwendige präventive Maßnahme, besonders wichtig bei Speichern größer als 200 Liter und bei längerer Sommerpause, wenn der Speicher nicht für die Heizung genutzt wird.
Durchlauferhitzer eliminieren dieses Risiko – das Wasser wird nicht gelagert, fließt unmittelbar vor der Nutzung durch und steht nicht lange genug in warmen Leitungen, um Bakterien zu vermehren.
Praktischer Szenario 1: Mietwohnung, 2 Personen
Zweizimmerwohnung, 55 m², Gasheizung, alter atmosphärischer Kessel zum Austausch. In der Wohnung befinden sich ein Badezimmer, eine Toilette und eine Küche. Warmwasserbedarf ist gering – morgens eine Dusche, abends eine Dusche, normales Kochen und Spülen. Es sind keine Renovierungen geplant.
Empfehlung: Kombikessel 20–22 kW. Ein Warmwasserspeicher würde hier wertvollen Platz einnehmen (in einer Mietwohnung entscheidet jeder Quadratmeter), nicht ausreichend genutzt werden und zusätzliche Kosten verursachen. Ein Durchlauferhitzer reicht hier vollkommen aus.
Praktischer Szenario 2: Einfamilienhaus, 5 Personen, 2 Bäder
Einfamilienhaus 160 m², vierköpfige Familie mit einem Teenager zusätzlich. Zwei Bäder auf zwei Etagen, große Dusche und Wanne. Morgens zwischen 6:30 und 7:30 duschen sich nacheinander vier Personen. Im Haus befindet sich eine Garage mit Kesselraum, in dem ein 200-Liter-Warmwasserspeicher problemlos Platz findet.
Empfehlung: Brennwertkessel 15–18 kW + Warmwasserspeicher TÜV 200 Liter mit Spiralwärmetauscher. Der Speicher kann das morgendliche Lastspitzenproblem problemlos bewältigen, der Kessel ist korrekt dimensioniert für die Heizung und taktet weniger.
Praktischer Szenario 3: Niedrigenergiehaus, Wärmepumpe + Gasheizkessel bivalent
Neubau 140 m² mit hervorragenden thermischen Eigenschaften (U-Werte unter 0,2 W/m²K). Heizbedarf beträgt nur 6–8 kW. Der Eigentümer möchte primär eine Wärmepumpe Luft/Wasser, einen Gasheizkessel nur als Reserve bei Frost. Für TÜV sind Solaranlagen geplant.
Empfehlung: Warmwasserspeicher TÜV 300 Liter mit zwei Wärmetauschern (einer für Solar, einer für Kessel/WP) ist hier absolut notwendig. Ein Brennwertkessel 15 kW reiner Heizkessel (ohne Warmwasserbereitung) ist die richtige Wahl – der Speicher übernimmt TÜV und der Kessel ist korrekt dimensioniert als Reserve. Ein Kombikessel wäre hier sinnlos.
Kombinierte Lösungen: Kombikessel + Warmwasserspeicher?
Es gibt auch einen hybriden Ansatz – Kombikessel mit externem Warmwasserspeicher. Technisch ist das möglich, praktisch aber meist sinnlos. Wenn Sie einen Warmwasserspeicher haben, brauchen Sie keinen Durchlauferhitzer im Kessel – Sie zahlen für eine Zubehör, die Sie nicht nutzen. Sinnvoll ist das nur in Situationen, in denen Sie einen Speicher nachträglich an einen bestehenden Kombikessel anschließen (z. B. Familie wächst, Sie wollen Komfortprobleme vermeiden), aber den Kessel nicht austauschen. In diesem Fall können Sie an den bestehenden Kombikessel einen externen Warmwasserspeicher anschließen, wobei der Kessel den Speicher entweder über einen Wärmetauscher im Speicher oder durch direkte Füllung beheizt (abhängig von der Hydraulik).
Was beeinflusst die richtige Wahl: Übersichtlicher Entscheidungsrahmen
Zum Abschluss der theoretischen Teil nochmal eine Zusammenfassung, was tatsächlich über die Wahl entscheidet. Bei jedem Projekt müssen Sie sich vier Fragen stellen:
- Wie viele Personen werden im Haus/der Wohnung leben und wie viele Bäder hat die Immobilie? – Mehr Personen und mehr Bäder = Warmwasserspeicher.
- Ist Platz für einen Warmwasserspeicher vorhanden? – Wenn nicht, ist ein Kombikessel die einzige sinnvolle Wahl.
- Wird das Haus mit alternativen Energiequellen kombiniert (Solar, Wärmepumpe)? – Wenn ja, ist ein Warmwasserspeicher unbedingt notwendig.
- Wie hoch ist der Heizbedarf des Hauses? – Wenn er sehr niedrig ist, ermöglicht ein Speicherkessel eine bessere Dimensionierung; wenn er normal ist, sind beide Ansätze gleichwertig.
Weitere Informationen zur Wahl des Kessels im breiteren Kontext (nicht nur TÜV, sondern auch Art der Heizungsanlage, Brennstoffbasis, Schornstein) finden Sie im Thema Wie wählt man einen Brennwertkessel aus: Auf was man sich vor dem Kauf konzentrieren sollte, und zum Vergleich zwischen Wandheizgerät und Standkessel im Thema Wandheizgerät vs. Standkessel: Welcher ist besser geeignet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein Durchlauferhitzer-Kombikessel für eine Familie mit drei Kindern im Einfamilienhaus geeignet?
In den meisten Fällen ja – unter der Voraussetzung, dass nicht gleichzeitig geduscht wird. Wenn es im Haus nur ein Badezimmer gibt und die Duschen nacheinander (auch wenn kurz hintereinander) stattfinden, kann ein Kombikessel 24–28 kW das problemlos bewältigen. Wenn es zwei Bäder gibt und die reale Chance besteht, dass zwei Personen gleichzeitig duschen, ist ein Warmwasserspeicher komfortvoller. In der Praxis empfehlen wir Familien mit 3+ Kindern den Warmwasserspeicher bevorzugt.
Wie lange hält ein Warmwasserspeicher TÜV und wann muss er ausgetauscht werden?
Ein guter Stahlspeicher mit innen verflieserter Schicht und Magnesiumanode hat eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren bei regelmäßiger Anodenerneuerung (alle 2–4 Jahre, ggf. je nach Wasserhärte). Die Anode ist eine Opferanode, die anstelle des Speichers korrodiert. Wenn man sie vergisst, beginnt der Speicher von innen zu rosten und kann zu einem unbemerktem Wasseraustritt führen. Die Erneuerung der Anode sollte immer im Rahmen der jährlichen Wartung des Kessels erfolgen.
Kann ich an einen bestehenden Kombikessel Solaranlagen zur Warmwasserbereitung anschließen?
Technisch nicht direkt – ein Solaranlagen-System benötigt einen Speicher mit doppeltem Wärmetauscher, bei dem ein Kreislauf für Solar und ein anderer für den Kessel ist. An einen bestehenden Kombikessel muss also ein Speicher ergänzt und die Hydraulik angepasst werden. Die meisten Handwerker lösen das so, dass der Kombikessel weiterhin arbeitet, aber der Speicher primär für TÜV zuständig ist und der Kessel nur nachheizt, wenn Solar nicht ausreicht. Das ist realisierbar, aber hydraulisch komplizierter – wir empfehlen eine Beratung mit einem Planer vor der Installation.
Was bedeutet es, dass ein Kombikessel „taktet", und ist das ein Problem?
Taktung (von englisch „short cycling") ist ein Phänomen, bei dem der Kessel kurz auf Volllast anspringt, eine kleine Menge Wasser schnell erhitzt, sich ausschaltet, nach ein paar Minuten wieder einschaltet usw. Das passiert, wenn der Kessel überdimensioniert ist im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf – was bei Kombikesseln in Niedrigenergiehäusern üblich ist. Übermäßige Taktung verschleißt vorzeitig den Zündker, die Umwälzpumpe und die Ventile. Moderne Brennwertkessel mit modulierendem Brenner (Modulation 1:5 oder 1:7) reduzieren Taktung stark – sie können auch mit 20 % der Nennleistung arbeiten. Für Häuser mit geringem Heizbedarf ist es sinnvoll, den Kessel unterzudimensionieren (maximale Leistung im Software-Setup niedriger einzustellen) oder eine hydraulische Druckausgleichsanlage in Betracht zu ziehen.
Lohnt es sich bei der Speicherlösung, einen größeren Speicher „zur Sicherheit" zu kaufen?
Nicht immer. Ein größerer Speicher hat höhere Wärmeverluste, kostet mehr, ist schwerer zu ersetzen und benötigt eine längere Aufheizzeit. Für eine vierköpfige Familie ist ein 200-Liter-Speicher optimal; 300 Liter wären nur bei fünf oder mehr Personen oder bei einer großen Wanne (über 200 l Volumen) gerechtfertigt. Außerdem gilt: Ein Speicher mit größerem Volumen muss auch einen leistungsfähigeren Wärmetauscher haben, sonst kann der Kessel ihn nicht rechtzeitig beheizen. Bei Diskrepanz zwischen Kesselleistung und Speichervolumen (kleiner Kessel + großer Speicher) verschlechtert sich paradoxerweise der Komfort.
Wie unterscheiden sich die Montage eines Kombikessels und der Speicherlösung hinsichtlich Arbeitsaufwand und Kosten?
Die Installation eines Kombikessels allein dauert bei einem erfahrenen Handwerker typischerweise 4 bis 8 Stunden (einschließlich Abgasführung, Gasprüfung und Einstellung). Die Ergänzung eines Speichers verlängert die Installation um weitere 2 bis 4 Stunden und verursacht zusätzliche Materialkosten in Höhe von 800 bis 1 500 € (Speicher + Umwälzpumpe des Speichers + Armaturen + Verkabelung). Die Installation der Speicherlösung ist also insgesamt um ca. 1 000 bis 2 000 € teurer, was bei der Entscheidung berücksichtigt werden muss – insbesondere in Wohnungen, bei denen der finanzielle Aspekt stark für den Kombikessel spricht.
Fazit
Die Wahl zwischen Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher ist nicht nur eine technische Frage – es ist vor allem eine Frage des Lebensstils, der Anzahl der Personen, des verfügbaren Platzes und der langfristigen Pläne mit der Immobilie. Der Kombikessel ist eine elegante, kompakte Lösung für Wohnungen und kleine Haushalte, bei denen ein Speicher eine überflüssige Investition wäre. Die Warmwasserspeicher ist hingegen eine verlässlichere und komfortablere Lösung für größere Familien, Häuser mit mehreren Bädern und für jeden, der die Warmwasserbereitung mit erneuerbaren Energien kombinieren plant.
Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Lösung für Ihren konkreten Fall die richtige ist, schauen Sie sich auch weitere Themen in unserem Wissenszentrum an – beispielsweise Wie verläuft die Montage eines Brennwertkessels und was muss vorbereitet werden oder Abgasführung und Luftzufuhr beim Brennwertkessel: Was man wissen muss. Ein richtig gewählter Kessel mit dem passenden TÜV-System spart Ihnen nicht nur Geld, sondern vor allem viele Jahre ohne Probleme im Betrieb.
Haben Sie eine Frage zu diesem Thema?
Können Sie sich nicht entscheiden oder haben Sie eine konkrete Situation in Ihrem Haushalt? Schreiben Sie uns – wir beraten Sie gerne.
